{"id":2302,"date":"2015-01-16T08:26:38","date_gmt":"2015-01-16T07:26:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=2302"},"modified":"2015-01-16T08:26:38","modified_gmt":"2015-01-16T07:26:38","slug":"auftakt-zur-tarifrunde-2015-in-siegen-ein-abschluss-mit-augenmass-muss-fair-fuer-alle-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/auftakt-zur-tarifrunde-2015-in-siegen-ein-abschluss-mit-augenmass-muss-fair-fuer-alle-sein\/","title":{"rendered":"Auftakt zur Tarifrunde 2015 in Siegen: Ein Abschluss mit Augenma\u00df muss fair f\u00fcr Alle sein"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_2303\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_4124.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2303\" class=\"size-medium wp-image-2303\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_4124-300x200.jpg\" alt=\"Auftakt der Tarifrunde 2015 f\u00fcr die Metall- und Elektroindustrie NRW in Siegen: Unser Bild zeigt die Verhandlungsdelegation der Arbeitgeber.\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_4124-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_4124-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_4124.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2303\" class=\"wp-caption-text\">Auftakt der Tarifrunde 2015 f\u00fcr die Metall- und Elektroindustrie NRW in Siegen: Unser Bild zeigt die Verhandlungsdelegation der Arbeitgeber.<\/p><\/div>\n<p>Zum ersten Mal fand\u00a0der Auftakt zu einer Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie f\u00fcr Nordrhein-Westfalen in Siegen statt. Im Hotel Patmos trafen sich am 15. Januar 2015 die Verhandlungsdelegationen der IG Metall und der nordrhein-westf\u00e4lischen Metall-Arbeitgeber. Begleitet wurde das Treffen durch eine Kundgebung von rund 200 Gewerkschaftern. Anschlie\u00dfend tagten die Tarifpartner gut zweieinhalb Stunden hinter verschlossenen T\u00fcren. Ein \u00a0Ergebnis wurde dabei noch nicht erzielt.<\/p>\n<p>\u201eWir freuen uns nat\u00fcrlich \u00fcber diese Entscheidung der Tarifpartner IG Metall und METALL NRW, auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass dieses erste Gespr\u00e4ch bereits zu einem substantiellen Ergebnis f\u00fchren wird. Wir werten die Tatsache an sich aber auch als Ausdruck der Anerkennung f\u00fcr die Unternehmen der heimischen Metall- und Elektroindustrie und f\u00fcr die landesweite Bedeutung des Industriestandortes Siegen-Wittgenstein. Wir hoffen, dass die langj\u00e4hrige gute Zusammenarbeit mit der hiesigen IG Metall im Rahmen unsere Sozialpartnerinitiative sowie das beiderseitige Engagement f\u00fcr die Weiterentwicklung der heimischen Wirtschaft auch einen positiven Einfluss auf die landesweit gef\u00fchrten Tarifverhandlungen haben wird\u201c, so Dr. Thorsten Doublet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VdSM Verband der Siegerl\u00e4nder Metallindustriellen e.V.<\/p>\n<div id=\"attachment_2305\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_4117.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2305\" class=\"size-medium wp-image-2305\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_4117-300x200.jpg\" alt=\"Gut 200 Gewerkschafter der IG Metall unterstrichen lautstark ihre Forderungen.\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_4117-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_4117-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/IMG_4117.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2305\" class=\"wp-caption-text\">Gut 200 Gewerkschafter der IG Metall unterstrichen lautstark ihre Forderungen.<\/p><\/div>\n<p>\u201eWas uns allerdings weniger erfreut, ist das Forderungspaket, das die IG Metall geschn\u00fcrt hat. 5,5 Prozent mehr Geld, eine Neuregelung der Altersteilzeit und die Einf\u00fchrung einer bezahlten Weiterbildungsteilzeit, das sind Forderungen, die in der Summe eine ganz erhebliche Belastung f\u00fcr die Unternehmen bedeuten w\u00fcrden, von den Eingriffen in die unternehmerische Entscheidungsfreiheit einmal ganz abgesehen\u201c, machte der VdSM-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer in einem Pressegespr\u00e4ch deutlich, das einen Tag vor dem Verhandlungsauftakt im Haus der Siegerl\u00e4nder Wirtschaft in Siegen stattfand.<\/p>\n<p>Vor allem die Bildungsteilzeit ist f\u00fcr ihn\u00a0eine v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssige Forderung. \u201eIch kann nun wirklich nicht nachvollziehen, warum ein Unternehmen einen Teilzeitanspruch auf eine pers\u00f6nliche Weiterbildung abseits des betrieblichen Bedarfs gew\u00e4hren und auch noch bezahlen sollte. Damit werden die Unternehmen quasi zu allgemeine Bildungseinrichtungen umfunktioniert. Das ist aber nicht ihre Aufgabe.\u201c Nach Meinung von Dr. Doublet ist die allgemeine Bildung nach wie vor eine gesellschaftliche und eine private Angelegenheit. \u201eHier verwechselt die Gewerkschaft unsere Unternehmen mit den Volkshochschulen oder anderen Einrichtungen der Erwachsenenbildung.