{"id":28094,"date":"2022-04-04T11:23:39","date_gmt":"2022-04-04T09:23:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=28094"},"modified":"2022-04-04T11:24:12","modified_gmt":"2022-04-04T09:24:12","slug":"campus-buschhuetten-reallabor-und-realwerkstatt-fuer-die-region-eroeffnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/campus-buschhuetten-reallabor-und-realwerkstatt-fuer-die-region-eroeffnet\/","title":{"rendered":"Campus Buschh\u00fctten: Reallabor und Realwerkstatt f\u00fcr die Region er\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<p>,Kairos\u2018 ist der g\u00fcnstige Moment, in dem die Zuf\u00e4lle der Gegenwart die Pl\u00e4ne der Vergangenheit im Hinblick auf eine beabsichtigte Zukunft unterst\u00fctzen. Zur Vergangenheit geh\u00f6rt die 120 Jahre alte Produktionshalle des Familienunternehmens Achenbach Buschh\u00fctten, das in diesem Jahre 570 Jahre alt wird. Mitten in Buschh\u00fctten gelegen wartete sie seit 1987 auf eine neue Verwendung, dem Jahr, in dem Achenbach die Gie\u00dferei schloss, um sich voll auf den Maschinen- und Anlagenbau zu konzentrieren, der es in den folgenden Jahren zur Weltmarktf\u00fchrerschaft gebracht hat. Dipl.-Ing. ETH Axel E. Barten, von 1980 bis Ende 2019 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter bei Achenbach Buschh\u00fctten, hat es dabei nie aus den Augen verloren, die alten Gie\u00dfereihallen mitten in Buschh\u00fctten bei passender Gelegenheit einer neuen und sinnvollen Verwendung zuzuf\u00fchren. Dass dies etwas mit Maschinenbau und Digitaler Transformation zu tun haben und dass die Universit\u00e4t Siegen dabei eine zentrale Rolle spielen und dass dies gut f\u00fcr die Region sein sollte, wei\u00df jeder, der Axel Barten ein wenig kennt. Zum g\u00fcnstigen Moment in Raum und Zeit geh\u00f6rte zudem die Bekanntschaft mit Prof. Dr.-Ing. G\u00fcnter Schuh, Direktor des WZL (Werkzeugmaschinenlabors) der RWTH Aachen, der bereits sehr erfolgreich die DFA Demonstrationsfabrik Aachen mit Fokus Automotive betrieb. Er erkl\u00e4rte sich bereit, den Aufbau der SDFS (Smarten Demonstrationsfabrik Siegen) mit Fokus Maschinen- und Anlagenbau in Buschh\u00fctten zu unterst\u00fctzen. Prof. Dr.-Ing. Peter Burggr\u00e4f, der von der RWTH Aachen an die Universit\u00e4t Siegen gewechselt hatte, wurde im Februar 2017 Mitgr\u00fcnder der SDFS. An der RWTH Aachen hatte er zuvor bereits \u00fcberzeugt in vielen unternehmerischen Projekten wie bspw. dem Aufbau der Streetscooter GmbH und der StreetScooter Research GmbH mit inzwischen \u00fcber 50 Mitarbeitern.<\/p>\n<div id=\"attachment_28100\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Campus-Buschhuetten_20220401_112525_WEB.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-28100\" class=\"wp-image-28100 size-medium\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Campus-Buschhuetten_20220401_112525_WEB-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Campus-Buschhuetten_20220401_112525_WEB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Campus-Buschhuetten_20220401_112525_WEB-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Campus-Buschhuetten_20220401_112525_WEB.jpg 777w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-28100\" class=\"wp-caption-text\">Netzwerken bei der feierlichen Er\u00f6ffnungsfeier des Campus Buschh\u00fctten<\/p><\/div>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist auch mit