{"id":2825,"date":"2015-10-06T14:54:37","date_gmt":"2015-10-06T12:54:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=2825"},"modified":"2015-10-06T15:03:27","modified_gmt":"2015-10-06T13:03:27","slug":"unternehmen-zur-integration-ueber-ausbildung-und-beruf-bereit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/unternehmen-zur-integration-ueber-ausbildung-und-beruf-bereit\/","title":{"rendered":"Unternehmen zur Integration bereit"},"content":{"rendered":"<p>78 Prozent der Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe sind grunds\u00e4tzlich dazu bereit, Fl\u00fcchtlingen Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten zu bieten. 51 Prozent der Firmen sehen Chancen in einer regul\u00e4ren Besch\u00e4ftigung f\u00fcr diese Personengruppe. 40 Prozent k\u00f6nnen sich vorstellen, betriebliche Lehrstellen mit Fl\u00fcchtlingen zu besetzen, knapp 38 Prozent w\u00fcrden zun\u00e4chst Praktikapl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung stellen. Dies sind die Ergebnisse einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) zum Thema \u201eFl\u00fcchtlinge\u201c, an der sich insgesamt 225 Unternehmen aus Siegen-Wittgenstein und OIpe beteiligten.<\/p>\n<p>\u201eDie zu uns kommenden Menschen sind in den allermeisten Unternehmen willkommen, wenn sie dort Ausbildung oder Besch\u00e4ftigung nachfragen wollen. Das ist die Botschaft der Wirtschaft, die damit auch ein starkes gesellschaftspolitisches Signal sendet. Es gibt schlie\u00dflich keine bessere Integration als diejenige \u00fcber den Beruf\u201c. Mit diesen Worten kommentierte IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener das eindeutige Votum der regionalen Unternehmen. Er pl\u00e4dierte zugleich daf\u00fcr, neben den unbestreitbar gegebenen Schwierigkeiten st\u00e4rker die Chancen in den Blick zu nehmen, die sich durch den Zuzug von Menschen aus anderen Staaten ergeben k\u00f6nnten. Erst k\u00fcrzlich habe die von der Sparkasse Siegen und der Universit\u00e4t vorgestellte Demorec-Studie herausgearbeitet, dass binnen weniger Jahre mehrere zehntausend Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse in Siegen-Wittgenstein und Olpe wegbrechen w\u00fcrden. \u201eTeile unserer Gesellschaft betrachten die Zuwanderung ausschlie\u00dflich als Problem, obwohl die zu uns kommenden Menschen gerade vor diesem Hintergrund Teil einer Probleml\u00f6sung sein k\u00f6nnen. Dies muss in der gesellschaftspolitischen Debatte deutlicher werden\u201c, betonte der IHK-Chef.<\/p>\n<p>Betriebliche Teilhabe setze allerdings die F\u00e4higkeit voraus, sich vern\u00fcnftig verst\u00e4ndigen zu k\u00f6nnen. Auch dies offenbarten die Ergebnisse der Umfrage. 69 Prozent der Betriebe setzen daher f\u00fcr eine Besch\u00e4ftigung oder eine Erstausbildung von Fl\u00fcchtlingen zumindest gute Kenntnisse der deutschen Sprache voraus. Lediglich 28 Prozent der befragten Unternehmen w\u00fcrden sich mit Grundkenntnissen zufrieden geben. In der Sprachf\u00f6rderung liegt daher nach Auffassung der Wirtschaft eine der wesentlichen integrationspolitischen Herausforderungen der kommenden Monate und Jahre. \u201eWer im Unternehmen nicht kommunizieren kann, wird auf Strecke weder dort sein Gl\u00fcck finden noch in unserer Gesellschaft wirklich Fu\u00df fassen. Hier muss deutlich mehr als bisher durch den Staat investiert werden\u201c, erg\u00e4nzte IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Fenster, der zugleich darauf hinwies, dass 85 Prozent der befragten Unternehmen Personen mit mittlerem Qualifikationsniveau bevorzugen w\u00fcrden. Diese Firmen setzten berufliche Kenntnisse f\u00fcr einen betrieblichen Einsatz voraus. Dies verdeutliche einmal mehr, wo die Unternehmen auf mittlere Sicht den wesentlichen Bedarf s\u00e4hen. 28 Prozent der Unternehmen gaben an, auf Personen mit akademischer Ausbildung zu setzen. Fast jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) sieht demgegen\u00fcber \u00fcberwiegend M\u00f6glichkeiten, Fl\u00fcchtlinge f\u00fcr Hilfst\u00e4tigkeiten einzusetzen.<\/p>\n<p>Dass von Fl\u00fcchtlingen nicht sofort eine Milderung der Fachkr\u00e4fteproblematik zu erwarten ist, machten die Unternehmen in der Umfrage ebenfalls deutlich. Sie erwarten in vielen F\u00e4llen Defizite bei den vorhandenen Qualifikationen, die behoben werden m\u00fcssten, um die \u00dcberg\u00e4nge in die betriebliche Wirklichkeit m\u00f6glichst bruchlos zu gestalten. 15 Prozent der befragten Unternehmen sehen denn auch in staatlich gew\u00e4hrten Lohnkostenzusch\u00fcssen die zwingende Voraussetzung f\u00fcr die Einstellung und 63 Prozent sagen, dass solche Zusch\u00fcsse zumindest die Bereitschaft zur Einstellung deutlich erh\u00f6hen w\u00fcrde. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eWir wissen, dass wir einen langen Atem ben\u00f6tigen. Die Arbeitslosigkeit d\u00fcrfte steigen und die Arbeitsmarktpolitik zugleich mehr Mittel ben\u00f6tigen. Wird dieses Geld jedoch sinnvoll eingesetzt, erschlie\u00dfen sich mittel- und langfristig erhebliche Chancen f\u00fcr Wirtschaft und Gesellschaft. Denn \u00fcberwiegend kommen j\u00fcngere Menschen zu uns. Gelingt es, diese jungen Menschen in unsere Gesellschaft hineinzuf\u00fchren, werden wir bereichert. Vielfalt hilft, sie schadet nicht.\u201c Die IHK jedenfalls verstehe die Umfrageergebnisse als eindeutigen Auftrag, die im engen Schulterschluss mit beiden Kreisen, den Gewerkschaften, dem Handwerk und der Agentur f\u00fcr Arbeit begonnenen Initiativen zur beruflichen Integration dieser Menschen konsequent fortzusetzen. Daf\u00fcr spreche auch, dass 71 Prozent der befragten Unternehmen angegeben h\u00e4tten, die IHK und ihr Berufsbildungszentrum k\u00f6nnten sie jederzeit auf die Bereitstellung von betrieblichen Praktika- oder Lehrstellen ansprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>78 Prozent der Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe sind grunds\u00e4tzlich dazu bereit, Fl\u00fcchtlingen Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten zu bieten. 51 Prozent der Firmen sehen Chancen in einer regul\u00e4ren&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2677,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-2825","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/wronline-header-unternehment.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2825","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2825"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2825\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2827,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2825\/revisions\/2827"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2677"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2825"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2825"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2825"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}