{"id":27093,"date":"2022-01-21T11:44:45","date_gmt":"2022-01-21T10:44:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=27093"},"modified":"2022-01-21T12:15:34","modified_gmt":"2022-01-21T11:15:34","slug":"a45-verbaende-gewerkschaften-und-kammern-wollen-politischen-druck-aufrechterhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/a45-verbaende-gewerkschaften-und-kammern-wollen-politischen-druck-aufrechterhalten\/","title":{"rendered":"A45: Verb\u00e4nde, Gewerkschaften und Kammern wollen politischen Druck aufrechterhalten"},"content":{"rendered":"<p>Geschlossen setzen sich Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe f\u00fcr einen m\u00f6glichst schnellen Neubau der Autobahntalbr\u00fccke Rahmede ein. In einer gemeinsamen Resolution an die heimischen Abgeordneten und an den Verkehrsausschuss des Bundestages zeigen sie auf, dass nicht nur einzelne Branchen, sondern die gesamte Wirtschaft und mit ihr alle Besch\u00e4ftigten in der Region entweder unmittelbar oder mittelbar betroffen sind. \u201eJahrelang ist zu wenig in Beton und Asphalt investiert worden. Das zeigt sich im Zustand der Stra\u00dfen und jetzt besonders deutlich bei den Br\u00fccken. Jedem sollte klar sein: Das ist kein vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen, sondern eine bleibende Aufgabe, die auch in den kommenden Monaten und Jahren bei allen Verantwortlichen ganz oben im Bewusstsein angesiedelt bleiben sein muss\u201c, betont IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener. Die Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein und Olpe, der DGB S\u00fcdwestfalen, die IG Metall Siegen und Olpe, ver.di S\u00fcdwestfalen, die Kreishandwerkerschaft Westfalen-S\u00fcd und die IHK k\u00fcndigen deshalb an, den politischen Druck auf eine m\u00f6glichst z\u00fcgige Behebung der Krise mit Veranstaltungen und anderen Aktionen hochzuhalten.<\/p>\n<div id=\"attachment_27096\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/004-22-Erklaerung-A45.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-27096\" class=\"size-medium wp-image-27096\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/004-22-Erklaerung-A45-300x240.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/004-22-Erklaerung-A45-300x240.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/004-22-Erklaerung-A45.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-27096\" class=\"wp-caption-text\">Die heimischen Vertreter der Verb\u00e4nde, Gewerkschaften und Kammern haben sich gemeinsam positioniert.<\/p><\/div>\n<p>Schon heute sei ersichtlich, dass die Vollsperrung der A45 zu einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden f\u00fchren werde, hei\u00dft es in der gemeinsamen Erkl\u00e4rung. Neben Auftragsr\u00fcckg\u00e4ngen und Umsatzeinbu\u00dfen f\u00fchrten die Umleitungsverkehre zu l\u00e4ngeren Fahr- und Transportzeiten \u2013 und damit zu deutlich h\u00f6heren Kosten. Es drohten Produktionsverlagerungen oder Betriebsschlie\u00dfungen. Die Auswirkungen tr\u00e4fen jedoch nicht nur den G\u00fcter- und Warentransport, meint Ingo Degenhardt. \u201eAuch die Attraktivit\u00e4t der Arbeitspl\u00e4tze leidet durch die eingeschr\u00e4nkte Erreichbarkeit. Das ist f\u00fcr diese Region besonders dramatisch, weil hier zahlreiche Unternehmen im Wettbewerb mit anderen Wirtschaftsstandorten stehen und Fachkr\u00e4fte heute sehr genau pr\u00fcfen, welche Region ein neuer Lebensmittelpunkt sein kann. Die Menschen wollen gute Arbeit und Karriereaussichten, aber das Drumherum und damit auch die Erreichbarkeit spielen heute eine enorm wichtige Rolle!\u201c, so der Regionsvorsitzende der DGB-Region S\u00fcdwestfalen.<\/p>\n<p>Nicht nur Berufspendler und Gesch\u00e4ftsreisende m\u00fcssen sich umstellen, auch Handwerksbetriebe. \u201eDas Handwerk lebt von der Arbeit vor Ort. Eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur ist daf\u00fcr zwingende Voraussetzung. Manche Kunden werden durch die zerschnittene Verkehrsader nun deutlich schwerer erreichbar sein, Kundenbesuche werden erschwert, notwendige, teils zeitkritische Arbeiten erheblich verz\u00f6gert. \u00dcberregionale Gesch\u00e4ftsbeziehungen auch im Handwerk geraten dadurch unter Druck. Die Lage auf der A45 macht vielen das Leben nun zus\u00e4tzlich schwer\u201c, erl\u00e4utert Stefan Simon, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-S\u00fcd.