{"id":28128,"date":"2022-04-06T09:36:35","date_gmt":"2022-04-06T07:36:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=28128"},"modified":"2023-06-27T16:24:14","modified_gmt":"2023-06-27T14:24:14","slug":"wieder-fit-mit-digitaler-unterstuetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wieder-fit-mit-digitaler-unterstuetzung\/","title":{"rendered":"Wieder fit mit digitaler Unterst\u00fctzung"},"content":{"rendered":"<p>Wie k\u00f6nnen Therapieerfolge aus der Reha mit Hilfe moderner Technologien langfristig gesichert werden? Das erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Lebenswissenschaftlichen Fakult\u00e4t (LWF) der Uni Siegen seit Beginn des Jahres in zwei Forschungsprojekten zur \u201eTele-Rehabilitation\u201c.<\/p>\n<p>Ob nach einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder einem schweren Unfall \u2013 h\u00e4ufig ben\u00f6tigen Betroffene eine medizinische Reha, um wieder fit zu werden und ins soziale und berufliche Leben zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen. Eine besondere Herausforderung: Die in der Klinik erlernten physischen und psychischen \u00dcbungen anschlie\u00dfend in den eigenen Alltag zu integrieren. Denn nur so l\u00e4sst sich der Therapieerfolg auch langfristig sichern. Unterst\u00fctzen k\u00f6nnen dabei digitale Nachsorge-Angebote, bei denen Patientinnen und Patienten sowie Therapeutinnen und Therapeuten \u00fcber Smartphones, Tablets oder in der virtuellen Realit\u00e4t miteinander verbunden sind. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Lebenswissenschaftlichen Fakult\u00e4t (LWF) der Universit\u00e4t Siegen untersuchen seit Beginn des Jahres in zwei Forschungsprojekten, unter welchen Bedingungen Angebote der Tele-Rehabilitation gelingen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eDie Corona-Pandemie hat Reha-Einrichtungen sowie Patientinnen und Patienten vor besondere Schwierigkeiten gestellt. Ambulante Termine waren zeitweise nicht m\u00f6glich, gleichzeitig sollte nat\u00fcrlich eine kontinuierliche Versorgung gesichert werden \u2013 auch im Anschluss an eine station\u00e4re Reha. Die Tele-Rehabilitation ist vor diesem Hintergrund eine interessante Alternative\u201c, sagt Projektleiter Prof. Dr. Christoph Dockweiler, der an der Uni Siegen die Professur f\u00fcr \u201eDigital Public Health\u201c innehat. Bei der Tele-Reha und Tele-Reha-Nachsorge wird den Patientinnen und Patienten ein individuelles, digitales Programm zusammengestellt. Konkrete \u00dcbungen, beispielsweise zur Stressreduktion oder zur besseren Beweglichkeit, werden durch Videos oder virtuelle Avatare angeleitet und k\u00f6nnen selbstst\u00e4ndig durchgef\u00fchrt werden. Mithilfe von k\u00fcnstlicher Intelligenz l\u00e4sst sich die korrekte Umsetzung pr\u00fcfen. Bei Bedarf kann sich auch eine Therapeutin oder ein Therapeut zuschalten \u2013 etwa im Rahmen einer Videosprechstunde.<\/p>\n<p>\u201eErste Studien zeigen, dass Tele-Rehabilitation \u00e4hnlich wirksam sein kann, wie Angebote vor Ort. Allerdings h\u00e4ngt der Erfolg stark davon ab, dass die Technik von den Nutzerinnen und Nutzern auch akzeptiert wird\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dockweiler. \u201eUnsere Forschungsprojekte zielen deshalb besonders darauf ab, die Nutzerinnen- und Nutzerorientierung im Bereich der Tele-Reha zu st\u00e4rken.\u201c In dem im Januar an der LWF gestarteten Forschungsprojekt zur Akzeptanz und Nutzung von digitalen Rehabilitationsangeboten f\u00fchren die Siegener Wissenschaftlerinnen und Wissenschafler gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Uni Bielefeld zun\u00e4chst eine bundesweite Bestandsaufnahme durch: Welche digital unterst\u00fctzten Angebote gibt es in der Rehabilitation bereits? Und wie m\u00fcssen sich die Reha-Einrichtungen intern aufstellen, um Tele-Reha anbieten zu k\u00f6nnen \u2013 welche Ressourcen m\u00fcssen hierf\u00fcr zu Verf\u00fcgung gestellt werden, inwiefern ver\u00e4ndern sich Arbeitsprozesse?