{"id":22876,"date":"2021-03-24T15:02:55","date_gmt":"2021-03-24T14:02:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=22876"},"modified":"2021-03-24T15:02:55","modified_gmt":"2021-03-24T14:02:55","slug":"ungenutzte-potenziale-der-bevoelkerung-50-plus-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/ungenutzte-potenziale-der-bevoelkerung-50-plus-nutzen\/","title":{"rendered":"\u201eUngenutzte Potenziale der Bev\u00f6lkerung 50 Plus nutzen!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher wurden sie mit einem goldenen Handschlag in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet. Heute werden sie wieder zu begehrten Fachkr\u00e4ften: die \u00e4lteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Der demografische Wandel in unserer Gesellschaft und der damit verbundene Mangel an qualifizierten Fachkr\u00e4ften haben die Besch\u00e4ftigungschancen \u00e4lterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Industrie deutlich verbessert. Gleichzeitig erkennen immer mehr Unternehmen das Potenzial \u00e4lterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben der Berufserfahrung und den \u00fcber viele Jahre erworbenen Fachkenntnissen spielen dabei auch die sozialen Kompetenzen eine wesentliche Rolle. Aber es gibt noch einiges zu tun. Die Personalberatung Ochel Consulting hat sich auf die Fahne geschrieben, die Gruppe der \u00fcber 50-j\u00e4hrigen verst\u00e4rkt in den Focus zu nehmen. Warum sie das tut, erl\u00e4utert Inhaber Detlef Ochel im Interview.<\/p>\n<p><strong>Hallo Herr Ochel, seit einigen Monaten stellen wir fest, dass Sie sich nachdr\u00fccklich f\u00fcr die Ber\u00fccksichtigung von Arbeitnehmern einsetzen, die vermeintlich &#8222;\u00e4lter&#8220; sind. Wie kamen Sie dazu?<\/strong><\/p>\n<p>Es waren die Erfahrungen der letzten Jahre, die dazu gef\u00fchrt haben, dass ich mich entschlossen habe, mich aktiv f\u00fcr Bewerber einzusetzen, die bereits \u00fcber eine lange Berufsvita verf\u00fcgen. Menschen, die eben etwas \u00e4lter als der Durchschnitt sind. 50 Plus sollte als Qualit\u00e4tsmerkmal und nicht als Malus verstanden werden. Hier l\u00e4uft etwas aus dem Ruder. Alle Menschen ab Jahrgang 1971 geh\u00f6ren \u00fcbrigens dazu. Sie alle fallen leider zu Unrecht und zu oft durchs Raster. Viele der Altersgruppe sind perfekt ausgebildet, werden aber bei der Besetzung von offenen Stellen wegen des Alters nicht oder seltener ber\u00fccksichtigt. Hier versuche ich im Beratungsgespr\u00e4ch Aufkl\u00e4rungsarbeit zu leisten.<\/p>\n<p><strong>Und das gelingt?<\/strong><\/p>\n<p>Zunehmend schon. Gerade dann, wenn man schon l\u00e4nger zusammenarbeitet. Bei Bestandskunden f\u00fchren wir auch eine Beratung in strategischen Themen durch und wir werden nach unserem Rat gefragt. Bei Neumandanten ist hier deutlich mehr \u00dcberzeugungsarbeit zu leisten. Der Fachkr\u00e4ftemangel, lange angedroht, ist doch schon massiv in S\u00fcdwestfalen zu sp\u00fcren und wird nat\u00fcrlich Einfluss bei einer qualifizierten Stellenbesetzung haben. Wenn man sich die Statistiken anschaut, wird das nicht besser. Allein in Siegen-Wittgenstein ist die Bev\u00f6lkerung von 2000 bis 2019 um 6,4 Prozent gesunken. Bad Laasphe hat sogar 12,7 Prozent verloren. Das kann und wird an den Unternehmen nicht vorbeigehen. Unternehmen sind hier gefordert, produktive Kooperationen der Generationen zu organisieren. Um mal die zeitliche Dimension aufzuzeigen, mit 50 steht man einem Unternehmen noch mehr als 15 Jahre konstant zur Verf\u00fcgung. Diese Mitarbeiter sind besonders unternehmenstreu. 