{"id":26708,"date":"2021-12-16T10:31:32","date_gmt":"2021-12-16T09:31:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=26708"},"modified":"2021-12-16T10:32:30","modified_gmt":"2021-12-16T09:32:30","slug":"aus-der-hochwasserkatastrophe-die-richtigen-lehren-ziehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/aus-der-hochwasserkatastrophe-die-richtigen-lehren-ziehen\/","title":{"rendered":"Aus der Hochwasserkatastrophe die richtigen Lehren ziehen"},"content":{"rendered":"<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) f\u00f6rdert ab sofort ein Projekt, das zur Aufarbeitung der Hochwasserkatstrophe im Juli 2021 beitragen soll. Ziel ist es, Risikovorhersagen, Krisenkommunikation und Katastrophenmanagement bei der Bew\u00e4ltigung von Extremwetterlagen zu verbessern. In dem Verbund unter Leitung des Instituts f\u00fcr Wasserbau und Wasserwirtschaft an der RWTH Aachen arbeiten ForscherInnen sowie Anwender aus unterschiedlichsten Fachdisziplinen und Organisationen zusammen. Die Universit\u00e4t Siegen ist am Projekt beteiligt.<\/p>\n<div>\n<p>Ein Team aus Medienwissenschaftlerinnen und Medienwissenschaftlern der Uni Siegen um Prof. Dr. Gebhard Rusch untersucht zun\u00e4chst die Kommunikation von Beh\u00f6rden, Medien und Bev\u00f6lkerung rund um das Hochwasser. Dazu z\u00e4hlt einerseits die Kommunikation im Zusammenhang mit der Informationslage bis zum Eintritt der Katastrophe, andererseits die Kommunikation \u00fcber den Verlauf des Hochwassers hinweg und schlie\u00dflich f\u00fcr die nachfolgende Zeit. \u201eDie Katastrophe scheint mit der fortschreitenden Aus- und \u00dcberlastung s\u00e4mtlicher Vorfluter in den betroffenen Gebieten so schnell und mit solcher Wucht eingetreten zu sein, dass f\u00fcr Pr\u00e4ventions- und Rettungsma\u00dfnahmen weder Zeit noch Raum geblieben war\u201c, erkl\u00e4rt Rusch, Akademischer Direktor am Institut f\u00fcr Medienforschung der Uni Siegen. In den \u00dcberflutungsgebieten wurden praktisch alle bodengest\u00fctzten Kommunikationsinfrastrukturen \u2013 z.B. Telefonnetze, und selbst der Beh\u00f6rdenfunk \u2013 nachhaltig zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich untersucht das Projekt auf Basis der Bestandsaufnahme, wie den Beh\u00f6rden rechtzeitig hinreichend komplexe Lageinformationen zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen, damit passende Ma\u00dfnahmen geplant und Entscheidungen getroffen werden k\u00f6nnen. Das Institut f\u00fcr Medienforschung erarbeitet Konzepte f\u00fcr deutlich robustere Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen sowie Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine verbesserte \u00fcberorganisationale Kommunikation und Zusammenarbeit von Beh\u00f6rden, Forschungsdiensten und Medien. Dazu geh\u00f6ren in allen Lagen und fr\u00fchestm\u00f6glich auch entsprechende Informationen und Hilfsangebote f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Das Institut f\u00fcr Medienforschung der Uni Siegen hat seit 2006 zahlreiche Projekte vor allem im Bereich der Sicherheitsforschung des Bundes in leitender Funktion und als Konsortialpartner in gr\u00f6\u00dferen Forschungsgruppen durchgef\u00fchrt. Thematische Schwerpunkte dieser Arbeiten waren die Kommunikation und der Medieneinsatz von Rettungskr\u00e4ften, Beh\u00f6rden, Politik, Presse und \u00d6ffentlichkeit in Krisen- und Katastrophenlagen. Dabei war die zentrale Leitfrage, wie die Sicherheit durch achtsames Kommunizieren und den Einsatz unterst\u00fctzender Medien f\u00fcr alle beteiligten Akteure und Organisationen nachhaltig verbessert werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Neben der RWTH Aachen und der Uni Siegen sind die FU Berlin, die Deutsche Universit\u00e4t f\u00fcr Verwaltungswissenschaften Speyer und die Universit\u00e4t Potsdam am Projekt beteiligt. Von den Forschungsteams flie\u00dft vielf\u00e4ltiges Know-how aus unterschiedlichen Bereichen ein \u2013 wie etwa Wasserbau und Wasserwirtschaft, Verwaltungswissenschaften, Medienforschung sowie Geografie bzw. Naturrisiken- und Katastrophenforschung. Auch von Anwenderseite bringen zahlreiche Akteure ihre umfassende Expertise, aber vor allem auch ihre unmittelbaren Erfahrungen bei der Bew\u00e4ltigung der Hochwasserlage mit in das Projekt ein. Dazu geh\u00f6ren u.a. das Bundesamt f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Technische Hilfswerk (THW) und der Deutsche Wetterdienst.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Verbundprojekt \u201eGovernance und Kommunikation im Krisenfall des Hochwasserereignisses im Juli 2021 \u00ad- HoWas2021\u201c stellt das BMBF rund 1,5 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung. Das Projekt hat eine Laufzeit von 18 Monaten.<\/p>\n<p>Info: <a href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/start\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Universit\u00e4t Siegen<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) f\u00f6rdert ab sofort ein Projekt, das zur Aufarbeitung der Hochwasserkatstrophe im Juli 2021 beitragen soll. 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