{"id":23024,"date":"2021-04-01T13:57:49","date_gmt":"2021-04-01T11:57:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=23024"},"modified":"2021-04-01T13:57:49","modified_gmt":"2021-04-01T11:57:49","slug":"lieferkettengesetz-loeste-betroffenheit-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/lieferkettengesetz-loeste-betroffenheit-aus\/","title":{"rendered":"Lieferkettengesetz l\u00f6ste Betroffenheit aus \u00a0"},"content":{"rendered":"<p>\u201eIch danke Ihnen f\u00fcr Ihren Vortrag \u00fcber das Lieferkettengesetz, der mich fast sprachlos, jedenfalls aber sehr betroffen macht. Die ehrenwerte Zielsetzung des Gesetzes kann ich nachvollziehen, die konkrete Ausgestaltung stellt ein weiteres Glied in einer langen Kette dar, die einem das unternehmerische Tun verleiden kann. Unternehmer sollten eigentlich Produkte und Dienstleistungen verkaufen und Besch\u00e4ftigung schaffen, stattdessen m\u00fcssen sie heute fast mehr Energie aufbringen, ihre selbst\u00e4ndige T\u00e4tigkeit gesellschaftlich konsensf\u00e4hig zu machen.\u201c Arnold Vetter machte aus seinem Herzen keine M\u00f6rdergrube. Der gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Gesellschafter der Vetter Industrie GmbH brachte mit seinem Redebeitrag das sicher bei den allermeisten Mitgliedern des IHK-Au\u00dfenwirtschaftsausschusses vorherrschende Gef\u00fchl auf den Punkt, nachdem Carolin Steeger vom \u201eHelpdesk Wirtschaft &amp; Menschenrechte\u201c ihren fundierten Vortrag \u00fcber das geplante Gesetz \u00fcber die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten beendet hatte. Die Gastreferentin zeigte Chancen und Risiken des geplanten Gesetzes gerade f\u00fcr kleinere und mittlere Unternehmen auf und bot zugleich Unterst\u00fctzung an: \u201eDer Helpdesk soll eine ganzheitliche, individuelle Beratung von Unternehmen sicherstellen. Wir stellen Online-Tools zur Verf\u00fcgung, mit denen Unternehmen Risiken in Lieferketten ausmachen und Ma\u00dfnahmen zur Abhilfe bei sich umsetzen k\u00f6nnen.\u201c Bef\u00fcrchtungen, den Unternehmen st\u00fcnde einmal mehr nur eine weitere B\u00fcrokratielast ins Haus, entgegnete die Referentin: \u201eKein Unternehmer wird Unm\u00f6gliches leisten m\u00fcssen. Es f\u00e4ngt niemand bei Null an.\u201c Das Res\u00fcmee Arnold Vetters verdeutlichte der Referentin, dass diesen Aussagen der Bundesregierung in der heimischen Industrie nicht uneingeschr\u00e4nkt vertraut wird.<\/p>\n<p>Zuvor demonstrierte Jens Brill, Au\u00dfenwirtschaftsleiter der IHK, die Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage zur tendenziell eher durchwachsenen Lage deutscher Unternehmen im internationalen Gesch\u00e4ft. \u201eInsbesondere Entsendungen von Mitarbeitern ins Ausland sehen die Unternehmen gravierend erschwert \u2013 mit negativen Folgen f\u00fcr die eigene Vertragserf\u00fcllung.\u201c In der Runde wurden beispielhaft schleppende Visa-Erteilungen f\u00fcr die USA thematisiert. Die Hoffnungen liegen darauf, unter der neuen Administration in Washington zu einer Beschleunigung und Erleichterung zu kommen. Noch lassen aber ein \u201enew deal\u201c und damit die Abkehr von den Erschwernissen der letzten Jahre auf sich warten. Ausschussvorsitzender Rainer Dango nahm aus der Diskussion mit, dass ein gro\u00dfer Anteil der Teilnehmer ungeachtet der vielf\u00e4ltigen Herausforderungen von einem zufriedenstellenden bis sogar sehr guten Gesch\u00e4ftsjahr 2020 berichtete. Jeder Vierte in der Runde sah jedoch auch negativ auf das vergangene Jahr zur\u00fcck und betonte erhebliche Sorgen f\u00fcr 2021. Rainer Dango: \u201eDie \u00fcberwiegend zuversichtliche Stimmung liegt sicherlich an der Agilit\u00e4t und Anpassungsf\u00e4higkeit unserer Unternehmen, stets von Neuem innovative Produkte zu markt\u00fcblichen Preisen anbieten zu k\u00f6nnen. Allerdings k\u00e4mpft auch ein nicht geringer Anteil der Unternehmen t\u00e4glich damit, sich \u201eneu erfinden zu m\u00fcssen\u201c und mit g\u00fcnstigeren Strukturen weiterhin ein attraktiver Anbieter zu bleiben.\u201c Uwe Stupperich, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Logistikdienstleisters M.G. International (Holding) GmbH, beleuchtete die angespannte Situation im internationalen Frachtverkehr, wobei er unter anderem die starken Frachtpreiserh\u00f6hungen und die Kapazit\u00e4tsengp\u00e4sse bei See- und Luftfracht erkl\u00e4rte. Er wies insbesondere auf die Notwendigkeit einer vorausschauenden Planung von Frachtsendungen hin: \u201eSchon am Beispiel der aktuell erheblichen Schiffswartezeiten in den H\u00e4fen von Los Angeles und Long Beach zeigt sich, dass es ein Muss ist, sich im Voraus auch mit alternativen Einlaufh\u00e4fen und den M\u00f6glichkeiten eventuell anschlie\u00dfender Bahnfracht zu besch\u00e4ftigen.\u201c<\/p>\n<p>Roland Ollek, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Guntermann &amp; Drunck GmbH, hatte die Teilnehmer zu Beginn der Zusammenkunft zu einer virtuellen Kontrollraumbegehung eingeladen. Das Siegener Unternehmen hat eine M\u00f6glichkeit virtueller F\u00fchrungen geschaffen, um das hauseigene Portfolio an Steuerungsm\u00f6glichkeiten und raffinierten Schaltkonzepten aus der Ferne, aber vergleichbar interaktiv wie bei einem Live-Rundgang zu pr\u00e4sentieren. Potenzielle Kunden k\u00f6nnen eine solche F\u00fchrung im Internet buchen. Das innovative Konzept verfehlte seinen Eindruck auch bei den Ausschussmitgliedern nicht, denen Roland Ollek damit einen Fingerzeig gab: \u201eUnser ,ControlCenter-Xperience\u2018 hilft uns auch, den pandemiebedingten Ausfall gro\u00dfer Messen zu kompensieren. Das mag f\u00fcr den ein oder anderen den Ansto\u00df geben, den selben Weg zu gehen.\u201c<\/p>\n<p>Text: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch danke Ihnen f\u00fcr Ihren Vortrag \u00fcber das Lieferkettengesetz, der mich fast sprachlos, jedenfalls aber sehr betroffen macht. 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