{"id":27044,"date":"2022-01-20T10:23:59","date_gmt":"2022-01-20T09:23:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=27044"},"modified":"2022-01-18T14:27:19","modified_gmt":"2022-01-18T13:27:19","slug":"arbeitgeberverbaende-siegen-wittgenstein-lehnen-einen-rechtsanspruch-auf-homeoffice-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/arbeitgeberverbaende-siegen-wittgenstein-lehnen-einen-rechtsanspruch-auf-homeoffice-ab\/","title":{"rendered":"Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein lehnen einen Rechtsanspruch auf Homeoffice ab"},"content":{"rendered":"<p>Die Arbeitgeber in Deutschland sind seit November 2020 dazu verpflichtet, Besch\u00e4ftigten die Arbeit von zu Hause aus anzubieten &#8211; wenn nicht betriebliche Gr\u00fcnde dagegen sprechen. Das ist eine der Ma\u00dfnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzud\u00e4mmen. Derzeit arbeiten nach Angaben des ifo-Instituts rund 27,9 Prozent der Besch\u00e4ftigten von zu Hause. (Quelle: tagesschau.de vom 12.01.2022)<\/p>\n<p>Bundesarbeitsminister Hubertus Heil plant nun einen Rechtsanspruch auf Homeoffice auch nach der Pandemie, obwohl dies im Koalitionsvertrag nicht vereinbart worden ist. \u201eIch bin daf\u00fcr, dass wir aus dem coronabedingten, ungeplanten Gro\u00dfversuch zum Home-Office grundlegende Konsequenzen f\u00fcr die Arbeitswelt ziehen\u201c, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die Ampel-Koalition werde \u201emoderne Regeln f\u00fcr mobiles Arbeiten in Deutschland\u201c und einen Rechtsanspruch auf Homeoffice schaffen, so der Minister. Damit will er das Arbeiten von zu Hause dauerhaft in die deutsche Arbeitswelt integrieren. Wenn es nach den Pl\u00e4nen des Bundesarbeitsministers geht, muss Besch\u00e4ftigten k\u00fcnftig das Arbeiten von zu Hause aus erm\u00f6glicht werden, wenn diese nicht zwingend im Unternehmen anwesend sein m\u00fcssen. Wenn der Arbeitgeber keine betrieblichen Gr\u00fcnde nennen kann, soll der Anspruch, im Homeoffice zu arbeiten, gelten.<\/p>\n<p>Sicherlich bleibt festzuhalten, dass die M\u00f6glichkeit, von Zuhause arbeiten zu k\u00f6nnen, in den Hochzeiten der Pandemie dazu beigetragen hat, Menschen zu sch\u00fctzen und den Betrieb in vielen Unternehmen trotz der Lockdowns aufrecht zu erhalten. Deshalb haben auch Unternehmen in Siegen-Wittgenstein diese M\u00f6glichkeit genutzt. Das best\u00e4tigen fast 70 Prozent der Unternehmensvertreterinnen und -vertreter, die sich an einer aktuellen Umfrage der Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein zum Thema Homeoffice beteiligt haben. Knapp die H\u00e4lfte von ihnen w\u00fcrde allerdings das Homeoffice-Angebot nach dem Ende der Pandemie nicht dauerhaft weiterf\u00fchren wollen. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind unterschiedlich. An erster Stelle nennen die Unternehmensvertreterinnen und -vertreter die Bildung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Unternehmen. Die fehlende soziale Komponente gemeinsamer Arbeit mit entsprechend positiven Effekten auf die Teambildung wird ebenfalls als Grund genannt. Auch sehen einige Unternehmensvertreterinnen und -vertreter die Gefahr, dass die Bindung zum Unternehmen auf l\u00e4ngere Sicht verloren geht. Technische Probleme k\u00e4men hinzu und nat\u00fcrlich auch zus\u00e4tzliche Kosten f\u00fcr die Unternehmen.<\/p>\n<p>\u201eMit der Einf\u00fchrung des Entgelt-Rahmenabkommens ERA vor fast 20 Jahren haben die Tarifpartner die Unterscheidung von Arbeitern und Angestellten in den Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie endg\u00fcltig abgeschafft. Durch die Einf\u00fchrung einer Rechtsanspruchs auf Home-Office w\u00fcrde diese Zweiteilung durch die Hintert\u00fcr wieder eingef\u00fchrt. Das w\u00e4re aus unserer Sicht ein deutlicher R\u00fcckschritt und auf Dauer sicherlich nicht f\u00f6rderlich f\u00fcr den Betriebsfrieden\u201c, stellen die Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein dazu klar. \u201eIn der Produktion ist Home-Office nun einmal nicht m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDeshalb lehnen wir die Einf\u00fchrung eines Rechtsanspruchs auf Homeoffice durch die Bundesregierung ab. Das w\u00e4re zudem nach der vorgesehenen Erh\u00f6hung des Mindestlohns auf 12 Euro bereits der zweite Eingriff der Ampel-Koalition in die Tarifautonomie von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.\u201c Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ignoriere mit seinem Vorsto\u00df auch den Koalitionsvertrag zwischen SPD, Gr\u00fcnen und FDP, machen die Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein weiter deutlich. Darin sei n\u00e4mlich nicht die Rede von einem Rechtsanspruch auf Homeoffice, sondern nur von einem Er\u00f6rterungsanspruch. \u201eDas, was der Bundesarbeitsminister als neue Freiheit f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten verkauft, bedeutet gleichzeitig eine weitere Einschr\u00e4nkung der unternehmerischen Entscheidungsm\u00f6glichkeiten. Betriebliche Belange sollten in den Betrieben entschieden werden und nicht durch den Gesetzgeber\u201c, so die Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein weiter. \u201eDer Staat schafft mit solchen neuen Vorschriften kein Vertrauen, sondern setzt die Sicht der Ministerialb\u00fcrokratie \u00fcber die sich fortentwickelte betriebliche Praxis. Das steht im Widerspruch zu den Grundprinzipien der sozialen Marktwirtschaft.\u201c<\/p>\n<p>Info: <a href=\"https:\/\/www.agv-siegen-wittgenstein.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Arbeitgeber in Deutschland sind seit November 2020 dazu verpflichtet, Besch\u00e4ftigten die Arbeit von zu Hause aus anzubieten &#8211; wenn nicht betriebliche Gr\u00fcnde dagegen sprechen&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11790,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[32,4,30,11],"tags":[],"class_list":["post-27044","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infos","category-meinung","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/agv-hdw-neu.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27044","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27044"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27044\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27045,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27044\/revisions\/27045"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11790"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27044"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27044"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27044"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}