{"id":26851,"date":"2021-12-27T08:35:13","date_gmt":"2021-12-27T07:35:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=26851"},"modified":"2021-12-27T08:37:08","modified_gmt":"2021-12-27T07:37:08","slug":"vierte-coronawelle-truebt-geschaeftserwartungen-des-mittelstands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/vierte-coronawelle-truebt-geschaeftserwartungen-des-mittelstands\/","title":{"rendered":"Volksbank-Herbstumfrage: Vierte Coronawelle tr\u00fcbt Gesch\u00e4ftserwartungen des Mittelstands"},"content":{"rendered":"<p>Der deutsche Mittelstand wird weiterhin durch die Folgen der Coronapandemie beeintr\u00e4chtigt. Dies verdeutlicht eine repr\u00e4sentative Umfrage der DZ BANK und des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) unter 1.000 mittelst\u00e4ndischen Unternehmen. Demnach hat sich die Gesch\u00e4ftslage der befragten Unternehmen im Vergleich zum Fr\u00fchjahr zwar verbessert, die Gesch\u00e4ftserwartungen tr\u00fcbten sich angesichts der vierten Coronawelle, der hohen Preissteigerungen und gestiegenen Materialknappheit jedoch sp\u00fcrbar ein.<\/p>\n<p>Die Folgen der Pandemie hinterlassen auch in den Jahresabschl\u00fcssen der mittelst\u00e4ndischen Firmenkunden sichtbare Spuren. &#8222;Viele Unternehmen konnten aber den Krisenfolgen erfolgreich mit konsequenten Kosteneinsparungen und anderen Ma\u00dfnahmen entgegenwirken, wie beispielsweise verst\u00e4rkten E-Commerce-Aktivit\u00e4ten oder To-go-Angeboten&#8220;, so Roland Krebs, Firmenkundenvorstand der Volksbank in S\u00fcdwestfalen. Daneben trugen auch die langj\u00e4hrigen Bestrebungen zur Erh\u00f6hung der Eigenkapitalpuffer sowie die umfangreichen Hilfen des Staates wirksam zur Milderung der Krisenfolgen bei. Vor diesem Hintergrund habe sich die betriebswirtschaftliche Lage im Mittelstand zwar merklich verschlechtert, eine Erosion der Bilanzqualit\u00e4t konnte aber vermieden werden.<\/p>\n<p><strong>Gesch\u00e4ftserwartungen fallen deutlich<\/strong><\/p>\n<p>Der Saldo aus positiven und negativen Einsch\u00e4tzungen zur aktuellen Gesch\u00e4ftslage stieg im Herbst zum dritten Mal in Folge, und zwar von 47,4 Punkten auf 67,8 Punkte. Noch besser wurde die aktuelle Lage zuletzt im Fr\u00fchjahr 2019 bewertet. Damit wird mittlerweile das Vorkrisenniveau von 61,8 Punkten deutlich \u00fcberschritten. Zudem liegt das aktuelle Gesch\u00e4ftslageniveau sp\u00fcrbar \u00fcber seinem langj\u00e4hrigen Durchschnittswert.<br \/>\n<strong><br \/>\nVolksbank-Vorstand Roland Krebs: Gesperrte A45 ist Schlag gegen S\u00fcdwestfalens Wirtschaft<\/strong><\/p>\n<p>Bei den Gesch\u00e4ftserwartungen f\u00fcr die n\u00e4chsten sechs Monate hat sich die Erholung hingegen, nach zwei Anstiegen in Folge, nicht weiter fortgesetzt. Im Herbst rechnet nur noch eine kleine Mehrheit der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen mit einer besseren Entwicklung in den kommenden Monaten.