Blick auf die Freiheit von Forschung und Lehre das Vorschussvertrauen seitens des Rektorats der Universit\u00e4t Siegen hervorzuheben, das man dem ambitionierten Unternehmer und passionierten Ingenieur Axel Barten entgegenbrachte, indem man eine langfristige Zusammenarbeit vereinbarte. Daneben lag Axel Barten die zukunftsgerichtete Weiterentwicklung der gewerblichen Ausbildung sehr am Herzen, die bei Achenbach Buschh\u00fctten bereits seit mehr als 100 Jahren geleistet wird. Diese sollte, so der Plan, ebenfalls in die Entwicklung eines neuartigen Konzepts namens Campus Buschh\u00fctten einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die vision\u00e4re Idee dazu kleidete man zum Projektauftakt 2019 in folgende Story: \u201eUniversit\u00e4t und Industrieunternehmen treffen im Campus Buschh\u00fctten zusammen. Sie wachsen an gemeinsamen Erkenntnissen, die die Digitale Transformation in der Produktionstechnik in den Fokus nehmen und sowohl f\u00fcr die Weiterentwicklung der Wissenschaft als auch f\u00fcr unternehmerische Produktinnovationen zukunftsweisend sind. Verschiedene Partner aus technischen Universit\u00e4ten und regionalen Industrieunternehmen entwickeln und testen neue Produktionstechnologien unter einem Dach und nutzen diese f\u00fcr die Herstellung von realen Produkten. Damit entsteht ein ideales Umfeld f\u00fcr die moderne Aus- und Weiterbildung der Fachkr\u00e4fte von morgen. Neue Lern- und Arbeitsbeziehungen entstehen, inspirieren die Ideenfindung, erschlie\u00dfen bisher ungeahnte L\u00f6sungswege und unterst\u00fctzen sowohl die eigene Profilierung als auch die Entwicklung gemeinsamer spannender Projekte einer zukunftsweisenden Produktionstechnik.\u201c<\/p>\n<p>Als Leitbild f\u00fcr den Campus Buschh\u00fctten wurde definiert: Wir produzieren. Zukunft. Denn im Campus Buschh\u00fctten wird im weitesten Sinne etwas produziert, das in die Zukunft weist, indem es einen Beitrag leistet, eine gute Zukunft zu gestalten, auf individueller, auf unternehmerischer bzw. universit\u00e4rer Ebene und damit auch f\u00fcr die Region: Reale, d.h. wertsch\u00f6pfende Produktion von real eingesetzten Teilen, gut ausgebildete Fachkr\u00e4fte, wissenschaftliche Erkenntnisse oder neuartige Produktionsprozesse und -verfahren. Das Leitbild des Campus Buschh\u00fctten soll Kr\u00e4fte, Ideen und Identifikation b\u00fcndeln und helfen, das anspruchsvolle Gesamtkonzept des Campus Buschh\u00fctten in seinem Ausbau stets gut im Auge zu behalten.<\/p>\n<p>Die operative Umsetzung folgt einem Centerkonzept: Vier Center aus zwei Firmen und zwei Universit\u00e4ten mit ausgew\u00e4hlten technischen Lehrst\u00fchlen bilden das Grundger\u00fcst f\u00fcr Forschung, Transfer, Demonstration, Produktion, akademische Lehre und Fortbildung sowie die gewerbliche Aus- und Weiterbildung mit Fokus auf den Megatrend der digitalen Transformation in der Produktion. Der Campus Buschh\u00fctten ist damit \u201aReallabor\u2018 und \u201aRealwerkstatt\u2018 f\u00fcr die Region.