{"id":23075,"date":"2021-04-07T11:51:08","date_gmt":"2021-04-07T09:51:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=23075"},"modified":"2021-04-07T11:51:08","modified_gmt":"2021-04-07T09:51:08","slug":"junge-frauen-in-mint-berufen-stark-unterrepraesentiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/junge-frauen-in-mint-berufen-stark-unterrepraesentiert\/","title":{"rendered":"Junge Frauen in MINT-Berufen stark unterrepr\u00e4sentiert"},"content":{"rendered":"<p>Attraktive Verg\u00fctungsmodelle und spannende Arbeitsfelder pr\u00e4gen die Berufe im MINT-Bereich, also der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dennoch sind zahlreiche Stellen unbesetzt und es fehlt insbesondere an weiblichen Fachpersonal. Das unter der Leitung von Prof.in Dr. Friederike Welter durchgef\u00fchrte Forschungsprojekt MINTdabei untersuchte den Berufseinstieg und -aufstieg von selbstst\u00e4ndigen und im Mittelstand besch\u00e4ftigten Young Women MINT Professionals mit einen besonderen Fokus auf der Selbst- und Fremdwahrnehmung.<\/p>\n<p>\u201eWir wissen aus unserer Unternehmerinnen-Forschung, dass die Selbst- und Fremdwahrnehmung entscheidenden Einfluss darauf hat, was ich mir zutraue und welchen Karriereweg ich einschlagen m\u00f6chte\u201c, erkl\u00e4rt Prof.in Dr. Kerstin Ettl, Projektkoordinatorin des Projekts an der Universit\u00e4t Siegen. \u201eWir wissen, dass Frauen, selbst wenn sie in MINT gut qualifiziert sind, in dem Bereich sp\u00e4ter seltener Karriere machen als M\u00e4nner. Dem wollten wir mit dem Forschungsprojekt auf den Grund gehen.\u201c<\/p>\n<p>Hierzu f\u00fchrte das Forschungsteam, dem noch Julia Schnittker angeh\u00f6rt, bundesweit zahlreiche Interviews mit Unternehmerinnen, in mittelst\u00e4ndischen Unternehmen angestellt t\u00e4tigen Frauen sowie Expertinnen und Experten mit Bezug zu MINT durch und werteten in Zusammenarbeit mit dem Institut f\u00fcr Mittelstandsforschung in Bonn vorhandene Daten aus.<\/p>\n<p>Beim Berufseinstieg und \u2013aufstieg sind die Herausforderungen, denen Frauen in MINT begegnen, den Ergebnissen zufolge unabh\u00e4ngig von MINT. \u201eVielmehr liegen die erlebten Herausforderungen meist in den Rahmenbedingungen, die sich zum einen aus ihrem direkten sozialen Umfeld und zum anderen aus gesamtgesellschaftlichen Aspekten zusammensetzen\u201c, so Julia Schnittker. \u201eKompetenzorientierte und vorurteilsfreie Arbeitsumfelder machen eine Karriere in MINT f\u00fcr Frauen attraktiver und ihren Verbleib in diesen Berufen wahrscheinlicher.\u201c<\/p>\n<p>In mittelst\u00e4ndischen Unternehmen t\u00e4tige Frauen haben den Eindruck, mehr leisten und sich st\u00e4rker beweisen zu m\u00fcssen als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen. Neben diesem erh\u00f6hten Leistungsdruck \u00e4u\u00dferten einige au\u00dferdem das Gef\u00fchl, von ihren Kollegen nicht ernst genommen zu werden. Sowohl die im Rahmen der Studie befragten angestellten als auch die selbstst\u00e4ndigen jungen Frauen in MINT-Berufen sahen ihren Karriereweg h\u00e4ufig von Stereotypen beeinflusst und eine Schwierigkeit darin, sich vor diesem Hintergrund fachlich zu positionieren und in ihrer Rolle oder Position wahrgenommen zu werden. Viele bezeichneten die T\u00e4tigkeit in einem m\u00e4nnlich dominierten Umfeld als Herausforderung, weil von ihnen erwartet wird, dass sie sich an die herrschende m\u00e4nnliche Kultur anpassen.<\/p>\n<p>Jedoch bringt gerade die Digitalisierung nach Einsch\u00e4tzung der InterviewpartnerInnen vielf\u00e4ltige neue Chancen in MINT mit sich. Die befragten jungen Frauen in MINT-Berufen betonten hierbei die Notwendigkeit, dass mehr Frauen diese Chancen und somit die M\u00f6glichkeit ergreifen, die Zukunft aktiv mitzugestalten. Weiter kristallisierte sich heraus, dass soziale Kompetenz und das Selbstvertrauen entscheidender sein k\u00f6nnen als fachliche Kompetenz. Gerade in den Anf\u00e4ngen der Karriere ist daher ein selbstbewusster Umgang mit den pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten wichtig.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich planten die Forscherinnen im M\u00e4rz 2020 eine Abschlusstagung zu dem vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rderten Projekt. Diese musste allerdings aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt werden. Um dennoch die Ergebnisse besprechen zu k\u00f6nnen, stiegen sie auf ein digitales Medium um und ver\u00f6ffentlichten f\u00fcnf visualisierte Podcasts, die auf der Website <a href=\"http:\/\/www.mintdabei.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.mintdabei.de<\/a> abgerufen werden k\u00f6nnen. Ein Ergebnis\u00fcberblick zum Forschungsprojekt steht dort ebenfalls zum Download bereit.<\/p>\n<p>Text und Foto: <a href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Universit\u00e4t Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Attraktive Verg\u00fctungsmodelle und spannende Arbeitsfelder pr\u00e4gen die Berufe im MINT-Bereich, also der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. 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