<br \/>\n&#8222;Die Studienergebnisse zeigen, dass der Post-Corona-Boom auch negative Auswirkungen hat. Energie- und Rohstoffpreise sind deutlich nach oben geklettert und manche Vorprodukte wie etwa Halbleiter werden immer mehr zur Mangelware, sodass die Produktion in vielen Bereichen nur eingeschr\u00e4nkt l\u00e4uft und weit hinter den Auftragseing\u00e4ngen zur\u00fcckbleibt&#8220;, so Roland Krebs. Die k\u00fcrzlich erfolgte Vollsperrung der A 45 als Hauptverkehrsader S\u00fcdwestfalens ist nun zus\u00e4tzlich ein schwerer Schlag, der den Mittelstand in der Region vollkommen unvermittelt trifft. \u201eF\u00fcr das produzierende Gewerbe und die Speditionen, aber vor allem auch die Anwohner in und um L\u00fcdenscheid ist diese Autobahnsperrung schlichtweg eine Katastrophe, deren langfristige Auswirkungen noch nicht abzusehen sind\u201c, zeigt sich Firmenkundenvorstand Roland Krebs besorgt. \u201eIch appelliere an die Verantwortlichen, schnellstm\u00f6glich L\u00f6sungen f\u00fcr Menschen und Wirtschaft in der Region zu finden. S\u00fcdwestfalen kann sich einen Verkehrskollaps als Dauerzustand nicht leisten.\u201c<br \/>\n<strong><br \/>\nHoher Investitionsbedarf bei Zukunftsthemen<\/strong><\/p>\n<p>Trotz der gegen\u00fcber der Fr\u00fchjahrsumfrage eingetr\u00fcbten Gesch\u00e4ftsaussichten gab deutschlandweit die Investitionsbereitschaft der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen in diesem Herbst kaum nach. Vor einem halben Jahr planten 77 Prozent der Mittelst\u00e4ndler, in den n\u00e4chsten sechs Monaten in ihr Unternehmen zu investieren, jetzt sind es mit 76 Prozent fast genauso viele. Im Herbst gaben 46 Prozent der Umfrageteilnehmer an, in Digitalisierung investieren zu wollen. Auch in Prozessautomatisierung (33 Prozent) und Umweltmanagement\/Nachhaltigkeit (30 Prozent) planen mehr Unternehmen zu investieren als zuvor. Im Allgemeinen steigt die Investitionsbereitschaft jeweils mit zunehmender Unternehmensgr\u00f6\u00dfe. Bei der Nachhaltigkeit f\u00e4llt der Unterschied zwischen gro\u00dfen und kleinen Mittelst\u00e4ndlern dabei mit am geringsten aus.<br \/>\n<strong><br \/>\nSicherung der Lieferketten<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der durch den Post-Corona-Boom entstandenen Knappheit bei vielen Vorprodukten und mittlerweile auch bei vielen Endprodukten kommt der Sicherung der Lieferketten auch im deutschen Mittelstand eine immer gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zu. F\u00fcr fast zwei Drittel der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen ist die Stabilisierung der Lieferketten aktuell relevant. Dabei zeigt sich keine echte Tendenz hinsichtlich der Unternehmensgr\u00f6\u00dfe. Selbst von den kleinen Mittelst\u00e4ndlern mit einem Jahresumsatz von unter f\u00fcnf Millionen Euro streben deutlich mehr als die H\u00e4lfte die Sicherung der Lieferketten an. Die Probleme im Zusammenhang mit den Lieferketten treten derzeit vor allem in den Industriebranchen auf. Am meisten an einer Sicherung der Lieferketten interessiert sind mit mindestens drei Viertel der Befragten die Chemie- und Kunststoffindustrie sowie der Metall-, Automobil- und Maschinenbau.<br \/>\n<strong><br \/>\nAbsatzpreiserwartungen klettern auf Allzeithoch<\/strong><\/p>\n<p>Zu den negativen Folgen des Post-Corona-Booms z\u00e4hlen auch die stark gestiegenen Kosten f\u00fcr Energie, Rohstoffe und Vorprodukte. Diese belasten die kleinen bis mittelgro\u00dfen Unternehmen ebenso wie die internationalen Konzerne. Daher ist es folgerichtig, dass auch die mittelst\u00e4ndischen Unternehmen planen, zumindest einen Teil der gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiterzureichen.