{"id":28174,"date":"2022-04-11T10:28:26","date_gmt":"2022-04-11T08:28:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=28174"},"modified":"2022-04-11T10:28:41","modified_gmt":"2022-04-11T08:28:41","slug":"kreisklinikum-siegen-eroeffnet-interdisziplinaeres-weaningzentrum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/kreisklinikum-siegen-eroeffnet-interdisziplinaeres-weaningzentrum\/","title":{"rendered":"Kreisklinikum Siegen er\u00f6ffnet interdisziplin\u00e4res Weaningzentrum"},"content":{"rendered":"<p>Waren Patienten lange Zeit einer k\u00fcnstlichen Beatmung ausgesetzt, ist eine Entw\u00f6hnung (englisch \u201eWeaning\u201c) oft schwierig. Um hier Hilfe zu leisten und Betroffenen wieder das selbstst\u00e4ndige Atmen zu erm\u00f6glichen, hat das Kreisklinikum Siegen nun sein medizinisches Spektrum erweitert und ein interdisziplin\u00e4res Weaningzentrum mit sechs Betten er\u00f6ffnet. Qualifizierte Fachkr\u00e4fte verschiedenster Berufsgruppen arbeiten hier Hand in Hand zusammen, um den Patienten wieder zu einer verbesserten Lebensqualit\u00e4t zu verhelfen.<\/p>\n<p>\u201eDa in unserer Region bisher noch keine Weaningstation vorhanden war, freue ich mich sehr, dass das Kreisklinikum Siegen nun mit diesem wichtigen Angebot eine Versorgungsl\u00fccke schlie\u00dft\u201c, erkl\u00e4rt Landrat Andreas M\u00fcller, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Kreisklinikums Siegen. Die Zahl an langzeitbeatmeten Patienten, beispielsweise nach komplexen Operationen steige aufgrund gro\u00dfer Fortschritte in der Beatmungsmedizin stetig an und entsprechend gewinne auch die Entw\u00f6hnung von der mechanischen Beatmung zuk\u00fcnftig weiter an Bedeutung, so M\u00fcller. Man sei daher sehr froh, nun wohnortnah ein entsprechendes spezialisiertes Zentrum zu haben.<\/p>\n<p>Auch Prof. Dr. Martin Zoremba, Chefarzt der Klinik f\u00fcr An\u00e4sthesie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Notfallmedizin und Dr. J\u00f6rg Hinrichs, Chefarzt der Klinik f\u00fcr Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, freuen sich, nun gemeinsam mit einem hochprofessionellen Team aus \u00c4rzten, Intensivpflegekr\u00e4ften, speziell ausgebildeten Weaningpflegekr\u00e4ften, Sozialdienstmitarbeitern, Logop\u00e4den sowie Therapeuten ihren Patienten zur\u00fcck ins Leben verhelfen zu k\u00f6nnen. \u201eIn etwa zwei Drittel aller F\u00e4lle ist eine Entw\u00f6hnung von der maschinellen Beatmung m\u00f6glich und wird durch eine stufenweise Reduzierung der Zeit am Beatmungsger\u00e4t erreicht\u201c, erkl\u00e4ren die beiden Chef\u00e4rzte. Die Dauer des Prozesses liege hierbei in der Regel zwischen 40 und 50 Prozent der Gesamtbeatmungszeit. \u201eDas Ziel ist im Optimalfall eine vollst\u00e4ndige Entw\u00f6hnung\u201c, erg\u00e4nzt Ober\u00e4rztin Dr. Anja Frevel, Medizinische Leitung des Weaningzentrums und Leiterin der Interdisziplin\u00e4ren Intensivstation.<\/p>\n<p>Damit noch mehr Patienten von der Behandlung profitieren k\u00f6nnen, werden f\u00fcr Dialysepatienten einige der Weaningpl\u00e4tze zudem mit einem Dialyseanschluss versehen. Die Behandlung kann au\u00dferdem weitere Ma\u00dfnahmen, wie eine sogenannte Trachealkan\u00fcle oder Inhalationen beinhalten, die das Atmen erleichtern und auch die Wiedergewinnung der Mobilit\u00e4t ist ein wichtiger Baustein im Weaningprozess. Im Rahmen der Entw\u00f6hnung stehen den Patienten Atem-, Ergo- und Physiotherapeuten sowie Logop\u00e4den zur Seite und entwickeln gemeinsam eine individuelle therapeutische Behandlung. Da hinter den Patienten und deren Angeh\u00f6rigen oftmals bereits ein langer, anstrengender Weg liegt und es bei Betroffenen nicht selten zu \u00c4ngsten und depressiven Symptomen kommt, ist zudem eine entsprechende psychologische Betreuung im Behandlungsprozess des Weanings sichergestellt.<\/p>\n<p>Im Anschluss an eine erfolgreich Entw\u00f6hnung vom Beatmungsger\u00e4t wird der Patient durch den Sozialdienst des Kreisklinikums und in Absprache mit allen am Behandlungsprozess Beteiligten, in eine Fr\u00fchrehama\u00dfnahme \u00fcbergeleitet. \u201eSomit sorgen wir fr\u00fchestm\u00f6glich daf\u00fcr, dass das Potenzial zur Wiedererlangung der Selbstst\u00e4ndigkeit und die Vermeidung von Pflegebed\u00fcrftigkeit sichergestellt werden kann\u201c, erkl\u00e4rt Sonja Bieniarz, Leiterin Entlassmanagement. Trotz aller Bem\u00fchungen gibt es dennoch Patienten, deren Atmungsfunktion nicht vollst\u00e4ndig wiederhergestellt werden kann. In diesem Fall k\u00fcmmert sich der Sozialdienstes, je nach klinischem Verlauf ebenso, um eine \u00dcbergabe in eine Intensiv-WG bzw. in eine spezialisierte Langzeit-Pflegeeinrichtung oder es wird eine gute Versorgung im h\u00e4uslichen Umfeld organisiert. Damit steht das gesamte interdisziplin\u00e4re Team den Patienten und Angeh\u00f6rigen in jeder Situation unterst\u00fctzend zur Seite.<\/p>\n<p>Text und Foto:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kreisklinikum-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kreisklinikum Siegen GmbH<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Waren Patienten lange Zeit einer k\u00fcnstlichen Beatmung ausgesetzt, ist eine Entw\u00f6hnung (englisch \u201eWeaning\u201c) oft schwierig. 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