{"id":21424,"date":"2020-12-08T10:36:32","date_gmt":"2020-12-08T09:36:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=21424"},"modified":"2020-12-08T10:36:32","modified_gmt":"2020-12-08T09:36:32","slug":"universitaet-siegen-im-kleinsten-gegen-grosse-krankheiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/universitaet-siegen-im-kleinsten-gegen-grosse-krankheiten\/","title":{"rendered":"Universit\u00e4t Siegen: Im Kleinsten gegen gro\u00dfe Krankheiten"},"content":{"rendered":"<p>Die Ursachen f\u00fcr Erkrankungen sind in der Regel im mikroskopischen Bereich zu suchen. Kleinste Erreger und Organismen wie Viren, Bakterien oder Pilze haben starken Einfluss auf die Gesundheit des Menschen und k\u00f6nnen unterschiedlichste Krankheiten ausl\u00f6sen \u2013 wie die aktuelle Corona-Pandemie zeigt. Um Therapien zu erm\u00f6glichen, bedarf es schneller und zuverl\u00e4ssiger Diagnostik. Neben medizinischem Wissen spielen in der Diagnose von Krankheitserregern Verfahren und Materialien eine bedeutende Rolle.<\/p>\n<p>In diesem Bereich arbeitet das Center for Micro- and Nanochemistry and Engineering, kurz C\u00b5 genannt, der Universit\u00e4t Siegen, neben weiteren interessanten Forschungsfeldern z.B. in der (Bio)Chemie. Das Forschungszentrum an der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakult\u00e4t untersucht die Funktionsweise chemischer Prozesse im mikro- und nanoskopischen Bereich und auf Grenzfl\u00e4chen, also dem Bereich zwischen zwei verschiedenen K\u00f6rpern oder Phasen. Hierzu werden Kompetenzen in den Bereichen Mikro- und Nanochemie, Sensorentwicklung und neue Materialien geb\u00fcndelt. In dem Zentrum arbeiten Forschungsgruppen interdisziplin\u00e4r zusammen, um neuartige Materialien, Methoden und integrierte Systeme f\u00fcr die Mikro- und Nanochemie zu entwickeln, die in der Diagnostik, etwa zum Nachweis von Bakterien- oder Pilzkontaminationen, eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diese Zusammenarbeit hat Erfolg: Forscherinnen und Forscher haben k\u00fcrzlich die Bewilligung von Drittmitteln f\u00fcr mehrere medizinnahe Projekte im Bereich Detektion und Bek\u00e4mpfung von Bakterien und antimikrobiellen Resistenzen erhalten. Der Gesamtumfang dieser F\u00f6rdermittel betr\u00e4gt rund 1,2 Millionen Euro f\u00fcr die Universit\u00e4t Siegen. Die ausnahmslos internationalen Kooperationsprojekte verdeutlichen die erfolgreiche Ausrichtung des C\u03bc und haben Anteil daran, Siegen als zentralen Knotenpunkt eines internationalen Forschungsnetzwerks unter Einbindung starker lokaler Partner zu etablieren. In der Region kooperieren die WissenschaftlerInnen dabei unter anderem mit der Firma ATTO-TEC und dem Diakonie Klinikum Jung-Stilling. In s\u00e4mtlichen Projekten spielen die zentralen Zellbiologie- und Mikrobiologielabore des C\u03bc eine entscheidende Rolle.<\/p>\n<p>Die neuen Projekte zeigen die vielf\u00e4ltigen Ans\u00e4tze des Forschungszentrums und bauen auf einer Reihe von medizinnahen Projekten auf, die von den Mitgliedern des C\u03bc durchgef\u00fchrt werden. Seit April 2020 l\u00e4uft ein zweij\u00e4hriges NRW-Patentvalidierungsprojekt zur selektiven Trennung und Reinigung von Zellen (Partner: Diakonie Klinikum Jung-Stilling). Es erg\u00e4nzt die bestehenden Aktivit\u00e4ten, u.a. von Prof. Dr. Peter Haring Bol\u00edvar und Dr. Anna Katharina Wigger in der Terahertz-Forschung zur Detektion von DNA und Tumormarkern, wiederholt gef\u00f6rdert im DFG SPP-Programm \u201eESSENCE\u201c (Elektromagnetische Sensoren f\u00fcr Life Sciences), dem Mukoviszidose-Projekt von Dr. Mareike M\u00fcller (F\u00f6rderung durch die Christiane Herzog Stiftung), oder der Forschung von Prof. Dr. Ulrich Jonas zu Wundauflagen mit Wirkstoffdepot f\u00fcr effizientere Therapie chronischer Wunden (BMBF-Projekt Medistorplast).