<\/p>\n<p><strong>Der Campus Buschh\u00fctten als Reallabor<\/strong><\/p>\n<p>Der Begriff des Reallabors wendet sich an den akademischen Pfad im Campus Buschh\u00fctten mit folgendem Hintergrund: In vielen Disziplinen der Forschung sieht man in letzter Zeit zunehmend die Notwendigkeit, zu dem, was zuvor erforscht wurde, Realexperimente durchzuf\u00fchren, um in einem realen gesellschaftlichen Kontext \u00fcber die entsprechenden Prozesse dazuzulernen. Als Motive f\u00fcr diese Art des Denkens wird beispielsweise der Wunsch genannt, einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten sowie transdisziplin\u00e4r zusammenzuarbeiten. Vice versa sollen deshalb nicht zuletzt realweltliche Probleme Ausgangspunkt f\u00fcr die Forschung sein. Damit geht es also um Relevanz. Die N\u00e4he zum Leitbild der Universit\u00e4t Siegen ist offensichtlich: \u201aZukunft menschlich gestalten\u2018.<\/p>\n<ul>\n<li>SDFS Smarte Demonstrationsfabrik Siegen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die SDFS Smarte Demonstrationsfabrik Siegen GmbH ist ein reales, eigenst\u00e4ndiges Unternehmen, das wertsch\u00f6pfend t\u00e4tig ist. Sie ist das Herzst\u00fcck des Campus Buschh\u00fctten. Im Netzwerk mit den \u00fcbrigen drei Centern unter einem Dach geht es, mit Blick auf insbesondere regionale Industrieunternehmen, zum einen darum, die Mehrwerte der Digitalen Transformation der Produktion zu demonstrieren, K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) erlebbar zu machen und reale Produkte unter marktwirtschaftlichen Bedingungen in Richtung von Effizienz und Nachhaltigkeit wertsch\u00f6pfend herzustellen. Dabei liegt\u00a0der Fokus auf der Metallverarbeitung, die eine langj\u00e4hrige Historie in S\u00fcdwestfalen hat. Zum anderen verfolgt die SDFS das Ziel, sowohl die universit\u00e4re Forschung als auch die akademische Lehre zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Zu diesem Zweck werden im zentralen Hallenschiff des Campus Buschh\u00fctten derzeit gemeinsam mit Partnerunternehmen Produktionsmaschinen der prim\u00e4ren Fertigungstechnologien F\u00fcgetechnik, Umformtechnik, Mechanische Bearbeitung, Additive Fertigung f\u00fcr Metall und Logistik aufgebaut und um einen Digitalen Zwilling erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Das konkrete T\u00e4tigkeitsfeld der SDFS: Produktion verkaufsf\u00e4higer Teile in Einzel- und Kleinserienfertigung, Technologie-Showroom f\u00fcr die Produkte von Partnerunternehmen, Aufbau eines Digitalen Zwillings, Technologietransfer in Lehre und Weiterbildung sowie Unterst\u00fctzung von produzierenden Start-up-Unternehmen. Bis heute haben sich der SDFS rund 40 Partnerunternehmen sowie einige Start-ups angeschlossen.<\/p>\n<p>Begleitend gibt es Arbeitskreise wie ein Best Practice Zirkel Produktion oder der Innovation Circle Digitale Gesch\u00e4ftsmodelle, allesamt innerhalb k\u00fcrzester Zeit bereits fest etabliert.<\/p>\n<p>Das Leitbild des Campus Buschh\u00fctten als Dachmarke WIR PRODUZIEREN. ZUKUNFT. lautet auf Centerebene SDFS heruntergebrochen: NEW INDUSTRY. Wir packen an. Es bringt das auf den Punkt, was hier gemacht wird bzw. systematisch aufgebaut werden soll: wertsch\u00f6pfende Fertigung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>IPEM International Production and Engineering Management<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der erste und f\u00fcr die Region besonders bedeutende Forschungspartner ist die Universit\u00e4t Siegen mit dem Lehrstuhl IPEM International Production and Engineering Management, der seinen Sitz im Campus Buschh\u00fctten hat. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit ist der Lehrstuhl auf derzeit 12 wissenschaftliche Mitarbeiter und ca. 40 Masterstudenteninnen und Masterstudenten angewachsen.