{"id":27760,"date":"2022-03-04T12:17:08","date_gmt":"2022-03-04T11:17:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=27760"},"modified":"2022-03-04T12:17:08","modified_gmt":"2022-03-04T11:17:08","slug":"roboter-anwendungen-fuer-die-pflege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/roboter-anwendungen-fuer-die-pflege\/","title":{"rendered":"Roboter-Anwendungen f\u00fcr die Pflege"},"content":{"rendered":"<p>Wie weit ist die Robotik-Forschung f\u00fcr die Pflege in Deutschland? Welche Aspekte gilt es zu beachten, um Robotik-Forschung in die Handlungsfelder der Pflege einzubringen, damit sie Menschen sinnvoll unterst\u00fctzen? Von g\u00e4ngigen Vorstellungen \u00fcber Roboter, die aus Film und Fernsehen gepr\u00e4gt sind \u2013 beispielsweise als Arnold Schwarzeneggers Terminator \u2013 ist die aktuelle Forschung f\u00fcr solch sensible Bereiche wie die Pflege und Unterst\u00fctzung im Gesundheitsbereich weit entfernt. Auf dem Vernetzungs-Symposium \u201eGestaltung robotischer Systeme f\u00fcr die Pflege im Kontext\u201c, das von der Gruppe von Prof. Dr. Claudia M\u00fcller an der Universit\u00e4t Siegen online organisiert wurde, pr\u00e4sentierten zehn durch das Bundesforschungsministerium gef\u00f6rderte Verbundprojekte ihren aktuellen Stand der Forschung. Die Forschungsarbeiten der Verbundprojekte richten sich auf ganz unterschiedliche Anwendungsbereiche der gesundheitlichen Versorgung in der h\u00e4uslichen und station\u00e4ren Alten- und Krankenpflege sowie im Krankenhaus. Am Symposium nahmen \u00fcber 300 Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis teil.<\/p>\n<p>Die entwickelten Roboter-Systeme haben sehr unterschiedliche Gestaltungsformen. Diese erstrecken sich von der interaktiven Puppe, die Menschen mit Demenz im eigenen Zuhause Informationen zur Orientierung (\u201eWelches Datum ist heute? Habe ich heute einen Termin?)\u201c und zur Aktivierung bietet (\u201eWollen wir ein Lied singen?\u201c) \u00fcber Service-Robotik, die beispielsweise die Form von selbstfahrenden Nachttischen haben, welche auf Aufforderung Getr\u00e4nke zum Patientenbett bringen bis hin zum intelligenten Pflegebett, das die PhysiotherapeutInnen und Intensivpflegekr\u00e4fte in der Fr\u00fchmobilisation von IntensivpatientInnen anleitet und dabei physisch entlastet.<\/p>\n<p>Alle Projekte haben die H\u00e4lfte ihres dreij\u00e4hrigen F\u00f6rderzeitraums erreicht und konnten entsprechend bereits erste Ergebnisse der Evaluationen mit ihren Partnerorganisationen aus der Praxis \u2013 Krankenh\u00e4user, Pflegeeinrichtungen und Anbietern h\u00e4uslicher Pflege \u2013 vorweisen.<\/p>\n<p>Das besondere an der F\u00f6rderlinie \u201eRobotische Systeme f\u00fcr die Pflege\u201c ist, \u201edass die Sichtweisen und Anforderungen von Pflegearbeit im Zentrum stehen und dass eben mit der Praxis f\u00fcr die Praxis entwickelt wird\u201c, betonte Katrin Nostadt aus dem Referat \u201eInteraktive Technologien f\u00fcr Gesundheit und Lebensqualit\u00e4t\u201c im Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung anl\u00e4sslich des Vernetzungs-Symposiums. Interessante technische Ideen d\u00fcrften nicht einfach einem Praxisfeld \u00fcbergest\u00fclpt werden. Nur wenn das Leitbild guter pflegerischer Versorgung als Orientierungsma\u00dfstab gilt, wird es gelingen, dass Robotertechnologie einen echten Beitrag leisten kann f\u00fcr die Lebens- und Versorgungsqualit\u00e4t der Betroffenen und f\u00fcr die Arbeitsqualit\u00e4t der Besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung hat deswegen auch den Fokus auf das \u201eGestalten von IT-Systemen im Kontext der Praxis\u201c gerichtet. Die Projektvortr\u00e4ge wurden jeweils durch eine Keynote von internationalen FachwissenschaftlerInnen eingef\u00fchrt. Themenfelder waren: \u201eRobotische Systeme in Sorgenden Gemeinschaften\u201c (Prof. Dr. Naonori Kodate, University College Dublin und Universit\u00e4t Hokkaido), \u201eWerte-Orientierung in der Robotik-Forschung\u201c (Dr. Astrid Weiss, TU Wien) und Co-Design und interdisziplin\u00e4re Arbeit (Prof. Dr. Kirsten Thommes, Universit\u00e4t Paderborn).<\/p>\n<p>Das Begleitprojekt BeBeRobot unter der Leitung des Osnabr\u00fccker Pflegewissenschafts-Professors Dr. Manfred H\u00fclsken-Giessler, in welchem Teilprojektleiterin Prof. Claudia M\u00fcller und Projektkoordinator Richard Paluch M.A. sozio-Informatische Forschungsperspektiven einbringen, hat u.a. die Aufgabe, Lern- und Vernetzungsr\u00e4ume f\u00fcr die ProjektpartnerInnen der zehn Verbundprojekte einzurichten und drei gro\u00dfe Vernetzungssymposien anzubieten, die f\u00fcr die interessierte Fach\u00f6ffentlichkeit ge\u00f6ffnet werden. Das erste Fachsymposium wurde 2020 in Osnabr\u00fcck ausgerichtet und hat die Perspektiven der Pflegewissenschaft und -praxis ins Zentrum gestellt. Das Siegener Fachsymposium hat daran mit Perspektiven der nutzer- und kontext-gerechten IT-Gestaltung angeschlossen. Das dritte Symposium wird der Oldenburger Partner OFFIS zu technischen Fragen der Robotik-Gestaltung Ende dieses Jahres ausrichten.<\/p>\n<p>Die hohe Teilnehmendenzahl zeigt, wie brennend das Thema des sinnvollen Technikeinsatzes im Pflegebereich sowohl die Wissenschaft, aber auch besonders die Praxis interessiert.<\/p>\n<p>Mitschnitte des Fachsymposiums und weitere Informationen k\u00f6nnen auf der Webseite des Begleitprojekts BeBeRobot abgerufen werden:\u00a0<u><span style=\"color: blue;\"><a href=\"https:\/\/www.pflege-und-robotik.de\/fachsymposium-2022\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.pflege-und-robotik.de\/fachsymposium-2022\/<\/a><\/span><\/u><\/p>\n<p>Text und Foto:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Uni Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie weit ist die Robotik-Forschung f\u00fcr die Pflege in Deutschland? 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