{"id":22958,"date":"2021-03-30T07:02:23","date_gmt":"2021-03-30T05:02:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=22958"},"modified":"2021-03-30T07:02:23","modified_gmt":"2021-03-30T05:02:23","slug":"me-tarifrunde-2021-von-fairness-vernunft-und-weitsicht-gepraegter-abschluss-in-aussergewoehnlich-schwieriger-wirtschaftslage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/me-tarifrunde-2021-von-fairness-vernunft-und-weitsicht-gepraegter-abschluss-in-aussergewoehnlich-schwieriger-wirtschaftslage\/","title":{"rendered":"M+E-Tarifrunde 2021: \u201eVon Fairness, Vernunft und Weitsicht gepr\u00e4gter Abschluss in au\u00dfergew\u00f6hnlich schwieriger Wirtschaftslage\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Metallarbeitgeber und die IG Metall in Nordrhein-Westfalen haben am Dienstag in D\u00fcsseldorf bei der 7. Tarifverhandlung f\u00fcr die rund 700.000 Besch\u00e4ftigten dieses Industriezweigs ein Ergebnis erzielt. Der Pr\u00e4sident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, bezeichnete den Tarif-Kompromiss \u00a0als \u201eein von Fairness, Vernunft und Weitsicht gepr\u00e4gtes Ergebnis in einer au\u00dfergew\u00f6hnlich schwierigen Wirtschaftslage\u201c. Es sei gelungen, der enorm heterogenen wirtschaftlichen Situation Rechnung zu tragen. \u201eF\u00fcr uns ist es ganz wichtig, dass unsere Unternehmen wie schon im Jahr 2020 auch im Jahr 2021 keine Erh\u00f6hung der Tabellenentgelte verkraften m\u00fcssen\u201c, betonte Kirchhoff. Zudem sei mit der IG Metall f\u00fcr das laufende Jahr erstmals ein automatisch wirksamer Entlastungsmechanismus f\u00fcr krisenbetroffene Betriebe vereinbart worden. Die neue j\u00e4hrliche Sonderzahlung von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts im Februar 2022 sowie von 27,6 Prozent eines Monatsentgelts ab Februar 2023 sei f\u00fcr die Unternehmen \u201eschmerzhaft und nur schwer verdaulich, aber mit einem verhalten optimistischen Blick auf verbesserte konjunkturelle Aussichten im kommenden Jahr so gerade noch vertretbar\u201c. Der Tarifabschluss biete den Firmen \u00fcberdies \u201eeinen unb\u00fcrokratischen und einfach umsetzbaren\u201c tariflichen Rahmen f\u00fcr betriebliche Regelungen zur Besch\u00e4ftigungssicherung und die Begleitung von Transformationsprozessen. Die entsprechenden Regelungen seien bewusst an bereits bestehende Tarifvereinbarungen angekoppelt worden. \u201eDas vermeidet zus\u00e4tzliche Komplexit\u00e4t und vereinfacht den betrieblichen Umsetzungsprozess\u201c, sagte Kirchhoff.<\/p>\n<p><b>Die Tarifvereinbarung sieht im Einzelnen vor:<\/b><\/p>\n<p>\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0eine Corona-Beihilfe von 500 Euro im Juni 2021,<br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0eine neue Sonderzahlung von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts im Februar 2022 steigend auf 27,6 Prozent eines Monatsentgelts ab Februar 2023, die k\u00fcnftig j\u00e4hrlich anf\u00e4llt.<\/p>\n<p><u>Laufzeit:<\/u><br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Der Tarifvertrag gilt r\u00fcckwirkend zum 1. Januar 2021, hat eine Gesamtlaufzeit von 21 Monaten und endet am 30. September 2022.<\/p>\n<p><u>Differenzierung:<\/u><br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Die tarifliche Leistung des tariflichen Zusatzgeldes B (T-ZUG B) wird im Oktober f\u00e4llig und kann in Abh\u00e4ngigkeit vom Unternehmensergebnis entfallen.<\/p>\n<p><u>TV Zukunft, Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Besch\u00e4ftigungssicherung:<\/u><br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0METALL NRW und IG Metall NRW haben einen tariflichen Rahmen vereinbart, innerhalb dessen Betriebsparteien u.a. betriebliche Transformationsprozesse begleiten k\u00f6nnen.<br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Darin k\u00f6nnen auf Basis einvernehmlich erstellter betrieblicher Analysen Gespr\u00e4che \u00fcber die Zukunft des Betriebes erfolgen \u2013 dieser Prozess kann aber nicht einseitig durch eine Betriebspartei erzwungen werden.<br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Die Betriebsparteien k\u00f6nnen zur weiteren Beratung eine von den Tarifvertragsparteien zu gr\u00fcndende Transformationsagentur hinzuziehen.<br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Besteht keine Einigkeit \u00fcber einen Regelungsbedarf im Betrieb, kann zur Erreichung eines Konsenses eine Moderation vereinbart werden.<br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Kommt es auch dann zu keiner Einigung, werden von der Moderation die von den Betriebsparteien identifizierten jeweiligen Handlungsbedarfe schriftlich festgehalten.<br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Damit sind die betrieblichen Gespr\u00e4che zu Transformationsprozessen beendet \u2013 es bleibt also bei der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit in diesen Fragen.