{"id":2327,"date":"2015-02-06T10:47:10","date_gmt":"2015-02-06T09:47:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=2327"},"modified":"2015-02-06T10:47:10","modified_gmt":"2015-02-06T09:47:10","slug":"effiziente-wirtschaftsfoerderung-statt-umverteilung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/effiziente-wirtschaftsfoerderung-statt-umverteilung\/","title":{"rendered":"Effiziente Wirtschaftsf\u00f6rderung statt Umverteilung"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_2328\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_4131.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2328\" class=\"size-medium wp-image-2328\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_4131-300x200.jpg\" alt=\"Arndt G. Kirchhoff (links), Felix G. Hensel (Mitte) und Stephan Stracke stellte die Ergebnisse der Konjunkturumfrage des AGV Olpe vor.\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_4131-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_4131-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_4131.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2328\" class=\"wp-caption-text\">Arndt G. Kirchhoff (links), Felix G. Hensel (Mitte) und Stephan Stracke stellte die Ergebnisse der Konjunkturumfrage des AGV Olpe vor.<\/p><\/div>\n<p>Gingen die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer Fr\u00fchjahrsprognose 2014 noch von einer Steigerung des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 1,9 Prozent aus, steht nunmehr fest, dass lediglich 1,5 Prozent erreicht wurden. Das ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die deutsche Konjunktur durch geopolitische Risiken und eine ung\u00fcnstige Entwicklung im Euro-Raum innerhalb des Jahresverlaufs einen deutlichen D\u00e4mpfer erfahren hat, von dem sie sich erst wieder zum Jahresende hin erholte. Insbesondere die Einf\u00fchrung der Rente mit 63, die Ausweitung der M\u00fctterrente und der fl\u00e4chendeckende Mindestlohn waren nach Meinung der Forschungsinstitute wachstums- und besch\u00e4ftigungshemmend.<\/p>\n<p>Gefordert sind dagegen Entlastungen f\u00fcr Besch\u00e4ftigte und Betriebe, damit der bislang noch erstaunlich robuste Arbeitsmarkt nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. So fallen die Prognosen f\u00fcr das laufende Jahr 2015 auch entsprechend verhalten aus. Erwarteten die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer Gemeinschaftsdiagnose vom Herbst 2014 noch eine Steigerung des BIP von 1,2 Prozent, korrigierte der Sachverst\u00e4ndigenrat, auch Wirtschaftsweisen genannt, die Zahl in seinem Jahresgutachten 2014\/2015 vom November 2014 bereits auf nur noch 1 Prozent. Dieses zu erwartende, unbefriedigende Wirtschaftswachstum wird allenfalls durch die gleichfalls niedrig prognostizierten Verbraucherpreise (etwa 1,3 Prozent) etwas abgemildert. Trotzdem fehlen eindeutige Wachstumsimpulse, weshalb die Wirtschaftsforschungsinstitute mehr Effizienz als Umverteilung vom Staat einfordern. Es verwundert auch nicht, dass die Wirtschaftsweisen infolge dessen nur noch eine leichte Steigerung bei den Erwerbst\u00e4tigen um rd. 150 T\u00a0 auf dann 42,795 Millionen erwarten und von einer gleichbleibenden Arbeitslosenquote ausgehen.<\/p>\n<p>Einen kleinen Lichtblick stellt allerdings der f\u00fcr Dezember gemessene ifo Gesch\u00e4ftsklimaindex f\u00fcr die gewerbliche Wirtschaft dar. Nachdem er sich sechs Monate in Folge kontinuierlich verschlechtert hatte, stieg er zum zweiten Mal in Folge wieder an und zwar auf nun 105,5 Punkte. Wohl auch eine Folge\u00a0 dessen, dass die Bestellungen im Oktober und November rund 0,5 Prozent \u00fcber denen im dritten Quartal lagen. Dieser Trend k\u00f6nnte durch den schwachen Euro verfestigt werden, der im Januar den niedrigsten Stand seit neun Jahren aufweist und damit die<br \/>\nExportsituation f\u00fcr deutsche Unternehmen au\u00dferhalb der Eurozone erleichtert. Ein Umstand der wesentlich darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass in der Eurozone mit einer noch lockereren Geldpolitik gerechnet wird und die erste Zinserh\u00f6hung der US \u2013 Notenbank seit 2009 ansteht.