{"id":21710,"date":"2020-12-29T12:16:04","date_gmt":"2020-12-29T11:16:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=21710"},"modified":"2020-12-29T12:16:04","modified_gmt":"2020-12-29T11:16:04","slug":"me-industrie-in-nrw-in-anhaltend-schwieriger-wirtschaftslage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/me-industrie-in-nrw-in-anhaltend-schwieriger-wirtschaftslage\/","title":{"rendered":"M+E-Industrie in NRW in anhaltend schwieriger Wirtschaftslage"},"content":{"rendered":"<p class=\"PRESSEMITTEILUNGFlietext\">In den Unternehmen der nordrhein-westf\u00e4lischen Metall- und Elektroindustrie ist die Stimmung so schlecht wie seit der Finanzkrise 2008\/2009 nicht mehr. Dies ist das Ergebnis einer am Dienstag in D\u00fcsseldorf vorgelegten aktuellen Konjunkturumfrage des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW) zum Jahreswechsel 2020\/2021, an der 478 Betriebe mit mehr als 135.000 Besch\u00e4ftigten des bedeutendsten Industriezweigs des Landes teilgenommen haben. Wie der Verband mitteilte, sind die Umfrageergebnisse Ausdruck einer gro\u00dfen Ungewissheit in den Unternehmen. Die Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen befinde sich eindeutig in einer anhaltend schwierigen Wirtschaftslage. Die seit 2018 w\u00e4hrende Rezession in den M+E-Branchen, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie der transformationsbedingt enorme Ver\u00e4nderungsdruck setze die Unternehmen verst\u00e4rkt unter Druck.<\/p>\n<p class=\"PRESSEMITTEILUNGFlietext\">Der Pr\u00e4sident von METALL NRW, Arndt G. Kirchhoff, bezeichnete die Umfrage seines Verbandes als \u201ebesorgniserregend\u201c. Auch wenn das dritte Quartal des Jahres die dramatischen Auswirkungen des wirtschaftlichen Einbruchs zu Jahresbeginn etwas gelindert habe, weise die Jahresbilanz der Gesch\u00e4fte ein dickes Minus aus. Zudem sei auch der Ausblick auf die kommenden Monate eher verhalten und die M+E-Industrie insgesamt von einer Normalisierung der Lage noch weit entfernt. Viele Betriebe h\u00e4tten im Jahr 2020 mit gravierenden Liquidit\u00e4tsengp\u00e4ssen zu k\u00e4mpfen gehabt, zudem habe der massive Verzehr von Eigenkapital durch fehlende Ums\u00e4tze unternehmerische Substanz gekostet. \u201eNur der enorme Kapitaleinsatz der Betriebe im Verbund mit der Ausweitung der Kurzarbeit hat dazu gef\u00fchrt, dass die Besch\u00e4ftigung bisher weitgehend stabil gehalten werden konnte\u201c, betonte Kirchhoff. Das sei eine gro\u00dfartige Leistung, die allerdings zulasten von Ertr\u00e4gen und Investitionen gegangen sei. Umso wichtiger sei es, dass die M+E-Branchen von zus\u00e4tzlichen Lasten bei Arbeits- und Energiekosten verschont blieben und stattdessen auch entlastet w\u00fcrden. V\u00f6llig verfehlt sei die Debatte \u00fcber eine Verm\u00f6gensteuer, die zur Unzeit gef\u00fchrt und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen zus\u00e4tzlich gef\u00e4hrden w\u00fcrde. Kirchhoff forderte die Politik auf, dringend notwendige Zukunftsinvestitionen in Digitalisierung und in eine sichere und bezahlbare Energieversorgung nicht aus den Augen zu verlieren. \u201eDeutschland darf seine Wettbewerbsf\u00e4higkeit nicht aufs Spiel setzen\u201c, sagte Kirchhoff.