{"id":23269,"date":"2021-04-21T15:34:30","date_gmt":"2021-04-21T13:34:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=23269"},"modified":"2021-04-21T15:59:25","modified_gmt":"2021-04-21T13:59:25","slug":"jetzt-die-voraussetzungen-fuer-den-impf-turbo-schaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/jetzt-die-voraussetzungen-fuer-den-impf-turbo-schaffen\/","title":{"rendered":"\u201eJetzt die Voraussetzungen f\u00fcr den \u201aImpf-Turbo\u2018 schaffen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Impfkapazit\u00e4ten werden in den n\u00e4chsten Wochen zur Nagelprobe bei der Bew\u00e4ltigung von Corona. Wie viele Impfungen auf einmal durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, ist aus Sicht der heimischen Wirtschaft entscheidend daf\u00fcr, wie schnell es gelingt, die Pandemie einzud\u00e4mmen. Unternehmen und Gewerkschaften in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe fordern die Politik in Bund und Land nachdr\u00fccklich auf, schon jetzt die erforderlichen Entscheidungen zu treffen. In einer gemeinsamen Resolution \u201eImpfanstrengungen gemeinsam maximal beschleunigen\u201c, die heute den heimischen Bundes- und Landtagsabgeordneten zuging, richten die Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein und Olpe, der DGB S\u00fcdwestfalen, die IHK Siegen, die IG Metall Siegen und Olpe sowie die Kreishandwerkerschaft Westfalen-S\u00fcd klare Erwartungen an die Regierungspolitik. Im Fokus stehen dabei die notwendigen Rahmenbedingungen f\u00fcr innerbetriebliche Impfungen.<\/p>\n<div id=\"attachment_22679\" style=\"width: 787px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/022-21-Uni-in-die-Stadt-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-22679\" class=\"wp-image-22679 size-full\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/022-21-Uni-in-die-Stadt-1.jpg\" alt=\"\" width=\"777\" height=\"157\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/022-21-Uni-in-die-Stadt-1.jpg 777w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/022-21-Uni-in-die-Stadt-1-300x61.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/022-21-Uni-in-die-Stadt-1-768x155.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 777px) 100vw, 777px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-22679\" class=\"wp-caption-text\">Stehen hinter der Resolution: (v.l.) Klaus Gr\u00e4bener, J\u00fcrgen Ha\u00dfler, Andree Jorgella, Ingo Degenhardt, Dr. Thorsten Doublet, Andr\u00e9 Arenz und Stephan Stracke.<\/p><\/div>\n<p>\u201eEtliche Unternehmen aus der Region signalisierten in den vergangenen Wochen ihre Bereitschaft, eigene betriebliche Kapazit\u00e4ten zur Bew\u00e4ltigung der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung einzubringen. Das verdeutlicht nicht nur das hohe Ma\u00df an gesellschaftlicher Verantwortung der Betriebe, sondern zeigt \u00fcberdies, dass es in dieser Frage zwischen Politik und Wirtschaft \u00fcberhaupt keinen Dissens gibt\u201c, erl\u00e4utert IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener. Es werde Zeit, dass die Politik erkenne: Die Unternehmen und ihre Besch\u00e4ftigten sind nicht Teil des Problems, sondern Teil der Probleml\u00f6sung \u2013 auch in Siegen-Wittgenstein und Olpe. \u201eKlar ist: Nicht nur Gro\u00dfkonzerne haben Betriebs\u00e4rzte, die gibt es auch in Attendorn, Krombach, Siegen oder Bad Berleburg. Wenn die helfen wollen, sollte man sie auch helfen lassen. Dazu muss man jetzt die erforderlichen Voraussetzungen schaffen, damit auf allen Vertriebskan\u00e4len geimpft wird, wenn in wenigen Wochen gen\u00fcgend Impfstoffe verf\u00fcgbar sind\u201c, betont Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDie Devise kann nur lauten: Jetzt schnell politisch in Bund und Land die Weichen stellen, damit im Mai der \u201aImpf-Turbo\u2018 eingeschaltet werden kann. Jede Spritze hilft schlie\u00dflich!