{"id":2398,"date":"2015-04-13T10:26:05","date_gmt":"2015-04-13T08:26:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=2398"},"modified":"2015-04-13T10:26:05","modified_gmt":"2015-04-13T08:26:05","slug":"zuwanderer-besser-und-schneller-qualifizieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/zuwanderer-besser-und-schneller-qualifizieren\/","title":{"rendered":"Zuwanderer besser und schneller qualifizieren"},"content":{"rendered":"<p>\u201eMenschen, die aus anderen Staaten zu uns kommen, k\u00f6nnen unsere Wirtschaft und die Gesellschaft bereichern. Dies setzt allerdings voraus, dass wir ihnen hierzu noch mehr Chancen bieten.\u201c Dies betonte Klaus Gr\u00e4bener, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), angesichts der aktuell erneut gef\u00fchrten Zuwanderungsdebatte. Die Politik habe zwar in den letzen Jahren die Regelungen zur Arbeitsmigration mehrfach liberalisiert und vereinfacht. Hochqualifizierte etwa k\u00f6nnen seither nach Deutschland kommen, wenn mit einem Arbeitsverh\u00e4ltnis ein Bruttojahresgehalt von mindestens 48.400 Euro erzielt wird. Auch f\u00fcr beruflich Qualifizierte in Mangelberufen wurde die Besch\u00e4ftigungsverordnung angepasst und eine \u201ePositivliste\u201c eingef\u00fchrt. In beiden F\u00e4llen wird auf die so genannte \u201eVorrangpr\u00fcfung\u201c verzichtet. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDies alles waren Schritte in die richtige Richtung, sie reichen jedoch aus Sicht der regionalen Wirtschaft nicht aus, um aus den Zuwanderern von heute die Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte von morgen zu entwickeln. Wenn junge Migranten dauerhaft \u00fcber eine betriebliche Lehre in das Besch\u00e4ftigungssystem einm\u00fcnden sollen, ben\u00f6tigen wir zus\u00e4tzliche Instrumente. Niemand bietet diesen Menschen heute eine Lehrstelle an, wenn nicht sicher ist, ob sie morgen noch hier sind.\u201c<\/p>\n<p>Wenn man wirklich junge Einwanderer integrieren wolle, komme man nicht daran vorbei, auch f\u00fcr diesen Personenkreis die Vorrangpr\u00fcfung zumindest in Engpassberufen abzuschaffen oder aber wenigstens regionale Differenzierungen zu erlauben. Was im Bayerischen Wald an Stellen knapp sei, k\u00f6nne schlie\u00dflich in Wittgenstein im \u00dcberfluss vorhanden sein und umgekehrt. Daneben m\u00fcssten Sprachkurse auch f\u00fcr Drittstaatler intensiver als bisher gef\u00f6rdert und ausl\u00e4ndischen Studienabbrechern st\u00e4rker als derzeit betriebliche Ausbildungsm\u00f6glichkeiten angeboten werden k\u00f6nnen. Auch sollten Jugendliche und Bewerber f\u00fcr Ausbildungspl\u00e4tze fr\u00fchzeitiger \u00fcber die Lebenssituation in Deutschland informiert werden. \u201eDaneben gibt es jedoch eine ganze F\u00fclle an weiteren denkbaren Vereinfachungen\u201c, erg\u00e4nzte der f\u00fcr Fragen der beruflichen Bildung verantwortliche IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Fenster: \u201eIch denke dabei vor allem daran, dass wir die Gleichwertigkeit der ausl\u00e4ndischen Berufsqualifikationen mit inl\u00e4ndischen Berufen fr\u00fchzeitiger feststellen, die Einkommensgrenzen bei Hochqualifizierten weiter senken und Studienabsolventen deutscher Hochschulen die unbefristete Niederlassungserlaubnis erteilen sollten.\u201c Auch mache es Sinn, verst\u00e4rkt jungen, geduldeten Ausl\u00e4ndern eine Ausbildung zu erm\u00f6glichen und ihnen danach eine Weiterbesch\u00e4ftigung zumindest befristet zu erlauben.<\/p>\n<p>Aber es gehe der IHK nicht allein um rechtliche Verbesserungen. In den gegebenen Strukturen ben\u00f6tige man h\u00e4ufig sehr lange, um an sich sinnvolle Dinge tun zu k\u00f6nnen. Im Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen habe man im vergangenen November eine metalltechnische Berufsorientierung f\u00fcr Asylbewerber konzipiert. Die IHK habe zugesagt, das Vorhaben mit 50.000 Euro zu unterst\u00fctzen, wenn das Land NRW die Co-Finanzierung \u00fcbernehme. Dies habe Arbeitsminister Guntram Schneider zugesichert. \u201eDie spontane Zusage des Ministers hat uns sehr beeindruckt. Leider mahlten die b\u00fcrokratischen M\u00fchlen danach jedoch langsamer als wir es uns erhofften, so dass ein Start fr\u00fchestens im Mai gelingen kann \u2013 ein halbes Jahr nach der Ank\u00fcndigung. Da h\u00e4tten wir uns schon ein bisschen mehr Tempo gew\u00fcnscht\u201c, stellt Klaus Fenster fest, der Ideengeber f\u00fcr dieses Projekt.<\/p>\n<p>Das Beispiel zeigt nach Auffassung der IHK auch, dass es nicht reicht, ausschlie\u00dflich auf die Politik zu schauen. Viele Unternehmen engagieren sich denn auch selbst und installieren beispielsweise Patensysteme f\u00fcr neueingestellte ausl\u00e4ndische Mitarbeiter, damit diese sich leichter zurechtfinden. Oder sie \u00fcberpr\u00fcfen ihr aktuelles Einstellungsverfahren, so dass Migranten Chancen erhalten, auch wenn sie vielleicht erst auf den zweiten Blick passen. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eViele in der Wirtschaft haben erkannt, dass Vielfalt hilft, nicht aber schadet. Den Menschen, die zu uns kommen, sollten wir jedenfalls die klare Botschaft vermitteln: Alle, die sich in unserer Region einbringen wollen, sind uns willkommen und erfahren unsere Unterst\u00fctzung.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMenschen, die aus anderen Staaten zu uns kommen, k\u00f6nnen unsere Wirtschaft und die Gesellschaft bereichern. 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