{"id":23378,"date":"2021-04-30T07:59:27","date_gmt":"2021-04-30T05:59:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=23378"},"modified":"2021-04-30T07:59:27","modified_gmt":"2021-04-30T05:59:27","slug":"teure-langzeitfolgen-fuer-die-heimische-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/teure-langzeitfolgen-fuer-die-heimische-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Teure Langzeitfolgen f\u00fcr die heimische Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Eine Woche lang blockierte das 400 Meter lange Containerschiff \u201eEver Given\u201c den Suezkanal und verursachte damit einen Stau von mehreren hundert Schiffen. \u201eOb die Voraussetzungen f\u00fcr einen ,Havarie-Grosses-Fall\u2018 gegeben sind, pr\u00fcfen derzeit Versicherungen, Gutachter und Gerichte. Bis dato sind Schiff und Ladung im Suezkanal noch von den Beh\u00f6rden blockiert\u201c, beschrieb Uwe Stupperich, M.G. International Logistik GmbH, das Ungl\u00fcck im Arbeitskreis Verkehrswirtschaft der IHK Siegen. Die Spedition mit Hauptsitz in Siegen ist selbst betroffen: Immerhin befinden sich 20 Container ihrer Kunden auf dem zwischenzeitlich beschlagnahmten Schiff. \u201eJetzt geht es um die verm\u00f6gens- und versicherungsrechtliche Abwicklung des Havarie-Schadens; dies wird sich vermutlich noch einige Zeit hinziehen. Vorrangig wird daran gearbeitet, Schiff und Ladung wieder freigegeben zu bekommen\u201c, so der Logistikexperte.<\/p>\n<p>Doch der Stau im Suez-Kanal hat noch weitreichendere Auswirkungen, denn er versch\u00e4rft die ohnehin durch die Corona-Pandemie angespannte Situation bei den internationalen Lieferketten. Unternehmen stehen vor Lieferengp\u00e4ssen, sei es durch Produktionsausf\u00e4lle bei Lieferanten oder Einschr\u00e4nkungen in der Logistik. Hinzu komme der Containermangel in Asien f\u00fcr die Routen nach Nordamerika und Europa. \u00dcber eine halbe Million Container l\u00e4gen derzeit auf den Schiffen an der Ost- und Westk\u00fcste der USA, betonte Uwe Stupperich. Die H\u00e4fen seien \u00fcberf\u00fcllt, und die Abwicklung verz\u00f6gere sich. Die Folge: Die Frachtpreise stiegen um ein Vielfaches. Auch in der Luftfracht gebe es Corona-bedingt Kapazit\u00e4tsver\u00e4nderungen, da die Passagierfl\u00fcge auf bestimmten Routen fast komplett entfallen seien \u2013 und damit auch die M\u00f6glichkeit der Frachtmitnahme. Uwe Stupperich: \u201eUm die gestiegenen Frachtkosten aufzufangen, empfehlen wir, fr\u00fchzeitig zu planen und die Spedition rechtzeitig damit zu beauftragen, eine Alternativroute auszuarbeiten. Bei Verz\u00f6gerungen und Ausf\u00e4llen sind die \u201aForce-Majeure-Klauseln\u2018 zu pr\u00fcfen, die Regelungen bei h\u00f6herer Gewalt beschreiben.\u201c Von Vorteil sei zudem, zu verschiffende Ware den Standard-Containerabmessungen anzupassen. \u201eDurch die Corona-Pandemie sind die internationalen Lieferketten offenkundig richtig durcheinandergeraten. Sie d\u00fcrften sich erst im Fr\u00fchjahr 2022 wieder normalisieren\u201c, prognostizierte wenig verhei\u00dfungsvoll Arbeitskreisvorsitzender Michael Kr\u00f6hl, Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH &amp; Co. KG.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf der Sitzung befassten sich die rund 30 teilnehmenden Unternehmensvertreter mit dem Thema Brennstoffzellenantriebe. \u201eDer Trend nimmt deutlich Fahrt auf: Immer mehr zugelassene Fahrzeuge, Lkw, Busse, Stapler und Niederflurfahrzeuge sind bereits mit dieser Technik unterwegs\u201c, erkl\u00e4rte Dominik Eichbaum, der bei der Wirtschaftsf\u00f6rderung der Stadt Siegen den Themenbereich Elektromobilit\u00e4t und Digitale Infrastruktur verantwortet. Er stellte die Gestaltung der urbanen Wirtschaftsverkehre mit Wasserstoff als alternative Antriebs- und Speichertechnologie vor. Die Flurf\u00f6rderzeug-Branche (Hubwagen, Gabelstapler etc.) sei schon lange Vorreiter f\u00fcr Elektromobilit\u00e4t \u2013 und nun auch f\u00fcr die Wasserstofftechnologie. Seit einiger Zeit w\u00fcrden immer h\u00e4ufiger E-Stapler als Alternative zu Staplern mit Verbrennungsmotoren nachgefragt. \u00dcber die Vorteile und Anwendungsm\u00f6glichkeiten dieser Technologie referierten Stefan Prokosch, Linde Material Handling GmbH aus Aschaffenburg, und Sven Kuhnert, Richter F\u00f6rdertechnik GmbH &amp; Co. KG, Herborn.<\/p>\n<p>Im abschlie\u00dfenden Austausch wurden die ersten Erfahrungen mit den Auswirkungen der Stra\u00dfenverkehrsordnung-Novelle (StVO-Novelle), der neuen Geb\u00fchrenverordnung sowie die Herausforderungen im Verfahrensmanagement f\u00fcr Gro\u00dfraum- und Schwerlasttransporte (VEMAGS-Antragsverfahren) thematisiert. J\u00f6rn Demmer, STL Logistik AG, beklagte die enorme Geb\u00fchrensteigerung im Genehmigungsverfahren: \u201eNach der Neuregelung der Geb\u00fchrenstruktur zum Start des Jahres sind f\u00fcr uns die Kosten wie erwartet explodiert. Dabei sind die bisherigen Geb\u00fchren f\u00fcr innerdeutsche Genehmigungen auf 300 \u20ac bis 1.300 \u20ac je nach Komplexit\u00e4t angestiegen \u2013 eine Verteuerung um 400 bis 500 %. Das eigentliche Ziel der neuen Geb\u00fchrenordnung bestand unter anderem in der besseren Vergleichbarkeit und Transparenz in diesem Prozess. F\u00fcr uns f\u00fchlt es sich aber eher so an, als w\u00e4re der Prozess undurchsichtiger denn je.\u201c<\/p>\n<p>Info: <a href=\"http:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Woche lang blockierte das 400 Meter lange Containerschiff \u201eEver Given\u201c den Suezkanal und verursachte damit einen Stau von mehreren hundert Schiffen. \u201eOb die Voraussetzungen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4018,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[32,30,11],"tags":[],"class_list":["post-23378","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infos","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/wronline-ihk.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23378","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23378"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23378\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23380,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23378\/revisions\/23380"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4018"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23378"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23378"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23378"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}