<\/p>\n<p class=\"PRESSEMITTEILUNGFlietext\">Mit Blick auf die laufende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie warnte der NRW-Metallarbeitgeberpr\u00e4sident die IG Metall, bei den Besch\u00e4ftigten falsche Erwartungen zu wecken. Auch wenn die Gewerkschaft Besch\u00e4ftigungssicherung in den Vordergrund ihrer Tarifpolitik stelle, w\u00fcrde eine auch nur ann\u00e4hernde Umsetzung des Forderungsvolumens von vier Prozent viele Arbeitspl\u00e4tze kosten. \u00dcberdies w\u00fcrde die Stimmung in jenen Unternehmen, die f\u00fcr 2021 doch eine verbesserte Auftragslage erwarteten, einen erheblichen D\u00e4mpfer erleiden. Der IG Metall m\u00fcsse bewusst sein, dass der arbeitsplatzschonende, finanzielle Kraftakt des Jahres 2020 f\u00fcr viele Unternehmen nicht unbegrenzt durchzuhalten sei. \u201eWir m\u00fcssen in der Tarifrunde 2021 alles vermeiden, was die Arbeitskosten erh\u00f6ht\u201c, erkl\u00e4rte Kirchhoff.<\/p>\n<p class=\"PRESSEMITTEILUNGFlietext\"><strong>Die Ergebnisse der METALL-NRW-Umfrage im Einzelnen:<\/strong><\/p>\n<p class=\"PRESSEMITTEILUNGFlietext\"><strong>Gesch\u00e4ftslage<\/strong><strong>:<\/strong>\u00a0Die aktuelle Wirtschaftslage bewertet die nordrhein-westf\u00e4lische M+E-Industrie so schlecht wie seit zehn Jahren nicht mehr: Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen (35 Prozent) bezeichnet ihre gegenw\u00e4rtige Gesch\u00e4ftslage als \u201eschlecht\u201c (2019\/20: 33 Prozent). Etwas mehr als ein F\u00fcnftel ist mit der aktuellen Lage \u201ezufrieden\u201c (23 Prozent), im Vorjahr war die Zahl der positiven Meldungen nur unwesentlich kleiner (2019\/20: 21 Prozent).<\/p>\n<p class=\"Text10\"><strong>Gesch\u00e4ftserwartungen<\/strong><strong>:\u00a0<\/strong>Auch wenn die Gesch\u00e4ftsperspektiven f\u00fcr die n\u00e4chsten sechs Monate etwas freundlicher aussehen, ist die M+E-Industrie von einer Trendwende weit entfernt. Daf\u00fcr sind Lage und Erwartungen zu nah beieinander. Fast ein F\u00fcnftel (18 Prozent) erwartet r\u00fcckl\u00e4ufige Gesch\u00e4fte (2019\/20: 31 Prozent), 19 Prozent erwarten eine Besserung (2019\/20: 9 Prozent).<\/p>\n<p class=\"Text10\"><strong>Auftragslage<\/strong><strong>:\u00a0<\/strong>Im Jahr 2020 hat sich die Auftragslage insgesamt auf niedrigem Niveau stabilisiert.<\/p>\n<ul>\n<li class=\"Text10\">Die\u00a0<strong>Ordert\u00e4tigkeit aus dem Inland<\/strong>\u00a0bezeichnen 33 Prozent der Betriebe als \u201eschlecht\u201c (2019\/20: 37 Prozent), demgegen\u00fcber nur 25 Prozent als \u201egut\u201c (2019\/20: 18 Prozent).<\/li>\n<li class=\"Text10\">Die\u00a0<strong>Nachfrage aus dem Ausland<\/strong>\u00a0bewerten 37 Prozent der Betriebe als \u201eschlecht\u201c (2019\/20: 38 Prozent), dagegen nur 22 Prozent als \u201egut\u201c (2019\/20: 20 Prozent).<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Text10\"><strong>Auftragserwartungen<\/strong><strong>:\u00a0<\/strong>F\u00fcr das erste Halbjahr 2021\u00a0hoffen die M+E-Unternehmen auf eine per Saldo verbesserte Ordert\u00e4tigkeit.<\/p>\n<ul>\n<li class=\"Text10\">Bei den\u00a0<strong>Inlandsauftr\u00e4gen<\/strong>\u00a0erwarten 18 Prozent eine Verschlechterung (2019\/20: 30 Prozent). An eine Verbesserung glauben derzeit 20 Prozent (2019\/20: 9 Prozent).<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li class=\"Text10\">Bei den\u00a0<strong>Auslandsorders<\/strong>\u00a0rechnen 11 Prozent in den kommenden sechs Monaten mit einer Verschlechterung (2019\/20: 27 Prozent). Eine Verbesserung erwarten 27 Prozent (2019\/20: 11 Prozent).<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Text10\"><strong>Ertragslage<\/strong><strong>:\u00a0<\/strong>Nach der aktuellen Ertragslage gefragt, haben sich die Einsch\u00e4tzungen der Betriebe noch einmal weiter verschlechtert. W\u00e4hrend die Zahl der Betriebe, die ihre Ertr\u00e4ge als \u201egut\u201c bezeichnen, auf 17 Prozent leicht gewachsen ist (2019\/20: 14 Prozent), hat sich die Zahl der Unternehmen, die ihre Ertragslage als \u201eschlecht\u201c bewerten, auf 47 Prozent deutlich erh\u00f6ht (2019\/20: 37 Prozent).