\u201c<\/p>\n<p>Schon jetzt investiert die Metall- und Elektroindustrie in Deutschland jedes Jahr rund acht Milliarden Euro in die Aus- und Weiterbildung ihrer Besch\u00e4ftigten. \u201eSie sehen also, die Unternehmen sind keineswegs unt\u00e4tig in Sachen Weiterbildung, wenn es um betrieblich notwendige und sinnvolle Qualifizierungsma\u00dfnahmen geht.\u201c \u201eEs liegt im ureigensten Interesse unserer Unternehmen, gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verf\u00fcgung zu haben. Das ist nicht zuletzt mit ein Grund daf\u00fcr, dass Siegen-Wittgenstein zu den f\u00fchrenden Industrieregionen in Deutschland geh\u00f6rt. Ein weiterer Beleg hierf\u00fcr sind die zahlreichen Weltmarktf\u00fchrer in unserer Region. Ohne qualifizierte Aus- und Weiterbildung w\u00e4re dies \u00fcberhaupt nicht machbar gewesen\u201c, unterstreicht Dr. Doublet.<\/p>\n<p>\u201eEinen weiteren bedenkenswerten Aspekt zu diesem Thema m\u00f6chte ich ebenfalls nicht unerw\u00e4hnt lassen. Stellen Sie sich einmal vor, die Weiterbildungsteilzeit w\u00fcrde Wirklichkeit, so wie die Gewerkschaft sich das w\u00fcnscht. Dann k\u00f6nnten sich Besch\u00e4ftigte eines Unternehmens auf dessen Kosten und damit auch auf Kosten ihrer Kolleginnen und Kollegen weiterbilden und mit den so gewonnenen Kenntnissen einen neuen Job antreten, beispielsweise bei der Konkurrenz. Damit entst\u00fcnde aus unserer Sicht gleich ein doppelter Schaden f\u00fcr das betroffene Unternehmen, von dem abgewanderten Know-how einmal ganz abgesehen. Das kann nicht im Interesse der Unternehmen sein.\u201c<\/p>\n<p>Was die Neuregelung der Altersteilzeit angeht, ist der VdSM f\u00fcr eine sinnvolle und vern\u00fcnftige Regelung durchaus aufgeschlossen. Allerdings m\u00fcssen hierf\u00fcr nach Ansicht von Dr. Doublet differenzierte L\u00f6sungen gefunden werden. \u201eWir wollen damit nicht das vorzeitige Ausscheiden von leistungsf\u00e4higen und gut qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alimentieren. Hier wird die Rente mit 63 schon genug Schaden anrichten. Wir rechnen damit, dass in den kommenden zehn Jahren rund 200.000 erfahrene Besch\u00e4ftigte in der deutschen M+E-Industrie \u00fcber die Rente mit 63 in den vorzeitigen Ruhestand gehen werden. Angesichts der Folgen des demographischen Wandels auch in unserer Region k\u00f6nnen wir uns einen weiteren Aderlass an erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht erlauben.\u201c Wenn es in Sachen Altersteilzeit ein Verhandlungsergebnis geben sollte, dann m\u00fcssten diese Aspekte zwingen eine Ber\u00fccksichtigung finden. Alles andere w\u00fcrde die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Bleibt schlie\u00dflich noch die Forderung nach einer Anhebung der Entgelte und Ausbildungsverg\u00fctungen um 5,5 Prozent.<\/p>\n<p>\u201eDas ist eine Forderung, die aus unserer Sicht zu hoch ausgefallen ist. Die Wachstumsprognosen f\u00fcr das neue Jahr sind deutlich verhaltener. Die weltweite Wirtschaftsentwicklung stagniert, bis auf einige wenige Ausnahmen. Hinzu kommen deutlich gestiegene Lohnst\u00fcckkosten in der M+E-Industrie, 2012 um sechs Prozent und 2013 um weitere vier Prozent. 2014 kamen bis September noch einmal 1,5 Prozent hinzu. Auf der anderen Seite summieren sich die Tariferh\u00f6hungen der letzten drei Jahre, also 2012 bis 2014, auf rund zehn Prozent, real, also nach Abzug der Inflationsrate, auf \u00fcber f\u00fcnf Prozent. Das bedeutet f\u00fcr einen durchschnittlichen M+E-Mitarbeiter, dass sein Jahreseinkommen in nicht einmal drei Jahren um rund 5.000 Euro gestiegen ist\u201c, erl\u00e4utert der VdSM-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Das alles m\u00fcsse von den Unternehmen erst einmal erwirtschaftet werden.<\/p>\n<p>\u201eWir haben Ihnen ja im Dezember die Ergebnisse unserer Konjunkturumfrage vorgestellt. Dabei ist deutlich geworden, dass die Unternehmen mit gro\u00dfer Skepsis in das Jahr 2015 starten. Die Ergebnisse unserer Umfrage basieren, wie bei Statistiken \u00fcblich, auf Durchschnittsberechnungen. Eine ganze Reihe von Unternehmen lag dabei mit den eigenen Angaben unter dem Durchschnitt. Die Probleme in einigen Kernbranchen in unserer Region zeigen, dass keineswegs alle Unternehmen gleicherma\u00dfen gut dastehen. Nehmen wir beispielsweise die Gie\u00dfereien oder den Gro\u00dfanlagenbau. Wir sprechen daher inzwischen auch vermehrt von einer Firmenkonjunktur.\u201c<\/p>\n<p>Ein Tarifabschluss muss deshalb aus der Sicht des VdSM auch die M\u00f6glichkeiten dieser Unternehmen wie des gesamten Mittelstandes ber\u00fccksichtigen. \u201eDeshalb pl\u00e4dieren wir f\u00fcr einen Abschluss mit Augenma\u00df, der \u201eFair f\u00fcr Alle\u201c ist.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum ersten Mal fand\u00a0der Auftakt zu einer Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie f\u00fcr Nordrhein-Westfalen in Siegen statt. Im Hotel Patmos trafen sich am 15. 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