{"id":26137,"date":"2021-11-16T13:55:25","date_gmt":"2021-11-16T12:55:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=26137"},"modified":"2021-11-16T15:44:03","modified_gmt":"2021-11-16T14:44:03","slug":"ihk-umfrage-wirtschaft-fordert-haertere-gangart-im-kampf-gegen-die-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ihk-umfrage-wirtschaft-fordert-haertere-gangart-im-kampf-gegen-die-pandemie\/","title":{"rendered":"IHK-Umfrage: Wirtschaft fordert h\u00e4rtere Gangart im Kampf gegen die Pandemie"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie heimische Wirtschaft erwartet von Bund und Land eine deutlich h\u00e4rtere Gangart in der Bek\u00e4mpfung der Corona-Pandemie. Zwei Drittel (67 Prozent) der Unternehmen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe vertreten die Auffassung, dass eine f\u00fcr alle g\u00fcltige generelle Corona-Impfpflicht politisch angestrebt werden sollte. Die Politik sollte daher klarere Kante zeigen und endlich N\u00e4gel mit K\u00f6pfen machen.\u201c Mit diesen Worten fasst IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel die Ergebnisse einer neuerlichen Blitzumfrage der Siegener Kammer zusammen, an der sich in den vergangenen Tagen 721 (!) Betriebe beteiligten. Nur 33 Prozent der Unternehmen sprechen sich hier gegen eine grunds\u00e4tzlich geltende Corona-Impfpflicht aus. \u00c4hnlich deutlich f\u00e4llt auch das Votum in der Frage einer verbindlichen 3G- oder 2G-Regelung f\u00fcr die Arbeitspl\u00e4tze vor Ort aus: 81 Prozent der Unternehmen w\u00fcrden eine entsprechende gesetzliche Vorgabe begr\u00fc\u00dfen. 32 Prozent halten eine verbindlich vorgegebene 3G-Regelung f\u00fcr angebracht, fast die H\u00e4lfte, n\u00e4mlich 49 Prozent, spricht sich sogar f\u00fcr eine verbindliche 2G-Regelung aus. Auf Ablehnung st\u00f6\u00dft eine solche Zugangsbeschr\u00e4nkung f\u00fcr die Arbeitspl\u00e4tze im eigenen Unternehmen lediglich bei einer Minderheit von 19 Prozent.<\/p>\n<p>IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDer deutlichen Mehrheit der heimischen Firmen gehen die derzeit diskutierten Modelle der Ampel offenbar nicht weit genug. Sie erwarten angesichts der versch\u00e4rften Lage, dass die neue Parlamentsmehrheit gemeinsam mit den L\u00e4ndern schnell das ,gro\u00dfe Besteck\u2018 hervorholt. Wenn die Probleml\u00f6sung vor allem im Impfen liegt, muss eben der Status der Nichtgeimpften mit deutlich mehr Nachteilen verbunden werden als bisher. Schlie\u00dflich wartet das Virus nicht, bis Parteitage Koalitionsverhandlungen abgesegnet haben.\u201c Zudem gelte es offenkundig aus Sicht weiter Teile der regionalen Wirtschaft auch, endlich die gravierendsten Widerspr\u00fcche der bisherigen Politik zu korrigieren. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eEin Gastronom darf von seinen Mitarbeitern nicht wissen, ob sie geimpft sind. Er muss dieselben Mitarbeiter jedoch beauftragen, jedem einzelnen Gast genau diesen Nachweis abzuverlangen. Widerspruchsfreie Regelungen f\u00fchlen sich anders an!\u201c<\/p>\n<p>Wenngleich die Tendenz eindeutig ist, unterscheiden sich die Ergebnisse in ihrer Deutlichkeit zwischen den Branchen. W\u00e4hrend 74 Prozent der Industriebetriebe eine generelle Corona-Impfpflicht bef\u00fcrworten, liegt der Zuspruch hierf\u00fcr beim Einzelhandel und im Dienstleistungsgewerbe deutlich niedriger (62 Prozent bzw. 61 Prozent). Zudem f\u00e4llt beim Gro\u00df- und Einzelhandel die Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine gesetzliche 3G- oder 2G-Regelung f\u00fcr die Arbeitspl\u00e4tze etwas geringer aus als in den anderen befragten Branchen. Felix G. Hensel: \u201eDie Industrie ist weit \u00fcberwiegend darauf angewiesen, dass die Arbeit vor Ort verrichtet wird. Homeoffice ist nur in wenigen F\u00e4llen m\u00f6glich. Eine Impfpflicht kann hier helfen, die Arbeitsabl\u00e4ufe in der Pandemie sicherzustellen. Viele H\u00e4ndler haben die Zeit der Lockdowns hingegen nur mit M\u00fche und Not \u00fcberstanden und sind nun auf jeden Euro Umsatz angewiesen. Jede neue Reglementierung droht letzten Endes Kundenausf\u00e4lle mit sich zu bringen.