{"id":2767,"date":"2015-09-21T10:29:35","date_gmt":"2015-09-21T08:29:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=2767"},"modified":"2015-09-21T10:29:35","modified_gmt":"2015-09-21T08:29:35","slug":"mousse-au-chocolat-fuer-die-bauindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/mousse-au-chocolat-fuer-die-bauindustrie\/","title":{"rendered":"&#8222;Mousse au Chocolat&#8220; f\u00fcr die Bauindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Christina Kr\u00e4mer \u00fcber ihre Arbeit spricht, spricht sie manchmal auch \u00fcber Mousse au Chocolat. Die s\u00fc\u00dfe Nachspeise aus Frankreich ist ein Schaum aus Schokolade. Wenn der Koch mehr Eiwei\u00df untermischt, wird der Schaum leichter und hat eine geringere Dichte. Mit Sch\u00e4umen und deren Dichte besch\u00e4ftigt sich Christina Kr\u00e4mer auch bei ihrer Forschung an der Universit\u00e4t Siegen. Allerdings geht es dann nicht um Schokolade, sondern um Beton. In ihrer Masterarbeit im Studiengang Chemie hat Kr\u00e4mer ein Verfahren zur Herstellung von Schaumbeton entwickelt. Dieser Schaumbeton ist leichter, stabiler und mit weniger Aufwand zu produzieren als bekannte Leichtbaustoffe. Daf\u00fcr hat Kr\u00e4mer nun den F\u00f6rderpreis der Deutschen Bauchemie e. V. erhalten.<\/p>\n<p>Dieser F\u00f6rderpreis wird alle zwei Jahre f\u00fcr hervorragende Diplom- und Masterarbeiten an deutschen Universit\u00e4ten und Hochschulen zu bauchemischen Themen vergeben und ist mit 2000 Euro dotiert. Die eingereichten Arbeiten sollen sich mit bauchemischen Rohstoffen, Produkten, Prozessen oder Anwendungen befassen und gleichzeitig Ideen und Wege zur Optimierung von Wirtschaftlichkeit und \u00d6kologie aufzeigen. 2015 ist Christina Kr\u00e4mer aus dem Institut f\u00fcr Bau- und Werkstoffchemie der Universit\u00e4t Siegen die Preistr\u00e4gerin. In Hamburg nahm Kr\u00e4mer den Preis von Norbert Schr\u00f6ter (Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Deutschen Bauchemie e.V.) und Johann J. K\u00f6ster (Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bauchemie e.V.) entgegen.<\/p>\n<p>Die Begeisterung f\u00fcr Chemie hat die 27-J\u00e4hrige aus Littfeld schon in der Schule erfasst, im Chemie-Leistungskurs in der Oberstufe. Es folgte das Bachelor-Studium Chemie an der Universit\u00e4t Siegen, danach der Master, seit 2014 arbeitet Kr\u00e4mer an ihrer Doktorarbeit. \u201eIn den Chemie-Leistungskurs bin ich damals kurzfristig gekommen, ich hatte einfach einen sehr guten Lehrer. Bauchemie mit den vielf\u00e4ltigen und innovativen Themen hat mich fasziniert. Toll ist auch, dass die Forschung in diesem Gebiet so anwendungsbezogen ist\u201c, sagt sie. Anwendungsbezogen bedeutet, dass die Forschung in der Praxis umgesetzt wird. Das ist eines der Ziele bei der Forschung im Siegener Institut f\u00fcr Bau- und Werkstoffchemie.