<\/p>\n<p>Angesichts der betr\u00e4chtlichen Preissteigerungen f\u00fcr Energie und Transportkosten klettern die Absatzpreiserwartungen auf ein Allzeithoch. Seit die Mittelstandsumfrage im Jahr 1995 erstmals erhoben wurde, planten noch nie so viele Unternehmen, ihre Preise anzuheben: 58 Prozent der Befragten planen Preissteigerungen, nur vier Prozent wollen die Preise senken.<br \/>\n<strong><br \/>\nVerschlechterung der Bilanzqualit\u00e4t weniger deutlich als zuvor erwartet<\/strong><\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df der von zuvor rund 860 auf aktuell gut 8.700 Jahresabschl\u00fcsse verbreiterten Datenbasis sank der Bilanzqualit\u00e4tsindex im Krisenjahr 2020 gegen\u00fcber dem Vorjahr um deutliche 3,2 Punkte auf 119,9 Punkte. Der Index fiel damit zwar auf den niedrigsten Stand seit 2014. Er befindet sich aber nach wie vor erheblich \u00fcber seinem langj\u00e4hrigen Mittelwert der Jahre 2001 bis 2010 von 100 Punkten. Zuversichtlich stimmt auch, dass die Verschlechterung der Bilanzqualit\u00e4t 2020 etwas weniger stark ausfiel als im Rahmen der letzten VR Bilanzanalyse vom Fr\u00fchjahr 2021 erwartet. Damals wurde ein R\u00fcckgang des Indexes um 4,8 Punkte auf 118,4 Punkte prognostiziert.<\/p>\n<p>Gemessen an der Umsatzentwicklung z\u00e4hlten die Bereiche Beherbergung, Gastronomie, Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie Metallerzeugung und -bearbeitung zu den am st\u00e4rksten von der Krise betroffenen Branchen. Demgegen\u00fcber kamen beispielsweise die Bereiche Hochbau und Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und Sonstiges Ausbaugewerbe deutlich glimpflicher durch das Krisenjahr. Hier konnten im Mittel kr\u00e4ftige Umsatzsteigerungen erzielt werden. Generell gingen r\u00fcckl\u00e4ufige (zunehmende) Branchenums\u00e4tze mit niedrigeren (h\u00f6heren) Gesamtkapitalrentabilit\u00e4ten, h\u00f6heren (niedrigeren) Kurzarbeiterquoten, zuweilen sinkenden (steigenden) Eigenkapitalquoten und vielfach abnehmenden (zunehmenden) Nettoinvestitionen einher.<br \/>\n<strong><br \/>\n\u00dcber die Studie &#8222;Mittelstand im Mittelpunkt&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die Gemeinschaftsstudie \u201eMittelstand im Mittelpunkt\u201c liefert eine umfassende Analyse des deutschen Mittelstands. Sie setzt sich zusammen aus der VR Bilanzanalyse und der VR Mittelstandsumfrage. Grundlage f\u00fcr die VR Mittelstandsumfrage sind Telefon- und Onlineinterviews, die im Zeitraum vom 6.\u00a0September bis zum 7. Oktober 2021 durchgef\u00fchrt wurden. Die Stichprobe von 1.000 Unternehmen ist repr\u00e4sentativ; befragt wurden Inhaber und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer mittelst\u00e4ndischer Unternehmen in Deutschland. Basis f\u00fcr die VR Bilanzanalyse sind die Jahresabschlussdaten (Bilanzen und Erfolgsrechnungen), welche die mittelst\u00e4ndischen Firmenkunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Rahmen ihrer Kreditantragstellungen f\u00fcr die Jahre 2001 bis 2020 einreichten (insgesamt gut 2,2 Millionen Abschl\u00fcsse).<\/p>\n<p>Text und Foto:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vbinswf.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Volksbank in S\u00fcdwestfalen eG<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der deutsche Mittelstand wird weiterhin durch die Folgen der Coronapandemie beeintr\u00e4chtigt. 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