{"id":23605,"date":"2021-05-12T11:33:49","date_gmt":"2021-05-12T09:33:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=23605"},"modified":"2021-05-12T11:33:49","modified_gmt":"2021-05-12T09:33:49","slug":"vatertag-auf-dem-weg-in-eine-gleichmaessigere-arbeitsteilung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/vatertag-auf-dem-weg-in-eine-gleichmaessigere-arbeitsteilung\/","title":{"rendered":"Vatertag: Auf dem Weg in eine gleichm\u00e4\u00dfigere Arbeitsteilung"},"content":{"rendered":"<p>V\u00e4ter k\u00fcmmern sich heute mehr um den Haushalt und um die Erziehung der Kinder als fr\u00fcher. Gleichzeitig ist das Modell, bei dem der Mann in Vollzeit und die Frau in Teilzeit oder in einem Minijob arbeitet, noch immer weit verbreitet. \u00d6konomisch sicherer und mit Blick auf den demografischen Wandel auch gesellschaftlich sinnvoller w\u00e4ren zwei Vollzeitverdiener oder Modelle vollzeitnaher Teilzeit \u2013 allerdings fehlen daf\u00fcr oft die Rahmenbedingungen.<\/p>\n<p>Um sich \u00f6konomisch bestm\u00f6glich abzusichern, sollten in Familien beide Elternteile arbeiten. Daf\u00fcr gibt es zwei Gr\u00fcnde: Zum einen stieg die Scheidungsrate bis zum Jahr 2004 deutlich an und nimmt seitdem nur langsam wieder ab. In etwa einem F\u00fcnftel der Haushalte mit Kindern lebt heute nur ein Elternteil. Und Alleinerziehende sind besonders armutsgef\u00e4hrdet, wenn sie nicht oder nur wenig arbeiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zum anderen befindet sich die Wirtschaft im Wandel: Digitalisierung und Dekarbonisierung f\u00fchren dazu, dass sich Berufe und Arbeitswelt stark ver\u00e4ndern. Durch den Strukturwandel k\u00f6nnten Qualifikationen entwertet werden. Dadurch drohen in vermeintlich stabilen Familien, in denen nur ein Elternteil arbeitet, gro\u00dfe \u00f6konomische Risiken, wenn der Alleinverdiener seinen Job verliert.<\/p>\n<p>Umso wichtiger ist es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, sodass Eltern tats\u00e4chlich so viel arbeiten k\u00f6nnen, wie sie m\u00f6chten. Besonders wirksam ist daf\u00fcr ein weiterer Ausbau der Betreuungsangebote. IW-Berechnungen zeigen, dass noch immer mehr als 340.000 Pl\u00e4tze f\u00fcr unter dreij\u00e4hrige Kinder fehlen. Zudem besteht ein Mangel an Ganztagspl\u00e4tzen f\u00fcr Grundschulkinder.<\/p>\n<p>Auch eine ver\u00e4nderte Rollenteilung der Eltern k\u00f6nnte einen Beitrag leisten, um die Risiken wegbrechender Erwerbseinkommen st\u00e4rker auf beide Partner zu verteilen: Untersuchungen zum Elterngeld zeigen, dass sich V\u00e4ter langfristig st\u00e4rker an der Betreuung von Kindern beteiligen, wenn sie sich aktiv in der Elternzeit engagieren, also mehrere Monate das Kind in den ersten Lebensjahren umfassend betreuen. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes belegen zudem, dass ein Viertel der Elterngeldbeziehenden im Jahr 2020 m\u00e4nnlich war.\u00a0Knapp 72 Prozent der V\u00e4ter planen aber noch immer nur den minimalen Bezugszeitraum von zwei Monaten, die wenigsten V\u00e4ter nutzen das Elterngeld f\u00fcr mehr als ein Jahr.\u00a0W\u00fcrde das Elterngeld weiterentwickelt, k\u00f6nnte das dazu beitragen, dass sich immer mehr Eltern Haushalt und Kindererziehung gleichm\u00e4\u00dfiger aufteilen.\u00a0Denkbar w\u00e4ren beispielsweise mehr individuelle Elterngeldmonate in Kombination mit einem h\u00f6heren Lohnersatz f\u00fcr die ersten Monate des jeweiligen Partners.<\/p>\n<p>Info: <a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Institut der deutschen Wirtschaft<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>V\u00e4ter k\u00fcmmern sich heute mehr um den Haushalt und um die Erziehung der Kinder als fr\u00fcher. 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