{"id":2663,"date":"2015-08-10T11:10:08","date_gmt":"2015-08-10T09:10:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=2663"},"modified":"2015-08-10T14:40:55","modified_gmt":"2015-08-10T12:40:55","slug":"angehende-abiturienten-staerker-fuer-berufsbildung-oder-duales-studium-gewinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/angehende-abiturienten-staerker-fuer-berufsbildung-oder-duales-studium-gewinnen\/","title":{"rendered":"Angehende Abiturienten st\u00e4rker f\u00fcr Berufsbildung oder duales Studium gewinnen"},"content":{"rendered":"<p>Deutlich \u00fcber die H\u00e4lfte der angehenden Abiturienten m\u00f6chte nach dem Schulabschluss studieren. Nur 14 Prozent streben eine duale Ausbildung an. Rund ein Drittel der Jugendlichen ist noch unentschlossen oder hat sich noch keine detaillierten Gedanken \u00fcber die eigene berufliche Perspektive gemacht. Und: Wenn die jungen Leute ein Studium im Blick haben, dann verf\u00fcgen sie kaum \u00fcber klare und zielgerichtete Vorstellungen, was auf sie zukommt; und zwar weder bezogen auf das Studienfach noch im Hinblick auf sp\u00e4tere berufliche Einsatzbereiche. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Befragung der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) bei 1310 angehenden Abiturienten aus 20 Schulen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Unternehmen ben\u00f6tigen \u00fcberwiegend beruflich qualifizierte Fachkr\u00e4fte. Wenn es immer mehr Abiturienten gibt, m\u00fcssen wir gr\u00f6\u00dfere Teile dieses Personenkreises f\u00fcr eine betriebliche Berufsausbildung begeistern. Gelingt dies nicht, bluten unsere Ausbildungsstrukturen auf Strecke aus. Daran kann die heimische Wirtschaft kein Interesse haben.\u201c Das betont IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener bei der Vorstellung der Brosch\u00fcre \u201eWie gehen Abiturienten mit ihrer Berufswahl um?\u201c. Die Zahl der Studienanf\u00e4nger stieg in den vergangenen Jahren stetig. Mittlerweile beginnen in Deutschland ebenso viele Jugendliche ein Studium wie eine betriebliche Ausbildung. Oberstufensch\u00fcler bei ihrer Berufs- und Bildungsorientierung besser zu verstehen, veranlasste die IHK, angehende Abiturienten genauer nach ihrer Berufswahl und den Kriterien daf\u00fcr zu befragen.<\/p>\n<p>Praxisorientiertes Studieren, wie beim dualen oder beim Fachhochschulstudium, kommt der Untersuchung zufolge nur f\u00fcr 12 Prozent beziehungsweise 6 Prozent der Jugendlichen in Betracht. Allerdings: Bei der Mehrheit der jungen Menschen ist die Neigung zum reinen Universit\u00e4tsstudium deshalb so stark ausgepr\u00e4gt, weil sie eher schlecht informiert sind. \u00dcber die umfassenden beruflichen M\u00f6glichkeiten, die eine betriebliche Berufsausbildung oder ein duales Studium bieten, f\u00fchlt sich mehr als jeder zweite Jugendliche wenig bis gar nicht im Bilde. \u201eDas Ausma\u00df der Informationsdefizite hat uns \u00fcberrascht\u201c, unterstreicht Stephan J\u00e4ger, Referatsleiter bei der IHK und Leiter der Studie, das Ergebnis: \u201eDie fehlende Information f\u00fchrt bei vielen der befragten Jugendlichen zu Unsicherheit und Unentschlossenheit. Flexible Blicke \u201e\u00fcber den Tellerrand\u201c eines Studiums hinaus scheinen eher die Ausnahme. Das m\u00fcssen wir \u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p>Gerade der relativ gro\u00dfen Gruppe der Unentschlossenen w\u00fcrden dazu mehr und vor allem gezielte Ausk\u00fcnfte sehr weiterhelfen. Die bestehenden Berufsberatungen erf\u00fcllen dies nach Einsch\u00e4tzung von 60 Prozent der Jugendlichen jedoch kaum. \u201eDie aus den Ergebnissen abgeleiteten Handlungsziele m\u00fcssen auf mehreren Ebenen wirken. Aus Sicht der Wirtschaft ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Jugendlichen effektiver und umfassender \u00fcber alle bestehenden Berufsm\u00f6glichkeiten zu informieren und das Image von betrieblicher Berufsausbildung und dualen Studieng\u00e4ngen weiter zu verbessern\u201c, erg\u00e4nzt IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Fenster. Die IHK wolle mit dieser Untersuchung und den dargelegten Vorschl\u00e4gen einen Beitrag dazu leisten und einen positiven Prozess in der Region ansto\u00dfen.<\/p>\n<p>Immerhin seien 44 Prozent aller befragten Oberstufensch\u00fclerinnen und \u2013sch\u00fcler nicht ausschlie\u00dflich auf ein Studium fixiert. Zwei Drittel der jungen Menschen erw\u00e4gen die betriebliche Ausbildung erst dann als berufliche Alternative, wenn sie mehr dar\u00fcber erfahren. In Bezug auf das duale Studium sagen das sogar 70 Prozent. Anscheinend erreichen die vielf\u00e4ltigen Informationen \u00fcber die dualen Bildungswege die Abiturienten bisher zu wenig. Wichtige Ansatzpunkte f\u00fcr die Ansprache der Jugendlichen sind Homepages, Freunde und Bekannte, Praktika sowie die Eltern. Dies geben die Abiturienten als die f\u00fcnf wichtigsten Informationsquellen f\u00fcr die Berufswahl an.<\/p>\n<p>Konkret k\u00f6nnen dazu verschiedene Aktivit\u00e4ten einen Beitrag leisten. Diese werden durch die IHK Siegen unterst\u00fctzt und initiiert. Schnuppertage und Berufsorientierungstage bei Unternehmen helfen, einen klaren Blick auf die verschiedenen Berufe zu bekommen. Auszubildende k\u00f6nnen als \u201eAusbildungsbotschafter\u201c in Schulen Informationen auf Augenh\u00f6he vermitteln. Betriebsnahe Projekt- und Facharbeiten erm\u00f6glichen praxisnahe Erfahrungen. Unternehmenspartnerschaften mit Schulen helfen, Kontakte zu kn\u00fcpfen. Besch\u00e4ftigte und Unternehmer k\u00f6nnen als Vorbilder in die Schulen gehen und dort lebendig berichten oder \u00fcber ihre Produkte die Leistungsf\u00e4higkeit darstellen. Das Projekt \u201eAlternative zu Abitur und Studium\u201c bietet fassbare M\u00f6glichkeiten der Berufsorientierung. Insgesamt will die IHK die Zusammenarbeit mit den Schulen deutlich ausbauen. Dar\u00fcber hinaus sollen auch spezifische Abiturientenprogramme entwickelt werden, mit denen die duale Berufsausbildung f\u00fcr Abiturienten attraktiver wird. Die genannten Aktivit\u00e4ten bieten einen guten Einstieg zum Erreichen der abgeleiteten Handlungsziele. Damit w\u00e4re ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung zur Fachkr\u00e4ftesicherung mittels leistungsf\u00e4higer Auszubildender getan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutlich \u00fcber die H\u00e4lfte der angehenden Abiturienten m\u00f6chte nach dem Schulabschluss studieren. Nur 14 Prozent streben eine duale Ausbildung an. 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