<\/p>\n<p>Zu den T\u00e4tigkeitsfeldern des IPEM z\u00e4hlen: Forschung in realer Produktionsumgebung, eigener Masterstudiengang f\u00fcr Internationales Produktionsmanagement, Partner regionaler Industrieunternehmen in Projekten der digitalen Transformation oder die Unterst\u00fctzung bei studentischen Gr\u00fcndungsvorhaben. Hinzukommen sowohl die Mitwirkung in den Wirtschaftsingenieurwissenschaften als auch in der Projektmanagementausbildung.<\/p>\n<p>Die Forschungsschwerpunkte des IPEM: Cyber Production Management Systems, datenbasierte Gesch\u00e4ftsmodelle im Maschinen- und Anlagenbau, Internet of Things und vernetzte Produktionsst\u00e4tten oder Nachhaltige Produktion. Zu diesen Schwerpunkten laufen derzeit neun Forschungsprojekte mit F\u00f6rderung durch EFRE, NRW, BMBF oder DFG.<\/p>\n<p>Das Leitbild des Campus Buschh\u00fctten als Dachmarke WIR PRODUZIEREN. ZUKUNFT. lautet auf Centerebene IPEM heruntergebrochen: INGENIEUR:IN 4.0. Talente f\u00fcr den Mittelstand. Das ehrgeizige Ziel des IPEM besteht darin, akademischer Leuchtturm f\u00fcr Produktionsforschung und \u2013lehre in enger Zusammenarbeit mit der Industrie zu werden.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>WZL\/ACAM Aachen Center for Additive Manufacturing<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der zweite Forschungspartner im Campus Buschh\u00fctten ist die RWTH Aachen, konkret das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen sowie das ACAM Aachen Center for Additive Manufacturing. Beide widmen sich am Campus Buschh\u00fctten dem innovativen Zukunftsthema Additive Fertigung f\u00fcr Metall. Dabei rechnet man fest mit einer intensiven Zusammenarbeit mit der metallverarbeitenden Industrie S\u00fcdwestfalens bzw. des Dreil\u00e4nderecks, da es sich um eine Schl\u00fcsseltechnologie zur Erhaltung der Technologief\u00fchrerschaft der metallverarbeitenden Industrie handelt.<\/p>\n<p>Die T\u00e4tigkeitsfelder des WZL\/ACAM im Campus Buschh\u00fctten: Ganzheitliche Applikationsentwicklung von Funktionsfl\u00e4chen zur Prozessadaption, Design for Additive Manufacturing als Leistungsoptimierung von Bauteilen, Technologiebewertung und \u2013auswahl entlang der gesamten Prozesskette, Entwicklung der additiven Prozesskette zur digitalen Durchg\u00e4ngigkeit und strategische Kompetenzentwicklung f\u00fcr Anwender und Zulieferer.<\/p>\n<p>Das Leitbild des Campus Buschh\u00fctten als Dachmarke WIR PRODUZIEREN. ZUKUNFT. lautet auf Centerebene WZL\/ACAM heruntergebrochen: ADDITIVE FERTIGUNG. Wir ebnen den Weg zur Applikation f\u00fcr Metall. In K\u00fcrze wird im Campus Buschh\u00fctten eine entsprechende Produktionsumgebung aufgebaut, sodass die innovative Arbeit in Buschh\u00fctten aufgenommen werden kann.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Der Campus Buschh\u00fctten als Realwerkstatt\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Begrifflich richtet sich der Terminus Realwerkstatt an den Pfad der gewerblichen Ausbildung im Campus Buschh\u00fctten. Zwar ist eine Werkstatt, hier eine Ausbildungswerkstatt, immer schon real gewesen. \u00dcber die sprachliche Parallele zum Reallabor hinaus soll der Zusatz \u201aReal\u2018 jedoch zum Ausdruck bringen, wie wichtig Nachhaltigkeit in der Ausbildung ist. Dazu geh\u00f6rt es beispielsweise auch, dass die Auszubildenden bereits w\u00e4hrend der Ausbildung wertsch\u00f6pfend t\u00e4tig sind und Teile produzieren, die nach