<\/p>\n<p>Christina Kr\u00e4mer forscht an der Entwicklung neuartiger und der Optimierung von bestehenden Leichtbaustoffen, der Titel ihrer Masterarbeit lautet: \u201eUntersuchungen zur Modifizierung und zum Einbau von Dreiphasensch\u00e4umen in Schaumbeton\u201c. Der Fokus liegt auf der Stabilisierung tensidbasierter Sch\u00e4ume f\u00fcr Schaumbetone durch nanostrukturierte Additive. Was kompliziert klingt, l\u00e4sst sich mit dem Mousse-au-Chocolat-Vorbild erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Schaumbetone werden hergestellt, indem Tenside oder Proteine aufgesch\u00e4umt werden. \u00dcblich sind die sogenannten Zweiphasensch\u00e4ume. Neu ist nun, dass die Schaumbetone erstmals auf der Basis von Dreiphasensch\u00e4umen entwickelt wurden. Die zus\u00e4tzliche dritte Phase nennt sich Feststoffphase. In dieser Phase reagieren verschiedene Stoffe (Nano-Additive) miteinander, die vorher hinzugegeben worden sind. Mit diesem innovativen Ansatz ist es m\u00f6glich, die Nanopartikel in die Struktur der Schaumbetone einzuarbeiten. Durch die Nanotechnologie sind die Sch\u00e4ume stabilisiert und haben eine h\u00f6here Festigkeit. Christina Kr\u00e4mer hat also einen Weg gefunden, durch die Verbindung und die Reaktion der Nano-Additive einen Schaum herzustellen, der stabiler ist als bisherige Produkte \u2013 und sich gleichzeitig auf Baustoffe wie M\u00f6rtel oder Putz anwenden l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Prof. Dr. habil. Reinhard Trettin, Kr\u00e4mers Doktorvater, erkl\u00e4rt es so: \u201eDer Schaum stabilisiert sich durch die Nanopartikel und wird durch die Reaktion von Zementpartikeln mit den Nanopartikeln nochmals stabiler.\u201c Ein weiterer Vorteil ist, dass die Herstellung nicht mehr an einen Standort mit speziellen Produktionsst\u00e4tten gebunden ist, sondern unter normalen Bedingungen erfolgen kann. Weniger Kosten, mehr Nachhaltigkeit und Umweltvertr\u00e4glichkeit \u2013 all das spricht f\u00fcr diesen neuartigen Schaumbeton.<\/p>\n<p>Diese Schaumbetone k\u00f6nnen f\u00fcr die W\u00e4rmed\u00e4mmung oder Schalld\u00e4mmung eingesetzt werden, f\u00fcr den Innenausbau eines Geb\u00e4udes, in den Fassaden, f\u00fcr Privathaushalte und die Industrie. Ihre Forschung hat Christina Kr\u00e4mer schon in drei wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen dargestellt. Auch bei der NICOM5 (5th International Symposium on Nanotechnology in Construction), einer der gr\u00f6\u00dften und renommiertesten internationalen Fachtagungen auf dem Gebiet der Bau- und Werkstoffchemie, stellte Christina Kr\u00e4mer ihr Thema vor. Eine gro\u00dfe Auszeichnung f\u00fcr die Nachwuchswissenschaftlerin, aber auch f\u00fcr das Institut f\u00fcr Bau- und Werkstoffchemie. Insgesamt sechs Wissenschaftler des Instituts wurden f\u00fcr Vortr\u00e4ge ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>\u201eWir befinden uns bei der Erforschung von ultrahochfestem Beton in der Weltspitze. Ziel ist immer, die Eigenschaften eines bestehenden Baustoffs zu verbessern oder neue Baustoffe zu erzeugen. Die Dauerhaftigkeit soll erh\u00f6ht, weniger Ressourcen eingesetzt werden. Diese Ziele sind \u00f6kologisch und \u00f6konomisch wichtig, wir arbeiten durch die Kombination grundlagenorientierter sowie anwendungsnaher Forschung und Einbeziehung nanotechnologischer Ans\u00e4tze erfolgreich daran\u201c, sagt Prof. Trettin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Christina Kr\u00e4mer \u00fcber ihre Arbeit spricht, spricht sie manchmal auch \u00fcber Mousse au Chocolat. 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