<\/p>\n<p>In einem zweiten Schritt geht es dann um die pers\u00f6nliche Perspektive der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden: In qualitativen Einzelinterviews fragen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, unter welchen Voraussetzungen die Menschen Angebote zur Tele-Rehabilitation akzeptieren. \u201eDabei spielen viele Faktoren eine Rolle. Zum einen nat\u00fcrlich, welche Erfahrungen die Menschen bereits gemacht haben und wie sicher sie sich im Umgang mit digitaler Technik f\u00fchlen. Aber zum Beispiel auch, wie die eigene Familie oder Bekannte zu dem Thema stehen. Hinzu kommen praktische Fragen, etwa zum Datenschutz\u201c, erl\u00e4utert Prof. Dockweiler. Im Rahmen einer \u201eZukunftswerkstatt\u201c m\u00f6chten er und sein Team anschlie\u00dfend Vertreterinnen und Vertreter verschiedener therapeutischer Berufe sowie\u00a0 Rehabilitandinnen und Rehabilitanden zusammenbringen, um die Ergebnisse gemeinsam zu diskutieren. Am Ende des Projektes soll den Einrichtungen ein konkreter Leitfaden zur Verf\u00fcgung stehen, der aufzeigt, wie Tele-Reha-Angebote im Versorgungsalltag umgesetzt werden k\u00f6nnen und wie die Akzeptanz solcher Programme gesteigert werden kann.<\/p>\n<p>Das zweite Forschungsprojekt \u201eTelReKo\u201c, das im Februar gestartet ist, schlie\u00dft sich unmittelbar an das Forschungsprojekt zur Akzeptanz und Nutzung von digitalen Rehabilitationsangeboten an: Im Mittelpunkt stehen dabei die digitalen Kompetenzen der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden sowie Therapeutinnen und Therapeuten von Tele-Reha-Nachsorge- Angeboten. \u201eAuch hier arbeiten wir wieder eng mit den Menschen zusammen, um herauszufinden, welche digitalen F\u00e4higkeiten sie bereits mitbringen, welche Probleme sie im Umgang mit den Programmen haben \u2013 und wie wir durch gezielten Kompetenzaufbau gegensteuern k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dockweiler. Gleichzeitig m\u00f6chte das Team bereits vorhandene Schulungsangebote erfassen, um diese mit den ermittelten Bedarfen abzugleichen. Auf dieser Grundlage sollen Handlungsempfehlungen zu einer praxisnahen Gestaltung von Schulungsangeboten formuliert werden: Was fehlt noch, um Rehabilitandinnen, Rehabilitanden sowie Therapeutinnen und Therapeuten f\u00fcr die Tele-Rehabilitation fit zu machen?<\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt zur Akzeptanz und Nutzung von digitalen Rehabilitationsangeboten ist Anfang 2022 an der LWF gestartet und wird von der Deutschen Rentenversicherung f\u00fcr 30 Monate mit insgesamt rund 270.000 Euro gef\u00f6rdert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universit\u00e4t Siegen arbeiten dabei mit Kolleginnen und Kollegen der Universit\u00e4t Bielefeld zusammen.<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt \u201eTelReKo\u201c ist im Februar 2022 an der LWF gestartet und hat eine Laufzeit von 24 Monaten. Es wird von der Gesellschaft f\u00fcr Rehabilitationswissenschaften NRW und den Deutschen Rentenversicherungen Westfalen und Rheinland mit rund 180.000 Euro gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Text und Foto:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Uni Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie k\u00f6nnen Therapieerfolge aus der Reha mit Hilfe moderner Technologien langfristig gesichert werden? 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