strenger Qualit\u00e4tskontrolle in realen Maschinen zum Einsatz kommen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>SLB Smarte Lernfabrik Buschh\u00fctten und SLAB Smarte Lernfabrik Achenbach Buschh\u00fctten<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>In der Realwerkstatt des Campus Buschh\u00fctten findet die gewerbliche Ausbildung statt, und das ganz bewusst unter einem Dach mit dem Reallabor und ebenfalls mit allen Erfordernissen von Industrie 4.0. Die Ausbildung ist als SLB Smarte Lernfabrik Buschh\u00fctten gUG \u00fcberbetrieblich organisiert. Gr\u00f6\u00dfter industrieller Partner ist die Achenbach Buschh\u00fctten GmbH &amp; Co KG mit seiner SLAB Smarten Lernfabrik Achenbach Buschh\u00fctten; SLB und SLAB bilden gemeinsam ein Center im Campus Buschh\u00fctten.<\/p>\n<p>Das konkrete T\u00e4tigkeitsfeld von SLB und SLAB: Umsetzung eines zukunftsweisenden Ausbildungskonzepts unter Einbeziehung bzw. in Abstimmung mit IHK, bbz Siegen und Berufskolleg Technik, modularer Aufbau mit neuen und einzigartigen Ausbildungsmodulen, die erst durch das Netzwerk im Campus Buschh\u00fctten m\u00f6glich werden. Besonders diese sind auch f\u00fcr andere regionale metallverarbeitende Ausbildungsunternehmen zur Komplettierung ihres eigenen Programms von Bedeutung und bilden gleichzeitig interessante Weiterbildungsformate.<\/p>\n<p>Forschungspartner von SLB und SLAB ist ebenfalls die Universit\u00e4t Siegen mit dem Lehrstuhl ,Technikdidaktik am Berufskolleg\u2018, der f\u00fcr den Nachwuchs an Lehrern am Berufskolleg Technik sorgt. Dieser wurde 2013 unter Leitung von Prof. Dr. phil. Ralph Dreher als Stiftungslehrstuhl der Siegerl\u00e4nder Industrie eingerichtet, um \u00fcber ein neues Lehrkonzept der Verzahnung von Facharbeit und deren didaktischen Analyse den Mangel an hochwertig ausgebildeten Lehrkr\u00e4ften f\u00fcr die berufliche Bildung vor Ort zu reduzieren. Zwischenzeitlich haben sich daraus erfolgreiche Kooperationen mit regionalen Unternehmen mit Blick auf die digitalisierte Arbeitswelt entwickelt. Diese bilden die Grundlage sowohl f\u00fcr den nationalen und internationalen Wissenstransfer (u.a. im Rahmen von EU-Projekten) als auch f\u00fcr die Konzeptionsarbeit in SLB und SLAB. Als Ausbildungspartner kommt das Bildungswerk der Nordrhein-Westf\u00e4lischen Wirtschaft e.V. mit Weiterbildungsprogrammen zum Thema Industrie 4.0 hinzu.<\/p>\n<p>Das Leitbild des Campus Buschh\u00fctten als Dachmarke WIR PRODUZIEREN. ZUKUNFT. auf Centerebene von SLB und SLAB heruntergebrochen m\u00fcndet in zwei Leitbildern, die sich erg\u00e4nzen: Mit Fokus auf das \u00fcberbetriebliche Angebot, das die SLB, Smarte Lernfabrik Buschh\u00fctten, abdeckt, lautet das Centerleitbild: BERUFSBILDUNG NEU DENKEN. \u00dcberbetrieblich. Nachhaltig. Vernetzt. Mit Fokus auf die Ausbildung von Achenbach Buschh\u00fctten in der SLAB wurde das Leitbild zusammen mit allen rund 30 Auszubildenden wie folgt konkretisiert: BESSER QUALIFIZIERT IN DIE ZUKUNFT. Gemeinsam. Digital. Nachhaltig. Um besser qualifiziert in die Zukunft zu gehen, legt die zuk\u00fcnftige Generation an Facharbeitskr\u00e4ften Wert auf eine gute Gemeinschaft untereinander, aber auch mit den Ausbildern, und auch sie wissen, wie wichtig es ist, m\u00f6glichst fr\u00fch in die Welt der Industrie 4.0 einzutauchen und die modernen digitalen Werkzeuge kennen und einsetzen zu lernen. Aber es sind ihnen auch