{"id":26074,"date":"2021-11-12T09:21:06","date_gmt":"2021-11-12T08:21:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=26074"},"modified":"2021-11-12T09:25:29","modified_gmt":"2021-11-12T08:25:29","slug":"ressourcen-schonen-in-der-papierindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ressourcen-schonen-in-der-papierindustrie\/","title":{"rendered":"Uni Siegen: Ressourcen schonen in der Papierindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Die Herstellung von Papier verbraucht viel Energie, Holz und Wasser. Der j\u00e4hrliche Aussto\u00df von rund 10,6 Mio. Tonnen an CO2 bei der Papierproduktion in Deutschland entspricht den Emissionen von rund 4,5 Millionen Autos. Die beiden Forschungsprojekte des Lehrstuhls f\u00fcr International Production Engineering and Management unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Peter Burggr\u00e4f, ODiWiP (Optimierter Wertstoffkreislauf in der Papierindustrie) und EnEWA (Energieeinsparung bei der Papierproduktion durch Erschlie\u00dfung der Wertsch\u00f6pfungsketten Altpapier aus Leichtverpackungen, Restabfall und Gewerbeabfall), verfolgen mit unterschiedlichen Ans\u00e4tzen das gemeinsame Ziel, den Ressourcenverbrauch bei der Papierherstellung und dem Recycling weiter zu reduzieren.<\/p>\n<p>Mit dem im Dezember 2021 startenden und vom Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Innovation (BMWi) gef\u00f6rderten Projekt EnEWA wollen die Forscher am <a href=\"https:\/\/www.campus-buschhuetten.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Campus Buschh\u00fctten<\/a> neue Quellen f\u00fcr die Altpapiergewinnung erschlie\u00dfen bzw. nutzbar machen. Laut Verband Deutscher Papierfabriken stellt Altpapier bereits heute mit mehr als 66 % den wichtigsten Rohstoff in der Papierproduktion dar. Aufgrund von beispielsweise falscher Entsorgung kann nicht das gesamte anfallende Altpapier wiederverwendet werden.<\/p>\n<p>\u201eWir gehen davon aus, dass etwa 30 Prozent der Fehlw\u00fcrfe wiederverwendet werden k\u00f6nnten\u201c, erkl\u00e4rt Philipp Nettesheim, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f\u00fcr Produktionstechnik. Altpapier aus Restm\u00fclltonnen, Systemverpackungen aus der Gastronomie und das \u00fcber die Systeme der Leichtverpackungen (gelber Sack\/Tonne) eingesammelte Fasermaterial kann aufgrund der aktuellen gesetzlichen Regelungen nicht als hochwertiges Sekund\u00e4rmaterial in der Papierproduktion verwendet werden. \u201eZiel ist es, ausgesondertes Papier so aufzubereiten, dass man es wieder dem Recyclingkreislauf zuf\u00fchren kann. Hierzu soll der Gesamtprozess durch eine mit Grenzwerten definierte Hygienisierung verbessert und um eine wirtschaftliche Verwertung der entstehenden Rezyklate erweitert werden\u201c, so Nettesheim. An dem Projekt sind neben der Universit\u00e4t Siegen das Institut f\u00fcr anthropogene Stoffkreisl\u00e4ufe der RWTH Aachen und vier Partner aus der Industrie beteiligt.<\/p>\n<p>Ebenfalls zur Ressourcenschonung beim Recycling von Altpapier und der Papierproduktion beitragen soll das vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) gef\u00f6rderte Forschungsprojekt ODiWiP. Dies soll durch Vernetzung aller Kreislaufpartner mithilfe von Digitalisierungstechnologien und K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) geschehen. \u201eDurch die systematische Bewertung des Altpapiers mit einer feinen, auf Daten basierten Kategorisierung m\u00f6chten wir eine effizientere Nutzung erm\u00f6glichen und Reklamationen und Logistikkosten stark verringern\u201c, so Projektleiter Alexander Becher. \u201eHier kommt uns unsere Expertise bei in Produktionsprozessen anwendbarer KI zugute.\u201c Als Verbundpartner haben die Siegener Ingenieure das Fraunhofer Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) sowie die Leipa Group GmbH, Tomra Sorting GmbH und die Consultingtalents AG mit an Bord.<\/p>\n<p>Da hohe Schwankungsbreiten in der Zusammensetzung von Altpapiersorten gem\u00e4\u00df aktuell g\u00fcltiger Norm auftreten k\u00f6nnen, wollen die Forscher Daten sammeln und nutzen. Dies beginnt mittels Sensoren bereits bei der automatisierten Altpapiersortierung. Ein KI-Prognosemodul soll die zu erwartende Fertigpapierqualit\u00e4t vorausbestimmen und das Maschinenverhalten optimieren. Altpapier kann entsprechend der Zusammensetzung granularer kategorisiert und mit Datens\u00e4tzen versehen werden, sodass diese Daten beim Wareneingang des Papierherstellers unmittelbar zur Verf\u00fcgung stehen. Mithilfe von Big-Data-Ans\u00e4tzen und ausgew\u00e4hlten KI-Tools soll so der gesamte Wertstoffkreislauf \u00fcbergreifend in Hinblick auf effizienten Ressourceneinsatz optimiert werden.<\/p>\n<p>\u201eDas Thema \u201aKreislaufprozesse\u2018 gewinnt immer mehr an Bedeutung, umso wichtiger ist es uns, Forschung zu betreiben, die unmittelbar in der Industrie anwendbar ist\u201c, so Becher. So kann er sich gut vorstellen, das in dem Projekt gewonnene Wissen auch auf andere Branchen wie etwa der Kunststoff- oder Aluminiumindustrie, zu skalieren.<\/p>\n<p>Bild und Info: <a href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/start\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Universit\u00e4t Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Herstellung von Papier verbraucht viel Energie, Holz und Wasser. Der j\u00e4hrliche Aussto\u00df von rund 10,6 Mio. 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