{"id":24630,"date":"2021-08-04T12:21:53","date_gmt":"2021-08-04T10:21:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=24630"},"modified":"2021-08-04T12:21:53","modified_gmt":"2021-08-04T10:21:53","slug":"in-der-wirtschaft-gespaltene-einschaetzungen-zum-home-office","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/in-der-wirtschaft-gespaltene-einschaetzungen-zum-home-office\/","title":{"rendered":"In der Wirtschaft gespaltene Einsch\u00e4tzungen zum Home-Office"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie Zahl heimischer Unternehmen, die Home-Office als Instrument ihrer betrieblichen Personalpolitik einsetzen, ist im Zuge der Covid 19-Pandemie von 34 Prozent auf 57 Prozent gestiegen. Zugleich geben jedoch nach wie vor 43 Prozent der Unternehmen an, dass Home-Office f\u00fcr sie nicht in Frage kommt. Zweifellos hat das Instrument in den Unternehmen an Relevanz gewonnen, ein Allheilmittel ist es jedoch nicht.\u201c Mit diesen Worten fasst IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener die Ergebnisse einer neuerlichen IHK-Blitzumfrage zum \u201eHome-Office\u201c zusammen, an der sich in den vergangenen Tagen 408 Unternehmen beteiligten. Die Firmen setzen dabei das Instrument sowohl bezogen auf die Gesamtzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch auf die mit Home-Office verbundenen Stundenkontingente tendenziell eher ma\u00dfvoll ein. Die Unternehmen, die das Instrument nutzen, berichten weit \u00fcberwiegend von sehr positiven Erfahrungen. \u201eHier ist sicherlich etwas in Bewegung gekommen, frei nach dem Motto: \u201eKontrolle ist gut, Vertrauen noch besser\u201c, betont IHK-Referatsleiter Stephan H\u00e4ger, der allerdings zugleich darauf hinweist, dass man in quantitativer Hinsicht die Relevanz des Home-Office auch nicht \u00fcbersch\u00e4tzen d\u00fcrfe: \u201eIn vielen Unternehmensbereichen geht es einfach von der Aufgabe her nicht und vielfach wollen oder k\u00f6nnen die Mitarbeiter Home-Office auch nicht nutzen.\u201c<\/p>\n<p>23 Prozent der Firmen gaben an, auf Grund der Pandemie Home-Office erstmals eingef\u00fchrt zu haben. Weitere 23 Prozent verst\u00e4rkten in den letzten Monaten ihre ohnehin bereits praktizierten Home-Office-Aktivit\u00e4ten. 11 Prozent haben an ihrer Nutzung dieses Instruments w\u00e4hrend der Pandemie nichts ge\u00e4ndert. Wenn Unternehmen Home-Office einsetzen, dann im Schwerpunkt in der Verwaltung (76 Prozent), im Vertrieb (57 Prozent), im Marketing (35 Prozent) sowie in der IT (37 Prozent). Erstaunlich aus Sicht der IHK: 28 Prozent aller Unternehmen nutzen das Instrument auch in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung. Wenig \u00fcberraschend ist hingegen, dass Home-Office in der Produktion, bei personalen Dienstleistungen oder im Direktverkauf etwa im Handel keine Rolle spielt. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eJe st\u00e4rker die Unternehmen Home-Office einsetzen, desto mehr laufen sie Gefahr, innerbetrieblich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zu entwickeln. Bei den einen geht es, bei den anderen nicht. Hier steht die betriebliche Personalarbeit vor der Herausforderung, einerseits aus der Ungleichbehandlung m\u00f6glicherweise entstehende Konfliktherde im Keim zu ersticken, zugleich aber mit immer st\u00e4rker individualisierten Arbeitszeitmodellen operieren zu m\u00fcssen. Beides zu l\u00f6sen, ist nicht von Pappe.\u201c<\/p>\n<p>Bei 34 Prozent aller befragten Unternehmen arbeiten bis zu einem Viertel der Belegschaft im Home-Office. 8 Prozent nutzen das Instrument f\u00fcr mehr als die H\u00e4lfte der gesamten Belegschaft. Interessant sind aus Sicht der IHK auch die Befragungsergebnisse zur w\u00f6chentlichen Arbeitszeit, die die Unternehmensmitarbeiter im Durchschnitt im Home-Office verbringen. Bei 25 Prozent aller befragten Unternehmen absolvieren die Besch\u00e4ftigten durchschnittlich bis zu einem Viertel ihrer Arbeitszeit zu Hause. In 12 Prozent aller Unternehmen absolvieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter \u00fcber die H\u00e4lfte ihrer Arbeitszeit im Home-Office. Bei der 43 Prozent aller Unternehmen spielt Home-Office aufgrund des T\u00e4tigkeitsfeldes indessen \u00fcberhaupt keine Rolle.