\u00a0Die neu bewilligten Projekte haben einen gemeinsamen Fokus, der auf Sensorik und Materialien zur Detektion und Bek\u00e4mpfung von Bakterien und antimikrobiellen Resistenzen gerichtet ist.<\/p>\n<p>Am 1. Oktober 2020 ist das Marie Sk\u0142odowska-Curie Schulungsnetzwerk STIMULUS angelaufen. Projektpartner sind u.a. das Unternehmen ATTO-TEC und die Diakonie S\u00fcdwestfalen. STIMULUS ist ein europ\u00e4isches Projekt, das sich mit der Reduzierung von Infektionen im Zusammenhang mit der Gesundheitsversorgung befasst. Forschungsgegenstand sind hier intelligente Wundauflagen, mit denen bakterielle Infektionen erkannt und behandelt werden k\u00f6nnen, ohne die Wunde zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Zum 1. November 2020 startete das von Prof. Dr. Holger Sch\u00f6nherr koordinierte Projekt NAPARBA, das im Rahmen des Southeast Asia &#8211; Europe Joint Funding Scheme on Research and Innovation gef\u00f6rdert wird. Im Rahmen des Projektes wird die Nanopartikel-basierte Detektion Antibiotika-resistenter Bakterien erforscht. Projektpartner sind die Ko\u00e7 University in Istanbul (T\u00fcrkei) und das Research Centre of Chemistry \u2013 LIPI (Indonesien).<\/p>\n<p>Ebenfalls von Prof. Dr. Sch\u00f6nherr koordiniert wird das Vorhaben TARGET-THERAPY, das im Fr\u00fchjahr 2021 anlaufen soll. Inhalt des Forschungsprojektes, an dem in Siegen Prof. Dr. Ulrich Jonas und Dr. Mareike M\u00fcller beteiligt sind, ist die zielgerichtete Bek\u00e4mpfung krankheitsausl\u00f6sender Bakterien in der Lunge durch photodynamische Therapie. Ziel ist es, die Behandlung von Infektionen mit dem von der WHO als gesundheitlich hoch kritisch eingestuften multiresistenten Erreger P. aeruginosa in Biofilmen in der Lunge signifikant zu verbessern. Gef\u00f6rdert wird es innerhalb der Ma\u00dfnahme Deutsch-franz\u00f6sische Kollaborationen zu antimikrobiellen Resistenzen vom ANR und BMBF. Die Projektpartner sind an der Medizinischen Fakult\u00e4t der University of Brest (Frankreich) und der University of Reims Champagne Ardenne (Frankreich) t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wird das Forschungszentrum auch von den Bauma\u00dfnahmen der Universit\u00e4t profitieren. Mittelfristig k\u00f6nnen nach der Fertigstellung des genehmigten Forschungs-Geb\u00e4udes INCYTE auf dem Campus Adolf-Reichwein-Stra\u00dfe weitere Kapazit\u00e4ten an zentraler Stelle genutzt werden. Das erm\u00f6glicht anspruchsvolle Mikrochemie und Biologie Hand in Hand auf hohem Niveau. Das INCYTE-Geb\u00e4ude soll den Planungen zufolge zuk\u00fcnftig einen Gro\u00dfteil der laborintensiven technisch aufwendigen Forschungsbereiche der Naturwissenschaftlich- Technischen Fakult\u00e4t und das Ger\u00e4tezentrum f\u00fcr Mikro- und Nanoanalytik (MNaF) beherbergen. Auf einer Nutzfl\u00e4che von etwa 5.200 Quadratmetern sind in dem Geb\u00e4ude unter anderem Pr\u00e4parations- und Syntheselabore, ein Reinraum f\u00fcr die Sensorentwicklung, Labore mit besonderen Schutzeinrichtungen f\u00fcr Bio- (Sensor-) Anwendungen und Laborfl\u00e4chen f\u00fcr die Gro\u00dfger\u00e4te des MNaF vorgesehen.<\/p>\n<p>Bild und Info: <a href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/start\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4t Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ursachen f\u00fcr Erkrankungen sind in der Regel im mikroskopischen Bereich zu suchen. 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