{"id":22601,"date":"2021-03-05T08:14:40","date_gmt":"2021-03-05T07:14:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=22601"},"modified":"2021-03-05T08:14:40","modified_gmt":"2021-03-05T07:14:40","slug":"olpe-wird-smart-buerger-app-startet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/olpe-wird-smart-buerger-app-startet\/","title":{"rendered":"Olpe wird smart: B\u00fcrger-App startet"},"content":{"rendered":"<p>Wie erreiche ich im Rahmen von Online-Beteiligung am effektivsten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger? Diese Frage stand am Anfang des Forschungsprojektes \u201eCreactive Citizen\u201c, das Dr. J\u00f6rg Radtke vom Fach Politikwissenschaft an der Universit\u00e4t Siegen leitet. Das Projekt mit dreij\u00e4hriger Laufzeit endet in diesem Jahr \u2013 mit der Ver\u00f6ffentlichung einer B\u00fcrger-App. Dr. Radtke erl\u00e4utert: \u201eF\u00fcr uns ist das ein sehr spannender Fall: Der Neubau des B\u00fcrgerhauses, dem ein B\u00fcrgerentscheid vorangegangen war, zahlreiche weitere Vorhaben, wie die Neugestaltung des Biggeufers, und eine sensibilisierte B\u00fcrgerschaft sowie aufgeschlossene Politik und Verwaltung, stellen f\u00fcr uns ideale Bedingungen zur Erprobung neuer digitaler Formate der B\u00fcrgerbeteiligung dar\u201c. Gemeinsam mit dem Fach Informatik und der GeoMobile GmbH, einem auf mobile Anwendungen spezialisierten Unternehmen aus Dortmund, entwickelte das Team eine mobile App, die es den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern von Olpe erm\u00f6glichen soll, schnell und einfach Informationen abzurufen, Fragen zu stellen und Zustimmung oder Ablehnung zu signalisieren. Die App steht nun am Ende der Projektlaufzeit f\u00fcr einen zeitlich begrenzten Test zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die Stadt Olpe hat schon vor einigen Jahren ihre Bem\u00fchungen um B\u00fcrgerbeteiligung und digitale Formate verst\u00e4rkt: Im Rahmen der Entwicklung des integrierten st\u00e4dtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK), zu dem unter anderem der Neubau des B\u00fcrgerhauses geh\u00f6rt, wurde die Plattform \u201eolpe dialog\u201c gestartet. Auf der Webseite neueweichen.de k\u00f6nnen sich B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger digital informieren und beteiligen. Zudem fanden zahlreiche Beteiligungsveranstaltungen statt \u2013 in Form von Streifz\u00fcgen durch die Stadt, Workshops und B\u00fcrgerversammlungen.<\/p>\n<p>Der urspr\u00fcngliche Plan, eine sehr viel weitergehende Beteiligung zu bieten, indem die Bev\u00f6lkerung selbst kreativ Fl\u00e4chen wie das Biggeufer digital gestalten kann, lie\u00df sich in der K\u00fcrze der Zeit nicht umsetzen. \u201eLeider sind technisch gesehen nicht alle Ideen, die man per Brainstorming entwickeln kann oder was man aus anderen Bereichen bereits kennt, so schnell und einfach umsetzbar\u201c, hat Projektmitarbeiterin Sheree Sa\u00dfmannshausen aus der Informatik erkannt. \u201eWir erproben dennoch parallel aufwendigere Verfahren, die nicht unmittelbar zum breiten Einsatz kommen\u201c.<\/p>\n<p>Um die App und experimentelle Ans\u00e4tze b\u00fcrgernah zu gestalten, arbeitete das Siegener Uni-Team auch mit dem Olper Jugendparlament zusammen und wertete zahlreiche Ideen und Vorschl\u00e4ge der Bev\u00f6lkerung aus der vorangegangenen B\u00fcrgerbeteiligung aus. In Gespr\u00e4chen zeigte sich f\u00fcr die Forscher schnell, dass j\u00fcngere Menschen starke Bez\u00fcge zu digitalen Formaten haben, jedoch in der Kommunalpolitik sowie bei Beteiligungsveranstaltungen weniger pr\u00e4sent sind. \u201eF\u00fcr junge Menschen ist die digitale B\u00fcrgerbeteiligung sicherlich besonders interessant\u201c, konstatiert Dr. Radtke, \u201eaber nat\u00fcrlich haben wir alle Bev\u00f6lkerungsteile im Blick: Die App muss f\u00fcr Jung und Alt einen Mehrwert bieten. Idealerweise gibt es Elemente, die verschiedene Gruppen ansprechen\u201c.