{"id":21634,"date":"2020-12-18T12:34:17","date_gmt":"2020-12-18T11:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=21634"},"modified":"2020-12-18T12:34:17","modified_gmt":"2020-12-18T11:34:17","slug":"insolvenzgefahr-im-einzelhandel-steigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/insolvenzgefahr-im-einzelhandel-steigt\/","title":{"rendered":"Insolvenzgefahr im Einzelhandel steigt"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>\u201eDurch den zweiten harten Lockdown steigt die Insolvenzgefahr im Handel und es drohen zahlreiche Gesch\u00e4ftsaufgaben in unseren Innenst\u00e4dten. Gleichwohl ist f\u00fcr die deutliche Mehrheit der heimischen H\u00e4ndler der Schritt der Bundes- und Landesregierungen nachvollziehbar.\u201c Mit diesen Worten fasst IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener wesentliche Ergebnisse der aktuellen Blitzumfrage zur Lage des lokalen Einzelhandels zusammen, an der sich 136 H\u00e4ndler aus Siegen-Wittgenstein und Olpe beteiligten. Zwei Drittel der H\u00e4ndler zeigen demnach Verst\u00e4ndnis, dass die hohen Infektionszahlen einschneidende Ma\u00dfnahmen erfordern. Es werden jedoch auch Stimmen laut, dass die Politik zu sp\u00e4t reagiert habe und bei einem fr\u00fcheren harten Eingreifen das Weihnachtsgesch\u00e4ft vielleicht noch h\u00e4tte gerettet werden k\u00f6nnen. Auch fehlt es zahlreichen Einzelh\u00e4ndlern an einem ganzheitlichen Konzept und an einer Perspektive, wie es nach dem 10. Januar weitergehen solle. Insgesamt verdeutlicht die Blitzumfrage einmal mehr eine sehr gespaltene Gesamteinsch\u00e4tzung. IHK-Konjunkturexperte Stephan H\u00e4ger: \u201eW\u00e4hrend \u00fcber die H\u00e4lfte zu k\u00e4mpfen hat, geben etwa 44 % der H\u00e4ndler an, dass die Corona-Pandemie keine negative Auswirkung auf ihre Finanzlage habe. Es macht eben einen Unterschied, ob man mit Lebensmitteln in offenen oder mit Moderartikeln in geschlossenen L\u00e4den handelt.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr mehr 40 % der Einzelh\u00e4ndler ist die vorgesehene finanzielle Unterst\u00fctzung der \u00dcberbr\u00fcckungshilfe III nicht ausreichend, um die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des zweiten Lockdowns abzufedern. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eWichtig aus Sicht der H\u00e4ndler ist: Die notwendigen Hilfen m\u00fcssen jetzt treffsicher und schnell flie\u00dfen. Die Schwierigkeiten bei den November- und Dezemberhilfen d\u00fcrfen sich nicht wiederholen. Ohnehin haben viele Unternehmen vor lauter Hilfsprogrammen im gegebenen F\u00f6rderdschungel bereits die Orientierung verloren. Weniger w\u00e4re hier mehr.\u201c F\u00fcr wenig nachvollziehbar h\u00e4lt die Mehrheit der Einzelh\u00e4ndler zudem, dass bei der nun relevanten \u00dcberbr\u00fcckungshilfe III wieder eine andere Berechnungsgrundlage gilt und nur die Fixkosten, wie Mieten und Pachten, erstattungsf\u00e4hig sind.<\/p>\n<p><b>Deutliche Umsatzr\u00fcckg\u00e4nge im station\u00e4ren Einzelhandel<\/b><\/p>\n<p>Etwa ein Drittel der Einzelh\u00e4ndler beziffert seinen Umsatzr\u00fcckgang auf mehr als 25 % gegen\u00fcber dem Vorjahr. Im Vergleich zur IHK-November-Umfrage ist dies eine Steigerung um 8 Prozentpunkte. Stephan H\u00e4ger: \u201eBesonders dramatisch ist die Lage beim Modeeinzelhandel. In dieser innenstadtpr\u00e4genden Branche geben zwei von drei Unternehmen einen Umsatzr\u00fcckgang von mehr als 25 % an. Das abrupt abgebrochene Weihnachtsgesch\u00e4ft schadet dem Innenstadthandel immens. Der Internethandel ist erneut der gro\u00dfe Nutznie\u00dfer. Hier brummt es auf breiter Basis. Nicht ohne Grund sprechen einige H\u00e4ndler von einem Sonderkonjunkturprogramm f\u00fcr den Onlinehandel.\u201c<\/p>\n<p><b>Zweiter Lockdown wird zu Gesch\u00e4ftsaufgaben f\u00fchren, die Insolvenzgefahr steigt<\/b><\/p>\n<p>Jeder vierte H\u00e4ndler denkt aufgrund des zweiten Lockdowns \u00fcber eine Gesch\u00e4ftsaufgabe nach bzw. h\u00e4lt es f\u00fcr sehr wahrscheinlich, sein Gesch\u00e4ft aufgeben zu m\u00fcssen. Die Gefahr von fl\u00e4chendeckenden Gesch\u00e4ftsschlie\u00dfungen und sich immer weiter leerenden Innenst\u00e4dten ist hoch, zumal die Einzelh\u00e4ndler bereits vor dem zweiten Lockdown erheblich unter Druck standen. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDie finanzielle Belastungsgrenze ist bei vielen H\u00e4ndlern erreicht, Reserven sind aufgebraucht. F\u00fcr etliche Betriebe hat ein Wettlauf mit der Zeit begonnen. Ein Drittel der Unternehmen berichtet aktuell von Eigenkapitalr\u00fcckg\u00e4ngen, jedes Vierte von Liquidit\u00e4tsengp\u00e4ssen und jedem Zehnten droht nach eigener Angabe die Insolvenz. Diese Entwicklung ist sehr besorgniserregend.\u201c<\/p>\n<p>Info: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDurch den zweiten harten Lockdown steigt die Insolvenzgefahr im Handel und es drohen zahlreiche Gesch\u00e4ftsaufgaben in unseren Innenst\u00e4dten. 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