<\/p>\n<p><u>Optionale Regelungen zur kollektiven Arbeitszeitabsenkung bei Besch\u00e4ftigungsproblemen in Betrieben:<\/u><br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<b><u>Wie<\/u><\/b><u> <b>bisher<\/b><\/u>: Durch Betriebsvereinbarung k\u00f6nnen Arbeitgeber und Betriebsrat bei vor\u00fcbergehenden Besch\u00e4ftigungsproblemen <u>bis zu zw\u00f6lf Monate<\/u> die individuelle regelm\u00e4\u00dfige Wochenarbeitszeit auf eine Dauer von unter 35 bis zu 30 Stunden absenken.<br \/>\n.\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Dies kann einheitlich f\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten oder f\u00fcr Teile des Betriebs (Betriebsteile, Abteilungen, Besch\u00e4ftigtengruppen) erfolgen.<br \/>\n.\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Dabei k\u00f6nnen auch eine unterschiedliche Absenkung der Arbeitszeit und eine unterschiedliche Dauer der Arbeitszeit vereinbart werden.<br \/>\n.\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Die monatlichen Verg\u00fctungen vermindern sich entsprechend der verk\u00fcrzten Arbeitszeit.<br \/>\n.\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Die Betriebsparteien k\u00f6nnen Ausgleichszahlungen vereinbaren, die mit den tariflichen Jahresleistungen verrechnet werden. Der Anspruch darauf vermindert sich entsprechend.<br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<b><u>Neu:<\/u><\/b> Bei einer Arbeitszeitabsenkung <u>ab 13 Monaten<\/u> insbesondere bei der Begleitung von betrieblichen Transformationsprozessen erhalten die Besch\u00e4ftigten pro Woche \u2013 gemessen am durchschnittlichen Stundenentgelt \u2013 einen Zuschlag<br \/>\n.\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 von 25 Prozent bei einer Absenkung auf 32 Wochenstunden<br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Bei einer Arbeitszeitabsenkung <u>ab 25 Monaten<\/u> erhalten die Besch\u00e4ftigten pro Woche \u2013 gemessen am durchschnittlichen Stundenentgelt \u2013 einen Zuschlag<br \/>\n.\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 von 25 Prozent bei einer Absenkung auf 33 Wochenstunden<br \/>\n.\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 von 50 Prozent bei einer Absenkung auf 32 Wochenstunden<br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Bei konjunktur- oder transformationsbedingten Arbeitszeitverk\u00fcrzungen sind betriebsbedingte K\u00fcndigungen nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p><u>Gemeinsame Erkl\u00e4rung zur Bedeutung des Fachkr\u00e4ftenachwuchses<\/u><br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Die Tarifparteien wollen die Ausbildungsbereitschaft in den Betrieben f\u00f6rdern.<br \/>\n\u00b7 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Die Tarifparteien empfehlen, Dual Studierende nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums in ein Arbeitsverh\u00e4ltnis zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p><b><u>Statement des Pr\u00e4sidenten von METALL NRW, Arndt G. Kirchhoff:<\/u><\/b><\/p>\n<p>NRW-Metallarbeitgeberpr\u00e4sident Arndt G. Kirchhoff erkl\u00e4rte, in dieser wirtschaftlichen Ausnahmesituation seien die Tarifparteien in NRW ihrer gro\u00dfen Verantwortung f\u00fcr Unternehmen und Besch\u00e4ftigte gerecht geworden. Die Pandemie habe das Land weiterhin fest im Griff und sorge bei Unternehmen und Besch\u00e4ftigten der Metall- und Elektroindustrie f\u00fcr massive Verunsicherung. \u201eUmso wichtiger ist es jetzt, dass wir als Tarifpartner in Nordrhein-Westfalen in diesen Zeiten der Ungewissheit langfristig verl\u00e4ssliche und tragf\u00e4hige Perspektiven setzen k\u00f6nnen\u201c, betonte Kirchhoff. Der Fl\u00e4chentarif stehe seit Jahren massiv unter Druck und m\u00fcsse sich die Akzeptanz bei den Mitgliedsunternehmen stets aufs Neue verdienen. Der Tarifabschluss sei daher auch ein Punktsieg f\u00fcr die Tarifautonomie in Deutschland.<\/p>\n<p>Nach Worten des NRW-Metallarbeitgeberpr\u00e4sidenten zeigten die getroffenen Vereinbarungen alle Elemente eines echten Kompromisses. Die Arbeitgeber h\u00e4tten ihre wichtigsten Ziele durchsetzen k\u00f6nnen: Einen langfristigen und damit Planungssicherheit schaffenden Tarifvertrag, automatische Kostenentlastungen f\u00fcr krisenbelastete Betriebe als tarifpolitische Antwort auf die heterogene wirtschaftliche Lage in der M+E-Industrie, einfach umsetzbare betriebliche Wahloptionen zur Besch\u00e4ftigungssicherung sowie die Beibehaltung der unternehmerischen Freiheit bei betrieblichen Transformationsprozessen.<\/p>\n<p>Bild und Info: <a href=\"https:\/\/metall.nrw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">METALL NRW<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Metallarbeitgeber und die IG Metall in Nordrhein-Westfalen haben am Dienstag in D\u00fcsseldorf bei der 7. 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