Nachhaltigkeitsaspekte wie Energie- und Ressourcenschonung wichtig, und sie m\u00f6chten beruflich etwas lernen und tun, was einer nachhaltigen Produktion dient und damit Sinn macht. So werden die Azubis von nun an noch st\u00e4rker als bisher schon in die Wertsch\u00f6pfung mit einbezogen und der Austausch zwischen angehenden Industriekaufleuten und Facharbeitern wird systematisch intensiviert. Die berufliche Bildung im Campus Buschh\u00fctten wird also nicht nur neu, sondern auch \u00fcberbetrieblich gedacht.<\/p>\n<p><strong>Zielgruppen und Ziele des Campus Buschh\u00fctten<\/strong><\/p>\n<p>Gesamthaft als Reallabor und Realwerkstatt wendet sich der Campus Buschh\u00fctten an folgende Zielgruppen: Industrieunternehmen, Universit\u00e4ten, Studierende ebenso wie Ausbildende in allen Phasen, und damit letztlich an die Region.<\/p>\n<p>Das Gesamtengagement des Campus Buschh\u00fctten verfolgt im Wesentlichen die folgenden Ziele:<\/p>\n<ul>\n<li>\u201aErlebbarmachen\u2018 von Digitaler Transformation bzw. K\u00fcnstlicher Intelligenz in realen, d.h. wertsch\u00f6pfenden Produktionsprozessen<\/li>\n<li>Aufzeigen des Nutzens der KI f\u00fcr die Nachhaltigkeit von Produktionsprozessen: Die KI ist so gesehen ein \u201aTool\u2018, um in der Produktion gleichzeitig \u00f6kologische und \u00f6konomische Ziele zu erreichen, um weiterhin Wettbewerbsf\u00e4higkeit im zumeist internationalen Kontext sicherzustellen und m\u00f6glichst auszubauen und damit nicht zuletzt f\u00fcr soziale Nachhaltigkeit zu sorgen.<\/li>\n<li>Abbau von Ber\u00fchrungs\u00e4ngsten mit KI auf allen Ebenen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit Fokus auf das Reallabor, das sich mit akademischem Anspruch konkret an Industrie und Universit\u00e4t richtet, sind es die folgenden Ziele:<\/p>\n<ul>\n<li>Lernen der Industrieunternehmen von der Wissenschaft in Bezug auf Relevanz und Potential der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse f\u00fcr die Praxis. Die Lernenden sind die SDFS, aber auch die SLB, und mit ihnen die Partnerunternehmen, die Start-ups und nat\u00fcrlich die Azubis, denn: \u201eNichts ist so praktisch wie eine gute Theorie!\u201c<\/li>\n<li>Lernen der Wissenschaft von der Praxis anhand real umgesetzter Wertsch\u00f6pfungsprozesse, insbesondere in der SDFS in Bezug auf Relevanz und Potential f\u00fcr die weitere Forschung und Lehre. Die Lernenden sind die involvierten Lehrst\u00fchle der genannten Universit\u00e4ten mit ihrem wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, denn: \u201eNirgends findet man so gute Ans\u00e4tze zur Theoriebildung wie in der Praxis!\u201c<\/li>\n<li>Erh\u00f6hung der Attraktivit\u00e4t des Ingenieur-Studiums an der Universit\u00e4t Siegen f\u00fcr potentielle Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Wissenschaft und Lehre<\/li>\n<\/ul>\n<p>Demgegen\u00fcber wendet sich die Realwerkstatt mit dem Anspruch einer wegweisenden gewerblichen technischen Ausbildung an folgende Zielgruppen: gewerblich-technische Auszubildende, an regionale Ausbildungsunternehmen, f\u00fcr die vor allem die Buchung einzelner, insbesondere neuartiger Ausbildungsmodule in den gewerblich-technischen Ausbildungsberufen von Interesse ist, die erst \u00fcber das Netzwerk im Campus Buschh\u00fctten m\u00f6glich werden. Diese bieten sich auch als gezielte Weiterbildung f\u00fcr gestandene Ausbilder oder gewerbliche Fachkr\u00e4fte an. Angehende Berufsschullehrer des Studiengangs ,Technikdidaktik am Berufskolleg\u2018 profitieren ebenfalls von den angebotenen Ausbildungsmodulen, indem sie ihre Praxis-Einheiten im Campus Buschh\u00fctten absolvieren.