{"id":2553,"date":"2015-07-02T14:44:37","date_gmt":"2015-07-02T12:44:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=2553"},"modified":"2015-07-02T14:44:37","modified_gmt":"2015-07-02T12:44:37","slug":"auf-der-suche-nach-dem-kleinsten-geruest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/auf-der-suche-nach-dem-kleinsten-geruest\/","title":{"rendered":"Auf der Suche nach dem kleinsten Ger\u00fcst"},"content":{"rendered":"<p>Sie sollen bisherige Materialien im Automobilbau oder in der Medizin ersetzen \u2013 auf kleinster Ebene. Nanost\u00e4bchen aus Aluminium oder anderen Metallen, f\u00fcr diese sucht PD Dr.-Ing. Bernhard Eidel, der den Lehrstuhl f\u00fcr Numerische Mechanik an der Uni Siegen vertritt, gemeinsam mit Dr. Alexander Stukowski von der TU Darmstadt nach geeigneten Gitterstrukturen. \u201eWir suchen nach Strukturmaterialien, die leicht sind und trotzdem hohe Steifigkeit und Festigkeit besitzen\u201c, sagt Eidel. Ein solches Ger\u00fcst auf kleinster Ebene k\u00f6nnte in der Medizin eingesetzt werden: \u201eStellen Sie sich ein Gitter vor, das Knochenteile ersetzt, die ein Mensch durch einen Unfall oder eine Tumorerkrankung verloren hat. Dieser Ersatz k\u00f6nnte entweder dauerhaft sein, oder aber nur tempor\u00e4r als Ger\u00fcst f\u00fcr nachwachsende Knochen- und Gewebezellen dienen. Wenn man das biol\u00f6sliche Metall Magnesium verwendet, w\u00fcrde sich das Ger\u00fcst im gleichen Zeitraum aufl\u00f6sen, in der das Gewebe nachw\u00e4chst. Kein metallischer Fremdk\u00f6rper verbliebe im Menschen\u201c, blickt der Forscher in die Zukunft.<\/p>\n<p><strong>26 Millionen Kernstunden f\u00fcr Simulationen <\/strong><\/p>\n<p>Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, f\u00fcr den Eidel an der Universit\u00e4t Siegen gemeinsam mit seinem Darmst\u00e4dter Kollegen Stukowski die Grundlagen erforscht. Wie die geometrische Anordnung der Nanometallst\u00e4bchen sein muss, um das leichte und belastbare Material zu erhalten, wollen die Forscher mittels einer molekulardynamischen Simulationsmethode herausfinden. Hierbei werden unterschiedliche Gittertopologien auf Nanoebene von jeweils 50-200 Millionen Atomen auf dem Computer mit Hilfe einer Software simuliert und analysiert. F\u00fcr die hierf\u00fcr n\u00f6tige Rechenleistung kann das Team den zweitschnellsten Supercomputer Europas, die JUQUEEN im Forschungszentrum J\u00fclich, nutzen. 26 Millionen Kernstunden* hat das Duo aus Siegen und Darmstadt nach einem Antrag nun zugesprochen bekommen. Den Kernstunden stehen Betriebskosten im Wert von ca. 1,2 Millionen Euro gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>Doppelter Erfolg f\u00fcr die Universit\u00e4t Siegen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Universit\u00e4t Siegen ist die Bewilligung der Rechenzeit ein weiterer Erfolg im Supercomputing innerhalb k\u00fcrzester Zeit. Erst vor wenigen Wochen setzte sich der Lehrstuhl f\u00fcr Simulationstechnik und Wissenschaftliches Rechnen von Prof. Dr.-Ing. Sabine Roller bei der Vergabe von Rechenleistung im europ\u00e4ischen Supercomputerverbund GCS (Gauss Centre for Supercomputing) durch. Roller hat f\u00fcr ein Simulationsprojekt zur Entsalzung von Meerwasser 42 Millionen Kernstunden am Supercomputer Hornet bewilligt bekommen. Die Betriebskosten f\u00fcr die zugewiesenen Kernstunden belaufen sich bei diesem Projekt auf zwei Millionen Euro.<\/p>\n<p><em>*Die Rechenkapazit\u00e4t eines Supercomputers wird in der Einheit Kernstunden angegeben.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sollen bisherige Materialien im Automobilbau oder in der Medizin ersetzen \u2013 auf kleinster Ebene. 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