{"id":21919,"date":"2021-01-20T12:14:04","date_gmt":"2021-01-20T11:14:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=21919"},"modified":"2021-01-20T12:14:04","modified_gmt":"2021-01-20T11:14:04","slug":"corona-pandemie-erhoeht-kurzarbeit-und-bremst-auftragslage-im-export","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/corona-pandemie-erhoeht-kurzarbeit-und-bremst-auftragslage-im-export\/","title":{"rendered":"Corona-Pandemie erh\u00f6ht Kurzarbeit und bremst Auftragslage im Export"},"content":{"rendered":"<p>Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage des Verbandes der Siegerl\u00e4nder Metallindustriellen e.V. (VdSM), die traditionell am Ende eines Jahres durchgef\u00fchrt wird, machen es deutlich: Die Corona-Pandemie trifft auch die Unternehmen in Siegen-Wittgenstein.<\/p>\n<p>Diesmal haben sich rund ein Drittel der Mitgliedsunternehmen an der Umfrage beteiligt. Sie beurteilten ihre Gesch\u00e4ftslage deutlich schlechter als noch 2019. W\u00e4hrend die Mehrheit der Befragten (62 Prozent) 2019 die Gesch\u00e4ftslage noch als \u201ebefriedigend\u201c angesehen hat, waren es diesmal lediglich 35 Prozent. Gaben in 2019 noch 15 Prozent der Befragten an, dass die aktuelle Gesch\u00e4ftslage \u201eschlecht\u201c sei, so antworteten dies in der aktuellen Umfrage 39 Prozent. Lediglich 26 Prozent antworteten mit \u201egut\u201c; 2019 war der Anteil mit 23 Prozent \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Eine vergleichbare Entwicklung ergibt sich bei den Gesch\u00e4ftserwartungen f\u00fcr die ersten sechs Monate des gerade begonnenen Jahres 2021. Lediglich 13 Prozent der Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, erwarten f\u00fcr die n\u00e4chsten sechs Monate eine bessere Gesch\u00e4ftsentwicklung. 47 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Gesch\u00e4ftsentwicklung aus und 41 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. Verglichen mit den Ergebnissen von 2019 (54 Prozent: gleichbleibende Gesch\u00e4ftsentwicklung; 31 Prozent: schlechtere Gesch\u00e4ftsentwicklung) zeigen die Antworten einen deutlichen Trend ins Negative.<\/p>\n<p>\u201eDieser Trend ins Negative wird noch deutlicher, wenn wir den Blick auf die Auftragslage und die entsprechenden Erwartungen f\u00fcr 2021 richten\u201c, unterstreicht Dr. Thorsten Doublet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VdSM. Bei den Auftragseing\u00e4ngen aus dem Ausland ist im Vergleich zu 2019 ein deutlicher R\u00fcckgang zu verzeichnen. So gaben 2019 gerade einmal 23 Prozent an, dass die Auftragslage im Export \u201eschlecht\u201c ist, aktuell sind es mit 56 Prozent mehr als die H\u00e4lfte. Bei der Einsch\u00e4tzung \u201ebefriedigend\u201c ist es genau umgekehrt. Hier gaben 2019 58 Prozent an, dass der Auftragseingang aus dem Ausland \u201ebefriedigend\u201c ist, 2020 antworteten dies 25 Prozent, d.h. nur noch ein Viertel der Befragten.<\/p>\n<p>Bei den Inlandsauftr\u00e4gen ist im Vergleich zu 2019 ebenfalls eine Tendenz ins Negative zu erkennen, wenngleich diese nicht so deutlich ausf\u00e4llt wie bei der Export-Auftragslage. Antworteten 2019 54 Prozent mit \u201ebefriedigend\u201c sind es aktuell nur noch 38 Prozent. Weiterhin hat sich der Anteil derer erh\u00f6ht, die die aktuelle Auftragslage im Inlandsgesch\u00e4ft mit \u201eschlecht\u201c einsch\u00e4tzen. 2019 gaben dies 23 Prozent an. Aktuell sind es 34 Prozent. Bei den Erwartungen zur Auftragslage in den ersten sechs Monaten des gerade begonnenen Jahres 2021 gehen 41 Prozent der Befragten von einer Verschlechterung aus, bei den Auslandsorders sind es 25 Prozent.