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus bleibt abzuwarten, welchen Einfluss die Ank\u00fcndigungen der Bundesregierung\u00a0 auf weitere Entwicklung nehmen werden: wie beispielsweise die Regulierung von Werkvertr\u00e4gen mit zus\u00e4tzlichen Kontrollrechten f\u00fcr Betriebsr\u00e4te, strengere Regeln f\u00fcr die Zeitarbeit und die Steigerung des Frauenanteils in Aufsichtsr\u00e4ten von Dax-notierten Unternehmen.<\/p>\n<p>\u201eInitiativen, die tats\u00e4chlich wirtschaftsf\u00f6rdernd wirken, sind demgegen\u00fcber eher selten.<br \/>\nWir ben\u00f6tigen eine m\u00f6glichst schnelle Gesetzgebung in Sachen Tarifeinheit und ein einsichtsf\u00e4higes Bundesverfassungsgericht, welches letztlich die Vereinbarkeit des Gesetzes mit der in Art. 9 Abs. 3 unseres Grundgesetzes garantierten Vereinigungsfreiheit \u00fcberpr\u00fcfen wird. Wir hoffen insbesondere, dass die z. Zt. laufende M+E &#8211; Tarifrunde 2015 trotz unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hoher Forderungen einen akzeptablen Abschluss finden wird.<\/p>\n<p>Geforderte Entgeltsteigerungen von 5,5 Prozent sind angesichts einer zu erwartenden Produktivit\u00e4tserh\u00f6hung um 0,5 Prozent sowie einer Verbraucherpreisprognose von ca. 1,3 Prozent absurd. Diese Forderung zus\u00e4tzlich mit einer Ausweitung der Altersteilzeit und Schaffung einer Bildungsteilzeit zu \u00fcberfrachten, ist in konjunkturell schw\u00e4cher werdenden Zeiten v\u00f6llig \u00fcberzogen und \u00fcberfordert unsere Industrie in \u00e4hnlicher Weise wie bei der\u00a0 letzten Tarifrunde, als binnen Zweijahresfrist Entgeltsteigerungen von\u00a0 10,23 Prozent zu verkraften waren\u201c, so Felix G. Hensel, Vorsitzender des AGV Olpe. \u201eDie Wettbewerbsf\u00e4higkeit unserer Industrie am\u00a0 Standort Deutschland wird so zwangsl\u00e4ufig leiden.\u201c Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Arndt G. Kirchhoff und dem Verbandsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stephan Stracke stellte er heute in einem Pressegespr\u00e4ch die Ergebnisse der regelm\u00e4\u00dfig zum Jahreswechsel stattfindenden Konjunkturumfrage vor. An der Umfrage beteiligten sich 24 Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie im Kreis Olpe mit rund 5.000 Besch\u00e4ftigten, darunter ca. 360 Auszubildenden.<\/p>\n<p>\u201eZwar hat die Produktion bei der M+E-Industrie im Jahre 2014 um etwa 2,4 Prozent zulegen k\u00f6nnen, doch unterschreitet man noch deutlich das Vorkrisenniveau des Jahres 2008. Dies hat zu erh\u00f6hten Kosten gef\u00fchrt, die nicht mehr durch Produktivit\u00e4tssteigerungen abgefangen werden konnten, was sich gerade in einem abermaligen Anstieg der Lohnst\u00fcckkosten um 1,4 Prozent zeigt. Damit erkl\u00e4rt sich ebenfalls, dass der derzeitige Besch\u00e4ftigungsstand in der nordrhein-westf\u00e4lischen M+E \u2013 Industrie mit etwa 699.000 Personen den Vorkrisenstand immer noch um etwa 15.000 Besch\u00e4ftigte unterschreitet und auch f\u00fcr das laufende Jahr allenfalls eine Stagnation erwartet wird.<\/p>\n<p>Nach der Auswertung der Mitgliederbefragung vom Dezember 2014 best\u00e4tigt sich diese Prognose f\u00fcr die M+E \u2013 Industrie auch f\u00fcr unser Verbandsgebiet. Zwar gehen 90 Prozent der befragten Unternehmen von einem gleich bleibenden Besch\u00e4ftigtenstand aus, aber immerhin 10 Prozent sehen Entlassungen und sogar 20 Prozent Kurzarbeit auf sich zukommen. Neueinstellungen plant keines der Unternehmen\u201c, so Stephan Stracke.<\/p>\n<p>\u201eDeutlich verhaltener zeigen sich hingegen abermals die Gesch\u00e4ftserwartungen der heimischen Unternehmen. Etwa jedes dritte Unternehmen rechnet mit einer Verschlechterung. Demgegen\u00fcber haben nur 15 Prozent der Unternehmen eine positive Gesch\u00e4ftserwartung. Die \u00a0Unternehmen erwarten wie schon im Vorjahr weder bei den \u00a0Inlandsauftr\u00e4gen noch bei den Auslandsorders eine Verbesserung. Demgegen\u00fcber erwarten etwa 42 Prozent bei den Inlandorders (Vorjahr 28,7 Prozent) und 35 Prozent bei den Auslandsauftr\u00e4gen (Vorjahr 33 Prozent) einen R\u00fcckgang. Eine Verbesserung sehen nur 21 bzw. 25 Prozent\u201c.<\/p>\n<p>Die aktuelle Ertragslage der Unternehmen werde wie im Vorjahr von 85 Prozent der Unternehmen als befriedigend oder gut angesehen. Die Erwartungen f\u00fcr das Jahr 2015 seien per Saldo verhalten. Zwar rechne jedes f\u00fcnfte (Vorjahr jedes siebte) Unternehmen mit einer Verbesserung, doch erwarteten etwa 50 Prozent der Unternehmen (Vorjahr etwa 20 Prozent) eine sich verschlechternden Ertragslage, so Stracke weiter.