<\/p>\n<p>Die App wurde in Kooperation mit dem Unternehmen Geomobile aus Dortmund entwickelt, das weitreichende Erfahrungen mit mobilen Technologien f\u00fcr den Nahverkehr oder auch Navigationssystemen hat. Erkenntnisse aus der Erprobung kommen so auch weiteren Software-L\u00f6sungen zu Gute. \u201eDigitale Angebote \u2013 auch und gerade f\u00fcr die B\u00fcrgerbeteiligung &#8211; werden nicht nur in Zeiten von Corona immer wichtiger\u201c, berichtet Lennart Brink-Abeler von der Geomobile GmbH. Dennoch bedeutet der Zwang zur Digitalisierung durch den Corona-Lockdown einen enormen Push f\u00fcr die Digitalbranche: \u201eIm Moment suchen alle nach Online-L\u00f6sungen, da kann die Entwicklung aber kaum hinterherkommen\u201c gibt Herr Brink-Abeler zu bedenken. In der Corona-Zeit h\u00e4tten viele auch die Erfahrung gemacht, dass Online-Meetings Grenzen haben, was so auch f\u00fcr B\u00fcrgerversammlungen online gelte. Eine einfache und intuitiv zu bedienende B\u00fcrger-App sei da ein guter Kompromiss.<\/p>\n<p>Die Stadt Olpe, die sich in einem Wettbewerb des Bundesinnenministeriums in einem Konsortium mit f\u00fcnf s\u00fcdwestf\u00e4lischen Kommunen erfolgreich durchsetzen konnte und seitdem Smart-City-Kommune ist, hat mit diesem Testprojekt einen weiteren Baustein in ihrer digitalen Strategie gelegt. B\u00fcrgermeister Peter Weber freut sich \u00fcber den Digitalisierungsschub und ist \u00fcberzeugt: \u201eDie Stadt Olpe hat die Weichen f\u00fcr das 21. Jahrhundert gestellt. Mit dem Smart-City-Programm und der digitalen B\u00fcrgerbeteiligung sind wir sehr gut f\u00fcr die Zukunft aufgestellt\u201c.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die Stadt Olpe stehen die Zeichen auf Ver\u00e4nderung und es kommt zu einem Paradigmenwechsel\u201c, meint die Technische Beigeordnete der Stadt, Judith Feldner. \u201eDie Vermittlung von Politik und Verwaltung in der Stadt wird flexibler, offener und transparenter. Wir diskutieren zusammen mit den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern und entwickeln die Stadt gemeinsam. Dabei sp\u00fcren wir, dass es gro\u00dfe Zustimmung und R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung gibt. Dar\u00fcber hinaus kann m\u00f6glichen Konflikten schon fr\u00fchzeitig begegnet werden\u201c.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen sich die Olperinnen und Olper nun konkret \u00fcber die App beteiligen? Einfach die \u201eolpe dialog\u201c-App \u00fcber einen Link auf neueweichen.de oder olpe.de herunterladen und einen Account erstellen. Auf der Oberfl\u00e4che finden sich mehrere Artikel mit Informationen zu aktuellen Vorhaben inklusive weiterf\u00fchrender Dokumente. Sowohl Kommentare als auch Bewertungen sind m\u00f6glich und werden vom Projekt-Team gesammelt bzw. ausgewertet. Die Stadt Olpe wird fortlaufend \u00fcber eingehende Vorschl\u00e4ge und Ideen informiert und kann ihrerseits R\u00fcckmeldung dazu geben. \u201eWir nennen das responsive Politik\u201c, sagt Dr. J\u00f6rg Radtke dazu. \u201eDas bedeutet, dass Politik und Verwaltung R\u00fcckmeldungen erhalten, reagieren k\u00f6nnen, wieder R\u00fcckmeldung erhalten usw. Die Abstimmung mit der Bev\u00f6lkerung wird dadurch deutlich verbessert. Wir freuen uns auf die Anregungen der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und hoffen auf hohe Downloadzahlen und eine rege Nutzung der App\u201c. Noch ist die mobile App nur eine Testversion, die zun\u00e4chst erprobt und wissenschaftlich ausgewertet wird. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass in Zukunft diese Anwendungen Alltag werden.<\/p>\n<p>Fragen zur Anwendung werden vom Projektteam gerne unter der Mail-Adresse\u00a0\u00a0<a class=\"\n\t  cd_mailto\" href=\"mailto:info@geomobile.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">info@geomobile.de<\/a>\u00a0\u00a0beantwortet.<\/p>\n<p>Info: <a href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/start\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Universit\u00e4t Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie erreiche ich im Rahmen von Online-Beteiligung am effektivsten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger? 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