<\/p>\n<p>Die bislang genannten Indikatoren wirken sich auch auf die aktuelle Ertragslage und die Erwartungshaltung der Unternehmen f\u00fcr 2021 aus. Dabei ist der Anteil derer, die ihre aktuelle Ertragslage mit \u201eschlecht\u201c bewerten, verglichen mit den Werten des Vorjahres, noch einmal um 5 Prozent gestiegen (2020: 47 Prozent, 2019: 42 Prozent). Lediglich 31 Prozent antworteten mit \u201ebefriedigend\u201c. 2019 waren das noch 46 Prozent. Die Ertragserwartungen f\u00fcr die n\u00e4chsten sechs Monate sind noch zur\u00fcckhaltender. 41 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verschlechterung. 2019 lag dieser Wert noch bei lediglich 27 Prozent.<\/p>\n<p>41 Prozent der Unternehmen wollen im 1. Halbjahr 2021 keine personellen Ver\u00e4nderungen vornehmen. 9 Prozent planen Neueinstellungen, 21 Prozent hingegen Personalabbau. Mit Kurzarbeit in den n\u00e4chsten sechs Monaten rechnen 65 Prozent; in den vergangenen sechs Monaten lag der Anteil derer bereits bei 62 Prozent.<\/p>\n<p>Bei den Ausbildungspl\u00e4tzen wollen 77 Prozent der Befragten aktuell keine Ver\u00e4nderungen vornehmen und ihre Angebote auch in 2021 aufrechterhalten. Die Ausbildungspl\u00e4tze reduzieren wollen 23 Prozent. Mehr Ausbildungspl\u00e4tze anzubieten plant derzeit keines der befragten Unternehmen \u2013 im vergangenen Jahr lag der Anteil derer, die von einer Zunahme bei den Ausbildungspl\u00e4tzen ausging noch bei 6 Prozent.<\/p>\n<p>Im Vergleich zur letzten Umfrage haben sich die Angaben zu den Investitionen, insbesondere im Inland, stark ver\u00e4ndert. Die Investitionsbereitschaft ist im Zuge der andauernden Corona-Pandemie stark gesunken. W\u00e4hrend 2019 28 Prozent von \u201esinkenden\u201c Investitionen ausging, sind es in der aktuellen Umfrage schon 41 Prozent. Von gleichbleibenden Investitionen gehen 44 Prozent aus, von steigenden Investitionen 16 Prozent.<\/p>\n<p>\u201eDie Corona-Pandemie und ihre Folgen haben auch die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Siegen-Wittgenstein hart erwischt. Es wird lange dauern, bis wir wieder das wirtschaftliche Vorkrisenniveau erreicht haben werden\u201c, kommentiert Dipl.-Ing. J\u00f6rg Dienenthal, Vorsitzender des Verbandes der Siegerl\u00e4nder Metallindustriellen e.V., die Ergebnisse der Konjunkturumfrage. Dies gelte umso mehr, da bereits 2019 eine deutliche Abschw\u00e4chung der konjunkturellen Entwicklung festzustellen war. \u201eWir sind also nicht aus einer Position der St\u00e4rke in den Lockdown gegangen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie durch die Folgen der Pandemie bedingte negative Konjunkturentwicklung muss auch bei den laufenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie ber\u00fccksichtigt werden\u201c, appelliert Dr. Thorsten Doublet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des VdSM. Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass die IG Metall in dieser Situation Forderungen stellt, die den Unternehmen zus\u00e4tzliche Kostenbelastungen aufb\u00fcrden w\u00fcrden. \u201eDie Unternehmen tun derzeit alles, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter \u2013 trotz der massiven Einbr\u00fcche \u2013 in einer zunehmend schwierigeren Wirtschaftslage zu halten. Zus\u00e4tzliche Kostenbelastungen w\u00e4ren hier kontraproduktiv.\u201c<\/p>\n<p>Mit Blick auf die laufende Tarifrunde warnt der Verbandsgesch\u00e4ftsf\u00fchrer deshalb davor, bei den Besch\u00e4ftigten falsche Erwartungen zu wecken. \u201eSelbst wenn die Gewerkschaft Besch\u00e4ftigungssicherung in den Vordergrund ihrer Tarifpolitik stellt, w\u00fcrde eine auch nur ann\u00e4hernde Umsetzung des F\u00f6rderungsvolumens von vier Prozent viele Arbeitspl\u00e4tze kosten\u201c, erl\u00e4utert Dr. Thorsten Doublet. \u201eDar\u00fcber hinaus ist davon auszugehen, dass der wirtschaftliche Erholungsprozess in den Unternehmen, die f\u00fcr 2021 eine verbesserte Auftragslage erwarten, einen erheblichen D\u00e4mpfer erleidet\u201c, sagt er.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage des Verbandes der Siegerl\u00e4nder Metallindustriellen e.V. 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