{"id":21200,"date":"2020-11-20T12:44:16","date_gmt":"2020-11-20T11:44:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=21200"},"modified":"2020-11-23T09:12:44","modified_gmt":"2020-11-23T08:12:44","slug":"mit-virtueller-realitaet-gegen-den-stress","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/mit-virtueller-realitaet-gegen-den-stress\/","title":{"rendered":"Mit Virtueller Realit\u00e4t gegen den Stress\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>Noch drei Stunden bis zur Deadline auf der Arbeit. Da ruft die Kita an: Die Zweij\u00e4hrige muss sofort abgeholt werden. Und das Geburtstagsgeschenk f\u00fcr den Gro\u00dfen ist noch immer nicht gekauft\u2026 Um Alltagsstress wie diesen abzubauen, entwickeln ForscherInnen der Uni Siegen zusammen mit Partnern \u2013 darunter die Hochschule D\u00fcsseldorf \u2013 ein technisch unterst\u00fctztes Entspannungsprogramm namens \u201eNoStress\u201c. Siegener ExpertInnen aus den Bereichen Wirtschaftsinformatik und klinischer Psychologie kooperieren, um Virtuelle und \u201eechte\u201c Realit\u00e4t bei der Stressbew\u00e4ltigung zusammenzubringen. Gef\u00f6rdert wird das Projekt vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung.<\/p>\n<div id=\"attachment_21202\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/01Szenario_alt_WEB.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-21202\" class=\"size-medium wp-image-21202\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/01Szenario_alt_WEB-300x183.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/01Szenario_alt_WEB-300x183.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/01Szenario_alt_WEB-768x469.jpg 768w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/01Szenario_alt_WEB.jpg 777w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-21202\" class=\"wp-caption-text\">Durch Interviews mit ProbandInnen hatten die WissenschaftlerInnen die Idee, dass es einen Begleiter in der virtuellen Welt geben sollte. Zu Beginn war der Begleiter ein katzen\u00e4hnliches Wesen. (Foto: HSD \/\/ Chris N. Zimmer)<\/p><\/div>\n<p>Kern des Anti-Stress-Trainings ist eine virtuelle Entspannungsreise. \u00dcber eine VR-Brille vermittelt, hat der Nutzer oder die Nutzerin das Gef\u00fchl auf einem Feld zu stehen, umgeben von B\u00e4umen und Bergen. Die Sonne geht gerade auf und taucht die Landschaft in sanftes Orange. Dazwischen eine Lichtkugel, die im Rhythmus der eigenen Atmung pulsiert und durch die Reise leitet. \u00dcber Kopfh\u00f6rer l\u00e4uft ruhige Musik. Durch eine am Brustkorb gespannte, sensible Feder messen Sensoren die Atemfrequenz und das Stresslevel. Der Nutzer sitzt dabei auf einer Massagematte. Neben ihm ein Kissen, das individuell im Atemrhythmus des Nutzers vibriert und dann immer langsamer wird. Durch die Atem\u00fcbungen soll der Stress abgebaut werden. \u201eDurch die VR-Brille und den Sound soll der Nutzer aus seinem Alltag herausgeholt werden, abgeschottet sein und nicht abgelenkt werden\u201c, erkl\u00e4rt Projektleiter Holger Klapperich vom Lehrstuhl \u201eWirtschaftsinformatik \/ Ubiquitous Design\u201c von Prof. Dr. Marc Hassenzahl.<\/p>\n<p>Einen Prototypen gibt es bereits. Jetzt arbeiten die Siegener ForscherInnen mit den Partnern daran, die Technik f\u00fcr den Privatnutzer zuhause zu reduzieren. ExpertInnen entwickeln gerade Alternativen f\u00fcr den Brustkorb-Sensor, damit private NutzerInnen weniger Equipment ben\u00f6tigen. Vorstellen kann sich Klapperich zum Beispiel auch, das Anti-Stress-Training ans betriebliche Gesundheitsmanagement von Unternehmen anzugliedern. Diese k\u00f6nnten das System im Pausenraum zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<div id=\"attachment_21203\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/02Szenario_neu_WEB.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-21203\" class=\"size-medium wp-image-21203\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/02Szenario_neu_WEB-300x140.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/02Szenario_neu_WEB-300x140.