{"id":26281,"date":"2021-11-24T14:47:24","date_gmt":"2021-11-24T13:47:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=26281"},"modified":"2021-11-24T14:47:24","modified_gmt":"2021-11-24T13:47:24","slug":"hilflosigkeit-in-wellen-die-pandemie-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/hilflosigkeit-in-wellen-die-pandemie-geht-weiter\/","title":{"rendered":"Hilflosigkeit in Wellen: Die Pandemie geht weiter"},"content":{"rendered":"<p>Wer in den letzten Monaten einmal geglaubt hat, die Pandemie sei vor\u00fcber, der wurde und wird eines Besseren belehrt. So wie Corona unser Land in Wellen \u00fcberrollt, gleicht die Stimmung in unserer Branche ebenfalls einer Wellenbewegung. Je h\u00f6her die Ausschl\u00e4ge der Corona-Welle und damit einhergehend Einschr\u00e4nkungen, Auflagen bis hin zu Schlie\u00dfungen, desto schlechter die Stimmung bei Gastronomen und Hoteliers. Je mehr es den Anschein hat, dass wir die Pandemie in den Griff bekommen k\u00f6nnten, desto besser unsere Laune, weil sich dann wieder ein Gef\u00fchl der \u201ealten\u201c Normalit\u00e4t einstellt, schreibt Haakon Herbst, Regionalpr\u00e4sident der DEHOGA NRW, in seinem Beitrag im NRW-Wirtschaftsblog &#8222;Klartext im Westen&#8220;.<\/p>\n<div id=\"attachment_26283\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Herbst_Haakon.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-26283\" class=\"size-medium wp-image-26283\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Herbst_Haakon-300x283.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Herbst_Haakon-300x283.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Herbst_Haakon.jpg 341w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-26283\" class=\"wp-caption-text\">Haakon Herbst ist Regionalpr\u00e4sident der DEHOGA NRW.<\/p><\/div>\n<p>Momentan befindet sich unsere Stimmung \u2013 mal wieder \u2013 an einem Tiefpunkt. Die mittlerweile vierte Welle t\u00fcrmt sich vor uns auf, wir sind als Land wieder nicht ausreichend darauf vorbereitet, mit der Pandemie angemessen umzugehen: Impfzentren wurden geschlossen, jetzt wieder er\u00f6ffnet, Tests kostenpflichtig gemacht, jetzt sind sie wieder kostenlos, die Impfkampagne tritt auf der Stelle, nimmt jetzt aber hoffentlich Fahrt auf, die Politik wirkt hilflos, wertvolle Zeit verstreicht nutzlos. Konsequenzen: Die Inzidenzen schnellen nach oben, Krankenhausbetten werden knapp, die Bev\u00f6lkerung ist verunsichert, aus 3G wird 2G, \u201eSonderopfer\u201c werden schon mal angek\u00fcndigt und wenn das alles nicht reicht und die Welle weiterw\u00e4chst, gibt es vielleicht wieder einen Lockdown, den es doch nie wieder geben sollte. Diese Gemengelage bedeutet f\u00fcr viele Unternehmer einen \u201eQuasi-Lockdown\u201c. Fazit nach nunmehr 21 Monaten: Gastronomie und Hotellerie bleiben im Epizentrum politischer Ma\u00dfnahmen bei der unzureichenden Corona-Bek\u00e4mpfung.<\/p>\n<p>Wir machen keinen Hehl daraus, dass wir weiterhin gerne Gastgeber f\u00fcr die gesamte Bev\u00f6lkerung geblieben w\u00e4ren. Wir wollen keine bestimmten Gruppen ausschlie\u00dfen. Das liegt nicht in unserer Gastgeber-DNA. Deshalb lehnen wir 2G ab und w\u00e4ren gerne bei einer 3G-Regelung geblieben, sowie es sie jetzt endlich f\u00fcr \u00d6PNV und Fernreiseverkehr gibt. Warum nicht bei uns, wo das Infektionsrisiko in Hotels oder Restaurants sicherlich nicht h\u00f6her ist? Aber neben dem unguten Gef\u00fchl, bestimmte potenzielle G\u00e4ste abweisen zu m\u00fcssen, bereitet uns die Tatsache gro\u00dfe Sorgen, dass jetzt im zweiten Jahr in Folge das f\u00fcr die Gastronomie so eminent wichtige Jahresendgesch\u00e4ft wieder empfindlich getroffen wird, nicht nur durch die Einf\u00fchrung der 2G-Regelungen. Im letzten