{"id":28592,"date":"2022-05-13T15:49:21","date_gmt":"2022-05-13T13:49:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=28592"},"modified":"2022-05-13T15:49:21","modified_gmt":"2022-05-13T13:49:21","slug":"ihk-fachgespraech-beleuchtet-risiken-fuer-die-gasversorgung-der-heimischen-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ihk-fachgespraech-beleuchtet-risiken-fuer-die-gasversorgung-der-heimischen-wirtschaft\/","title":{"rendered":"IHK-Fachgespr\u00e4ch beleuchtet Risiken f\u00fcr die Gasversorgung der heimischen Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Die Gas-Lieferstopps von Russland nach Polen und Bulgarien haben gezeigt, wie unberechenbar die Versorgung Europas infolge des Krieges in der Ukraine geworden ist. Mit der Ausrufung der \u201eFr\u00fchwarnstufe\u201c des Notfallplans Gas f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland am 30. M\u00e4rz durch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck wurde der erste Schritt f\u00fcr eine m\u00f6gliche staatliche Regelung der Energieversorgung unternommen und der Notfallplan praktisch in Kraft gesetzt. Der aktuelle Stand zu seiner Umsetzung und die entsprechenden Auswirkungen standen im Mittelpunkt eines Fachgespr\u00e4chs von rund 30 heimischen Unternehmensvertretern mit Versorgern sowie Netzbetreibern, zu dem die IHK Siegen eingeladen hatte.<\/p>\n<p>\u201eDer Notfallplan erm\u00f6glicht den Beh\u00f6rden, bei gravierenden Marktverwerfungen und Versorgungskrisen weitreichende Eingriffe in den Markt vorzunehmen, um die Gasversorgung zu sichern\u201c, erl\u00e4uterte Roger Schmidt, Leiter des Referats Technologie, Energie, Umwelt bei der IHK. In der Fr\u00fchwarnstufe gehe es zun\u00e4chst darum, wichtige Vorkehrungen zu treffen. So sei ein Krisenstab im Bundeswirtschaftsministerium eingesetzt worden und es w\u00fcrden Hinweise zur Gasmangellage erfasst, um die Gesamtversorgung gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen. Neben der Fr\u00fchwarnstufe sehe der Notfallplan eine \u201eAlarmstufe\u201c vor, in der bereits St\u00f6rungen vorl\u00e4gen, der Markt sich aber noch selbst helfen k\u00f6nne. Erst in der \u201eNotfallstufe\u201c schreite der Staat in den Markt ein.<\/p>\n<p>Auch wenn es so weit noch nicht ist: Am Ernst der Lage d\u00fcrfe kein Zweifel bestehen, hob Thomas Mehrer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Siegener Versorgungsbetriebe GmbH (SVB), hervor: \u201eSollte ein Lieferstopp kurzfristig auch f\u00fcr Deutschland eintreten, kann dies erhebliche Sch\u00e4den wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Art nach sich ziehen. Ein kurzfristiger Ausfall russischer Gaslieferungen kann derzeit nicht aufgefangen werden.\u201c Einig waren sich die Teilnehmer in der Einsch\u00e4tzung, dass ein Embargo betr\u00e4chtliche Konsequenzen f\u00fcr die Gasversorgung in der Region zur Folge h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Die Region wird vor allem durch zwei Ferngasleitungen versorgt. Alleine bei den SVB sind hier\u00fcber rund 25.000 Hausanschl\u00fcsse angebunden. \u201eDas Abtrennen von Anschl\u00fcssen muss m\u00f6glichst verhindert werden. Die Wiederinbetriebnahme setzt immer einen Technikereinsatz voraus \u2013 in der dann zu erwartenden Gr\u00f6\u00dfenordnung kann das kaum gew\u00e4hrleistet werden\u201c, zeigte sich Thomas Mehrer besorgt. Ziel m\u00fcsse sein, die angeschlossenen und gesch\u00fctzten Kunden auch in der sogenannten \u201eNotfallstufe\u201c so lange wie m\u00f6glich zu versorgen.<\/p>\n<p><strong>Gros der Unternehmen \u201egesch\u00fctzte Kunden\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Zu den \u201egesch\u00fctzten\u201c Kunden z\u00e4hlen nach dem Energiewirtschaftsgesetz neben den Haushalten auch weitere Letztverbraucher im Erdgasverteilernetz, bei denen Standardlastprofile angelegt werden. Dazu geh\u00f6ren die allermeisten Unternehmen in der Region. Nur sehr wenige heimische Unternehmen sind Gasgro\u00dfverbraucher, die mehr als 10 MWh\/h nachfragen und somit als \u201enicht-gesch\u00fctzte\u201c Betriebe gelten. Sie werden derzeit von der Bundesnetzagentur angeschrieben, um sie zu registrieren und damit die Bundesnetzagentur insbesondere in der Entscheidung \u00fcber erforderliche Versorgungsreduktionen zu unterst\u00fctzen. Deutlich wurde in der Diskussion: Anders als in der Pandemie gibt es hier keine Unterscheidung nach \u201esystemrelevanten\u201c Unternehmen. So oder so gelte bei einer Gasmangellage: Abschalten ist das letzte Mittel. H\u00e4ufig k\u00f6nne die Gasmenge mit Augenma\u00df reduziert werden, ohne dass es zu einem Schaden komme. Denkbar sei auch, dass in einem Betrieb andere, weniger wichtige Gasnutzungen zur\u00fcckgefahren werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eJedes Unternehmen kann einen Beitrag leisten, die Versorgung von gesch\u00fctzten und nicht-gesch\u00fctzten Verbrauchern in der Notfallstufe so lange wie m\u00f6glich aufrecht zu erhalten, indem es \u2013 wo immer m\u00f6glich \u2013 Gas einspart. Damit schaffen wir die beste Ausgangslage f\u00fcr den Fall der F\u00e4lle, von dem wir nicht hoffen, dass er eintritt\u201c, so Thomas Mehrer.<\/p>\n<p>Text: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gas-Lieferstopps von Russland nach Polen und Bulgarien haben gezeigt, wie unberechenbar die Versorgung Europas infolge des Krieges in der Ukraine geworden ist. 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