{"id":22491,"date":"2021-02-26T10:29:19","date_gmt":"2021-02-26T09:29:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=22491"},"modified":"2021-02-26T10:29:19","modified_gmt":"2021-02-26T09:29:19","slug":"umfrage-offenbart-unterschiede-in-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/umfrage-offenbart-unterschiede-in-der-krise\/","title":{"rendered":"Umfrage offenbart Unterschiede in der Krise"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Zuh\u00f6ren \u2013 verstehen \u2013 handeln \u2026 und nat\u00fcrlich helfen: Im Kontakt mit den von der Coronakrise betroffenen Betrieben ist das die Leitschnur der Handwerkskammer S\u00fcdwestfalen und der Kreishandwerkerschaften (Hochsauerland, M\u00e4rkischer Kreis, Westfalen S\u00fcd) im Kammerbezirk seit nunmehr einem Jahr. Aus den Betriebsberatungen heraus flossen viele Erkenntnisse \u00fcber Probleme wie auch Anregungen der Handwerksunternehmen in die Kontakte zu Politiker*innen, zu den Verwaltungen sowie Banken ein. Mit der aktuellen Umfrage schaffen die Handwerksorganisationen eine fundierte und solide Argumentationsbasis in der Krisenbew\u00e4ltigung.<\/p>\n<h4>Rekordbeteiligung an der Corona-Umfrage<\/h4>\n<p>Sehr erfreulich ist, dass mehr als 27 Prozent der per E-Mail in S\u00fcdwestfalen angeschriebenen Betriebe, die 17.530 Besch\u00e4ftigte repr\u00e4sentieren, den Umfragelink angeklickt haben. \u201eDie Antworten waren sicher teils zu erwarten, teils wurden weitere Facetten sichtbar. Besonders die Freitextantworten geben einen tiefen Einblick in die Stimmungslage und wertvolle Hinweise f\u00fcr unser weiteres Handeln\u201c, sagt Kammerpr\u00e4sident Jochen Renfordt.<\/p>\n<p>Die Auswertung der Daten zeigt, wie unterschiedlich das Handwerk in S\u00fcdwestfalen von den Auswirkungen der Pandemie in Mitleidenschaft gezogen ist. Mehr als ein Drittel der Betriebe gab an, stark bis hin zu existenzbedrohend betroffen zu sein. Gleichzeitig meldeten 41,5 Prozent der Betriebe, gar nichts bzw. nur wenig zu versp\u00fcren.<\/p>\n<h4>Drohenden Aderlass unbedingt abwenden<\/h4>\n<p>Mit einem erstaunlich hohen Anteil von beinahe zwei Dritteln der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe zeigt das Handwerk in vielen Berufen seine Resilienz gegen die krisenbedingten Beeintr\u00e4chtigungen. Diese r\u00fchrt vor allem daher, dass Unternehmen ihre Gesch\u00e4ftsmodelle entsprechend fortentwickeln bzw. auch neugestalten konnten und die industrienahen Gewerke inzwischen vom Wiedererstarken der dortigen Nachfrage profitieren.<\/p>\n<p>Insgesamt best\u00e4tigen die R\u00fcckmeldungen die Eindr\u00fccke aus den vielen Beratungen durch die Mitarbeiter*innen der Kammer sowie der Kreishandwerkerschaften und untermauern die Unterschiedlichkeit der Betroffenheit nach Gewerken und zum Teil auch Regionen.<\/p>\n<p>Wenn jedoch mehr als ein Drittel der Unternehmen stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen ist, dann ist das ein deutliches Signal an die Politik, diese Handwerke verst\u00e4rkt in den Blick zu nehmen. \u201eEin drohender Aderlass von so vielen Betrieben w\u00fcrde die Versorgungssicherheit der Bev\u00f6lkerung und der Wirtschaft mit handwerklichen Waren und Dienstleistungen nachhaltig gef\u00e4hrden\u201c, f\u00fcrchtet Kammerpr\u00e4sident Renfordt. \u201eDa muss nicht nur nachjustiert werden, da muss dringend nachgelegt werden!\u201c<\/p>\n<h4>Bei Hilfspaketen nachsteuern<\/h4>\n<p>Best\u00e4tigt wird die divergente Betroffenheit des s\u00fcdwestf\u00e4lischen Handwerks durch die ungleichen Umsatzentwicklungen in den zur\u00fcckliegenden zw\u00f6lf Monaten. Bei mehr als einem Drittel der Betriebe sank dieser im Vergleich zum Jahr vor der Pandemie auf unter 50 Prozent, auch wenn fast 40 Prozent der antwortenden Betriebe ihre Ums\u00e4tze mit gr\u00f6\u00dfer\/gleich 90 Prozent angeben. Einher gingen diese Erl\u00f6sverluste mit einem Abbau von Besch\u00e4ftigung, der durch die geltenden Regelungen zum Kurzarbeitergeld aber zum Gl\u00fcck weitgehend aufgefangen werden konnte.<\/p>\n<p>Trotzdem bleibt zu konstatieren: Ohne den Zugriff auf betriebliche und private (Altersvorsorge-) R\u00fccklagen und ohne die Hilfspakete von Bund und Land, auch wenn sie bei weitem nicht allen betroffenen Unternehmen halfen, w\u00e4ren viele dieser Unternehmen wahrscheinlich schon nicht mehr am Markt. Ein Problem ist zudem, dass die Einzelk\u00e4mpfer es schwerer haben als andere. Hier sind z. B. viele Kosmetikbetriebe und Nagelstudios oder Fotografen betroffen. Das erkl\u00e4rt auch, warum nur insgesamt 32 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe das Instrument der Kurzarbeit nutzten bzw. nutzen konnten.