{"id":28270,"date":"2022-04-22T15:31:40","date_gmt":"2022-04-22T13:31:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=28270"},"modified":"2022-04-22T15:32:39","modified_gmt":"2022-04-22T13:32:39","slug":"grossflaechige-auswirkungen-der-a45-sperrung-wirtschaft-und-gewerkschaften-zeigen-wie-betriebe-betroffen-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/grossflaechige-auswirkungen-der-a45-sperrung-wirtschaft-und-gewerkschaften-zeigen-wie-betriebe-betroffen-sind\/","title":{"rendered":"Gro\u00dffl\u00e4chige Auswirkungen der A45-Sperrung: Wirtschaft und Gewerkschaften zeigen, wie Betriebe betroffen sind"},"content":{"rendered":"<p>Die wirtschaftlichen Folgen der Autobahnsperrung gehen weit \u00fcber den Raum L\u00fcdenscheid hinaus und betreffen auch Betriebe in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe massiv. Das zeigt eine Zusammenstellung von 54 Unternehmensbeispielen der IHK Siegen, die Vertreter der Kammer, der Arbeitgeberverb\u00e4nde, des Handwerks und der Gewerkschaften gemeinsam \u00f6ffentlich vorstellten. \u201eDie Auswirkungen sp\u00fcren gro\u00dfe wie auch kleine Unternehmen, die Industrie ebenso wie Dienstleister und das Handwerk, die Gesch\u00e4ftsleitungen ebenso wie die Belegschaften\u201c, bilanziert IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener. Die gesamte Region drohe vor diesem Hintergrund in den kommenden Jahren an Wettbewerbsf\u00e4higkeit einzub\u00fc\u00dfen. Deshalb gelte es, schleunigst daf\u00fcr zu sorgen, sie im Gegenzug voranzubringen und, wo notwendig, Unterst\u00fctzung einzufordern.<\/p>\n<p>Dies soll in den kommenden Wochen in einem gemeinsamen Prozess mit Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung geschehen. Die Themen reichen von der Bildungs- und Forschungslandschaft sowie klimaschonender Mobilit\u00e4t \u00fcber digitale Chancen, strukturpolitische Verbesserungen und die Fachkr\u00e4ftegewinnung bis hin zu energiepolitischen Impulsen. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDie gewonnenen Erkenntnisse werden f\u00fcr die Region selbst eine wertvolle Orientierung sein und sollen verdeutlichen, welche Unterst\u00fctzung aus Sicht der Wirtschaft sinnvoll und erforderlich w\u00e4re.\u201c<\/p>\n<p><strong>Gewinnung von Fachkr\u00e4ften und Auszubildenden erschwert<\/strong><\/p>\n<p>In kompromissloser Klarheit zeigen die Beispiele aus den Unternehmen, dass unmittelbarer Handlungsbedarf besteht, soll die Wirtschaftskraft erhalten bleiben. In einigen Feldern wird das Ausma\u00df der Auswirkungen erst nach und nach erkennbar. Beispiel: Fachkr\u00e4ftegewinnung. \u201eEtliche Pendler aus dem Raum Hagen oder weiter n\u00f6rdlich nutzen regelm\u00e4\u00dfig die A45, um zum Betrieb zu kommen. F\u00fcr sie entwickelt sich der Weg zur Arbeit zur Zumutung, zumal es ohnehin schon viele Baustellen auf der Strecke gibt. Vielen nutzen jetzt die Bahn, aber nicht immer ist dies gut m\u00f6glich\u201c, erl\u00e4utert Ingo Degenhardt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der DGB-Region S\u00fcdwestfalen. Der in vielen Branchen bestehende Fachkr\u00e4ftemangel werde sich noch einmal deutlich versch\u00e4rfen. So rechnet Walter Viegener (Viega Holding GmbH &amp; Co. KG) in Folge der Sperrung mit einer steigenden Personalfluktuation. Niemand aus dem bisherigen relevanten Einzugsgebiet werde unter diesen Rahmenbedingungen eine Stelle auf der anderen Seite der Talbr\u00fccke Rahmede antreten, zeigt sich Teresa Mason-Hermann (KRAH Elektronische Bauelemente GmbH) \u00fcberzeugt. Die Region oberhalb von L\u00fcdenscheid falle f\u00fcr die kommenden Jahre als Recruiting-Bereich vollst\u00e4ndig weg, best\u00e4tigt auch Andrea Schell (Schell GmbH &amp; Co. KG).<\/p>\n<p>\u201eEin \u00e4hnliches Bild zeigt sich bei den Auszubildenden\u201c, unterstreicht Andr\u00e9 Arenz. \u201eDer eine oder andere, der in Hagen oder Dortmund zweimal in der Woche in die Berufsschule muss, wird sich \u00fcberlegen, ob und wie lange er sich das antut. Das ist bitter, zumal wir uns gerade jetzt dringend mehr Auszubildende w\u00fcnschen!