{"id":27601,"date":"2022-02-24T12:17:56","date_gmt":"2022-02-24T11:17:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=27601"},"modified":"2022-02-24T12:17:56","modified_gmt":"2022-02-24T11:17:56","slug":"bedrohliche-wettbewerbsnachteile-durch-heftige-preisanstiege-bei-strom-und-energie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/bedrohliche-wettbewerbsnachteile-durch-heftige-preisanstiege-bei-strom-und-energie\/","title":{"rendered":"Bedrohliche Wettbewerbsnachteile durch heftige Preisanstiege bei Strom und Energie"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie exorbitant gestiegenen Strom- und Energiepreise machen einem Gro\u00dfteil der Unternehmen aus den IHK-Regionen Arnsberg und Siegen schwer zu schaffen. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die \u00fcberwiegende Mehrheit geht von weiter steigenden Preisen aus, nicht zuletzt wegen des eskalierenden Russland-Ukraine-Konfliktes. Das hat fatale Folgen f\u00fcr den Wirtschaftsstandort: Nicht wenige Unternehmen erw\u00e4gen bereits Standortverlagerungen.\u201c Mit diesen Worten kommentieren die IHK-Pr\u00e4sidenten Felix G. Hensel (Siegen) und Andreas Rother (Arnsberg) die Ergebnisse einer gemeinsamen Blitzumfrage, an der sich 760 Unternehmen beteiligten. 92 % der Unternehmen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Olpe, Soest und dem Hochsauerlandkreis sehen in den hohen Strom- und Energiekosten einen bedrohlichen Wettbewerbsnachteil f\u00fcr den Wirtschaftsstandort. Zwei Drittel der Betriebe bef\u00fcrchten, dass Standorte ins Ausland verlagert werden. Felix G. Hensel: \u201eDass bereits 13 % der befragten Unternehmen konkret eine Verlagerung des eigenen Standortes oder von Teilen davon in Erw\u00e4gung ziehen, ist ein deutliches Alarmzeichen. Wenn die Politik nicht z\u00fcgig gegensteuert, d\u00fcrfte es vor allem energieintensive Unternehmen immer st\u00e4rker ins kosteng\u00fcnstigere Ausland treiben. Welche Folgen dies f\u00fcr unsere Standortqualit\u00e4t und die Besch\u00e4ftigung in der Region h\u00e4tte, kann man sich leicht ausmalen.\u201c<\/p>\n<p><b>Strom- und Energiekosten steigen sp\u00fcrbar<\/b><br \/>\nBei 86 % der Betriebe aus den IHK-Regionen Arnsberg und Siegen sind in den letzten zw\u00f6lf Monaten die Strom- und Energiekosten gestiegen, bei einem Gro\u00dfteil sogar deutlich. 15 % der Betriebe verbuchten Preisanstiege um 15 bis 25 %, weitere 28 % mussten sogar Kostensteigerungen von mehr als 25 % hinnehmen. Besonders betroffen sind die Unternehmen, die in den vergangenen Monaten neue Liefervertr\u00e4ge abschlie\u00dfen mussten. 17 % berichten von einer Preissteigerung von mehr als 100 %. Bei einem Viertel stiegen die Preise zwischen 50 und 100 %. Andreas Rother: \u201eDiese Kostenexplosion belastet in erheblichem Umfang die Kalkulationen, schm\u00e4lert die Ertr\u00e4ge deutlich und f\u00fchrt zu einem h\u00f6heren Liquidit\u00e4tsbedarf. Entgegen der in der Politik h\u00e4ufig vertretenen Meinung, f\u00fchren die hohen Energiepreise auch nicht zu einer Investitionssteigerung in Transformationsprozesse zur Klimaneutralit\u00e4t. Ganz im Gegenteil: Die aktuelle Preisentwicklung zwingt zwei Drittel der Unternehmen, Investitionen in Klimaschutz sowie in Forschung und Innovation zur\u00fcckzustellen.\u201c Mit Blick auf die Preisentwicklung in diesem Jahr erwarten 88 % der Unternehmen weitere, zum gro\u00dfen Teil sogar kr\u00e4ftige Preisanstiege. 8 % bef\u00fcrchten sogar eine existenzgef\u00e4hrdende Entwicklung.<\/p>\n<p><b>Versorgungssicherheit gef\u00e4hrdet<\/b><\/p>\n<p>Felix G. Hensel: \u201eDie aktuellen Ma\u00dfnahmen zur Umsetzung der Energiewende bewerten die Unternehmen in unserer industriestarken Region kritisch. \u00dcber alle Branchen hinweg sehen 29 % ihre Versorgungssicherheit gef\u00e4hrdet. In der Industrie sind es sogar 42 %. Die Hoffnung schwindet offensichtlich, dass der parallele Ausstieg aus Kohle- und Atomenergie bei dem derzeitigen Ausbautempo der Solar- und Windenergie verl\u00e4sslich gelingen kann.\u201c Gefragt nach den politischen Ma\u00dfnahmen, die vorrangig ergriffen werden sollten, um die Energieversorgung grundlastsicher, bezahlbar und umweltfreundlich zu gestalten, geben 74 % der Unternehmen an, dass die Steuern und Abgaben auf den Strompreis gesenkt werden sollten. Mit 42 bis 46 % Zustimmung folgen die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren, der Ausbau der erneuerbaren Energien und ein verst\u00e4rkter Netzausbau. Immerhin 37 % der Unternehmen geben an, dass wieder auf Atomenergie gesetzt werden sollte. Andreas Rother: \u201eDie Unternehmen unterscheiden klar zwischen kurzfristigen Ma\u00dfnahmen, um die rasanten Preisanstiege zu d\u00e4mpfen, und der langfristigen Energiepolitik. Die Wirtschaft steht grunds\u00e4tzlich hinter der Energiewende, erwartet jetzt aber von der Politik eine konsequente und z\u00fcgige Umsetzung der notwendigen Ma\u00dfnahmen. Und das verbunden mit wettbewerbsf\u00e4higen Strom- und Energiekosten.\u201c<\/p>\n<p>Info: <a href=\"http:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie exorbitant gestiegenen Strom- und Energiepreise machen einem Gro\u00dfteil der Unternehmen aus den IHK-Regionen Arnsberg und Siegen schwer zu schaffen. 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