<\/p>\n<p>\u201eBetont werden muss\u201c, so Felix G. Hensel, \u201edass sich die zugrundeliegende Auswertung der Konjunkturumfrage 2014 \/ 2015 auf Erwartungen der Unternehmen st\u00fctzen und die hier getroffenen Aussagen infolge dessen lediglich als Stimmungslage zu verwenden sind\u201c. \u00dcbereinstimmend mit den Wirtschaftsforschungsinstituten und den Wirtschaftsweisen\u00a0 rechne auch er f\u00fcr das laufende Jahr 2015 mit einem sich gegen\u00fcber 2014 abschw\u00e4chenden gesamtwirtschaftlichen Wachstum.<\/p>\n<p>\u201eDie nordrhein-westf\u00e4lischen Unternehmen der M+E-Industrie sind durchweg gut aufgestellt. Nur so erkl\u00e4rt es sich, dass die M+E-Besch\u00e4ftigung in Nordrhein-Westfalen (Plus 0,47 Prozent gegen\u00fcber 0,23 Prozent im Vorjahr) noch leicht aufgebaut werden konnte, wenngleich sich die Besch\u00e4ftigungssituation gesamtwirtschaftlich g\u00fcnstiger darstellt\u201c, so Arndt G. Kirchhoff, der stellvertretende Vorsitzende des AGV Olpe und Vorsitzende der Fachgruppe Metall. Als Pr\u00e4sident von Metall NRW leitet Kirchhoff die diesj\u00e4hrige M+E \u2013 Tarifrunde in NRW.<\/p>\n<p>\u201eDie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat sich abermals verringert und mit ca. 2,764 Millionen den Vorjahresstand im Dezember um etwa 210.000 oder 3,84 Prozent (Arbeitslosenquote: 6,4 Prozent) unterschritten. Nicht ganz so stark hat die Zahl der Arbeitslosen in NRW abgenommen. Hier konnten die Arbeitslosenzahlen um gut 3 Prozent auf zuletzt 727,8 T\u00a0 abgesenkt werden (Arbeitslosenquote: 7,8 Prozent). Im Gesamtbezirk Siegen \/ Wittgenstein \/ Olpe sind sie sogar um gut 5 Prozent auf 11.624 Personen gesunken. Dies spiegeln auch die Arbeitslosenquoten wieder, die f\u00fcr den Gesamtbezirk 5,4 Prozent und f\u00fcr die Teilregion Olpe niedrige 4,4 Prozent ausweisen\u201c.<\/p>\n<p>Angesichts der abgefragten Besch\u00e4ftigungsentwicklung rechnet Kirchhoff f\u00fcr das Jahr 2015, wenn \u00fcberhaupt, \u201enur mit einer sich minimal verbessernden Besch\u00e4ftigungsentwicklung in der M+E \u2013 Industrie\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDiese eher stagnierende Arbeitsmarktlage korrespondiert unmittelbar mit der f\u00fcr das Jahr 2015 erwarteten \u00a0nachlassenden Investitionsdynamik. Nur noch 10,53 Prozent (Vorjahr: 19,05 Prozent) der Unternehmen planen steigende Investitionen. Mit einem unver\u00e4nderten Niveau rechnen dagegen fast 60 Prozent der Unternehmen (Vorjahr fast 43 Prozent). Immer noch jedes dritte\u00a0 Unternehmen erwartet demgegen\u00fcber sinkende Investitionen (Vorjahr 38 Prozent)\u201c.<\/p>\n<p>Positiv zu vermerken sei allerdings, dass sich die Ausbildungsplanungen weiterhin auf hohem Niveau befinden. Insgesamt gingen 70 Prozent der Unternehmen von einer gleichbleibenden H\u00f6he des Ausbildungsplatzangebotes aus. Jeweils etwa 15 Prozent rechneten mit einem Auf- bzw. Abbau. Insgesamt d\u00fcrfe somit wiederholt mit einer Ausbildungsquote von \u00fcber 7 Prozent gerechnet werden. Neben dem hohen sozialen Engagements der im Kreis angesiedelten Unternehmen zeige sich darin, dass die Unternehmen die demographische Entwicklung verinnerlicht h\u00e4tten und im Hinblick auf den drohenden Facharbeitermangel aktiv gegensteuerten, so Kirchhoff abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gingen die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer Fr\u00fchjahrsprognose 2014 noch von einer Steigerung des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 1,9 Prozent aus, steht nunmehr fest, dass lediglich 1,5 Prozent&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2328,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-2327","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/IMG_4131.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2327","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2327"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2327\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2329,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2327\/revisions\/2329"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2328"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2327"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2327"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2327"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}