\u201c<\/p>\n<p>Derzeit werde noch jede neue Impfdosis herbeigesehnt. Das werde sich schon in K\u00fcrze \u00e4ndern, dann n\u00e4mlich w\u00fcrden die M\u00f6glichkeiten, Impfungen durchzuf\u00fchren, zum gef\u00e4hrlichen Flaschenhals, zeigt sich auch Ingo Degenhardt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der DGB-Region S\u00fcdwestfalen, \u00fcberzeugt. \u201eBisher haben die regionalen Impfzentren hervorragende Arbeit geleistet. Je mehr Impfstoff verf\u00fcgbar wird, desto st\u00e4rker und umfangreicher sollten jedoch sowohl die niedergelassenen \u00c4rzte als auch die Betriebs\u00e4rzte in das Impfgeschehen eingebunden werden.\u201c Beim politischen Umgang mit dem gesamten Thema \u201eTesten\u201c habe man wiederholt feststellen m\u00fcssen, dass sich die politisch Verantwortlichen in Bund und Land in ihren Entscheidungen von tagesaktueller Hektik h\u00e4tten treiben lassen. Ingo Degenhardt: \u201eSchaugefechte und politische Scharm\u00fctzel sind bei der politischen Debatte um die Verteilung der bisher knappen Impfstoffe weitgehend ausgeblieben. Das sollte so bleiben. Wir ben\u00f6tigen in diesem Themenfeld gerade jetzt und auch weiterhin klare Kante und Weitsicht\u201c.<\/p>\n<p><b>Rechtliche Grundlagen schaffen <\/b><br \/>\nIn ihrer Resolution fassen die Vertreter von Verb\u00e4nden, Gewerkschaften, Handwerk und IHK die grundlegenden Weichenstellungen zusammen, zu denen Politik jetzt \u201eFarbe bekennen\u201c m\u00fcsse, damit Betriebs\u00e4rzte zur Impfversorgung zugelassen und mit Impfstoffen ausgestattet werden k\u00f6nnen. Dr. Thorsten Doublet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein, weist darauf hin, dass es bereits geeignete rechtliche Grundlagen hierf\u00fcr gebe. \u201eDas Infektionsschutzgesetz sieht ausdr\u00fccklich vor, dass neben den Gesundheits\u00e4mtern auch Betriebs\u00e4rzte mit der Durchf\u00fchrung von Schutzimpfungen beauftragt werden k\u00f6nnen. Denkbar ist auch, Betriebs\u00e4rzten die Impfungen auf Grundlage des Sozialgesetzbuches (SGB V) zu erm\u00f6glichen. Diese M\u00f6glichkeiten m\u00fcssen unverz\u00fcglich gepr\u00fcft werden.\u201c Unter Umst\u00e4nden m\u00fcssten die Rechtsgrundlagen in geeigneter Weise erg\u00e4nzt oder eben neue geschaffen werden. \u201eSo oder so: Hier m\u00fcssen politische Entscheidungen getroffen werden, die keine Sekunde Aufschub dulden\u201c, betont Dr. Thorsten Doublet. Unternehmen bzw. Betriebs\u00e4rzte seien zumindest teilweise von der Beachtung von Priorisierungsvorgaben zu befreien, damit auch nicht-betriebszugeh\u00f6rige Menschen geimpft werden k\u00f6nnen. Nur so bekomme man \u201eTempo auch in die Fl\u00e4che\u201c.<\/p>\n<p>Als enorm wichtig bewerten die Absender der Resolution, dass Impfstoffe \u00fcberhaupt in entsprechender Menge bereitgestellt werden. Die Unternehmen k\u00f6nnen nur dann zu einer z\u00fcgigen Impfung der Bev\u00f6lkerung beitragen, wenn sie auch schnellstm\u00f6glich von Bund und Land mit Impfdosen ausgestattet werden. Die Impfstoffe werden bis Ende Mai in erheblicher Menge hergestellt sein; dann sei die Logistik gefragt und auch hier sei der Gesetzgeber gefordert, schnell und vorausschauend die Weichen zu stellen. \u201eDas Handwerk ist in besonderer Weise auf schnelle Impfungen angewiesen, hebt J\u00fcrgen Ha\u00dfler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-S\u00fcd, hervor: \u201eHeizungen reparieren und Fliesen legen geht nicht aus dem Homeoffice und auch nicht ohne Kundenkontakt. Bei uns h\u00e4ngen an diesen Fragen ganz schnell Existenzen. Eine fl\u00e4chendeckende Impfstrategie nach der Pr\u00e4misse \u201aso schnell wie m\u00f6glich \u00fcber alle Kan\u00e4le\u2018 ist daher f\u00fcr viele Handwerksbetriebe \u00fcberlebenswichtig!