<\/p>\n<p class=\"Text10\"><strong>Ertragserwartungen<\/strong><strong>:<\/strong>\u00a0Der Blick auf die Ertr\u00e4ge der n\u00e4chsten sechs Monate ist in der nordrhein-westf\u00e4lischen M+E-Industrie etwas optimistischer. Mit einer r\u00fcckl\u00e4ufigen Ertragsentwicklung rechnen 20 Prozent (2019\/20: 29 Prozent), mit einer Verbesserung immerhin 20 Prozent (2019\/20: 12 Prozent).<\/p>\n<p class=\"Text10\"><strong>Investitionen<\/strong><strong>:\u00a0<\/strong>Bei den Investitionspl\u00e4nen der Unternehmen zeichnet sich f\u00fcr das kommende Jahr weiterhin eine deutliche Zur\u00fcckhaltung ab.<\/p>\n<ul>\n<li class=\"Text10\">Im\u00a0<strong>Inland<\/strong>\u00a0wollen nur 18 Prozent der Betriebe ihre Investitionen ausweiten, im Vorjahr waren es noch 14 Prozent. Dagegen wollen 31 Prozent der Firmen ihre Investitionen zur\u00fcckfahren (2019\/20: 32 Prozent).<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li class=\"Text10\">Im\u00a0<strong>Ausland<\/strong>\u00a0planen nur 12 Prozent mit zunehmenden Investitionen (2019\/20: 10 Prozent), demgegen\u00fcber beabsichtigen 24 Prozent (2019\/20: 26 Prozent), ihre Investitionen zu drosseln.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Text10\"><strong>Besch\u00e4ftigung<\/strong><strong>:<\/strong>\u00a0Das zunehmend angespannte Gesch\u00e4ftsklima wirkt sich inzwischen auch erkennbar auf die Besch\u00e4ftigung aus.<\/p>\n<ul>\n<li class=\"Text10\"><strong>Neueinstellungen<\/strong>: W\u00e4hrend in den vergangenen sechs Monaten 14 Prozent der Betriebe Neueinstellungen meldeten, planen dies f\u00fcr das n\u00e4chste Halbjahr 15 Prozent. Vor einem Jahr lagen die Vergleichswerte noch bei 23 Prozent (2. Halbjahr 2019) und 11 Prozent (1. Halbjahr 2020).<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li class=\"Text10\"><strong>Besch\u00e4ftigungsabbau<\/strong>: In den vergangenen sechs Monaten haben 19 Prozent der Unternehmen Besch\u00e4ftigung abgebaut, f\u00fcr die n\u00e4chsten sechs Monate planen 16 Prozent mit einer r\u00fcckl\u00e4ufigen Besch\u00e4ftigung. Vor Jahresfrist lagen die Vergleichswerte bei 23 Prozent (2. Halbjahr 2019) und 27 Prozent (1. Halbjahr 2020).<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li class=\"Text10\"><strong>Kurzarbeit:<\/strong>\u00a0Der Anteil der Unternehmen mit Kurzarbeit hat dramatisch zugenommen und lag in den vergangenen sechs Monaten bei 60 Prozent, auch f\u00fcr die n\u00e4chsten sechs Monate planen 42 Prozent mit Kurzarbeit. Vor einem Jahr meldeten lediglich 14 Prozent der Betriebe (2. Halbjahr 2019) sowie 19 Prozent (1. Halbjahr 2020) Kurzarbeit.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"Text10\"><strong>Ausbildung<\/strong><strong>:\u00a0<\/strong>Als stabil erweist sich erfreulicherweise die Ausbildungssituation in der nordrhein-westf\u00e4lischen Metall- und Elektroindustrie. Nach wie vor wollen fast drei Viertel der Betriebe (74 Prozent) ihr hohes Engagement unver\u00e4ndert beibehalten (2019\/20: 71 Prozent). Demgegen\u00fcber planen 7 Prozent der Betriebe eine Ausweitung ihrer Ausbildungsaktivit\u00e4ten (2019\/20: 9 Prozent). Ein F\u00fcnftel der Betriebe (20 Prozent) melden hingegen wie bereits im Vorjahr einen R\u00fcckgang von Ausbildungspl\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Info: <a href=\"https:\/\/metall.nrw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">METALL NRW<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Unternehmen der nordrhein-westf\u00e4lischen Metall- und Elektroindustrie ist die Stimmung so schlecht wie seit der Finanzkrise 2008\/2009 nicht mehr. 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