<\/p>\n<h4>Ergebnisse werden der Politik &#8222;aufgetischt&#8220;<\/h4>\n<p>Beantragt haben die verschiedenen Hilfspakete rund 48 Prozent der Umfrageteilnehmer und nur 13 Prozent haben bislang keine Zahlungen erhalten. Erfreulich dabei ist, dass 65 Prozent der Befragten die Antragstellung als \u201eeinfach\u201c bezeichnen, was besonders auf die Umsetzung der ersten Soforthilfe zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Aktuell zeichnet sich in diesem Bereich das Problem ab, dass mehr als 44 Prozent der Umfrageteilnehmer erhaltene Hilfen zumindest teilweise werden zur\u00fcckzahlen m\u00fcssen. Auch wenn es juristisch betrachtet korrekt ist, m\u00fcssen nach Auffassung der Handwerksorganisation in S\u00fcdwestfalen Politik und Verwaltung hier dringend nachsteuern. Sonst werden unn\u00f6tig Betriebe in Gefahr gebracht.<\/p>\n<p>Insgesamt ist ein hoher Beratungsbedarf der Betriebe festzustellen. Dem konnte mit dem sehr engagierten Einsatz der Betriebsberater*innen in der Handwerksorganisation nachgekommen werden. Mit dem fortdauernden Lockdown versch\u00e4rfen sich insbesondere die Liquidit\u00e4tsn\u00f6te der Unternehmen und viele dieser Beratungen stehen zunehmend im Zusammenhang mit der Beantragung von sogenannten Corona-Hilfen. Es muss also daf\u00fcr Sorge getragen werden, dass die noch anstehenden und die zus\u00e4tzlich erforderlich werdenden Pakete unb\u00fcrokratisch beantragt werden k\u00f6nnen und die Mittel schnell bei den notleidenden Betrieben ankommen.<\/p>\n<h4>Statements aus den Kreishandwerkerschaften<\/h4>\n<p><strong>Jochem Hunecke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Kreishandwerkerschaft Hochsauerland:<\/strong>\u00a0&#8222;Die hohe Beteiligung an der Umfrage zeigt mir wieder einmal deutlich, wie gro\u00df die Not der Handwerksbetriebe auch im Hochsauerlandkreis ist. An die Hilfspakete waren viele Hoffnungen gekn\u00fcpft worden, die im Nachhinein betrachtet nicht realistisch waren und immer wieder wird der b\u00fcrokratische Aufwand bem\u00e4ngelt, den die Betriebe stemmen m\u00fcssen. Die Politik muss dringend bei den Hilfspaketen und den Abl\u00e4ufen nachlegen, damit im Kern gesunde und zukunftsfeste Betriebe nicht unverschuldet vom Markt verschwinden. Die Aussagen in der Umfrage sind ein Appell aus vielen Kehlen, der Geh\u00f6r finden muss.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Kreishandwerksmeister Thomas\u00a0F. Bock und Christian Will:\u00a0<\/strong>&#8222;Die Auswertungen der Umfragedaten zeichnen ein sehr differenziertes Bild der Pandemiebetroffenheit des Handwerks im M\u00e4rkischen Kreis. Das reicht von der existenziellen Betroffenheit der Gesundheitshandwerke bis zu positiven Meldungen und anhaltend guten Auftragsbest\u00e4nden im Bau- und Ausbauhandwerk. Die Aussagen der Betriebe sind sowohl eine fundierte Grundlage als auch interessensvertretende Pflicht und Aufforderung, uns bei Politik und Verwaltung f\u00fcr die Belange und Betroffenheiten unserer Innungsbetriebe w\u00e4hrend dieser Corona-Pandemie weiterhin stark zu machen und schnelle unb\u00fcrokratische Unterst\u00fctzung einzufordern.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Dachdeckermeister Frank Clemens, Kreishandwerksmeister Westfalen S\u00fcd:<\/strong>\u00a0&#8222;Ich m\u00f6chte mich bei allen Betrieben bedanken, die an der Umfrage teilgenommen haben und wichtiges Feedback gegeben haben. Wir werden den Betrieben weiterhin helfen, durch die Pandemie zu kommen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass das Handwerk bei den Gespr\u00e4chen zum Umgang mit der Pandemie nicht richtig ber\u00fccksichtigt wird und das Augenmerk eher auf Industrie und Handel gelegt wird. Deshalb ist es gut, dass die Ergebnisse der Umfrage den Politikern &#8218;aufgetischt&#8216; werden, damit dort sensibel mit dem Handwerk umgegangen wird. Es geht um viele Betriebe, die teilweise ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen und damit verbunden auch um viele Arbeitspl\u00e4tze.&#8220;<\/p>\n<p>Info: <a href=\"https:\/\/www.hwk-swf.de\/38,0,index.html?ctx=2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Handwerkskammer S\u00fcdwestfalen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zuh\u00f6ren \u2013 verstehen \u2013 handeln \u2026 und nat\u00fcrlich helfen: Im Kontakt mit den von der Coronakrise betroffenen Betrieben ist das die Leitschnur der Handwerkskammer S\u00fcdwestfalen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22492,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[32,30,11],"tags":[],"class_list":["post-22491","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infos","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/hwk-umfrage21.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22491","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22491"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22491\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22494,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22491\/revisions\/22494"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22492"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22491"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22491"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22491"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}