\u201c Der 1. Bevollm\u00e4chtigte der IG Metall Olpe sieht hier das Land gefordert, in jedem Fall eine Beschulung in den Berufskollegs vor Ort oder aber Blockunterricht zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><strong>Transportkosten explodiert, Lieferketten gest\u00f6rt<\/strong><\/p>\n<p>Schon kurze Zeit nach der Sperrung der Talbr\u00fccke Rahmende im Dezember 2021 schnellten die Transportkosten in die H\u00f6he. Wie dramatisch dies ausfallen kann, zeigt das Beispiel der R\u00f6pa R\u00f6mer Metallbau GmbH. Das Drolshagener Unternehmen ist h\u00e4ufig auf Gro\u00dfraumtransporte angewiesen. \u201eDie Auslieferung von acht Containereinheiten nach Dortmund musste umgeplant werden. Es bedurfte neuer Transportgenehmigungen. Anstatt f\u00fcnf mussten nunmehr neun Lkw eingesetzt werden. F\u00fcr neun Fahrten verl\u00e4ngerte sich die Route von 70 auf 160 Kilometer. Die Transport- und Nebenkosten haben sich mehr als verdoppelt\u201c, erkl\u00e4rt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Volker R\u00f6mer.<\/p>\n<p>Massiv betroffen ist auch die Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH &amp; Co. KG. F\u00fcr die gesamte Lieferkette hat das Unternehmen einen Schaden von 4 Mio. \u20ac j\u00e4hrlich berechnet. \u201eWir selbst m\u00fcssen von diesen Mehrkosten bis zu 3 Mio. \u20ac j\u00e4hrlich tragen, da unsere Kunden aufgrund der harten Wettbewerbssituation nicht in der Lage sind, diese Mehrkosten zu verkraften\u201c, betont Michael Kr\u00f6hl, Leiter der Krombacher-Logistik. Bereits wenige Tage nach der Sperrung habe das Unternehmen Kontakt zur DB Cargo und zur Kreisbahn Siegen-Wittgenstein aufgenommen, um ein alternatives Verkehrskonzept aufzubauen.<\/p>\n<p>Zahlreiche Unternehmen k\u00e4mpften mit Kostensteigerungen durch l\u00e4ngere Fahrtstrecken und durch den zus\u00e4tzlichen Einsatz von Personal und Fahrzeugen, verdeutlicht IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Hans-Peter Langer. \u201eSie stehen zum Teil in einem harten Wettbewerb. Deutliche Preisspr\u00fcnge drohen damit zu dauerhaften Auftragsverlusten zu f\u00fchren.\u201c Daneben s\u00e4hen sich Betriebe Lieferproblemen ausgesetzt. \u201eWir werden im t\u00e4glichen Ablauf immer wieder damit konfrontiert, dass unsere Logistikabl\u00e4ufe gest\u00f6rt werden, da die Ver- und Entsorgung unseres Werkes aufgrund versp\u00e4tet oder \u00fcberhaupt nicht eintreffender Lkw nicht planm\u00e4\u00dfig funktioniert\u201c, erl\u00e4utert etwa Harald Rackel (Fritz Sch\u00e4fer GmbH). Die Versorgungsengp\u00e4sse f\u00fchrten zu St\u00f6rungen in den Produktionsabl\u00e4ufen und h\u00f6heren Kosten.<\/p>\n<p>Stefan Simon, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-S\u00fcd, sieht auch das heimische Handwerk zum Teil erheblichen Auswirkungen der Br\u00fcckensperrung ausgesetzt: \u201eKundenbesuche \u00fcber den gesperrten Abschnitt hinaus sind nun deutlich erschwert, zeitkritische Reparatur- und Wartungsarbeiten f\u00fcr gewerbliche wie f\u00fcr private Kunden werden verz\u00f6gert, Wege- und Transportzeiten zu \u00fcberregionalen Baustellen sind kaum noch zu berechnen. Handwerksbetriebe sind auf eine funktionsf\u00e4hige Verkehrsinfrastruktur angewiesen, da Dienstleistungen regelm\u00e4\u00dfig beim Kunden vor Ort erbracht werden.\u201c Auch sie hofften auf einen deutlich beschleunigten Neubau der Br\u00fccke.<\/p>\n<p>Text: Gemeinsame Pressemitteilung von DGB, IG Metall, ver.di, Kreishandwerkerschaft, Arbeitgeberverb\u00e4nden und IHK; Foto: IHK Siegen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die wirtschaftlichen Folgen der Autobahnsperrung gehen weit \u00fcber den Raum L\u00fcdenscheid hinaus und betreffen auch Betriebe in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe massiv. 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