<\/p>\n<p>Die Minimierung des Ansteckungsrisikos mit dem Corona-Virus (77 Prozent), die Vermeidung von Pendelzeiten (52 Prozent) sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (ebenfalls 52 Prozent) sind aus Sicht der Firmen die gr\u00f6\u00dften Vorteile bei einer intensiven Home-Office-Nutzung, betont Stephan H\u00e4ger: \u201eDie \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrzahl (89 Prozent) der Unternehmen, die Home-Office nutzen, berichtet von positiven Erfahrungen mit diesem Instrument. Diese Firmen sehen jedoch auch klar die Nachteile, die sie im Wesentlichen in einem erh\u00f6hten Abstimmungsbedarf (50 Prozent), in einem erschwerten Informationsfluss (42 Prozent), in Gefahren bei der Datensicherheit (35 Prozent) sowie in der Ungleichbehandlung der Mitarbeiter (34 Prozent) verorten.\u201c Dass die Bundesregierung die Angebotspflicht f\u00fcr Home-Office zum 1. Juli ausgesetzt hat, sch\u00e4tzen insgesamt 55 Prozent der befragten Unternehmen als richtig ein, w\u00e4hrend dies 15 Prozent f\u00fcr eine Fehlentscheidung halten. 30 Prozent der Unternehmen gaben hier keine Einsch\u00e4tzung ab. Von allen befragten Unternehmen wollen 23 Prozent die derzeitige Anzahl sowie das Stundenvolumen der Home-Office-Arbeitspl\u00e4tze auch zuk\u00fcnftig mindestens beibehalten, 20 Prozent gaben an, die Anzahl und das Stundenvolumen der entsprechenden Arbeitspl\u00e4tze wieder reduzieren zu wollen. Gut 45 Prozent wollen oder k\u00f6nnen auch in Zukunft nicht auf Home-Office setzen oder aber gehen wieder komplett zur Pr\u00e4senz-Kultur zur\u00fcck. 12 Prozent sind noch unschl\u00fcssig. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eHier zeigt sich, wie gespalten die berufliche T\u00e4tigkeit von zu Hause aus eingesch\u00e4tzt wird. Die eine H\u00e4lfte verweist auf die h\u00f6here Zeitsouver\u00e4nit\u00e4t aufgrund sinkender Pendelzeiten und sieht eindeutig mehr Chancen als Risken, die andere wird offenbar von der Erkenntnis geleitet, dass zahlreiche Besch\u00e4ftigte entweder nicht voll umf\u00e4nglich von zu Hause aus ihre Arbeit verrichten k\u00f6nnen oder wollen. Sie gewichten also die Nachteile st\u00e4rker als die Vorteile.\u201c<\/p>\n<p>Die Grafiken zur IHK-Blitzumfrage finden Sie <a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/066-21-Grafiken-Blitzumfrage-Homeoffice.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Text und Grafik: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Zahl heimischer Unternehmen, die Home-Office als Instrument ihrer betrieblichen Personalpolitik einsetzen, ist im Zuge der Covid 19-Pandemie von 34 Prozent auf 57 Prozent gestiegen&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":24632,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[32,30,11],"tags":[],"class_list":["post-24630","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infos","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Home-Office_Blitzumfrage-IHK_04.08.2021_WEB.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24630","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24630"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24630\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24636,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24630\/revisions\/24636"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24632"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24630"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24630"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24630"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}