\u201c<\/p>\n<p>Bei der Umsetzung von Ma\u00dfnahmen vertraut die Wirtschaft dem Bund in der aktuellen Lage offenbar st\u00e4rker als den einzelnen Bundesl\u00e4ndern: Der Gro\u00dfteil der Befragten (77 Prozent) w\u00fcrde es begr\u00fc\u00dfen, wenn die verbindliche Einf\u00fchrung von 3G- oder 2G-Vorschriften in den Betrieben zentral durch die Bundesregierung umgesetzt w\u00fcrde. Lediglich 23 Prozent der Betriebe w\u00fcnschen sich eine dezentrale Regelung durch das jeweilige Bundesland, die an Inzidenzwerten und weiteren Faktoren, wie der Belegung von Intensivbetten in den Krankenh\u00e4usern, ausgerichtet ist. IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDie Erinnerung an Videokonferenzen, in denen sich Bund und L\u00e4nder nachts auf einen Regelungsrahmen verst\u00e4ndigten, der im Laufe des Vormittags bereits auf Landesebene ad acta gelegt wurde, ist vielen offenbar noch gegenw\u00e4rtig. Ein stringenteres \u201aDurchgreifen\u2018 erscheint vielen in der jetzigen Situation dringend geboten. Dies sollte angesichts der Debatte um ein Ende der \u201aepidemischen Notlage\u2018 als Grundlage f\u00fcr Verordnungen und zentrale Corona-Ma\u00dfnahmen zu denken geben. Die Firmen w\u00fcnschen eher klare einheitliche Regelungen statt Flickenteppiche \u2013 und sie erwarten, dass konsequenter und schneller gehandelt wird.\u201c<\/p>\n<p>Zutrittsbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr Ungeimpfte gehen mit zus\u00e4tzlichen Kosten einher, weil entsprechende Tests vorgehalten und durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen. Die Unternehmen sehen hier \u00fcberwiegend den Staat in der Verantwortung, wenn es darum geht, wer hierf\u00fcr aufkommen soll. Gegen ein Abw\u00e4lzen hieraus entstehender Belastungen auf die Unternehmen sprechen sich 76 Prozent der Betriebe aus. Hier sind es insbesondere das Baugewerbe (86 Prozent) und der Einzelhandel (84 Prozent), die sich deutlich gegen eine Beteiligung an den Kosten f\u00fcr die Tests aussprechen. F\u00fcr 24 Prozent aller Befragten ist angesichts der Bedeutung der Ma\u00dfnahme f\u00fcr die Unternehmen auch denkbar, dass die Wirtschaft selbst Geld hierf\u00fcr in die Hand nimmt.<\/p>\n<p>46 Prozent der befragten Unternehmen denken dar\u00fcber nach, auf eigene Initiative verbindliche 3G- oder 2G-Zutrittsregelungen f\u00fcr bestimmte Bereiche im Betrieb einzuf\u00fchren, etwa f\u00fcr die Nutzung von Sozialr\u00e4umen oder der Kantine. Etwas geringer liegt mit 41 Prozent der Anteil der Unternehmen, die dies nicht in Erw\u00e4gung ziehen. Allerdings: 13 Prozent der Befragten antworteten auf diese Frage weder mit \u201eja\u201c noch mit \u201enein\u201c. Felix G. Hensel: \u201eDies k\u00f6nnte darauf hindeuten, dass sich gerade in diesem Punkt etliche Unternehmen noch nicht im Klaren dar\u00fcber sind, wie weit eigene Ma\u00dfnahmen reichen sollten. Immerhin kann sich ein solcher Schritt unmittelbar auf das Betriebsklima auswirken.\u201c Einen erneuten \u201eLockdown\u201c schlie\u00dft die heimische Wirtschaft nicht aus. Zwar h\u00e4lt die Mehrheit der Unternehmen (56 Prozent) die Wiedereinf\u00fchrung der drastischen Ma\u00dfnahme derzeit f\u00fcr \u201esehr unwahrscheinlich\u201c oder \u201eeher unwahrscheinlich\u201c. Aber vom Tisch ist das Thema offenkundig nicht: Das jedenfalls geben 44 Prozent der befragten Betriebe an: 32 Prozent halten einen erneuten \u201eLockdown\u201c f\u00fcr \u201eeher wahrscheinlich\u201c, 12 Prozent sogar f\u00fcr \u201esehr wahrscheinlich\u201c.<\/p>\n<p>Grafiken zur Umfrage finden Sie <a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Grafiken-Blitzumfrage-Impfpflicht.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Text und Grafik: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a>; Foto: Pixabay\/Wilfried Pohnke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie heimische Wirtschaft erwartet von Bund und Land eine deutlich h\u00e4rtere Gangart in der Bek\u00e4mpfung der Corona-Pandemie. 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