\u201c<\/p>\n<p>Eine weitere Erwartung: Die Unternehmen m\u00fcssten bei betrieblich organisierten Impfungen im Falle nicht auszuschlie\u00dfender Impfsch\u00e4den von einer Haftung befreit bleiben, wenn sie zuvor qualifiziertes Personal mit der Durchf\u00fchrung der Impfungen betraut h\u00e4tten. Au\u00dferdem sei wichtig, dass \u00c4rzte nicht \u00fcber den Umfang der Impfung hinaus hafteten. \u201eEine gute Orientierung bietet hier der Rahmen bei Grippeschutzimpfungen in den Betrieben, der die Pflichten des Arbeitgebers hinreichend definiert\u201c, erl\u00e4utert Stephan Stracke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Arbeitgeberverbandes Olpe. \u201eEs macht hochgradig Sinn, dieses bew\u00e4hrte Verfahren auch bei innerbetrieblichen Corona-Impfungen anzulegen.\u201c Impfstoffe und Impfzubeh\u00f6r m\u00fcssten ohne zus\u00e4tzlichen Kostenaufwand zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Auch die Unternehmensstruktur sei zu ber\u00fccksichtigen. \u201eJe kleiner die Betriebe sind, desto eher sind sie beispielsweise auf eine Zusammenarbeit mit arbeitsmedizinischen Zentren angewiesen\u201c, betont Stephan Stracke.<\/p>\n<p><b>Effiziente Organisation erm\u00f6glichen<\/b><br \/>\nDie Politik sei gut beraten, den Weg f\u00fcr eine schlanke und effiziente Organisation der Impfungen in der Fl\u00e4che zu ebnen, unterstreicht Andree Jorgella, Erster Bevollm\u00e4chtigter der IG Metall Siegen. Insbesondere in der ersten Phase der Corona-Krise habe sich gezeigt, dass viel zu viel Papier habe ausgef\u00fcllt werden m\u00fcssen, etwa bei den Meldeb\u00f6gen beim Besuch von Restaurants. \u201eBei den Impfungen durch Haus- und Betriebs\u00e4rzte muss man alles daransetzen, deren b\u00fcrokratischen Aufwand so gering wie m\u00f6glich zu halten. Mehrfachabfragen identischer Sachverhalte sollten auf ein Minimum begrenzt und Terminbuchungsportale soweit wie m\u00f6glich genutzt werden. Zudem gilt es, im innerbetrieblichen Impfbetrieb bestehende Portale zu nutzen\u201c, betonte Jorgella, der zugleich Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr \u00e4u\u00dferte, dass man insbesondere \u00e4ltere Mitb\u00fcrger in technischer Hinsicht nicht \u00fcberfordern d\u00fcrfe: \u201eWir m\u00fcssen alle mitnehmen, erwarten aber zugleich vom Gesetzgeber, hier mutig zu sein und die M\u00f6glichkeit zum Einsatz digitaler Hilfsmittel einzur\u00e4umen, wo immer dies geht!\u201c<\/p>\n<p>Andr\u00e9 Arenz, Erster Bevollm\u00e4chtigter der IG Metall Olpe, unterstreicht diese Forderung. Es m\u00fcsse gefragt werden, was in dieser Ausnahmesituation wichtiger sei: Akte oder Impfung. \u201eWir d\u00fcrfen uns jetzt nicht mit \u00fcberbordender B\u00fcrokratie selbst ein Bein stellen. Vor diesem Hintergrund muss daher dringend gepr\u00fcft werden, ob beispielsweise der nach der Coronavirus-Impfverordnung an das RKI zu \u00fcbermittelnde Datensatz nicht auf wesentliche Angaben zur\u00fcckgef\u00fchrt und anstelle einer t\u00e4glichen Meldung in einem l\u00e4ngeren Intervall \u00fcbermittelt werden kann.\u201c Der Gesetzgeber sei aufgefordert, ein besonderes Augenmerk darauf zu legen, neue b\u00fcrokratische Hemmnisse von vornherein auszuschlie\u00dfen, indem etwa Freir\u00e4ume einger\u00e4umt werden.<\/p>\n<p>Info: Arbeitgeberverb\u00e4nde Siegen-Wittgenstein, Arbeitgeberverband f\u00fcr den Kreis Olpe, DGB-Region S\u00fcdwestfalen, IG Metall Olpe, IG Metall Siegen, Industrie- und Handelskammer Siegen, Kreishandwerkerschaft Westfalen-S\u00fcd<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Impfkapazit\u00e4ten werden in den n\u00e4chsten Wochen zur Nagelprobe bei der Bew\u00e4ltigung von Corona. 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