{"id":23740,"date":"2021-05-27T08:24:19","date_gmt":"2021-05-27T06:24:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=23740"},"modified":"2021-05-27T08:24:19","modified_gmt":"2021-05-27T06:24:19","slug":"it-sicherheitstalk-finger-weg-und-profis-ran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/it-sicherheitstalk-finger-weg-und-profis-ran\/","title":{"rendered":"IT-Sicherheitstalk: \u201eFinger weg und Profis ran\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDurchschnittlich 240 Tage dauert es nach der Einschleusung, bis durch eine Schadsoftware der eigentliche Angriff auf die IT-Systeme startet. Die Attacken sind lange und optimal geplant!\u201c Mario Heuel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Innofactory GmbH, betonte im IT-Sicherheitstalk der IHK Siegen, dass sich der Mittelstand einer hochprofessionellen Hackerindustrie gegen\u00fcbersieht, die l\u00e4ngst milliardenschwere Ums\u00e4tze macht. Die Bedrohung von Unternehmen durch Cyberkriminelle w\u00e4chst seit Jahren stetig. Neue Angriffsmethoden, aber auch immer neue Schwachstellen einer immer komplexeren IT-Landschaft sind Treiber der bedenklichen Entwicklung. Die hausinterne IT-Abteilung hat in der Regel keine Chance, das Unternehmen gegen die perfiden Angriffe aus aller Welt zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>\u201eDie Komplexit\u00e4t und Dynamik von Viren und Angriffen ist derart hoch, dass reine Firewalls in den Betrieben bei weitem nicht mehr ausreichen\u201c, erl\u00e4uterte Thomas Paar, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von PAAR IT, den mehr als 40 online zugeschalteten Unternehmensvertretern. \u201eH\u00e4ufig wird durch die Angreifer auch die Datensicherung zerst\u00f6rt oder manipuliert, sodass ein R\u00fcckgriff hierauf nicht mehr m\u00f6glich ist. Das bedeutet: Die Kriminellen haben den kompletten Datenbestand in ihrer Hand.\u201c Bei PAAR IT sieht man mit gro\u00dfer Sorge, dass sich die Attacken seit einigen Jahren verst\u00e4rkt gegen mittelst\u00e4ndische Betriebe, auch in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe, konzentrieren. Der Neuaufbau der Systeme nach einem Angriff lasse sich nicht \u00fcber Nacht leisten, sondern ben\u00f6tige viel Zeit. Thomas Paar: \u201eBei einem 100-Mann-Betrieb sind sechs bis acht Wochen hierf\u00fcr schon knapp berechnet.\u201c Wenn der Angriff bemerkt werde, sei es wichtig, Spezialisten einzubinden.<\/p>\n<p>\u201eDas Motto kann nur lauten: Sofort Finger weg von der IT, Stecker ziehen und auf die Profis warten \u2013 keine Experimente machen!\u201c, riet Peter Bickel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der message eins Consulting GmbH. Der richtige Umgang mit einer Attacke auf die eigene Firma sei f\u00fcr das Management eine gro\u00dfe Herausforderung. Immerhin drohe neben Produktionsausf\u00e4llen und einem Reputationsverlust eine monatelange Belastung des Unternehmens im Alltag. \u201eWichtig ist nach einem erfolgten Angriff eine sofortige Trennung von zwei Handlungsebenen: Zum einen m\u00fcssen Forensiker gefunden und beauftragt werden, um systematisch Ursache und Ablauf des Angriffs zu ermitteln, zum anderen m\u00fcssen so schnell wie m\u00f6glich Ruhe und Konzentration in die Arbeit der Gesch\u00e4ftsleitung einkehren, damit ein Notbetrieb aufgebaut werden kann.\u201c Entscheidend sei, dass in dieser kritischen Situation schnell und nach einem geordneten Ablauf unter Vermeidung von Fehlern gehandelt werde. \u201eSp\u00e4testens jetzt gilt es, einen soliden IT-Masterplan mit intensiver Kopplung an das Kerngesch\u00e4ft hervorzuziehen oder ihn nun zu schreiben und umzusetzen\u201c, unterstrich Peter Bickel. Er verwies dabei auf jahrelange eigene Management- und Transformationserfahrung. \u201eIn solchen Extremsituationen muss man fachlich wie organisatorisch die entsprechende Souver\u00e4nit\u00e4t herstellen. Nach der Attacke ist zudem ein totaler Neuaufbau der Systeme unumg\u00e4nglich.\u201c Halbherzig zu \u201edesinfizieren\u201c, bringe nichts.<\/p>\n<p>Ein wirksamer Schutz gegen Cyberattacken ist mit hohem Aufwand verbunden, der von hausinternen IT-Beauftragten kaum zu leisten ist. Daher kann die Zusammenarbeit mit externen Partnern hier erfolgversprechend sein. Eine M\u00f6glichkeit ist das Datenmanagement \u00fcber eine Cloud. Einen besonderen Schutz bietet die Innofactory GmbH ihren Kunden \u00fcber die S\u00fcdwestfalencloud an. Ein Traffic-Flow-Control-Instrument sp\u00fcrt im stetigen Datenverkehr mittels k\u00fcnstlicher Intelligenz verd\u00e4chtige Datenpakete anhand ihrer Identit\u00e4tsmerkmale (Signaturen) auf, die auf einen Angriff hinweisen k\u00f6nnen. Dabei arbeitet das Unternehmen unter anderem mit Forensik-Experten der Deutschen Telekom zusammen. Mario Heuel: \u201eDamit geben wir den Unternehmen Augen, Ohren und eine Sensorik, um Gefahren fr\u00fchzeitig zu erkennen \u2013 nicht erst, wenn es zu sp\u00e4t ist.\u201c<\/p>\n<p>Nicht nur hilfreich, sondern unabdingbar sei auch, sich auf einen Angriff prophylaktisch im Rahmen eines Notfallplans vorzubereiten, indem ein Unternehmen wichtige Fragen im Vorfeld kl\u00e4re, unterstrich Thomas Paar: Wo sind die Daten gesichert? Wen rufe ich an, wenn ein Angriff stattgefunden hat? Oder: Wie ist der geplante Ablauf f\u00fcr eine Wiederherstellung von Daten (Recovery)? \u00dcberdeutlich wurde in der Online-Veranstaltung: Die IT-Sicherheit ist f\u00fcr die mittelst\u00e4ndische Wirtschaft l\u00e4ngst zu einem wichtigen Produktionsfaktor geworden. Roger Schmidt, Leiter des Referates Technologie, Energie, Umwelt der IHK Siegen: \u201eDie Digitalisierung wird unweigerlich weiter voranschreiten. Entscheidend ist, dass das Thema \u201aSicherheit\u2018 von Beginn an mitgedacht und nachhaltig implementiert wird.\u201c<\/p>\n<p>Weitere Informationen: Roger Schmidt, 0271 3302263, <a href=\"mailto:roger.schmidt@siegen.ihk.de\"><u>roger.schmidt@siegen.ihk.de<\/u><\/a>.<\/p>\n<p>Info: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDurchschnittlich 240 Tage dauert es nach der Einschleusung, bis durch eine Schadsoftware der eigentliche Angriff auf die IT-Systeme startet. 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