Jahr hatten wir ab November geschlossen, in diesem haben wir uns auf einem akzeptablen Weg befunden, wenn auch nicht mit 2019 vergleichbar. Jetzt holt uns die Pandemie mit voller Wucht wieder ein. Die pandemische Entwicklung und die damit einhergehende steigende Verunsicherung in der Bev\u00f6lkerung und der Wirtschaft bedeuten f\u00fcr die Branche: deutlich geringere Ums\u00e4tze wegen weniger Weihnachtsfeiern, mehr abgesagte andere Veranstaltungen, weniger G\u00e4ste, die ausgehen. Die stornierten Feiern und Veranstaltungen lagen Mitte letzter Woche bereits bei einem Drittel. 23 Prozent der \u00dcbernachtungen \u2013 gesch\u00e4ftlich oder privat \u2013 wurden storniert. Heute sind die Quoten noch deutlich h\u00f6her. Tendenz weiter steigend. Stimmung im Gastgewerbe: weiter fallend.<\/p>\n<p>Wegen der sich durch die neuerlichen Ma\u00dfnahmen und die wachsende Unsicherheit abzeichnenden wirtschaftlichen Folgen f\u00fcr das Gastgewerbe braucht es weiterhin dringend der staatlichen Unterst\u00fctzungen wie \u00dcberbr\u00fcckungshilfen oder Kurzarbeitergeld und zwar \u00fcber das Ende dieses Jahres hinaus. Dass diese Erkenntnis auch in der Politik gereift ist, beruhigt etwas. Genauso muss aus unserer Sicht allerdings \u00fcberpr\u00fcft werden, ob die aktuellen Hilfen der jetzigen Situation \u00fcberhaupt noch gerecht werden. Unserer Auffassung nach muss hier deutlich nachgebessert werden. Die Einstiegsh\u00fcrde bei 30 % Umsatzr\u00fcckgang ist zu hoch angesetzt. Bei einer Branche mit einer maximal 10% Umsatzrendite ist das dauerhaft nicht darstellbar.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang r\u00fccken zwei weitere Problemkreise in den Fokus, die schon zu Beginn der Pandemie angelegt waren: Die im Fr\u00fchjahr 2020 \u201egew\u00e4hrten\u201c Pacht- und Mietstundungen, die 2022 auslaufen und die KfW \u2013 Kredite, die jetzt schon bedient werden m\u00fcssen. Hier fordern wir die Umwandlung von KfW-Krediten in Zusch\u00fcsse und eine faire Verteilung des Pachtrisikos zwischen P\u00e4chter und Verp\u00e4chter, wenn Betriebe ihrer Funktion gem\u00e4\u00df nicht oder nur \u00e4u\u00dferst eingeschr\u00e4nkt genutzt werden konnten. \u00a0Mit Spannung erwarten wir diesbez\u00fcglich den Urteilsspruch des BGH am 1.12.2021.<\/p>\n<p>Wir sind bis dato mehrheitlich gerade so eben durch die Pandemie gekommen. Auch wegen der staatlichen Unterst\u00fctzung. Diese ganzen Anstrengungen w\u00e4ren komplett umsonst unternommen worden, wenn man uns auf der Zielgeraden nun allein lie\u00dfe.<\/p>\n<p>Bald ist Weihnachten und damit \u201eWunschzettelzeit\u201c: Wir w\u00fcnschen uns (immer noch)<\/p>\n<ul>\n<li>eine Politik, die verl\u00e4sslich und vorausschauend agiert und deren Hilflosigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie endlich ein Ende hat<\/li>\n<li>dass, ein \u201eQuasi-Lockdown\u201c\u00a0auch nach der kommenden Bund-L\u00e4nder-Konferenz Anfang Dezember ausgeschlossen bleibt<\/li>\n<li>dass der staatliche wirtschaftliche Schadensersatz so lange erfolgt, wie er Corona-bedingt notwendig ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und am Ende hoffen wir, dass wir schnellstm\u00f6glich wieder das sein d\u00fcrfen, was uns antreibt: Gute Gastgeber ohne Einschr\u00e4nkungen zu sein: f\u00fcr jeden Mann und jede Frau. F\u00fcr alle, die bei uns Gast sein m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Bild und Info: <a href=\"https:\/\/www.unternehmer.nrw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">unternehmer nrw<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in den letzten Monaten einmal geglaubt hat, die Pandemie sei vor\u00fcber, der wurde und wird eines Besseren belehrt. 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