<\/p>\n<p><b>Tempo \u201eOberste Maxime\u201c<\/b><\/p>\n<p>Wie auch die anderen Unterzeichner der Erkl\u00e4rung ist Stefan Simon \u00fcberzeugt, dass Tempo jetzt \u201eoberste Maxime\u201c sein muss. Jeder Tag, an dem die Region unter den Folgen der Vollsperrung leide, vergr\u00f6\u00dfere den Schaden. Dr. Thorsten Doublet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein: \u201eIn dieser Notsituation mit einer gesperrten Br\u00fccke und dem bekannten schlechten Gesamtzustand der Verkehrsinfrastruktur bedarf es umgehend entschlossenen Handelns! Wir brauchen jetzt keine Erkl\u00e4rungen, weshalb etwas nicht geht, sondern Antworten auf die Frage: \u201aWas wird gebraucht, damit hier etwas besonders schnell geht?\u2018\u201c<\/p>\n<p>Ziel sei dabei keineswegs, den Fachleuten \u201evon der Seitenlinie\u201c ihre Arbeit zu erkl\u00e4ren. Im Gegenteil: Die Experten seien jetzt gefragt. Das Gebot der Stunde laute daher, den Planern der Autobahn GmbH den R\u00fccken freizuhalten, fordert auch Andr\u00e9 Arenz, 1. Bevollm\u00e4chtigter der IG Metall Olpe: \u201eEine z\u00fcgige Planung und ein schneller Baufortschritt d\u00fcrfen nicht am Geld und \u2013 genauso wichtig \u2013 nicht am Personal scheitern. Es ist gut, wenn der Bundesverkehrsminister anweist, alle notwendigen Ressourcen bereitzustellen. Aber das muss auch in den n\u00e4chsten Jahren gelten. Von der Ank\u00fcndigung alleine ist schlie\u00dflich noch keine Br\u00fccke gebaut!\u201c<\/p>\n<p>Wichtig ist den Unterzeichnern ein weiterer Punkt: Ohne eine Beschleunigung der Planungsverfahren wird die Region noch lange auf die neue Br\u00fccke warten m\u00fcssen. Das Ziel: eine Halbierung der gew\u00f6hnlich angesetzten Zeitr\u00e4ume. Sollten neue gesetzliche Grundlagen notwendig sein, lautet der Appell Richtung Abgeordnete: Gemeinsam und schnell handeln! Fristen in Planfeststellungsverfahren sollten auf ein Minimum begrenzt, ausbleibende beh\u00f6rdliche Stellungnahmen als Zustimmung betrachtet und der Instanzenweg verk\u00fcrzt werden. Werden Einw\u00e4nde von dritter Seite nicht fristgerecht geltend gemacht, sollten sie im weiteren Verfahren unber\u00fccksichtigt bleiben. Alleine mit diesen Schritten k\u00f6nne die Br\u00fcckenerneuerung deutlich an Fahrt gewinnen.<\/p>\n<p><b>Smarte Br\u00fccken und G\u00fcter auf die Schiene<\/b><\/p>\n<p>Neben der Sicherstellung des Verkehrsflusses durch eine intelligente Steuerung gelte es, Transporte auf die Schiene zu verlagern. \u201eWenn nicht jetzt, wann dann?\u201c, fragt Andree Jorgella, 1. Bevollm\u00e4chtigter der IG Metall Siegen. Es brauche nun dringend Alternativen, um den neuen Standortnachteil auszugleichen. \u201eDie schlagartige Verschlechterung der verkehrlichen Erreichbarkeit erschwert wirtschaftliches Handeln. Das betrifft immer auch die zahlreichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Region. Die Bahn muss die Kapazit\u00e4ten f\u00fcr mehr Transporte auf der Schiene bereitstellen, es bedarf entsprechender Konzepte und Angebote und es muss endlich Gas gegeben werden f\u00fcr den Ausbau der Ruhr-Sieg-Strecke und der Siegstrecke!\u201c<\/p>\n<p>Und noch eine Botschaft haben die Wirtschaftsvertreter an die Bundestagsabgeordneten: B\u00fcrokratie auf das Minimum eindampfen. Denn: \u00dcberregulierung sorge h\u00e4ufig f\u00fcr Verz\u00f6gerungen \u2013 und sie k\u00f6nne zudem zur \u00dcberlastung von Mitarbeitern f\u00fchren, betont J\u00fcrgen Weiskirch, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di S\u00fcdwestfalen: \u201eJe komplizierter Vorgaben sind, desto mehr Zeit muss darauf verwendet werden, sie zu erf\u00fcllen. Auch die Fehleranf\u00e4lligkeit steigt. Es ist in jedem Fall sinnvoll, die Fachleute zu eigenen Ideen und Anregungen zu motivieren. Sie kennen ihre Arbeit ganz genau und verf\u00fcgen \u00fcber das entscheidende Fachwissen. Sie selbst k\u00f6nnen mit eigener Kreativit\u00e4t zur Beschleunigung von Prozessen beitragen.\u201c<\/p>\n<p>Stephan Stracke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes Olpe, sieht einen weiteren wichtigen Schritt zu mehr Tempo und Sicherheit im Ausbau der Digitalisierung: \u201eEine digitale Datenverarbeitung k\u00f6nnte helfen, Verfahrensschritte systematisch zu beschleunigen. Es muss aber auch darum gehen, die Autobahnbr\u00fccken \u201asmart\u2018 zu machen. Mit einer dauerhaften, automatisierten Datenermittlung k\u00f6nnen Sch\u00e4den fr\u00fchzeitig erkannt werden. Mit dem fl\u00e4chigen Einsatz digitaler Technologie bleiben uns b\u00f6se \u00dcberraschungen wie bei der Talbr\u00fccke Rahmede wom\u00f6glich in Zukunft erspart!\u201c<\/p>\n<p>Bild: \u00a0<a href=\"https:\/\/www.autobahn.de\/die-autobahn\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Autobahn GmbH<\/a>; Info:<a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschlossen setzen sich Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe f\u00fcr einen m\u00f6glichst schnellen Neubau der Autobahntalbr\u00fccke Rahmede ein. 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