{"id":25842,"date":"2021-10-25T15:44:11","date_gmt":"2021-10-25T13:44:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=25842"},"modified":"2021-10-25T15:44:11","modified_gmt":"2021-10-25T13:44:11","slug":"zunehmender-fachkraeftemangel-und-anhaltende-sorgen-um-lehrstellenmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/zunehmender-fachkraeftemangel-und-anhaltende-sorgen-um-lehrstellenmarkt\/","title":{"rendered":"Zunehmender Fachkr\u00e4ftemangel und anhaltende Sorgen um Lehrstellenmarkt"},"content":{"rendered":"<p>38 % der heimischen Unternehmen k\u00f6nnen derzeit offene Stellen l\u00e4ngerfristig nicht besetzen. Sie finden keine passenden Arbeitskr\u00e4fte. 47 % der Unternehmen erwarten dadurch steigende Arbeitskosten. Fachkr\u00e4fte zu halten und zu binden, wird deutlich teurer. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer neuerlichen IHK-Blitzumfrage bei 516 Unternehmen. Sie verdeutlichen, dass die Firmen neben den drastisch steigenden Energie- und Rohstoffpreisen sowie den gegebenen Materialengp\u00e4ssen auch im Fachkr\u00e4ftemangel momentan wieder einen Flaschenhals der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung sehen, betont IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201eWenn ein Viertel unserer Firmen Auftr\u00e4ge nicht mehr abarbeiten kann, weil ihnen die Fachkr\u00e4fte fehlen, dann haben wir ein Problem, das in Zukunft noch krasser ausfallen d\u00fcrfte. Fachkr\u00e4fte sind knapp; und sie werden noch knapper. Wir stehen hier erst am Anfang einer Entwicklung, f\u00fcr die es keinen betrieblichen K\u00f6nigsweg gibt.\u201c<\/p>\n<p>39 % der befragten Unternehmen gaben an, Mehrbelastungen der vorhandenen Belegschaften seien die unvermeidbare Folge dieser Entwicklung. Zugleich arbeitet bereits die H\u00e4lfte der Firmen daran, die eigene Arbeitgeberattraktivit\u00e4t zu steigern; etwa durch eine Reform der Verg\u00fctungssysteme oder auch durch flexiblere Arbeitszeitmodelle. 48 % der Firmen wollen in Zukunft mehr ausbilden. Das ist erfreulich, doch auch bei diesem betrieblichen L\u00f6sungsansatz existieren erhebliche Hemmnisse. IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Sabine Bechheim: \u201eGut 1.900 Ausbildungsvertr\u00e4ge werden im IHK-Bezirk 2021 zustande kommen. Der Zuwachs von 5 % ist zwar besser als bef\u00fcrchtet, aber immer noch weit von den durchschnittlichen Zahlen der vergangenen Jahre entfernt.\u201c Es m\u00fcsse alles daf\u00fcr getan werden, diesen positiven Trend auf dem Ausbildungsmarkt weiter zu stabilisieren und die durch die Corona-Pandemie verunsicherten Jugendlichen intensiver als bisher mit den Unternehmen zusammen zu bringen. Sabine Bechheim: \u201eSicherlich darf kein junger Mensch verlorengehen, aber m\u00f6glichst auch kein freier Ausbildungsplatz. Ansonsten riskieren wir, dass der Corona-Krise die Fachkr\u00e4fte-Krise folgt.\u201c<\/p>\n<p>Anzeichen hierf\u00fcr gebe es genug. Seit Jahren ver\u00e4nderten sich die Wege von Jugendlichen in den Beruf. Zugleich gebe es weniger Schulabg\u00e4nger in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe. Deren Zahl sei zwischen 2009 und 2019 um knapp ein Viertel auf rund 4.600 Jugendliche gesunken. Mindestens ebenso gravierend sei, dass der steigende Anteil an Abiturienten nahezu unaufhaltsam daherkomme. Im selben Zeitraum sei er von 32 % auf 41 % eines Jahrgangs gestiegen. Dies mache deutlich, wie sehr die berufliche Ausbildung unter Druck stehe. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDie Berufsorientierung konzentriert sich an Gymnasien weitgehend auf das Studium. Dem gegen\u00fcber ordnet man die betriebliche Erstausbildung vielfach als Plan B f\u00fcr die schw\u00e4cheren Abiturienten ein. Dabei wird h\u00e4ufig verkannt, dass eine betriebliche Lehre und ein Studium zwar nicht gleichartig, jedoch gleichwertig sind. Dies muss wieder deutlicher werden. Der normale Mensch f\u00e4ngt schlie\u00dflich nicht erst beim abgeschlossenen Master-Studium an.\u201c Deswegen helfe es auch nicht, abstrakte Diskussionen \u00fcber Ausbildungsgarantien oder Ausbildungsumlagen zu f\u00fchren. Wenn Hunderte von Lehrstellen offen seien, gingen solche L\u00f6sungsans\u00e4tze vollkommen an der Wirklichkeit vorbei, betont Sabine Bechheim: \u201eZielf\u00fchrender erscheint, sehr viel st\u00e4rker bei den jungen Menschen anzusetzen. Das gelingt, wenn Eltern ihren eigenen Kindern wieder h\u00e4ufiger eine betriebliche Lehre f\u00fcr den Start ins Berufsleben ans Herz legen. Die Karrierem\u00f6glichkeiten nach einer Berufsausbildung m\u00fcssen noch besser kommuniziert sowie die Leistungen der Auszubildenden intensiver gew\u00fcrdigt werden. So k\u00f6nnen heute auch zahlreiche Auszubildende einen Teil der betrieblichen Ausbildung im Ausland absolvieren. Kurz gesagt: Wir m\u00fcssen die Ausbildung wieder zum Plan A machen, zur besten M\u00f6glichkeit, beruflich Fu\u00df zu fassen.\u201c<\/p>\n<p>Info: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>38 % der heimischen Unternehmen k\u00f6nnen derzeit offene Stellen l\u00e4ngerfristig nicht besetzen. 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