15 Jahre sind auf der Zeitachse eines Betriebs ein langer Zeitraum mit viel Perspektive. Deswegen werbe ich daf\u00fcr: ungenutzte Potenziale der Bev\u00f6lkerung 50 Plus m\u00fcssen unbedingt genutzt werden. Im IHK-Bezirk Siegen macht diese Personengruppe einen Anteil von mehr als 23 Prozent aus. Wer kann es sich leisten, darauf zu verzichten?<\/p>\n<p><strong>Warum glauben Sie, dass dennoch vor allem junge Bewerber gesucht werden?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe versucht, hierauf in Studien und Statistiken Antworten zu finden. Drei wesentliche Punkte stehen daf\u00fcr f\u00fcr mich im Zentrum. Erstens bringen junge Arbeitnehmer mehr Innovationswissen mit. Weiter ist die \u201efluide&#8220; Intelligenz, also die Informationsaufnahme und -verarbeitung, st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als bei \u00e4lteren Arbeitnehmern. Und daraus leitet sich drittens ab, dass sie sich besser und schneller neuen Situationen anpassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Also spricht doch Vieles f\u00fcr die Jugend?<\/strong><\/p>\n<p>Dazu muss man sich die andere Seite anschauen, denn aus meiner Sicht gleicht sich das aus. Denn \u00e4ltere Arbeitnehmer wiederum haben bei der \u201ekristallinen\u201c Intelligenz die Nase vorn. Dazu geh\u00f6ren Fach- und Steuerungswissen, aber auch verbale und soziale F\u00e4higkeiten. \u00c4ltere Arbeitnehmer k\u00f6nnen ihr betriebsspezifisches Erfahrungswissen st\u00e4rker einbringen. Und nicht zuletzt punkten diese mit ihrer speziellen Intelligenz und einem gro\u00dfen beruflichen Wissen. Und das baut man sich erst mit den Jahren auf.<\/p>\n<p><strong>Also ist der Altersmix im Team die ideale L\u00f6sung?<\/strong><\/p>\n<p>Absolut! Die Vorteile aus beiden Welten k\u00f6nnen beim richtigen Altersmix erfolgreich zusammengebracht werden! Es spiegelt ja auch die aktuelle Situation in den Unternehmen wider. Es sind doch oft drei Generationen gleichzeitig in einem Unternehmen besch\u00e4ftigt. Die Unterschiede zwischen Jung und Alt muss man als Chance zur Weiterentwicklung betrachten. Es darf hier keine Kultur der Konkurrenz herrschen. Und noch mal, der demographische Wandel ist bereits im vollen Gang. Es ist der Auftrag der F\u00fchrungsebene in Unternehmen, auf diese ver\u00e4nderte Situation souver\u00e4n zu reagieren. J\u00fcngere und \u00e4ltere Besch\u00e4ftigte verf\u00fcgen \u00fcber unterschiedliche St\u00e4rken und Kompetenzen, die sich gegenseitig erg\u00e4nzen k\u00f6nnen. Durch die Kombination dieser unterschiedlichen Kompetenzen, F\u00e4higkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse kann f\u00fcr das Unternehmen bzw. die Organisation ein gro\u00dfer Mehrwert entstehen. Ein Unternehmen muss Wissen und K\u00f6nnen erhalten und ausbauen. Man braucht beide Seiten f\u00fcr den Erfolg.<\/p>\n<p><strong>Informationen zum Unternehmen:<\/strong><\/p>\n<p>Die Personalberatung Ochel Consulting wurde vor mehr als 20 Jahren gegr\u00fcndet. Sie betreut national und international mehr als 150 Mandanten bei der nationalen und internationalen Stellenbesetzung im kaufm\u00e4nnisch-technischen Bereich. Gr\u00fcnder und Inhaber ist Detlef OcheI. Er ist ausgebildeter Personalberater, Recruiter und Demographieberater. Das Team aus Siegen hat bis heute mehr als 18.000 Bewerber beraten, gepr\u00fcft und in diesem Zusammenhang \u00fcber 1000 erfolgreiche Rekrutierungsprojekte abgeschlossen.<\/p>\n<p>Bild und Info: <a href=\"https:\/\/www.ochel-consulting.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ochel Consulting<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher wurden sie mit einem goldenen Handschlag in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet. Heute werden sie wieder zu begehrten Fachkr\u00e4ften: die \u00e4lteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. 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