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/02Szenario_neu_WEB-768x359.jpg 768w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/02Szenario_neu_WEB.jpg 777w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-21203\" class=\"wp-caption-text\">Im Co-Design mit den NutzerInnen fiel die Katzen-Idee durch und wurde durch eine abstrakte Lichtkugel ersetzt. (Foto: HSD \/\/ Chris N. Zimmer)<\/p><\/div>\n<p>Die Atmosph\u00e4re und die Lichteffekte in der Virtuellen Realit\u00e4t sind besonders behaglich und naturnah animiert, damit sich die NutzerInnen von Beginn an wohlf\u00fchlen. W\u00e4hrend der gesamten Gestaltung kamen zuk\u00fcnftige NutzerInnen zu Wort. Durch Interviews mit ProbandInnen hatten die WissenschaftlerInnen beispielsweise die Idee, dass es einen Begleiter in der virtuellen Welt geben sollte. Zu Beginn war der Begleiter ein katzen\u00e4hnliches Wesen. \u201eViele Menschen m\u00f6gen Katzen und finden sie beruhigend\u201c, erkl\u00e4rt Klapperich den Ansatz. Im Co-Design mit den NutzerInnen fiel die Idee allerdings durch: \u201eDie H\u00e4lfte der Befragten fand die Katzen-Idee toll\u201c, erz\u00e4hlt der Siegener Wissenschaftler. Die andere H\u00e4lfte brachte Bedenken vor: Einige Menschen mochten keine Katzen, andere h\u00e4tten eine Katzenhaar-Allergie und empf\u00e4nden Katzen deshalb nicht als entspannend. F\u00fcr die WissenschaftlerInnen war klar: Die Katze hatte keine Zukunft. Die NutzerInnen w\u00fcnschten sich etwas Neutraleres und Abstrakteres. Daraus entstand schlie\u00dflich die pulsierende Lichtkugel.<\/p>\n<div id=\"attachment_21204\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/03Co-Design_WEB.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-21204\" class=\"size-medium wp-image-21204\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/03Co-Design_WEB-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/03Co-Design_WEB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/03Co-Design_WEB-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/03Co-Design_WEB.jpg 777w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-21204\" class=\"wp-caption-text\">Kern des Anti-Stress-Trainings ist eine virtuelle Entspannungsreise. Die Nutzerin sitzt dabei auf einer Massagematte. (Foto: Erlebnis und Interaction, Universit\u00e4t Siegen \/\/ Holger Klapperich)<\/p><\/div>\n<p>Das Anti-Stress-Training ist so konzipiert, dass es verschiedene Stufen gibt. \u201eAnf\u00e4nger wollen wir mit der Technik dazu bef\u00e4higen sich zu entspannen\u201c, sagt Klapperich. Je erfahrener man wird, desto mehr solle aber die Technik in den Hintergrund treten. \u201eWir wollen die Menschen nicht abh\u00e4ngig von der Technik machen, sondern sie nur so lange einsetzen, wie sie uns nutzt.\u201c Gerade testen ExpertInnen aus der klinischen Psychologie, wie erfolgreich das entwickelte System den Stress tats\u00e4chlich mindern kann. Ein Team um Psychologie-Professor Tim Klucken von der Uni Siegen misst Effekte und testet, ob man mit dem Programm besser, schlechter oder gleich gut entspannen kann wie mit vergleichbaren Systemen oder ohne Unterst\u00fctzung. Die Ergebnisse stehen noch aus.<\/p>\n<p>Gleichzeitig finden Events statt, um ethische und soziale sowie gesellschaftlich relevante Themen zu diskutieren. \u201eViel Stress entsteht heutzutage durch moderne Technik. Ist es da nicht paradox, Technik zur Entspannung zu nutzen? Beziehungsweise k\u00f6nnte die Technik sogar zu neuen Problemen f\u00fchren?\u201c, fragt Klapperich. Um solche Fragen geht es in den Diskussionen. Aber auch um L\u00f6sungsans\u00e4tze. Wer sich an diesen Diskussionen beteiligen m\u00f6chte, kann an der Online-Veranstaltungsreihe \u201eStress und Technologie\u201c teilnehmen. Der n\u00e4chste Termin findet am 28.1.21 statt. Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.experienceandinteraction.com\/nostress\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.experienceandinteraction.com\/nostress<\/a><\/p>\n<p>Text: <a href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/start\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4t Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch drei Stunden bis zur Deadline auf der Arbeit. Da ruft die Kita an: Die Zweij\u00e4hrige muss sofort abgeholt werden. 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