<\/p>\n<p>Mit Fokus auf die Realwerkstatt sind es damit die folgenden Ziele:<\/p>\n<ul>\n<li>Weiterentwicklung der gewerblich-technischen Ausbildungsg\u00e4nge in Richtung Industrie 4.0 mit neuen Ausbildungsmodulen<\/li>\n<li>Beachtung von Nachhaltigkeitsaspekten mit Stichworten wie Kreislaufwirtschaft und wertsch\u00f6pfende T\u00e4tigkeiten bereits w\u00e4hrend der Ausbildung (gelehrt, beachtet und gelebt)<\/li>\n<li>\u00dcberbetriebliche modulare Angebote an Aus- und Weiterbildung insbesondere in Bezug auf die zus\u00e4tzlichen Ausbildungsmodule von hohem Zusatznutzen<\/li>\n<li>Erh\u00f6hung der Attraktivit\u00e4t der gewerblich-technischen Ausbildung zur zuk\u00fcnftigen Fachkr\u00e4ftesicherung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zusammenfassend ist der Campus Buschh\u00fctten mit einer einzigartigen Forschungslandschaft Akzelerator f\u00fcr die Digitale Transformation mit Fokus auf die Metallverarbeitung in Wissenschaft und unternehmerischer Praxis in den Produktionsunternehmen in S\u00fcdwestfalen und angrenzenden Regionen.<\/p>\n<p>Dabei will der Campus Buschh\u00fctten Br\u00fccken bauen:<\/p>\n<ul>\n<li>zwischen verschiedenen Perspektiven, die jede f\u00fcr sich Respekt verdient,<\/li>\n<li>zwischen der Welt der Auszubildenden und der Welt der Studenten und Doktoranden sowie<\/li>\n<li>zwischen etablierten Traditionsunternehmen und produzierenden Start-ups.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hinter all dem steht der Wunsch einen Beitrag zu leisten, S\u00fcdwestfalen und die angrenzenden Regionen zu st\u00e4rken. Veranstaltungen oder Dialoge zu gesellschaftlich relevanten und f\u00fcr die Zukunftsgestaltung wichtigen Themen wie New Work, Digitalit\u00e4t oder Nachhaltigkeit bieten sich an, das T\u00e4tigkeitsfeld im Campus Buschh\u00fctten abzurunden; das attraktive Foyer im Eingang der Produktionshalle l\u00e4dt dazu an.<\/p>\n<p>Folgende institutionelle Anmerkungen sollen die Vorstellung des Campus Buschh\u00fctten abschlie\u00dfen: Der Campus Buschh\u00fctten ist weder ein Teil der Betriebsgesellschaft Achenbach Buschh\u00fctten GmbH &amp; Co. KG, noch ist er ein Teil der Universit\u00e4t Siegen! Das Geb\u00e4ude des Campus Buschh\u00fctten hingegen geh\u00f6rt der Besitzgesellschaft Achenbach Buschh\u00fctten Holding GmbH, die die Vermieterin f\u00fcr die vier Center ist. Es handelt sich um eine rechtlich selbstst\u00e4ndige Institution, deren Verwaltung der Campus Buschh\u00fctten Management UG obliegt. Als Non-Profit-Organisation gedacht, ist der Campus Buschh\u00fctten weniger formalzielgesteuert (gewinnorientiert) als mehr sachzielgesteuert mit den genannten Zielen zu Bildung, Wissenspflege und Regionalf\u00f6rderung.<\/p>\n<p>Text: <a href=\"https:\/\/www.campus-buschhuetten.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Achenbach Buschh\u00fctten Holding GmbH<\/a>; Fotos: Julia F\u00f6rster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>,Kairos\u2018 ist der g\u00fcnstige Moment, in dem die Zuf\u00e4lle der Gegenwart die Pl\u00e4ne der Vergangenheit im Hinblick auf eine beabsichtigte Zukunft unterst\u00fctzen. 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