{"id":20839,"date":"2020-10-26T14:30:24","date_gmt":"2020-10-26T13:30:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=20839"},"modified":"2020-10-28T16:14:30","modified_gmt":"2020-10-28T15:14:30","slug":"sms-group-baut-erste-pilotanlage-zur-herstellung-von-synthesegas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/sms-group-baut-erste-pilotanlage-zur-herstellung-von-synthesegas\/","title":{"rendered":"SMS group baut erste Pilotanlage zur Herstellung von Synthesegas"},"content":{"rendered":"<p>Am 17. September 2020 gab es f\u00fcr die SMS group die Baufreigabe f\u00fcr eine neue Pilotanlage in Wien-Simmering, \u00d6sterreich, an der die Verwertung von Reststoffen zur Erzeugung von umweltfreundlichen und CO2-neutralen Kraftstoffen demonstriert wird. Der Projektpartner BEST \u2013 Bioenergy and Sustainable Technologies wird am Standort der Sonderm\u00fcllverbrennungsanlage von Wien Energie, eine neuartige Prozesskette zur Erzeugung und Nutzung eines wasserstoffreichen Synthesegases im Industriema\u00dfstab umsetzen. Das Herzst\u00fcck der Anlage, ein von der SMS group gebauter Synthesegaserzeuger, wird Mitte 2021 den Betrieb aufnehmen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die SMS group ist der Bau der Anlage ein weiterer Schritt in der New Horizon Strategie des Unternehmens. Inspiriert von globalen Trends und Entwicklungen, flie\u00dfen diese Impulse in die Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden ein. Dabei wird immer ein Schritt weitergedacht, um kreative L\u00f6sungen zu entwickeln, die dabei helfen, die weltweiten Herausforderungen der Zukunft mitzugestalten. Das Projekt wird von der \u00d6sterreichischen Forschungsf\u00f6rderungsgesellschaft (FFG) unterst\u00fctzt. Die Projektleitung \u00fcbernimmt das K1 Kompetenzzentrum BEST. Neben der SMS group als Erbauer der Anlage sind weitere Projektbeteiligte Wien Energie, Heinzel Paper, Wiener Linien GmbH, Wiener Netze GmbH und die \u00d6sterreichischen Bundesforste. Als wissenschaftliche Partner sind die TU Wien und die Lule\u00e5 University of Technology beteiligt.<\/p>\n<p>Im Projekt \u201eWaste2Value\u201c (frei \u00fcbersetzt: Wertsch\u00f6pfung aus Abfall) wird die Nutzung von Reststoffen vorangetrieben, aus denen ein wasserstoffreiches Synthesegas erzeugt wird. Es stehen zun\u00e4chst Reststoffe wie Kl\u00e4rschlamm, R\u00fcckst\u00e4nde aus der Papierindustrie sowie Mischungen mit Schadholzsortimenten als Rohstoff im Fokus. In einem weiteren Verfahrensschritt wird das Gas zu fl\u00fcssigen Kraftstoffen synthetisiert. Im Rahmen des noch bis 2023 laufenden Projektes wird die Anlage errichtet und entsprechende Betriebserfahrungen gesammelt. Die gesamte Prozesskette \u2013 vom Rohstoff \u00fcber die Gaserzeugung, die Gasreinigung, die Gasaufbereitung, die Synthesen, bis hin zur Aufbereitung und Einsatz des FT-Kraftstoffes in einem Flottenversuch \u2013 ist Gegenstand der Forschungsarbeiten von \u201eWaste2Value\u201c. Es handelt sich bei der Anlage um die weltweit erste Anlage dieser Art, mit der diese Technologie in einer einzigen, industrienahen und durchgehenden Prozesskette demonstriert wird. Die Ergebnisse des Projekts erm\u00f6glichen die wirtschaftliche und technische Beurteilung des Gesamtverfahrens und stellen die Grundlage f\u00fcr die geplante Umsetzung in einem gr\u00f6\u00dferen industriellen Ma\u00dfstab durch Wien Energie dar.<\/p>\n<p><strong>Vielseitige Einsatzm\u00f6glichkeiten des Synthesegaserzeugers<\/strong><br \/>\nDie von SMS group umgesetzte Technologie erm\u00f6glicht es, \u00fcber einen thermischen Umwandlungsprozess aus Reststoffen ein sogenanntes Synthesegas zu erzeugen. Dieses Gasgemisch kann wiederum in verschiedene Energietr\u00e4ger wie gr\u00fcne Kraftstoffe, gr\u00fcnes Gas und gr\u00fcnem Wasserstoff umgesetzt werden. Sind die eingesetzten Ausgangsstoffe erneuerbaren Ursprunges (wie zum Beispiel Holz, Restholz, Kl\u00e4rschlamm oder biogene Abf\u00e4lle), so sind auch die Endprodukte zu 100 Prozent erneuerbar. Es ist aber auch denkbar, nichterneuerbare Reststoffe wie zum Beispiel Plastikreste, die nicht recyclebar sind zuzusetzen. Somit wird es m\u00f6glich auch solche fossilen Abfallstoffe mehrfach zu nutzen.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Bandbreite an m\u00f6glichen Endprodukten macht die Technologie dabei extrem flexibel: Einerseits k\u00f6nnen nachhaltige Treibstoffe f\u00fcr Transportsektoren bereitgestellt werden, in denen Batterien nur schwer zum Einsatz kommen k\u00f6nnen (zum Beispiel Landwirtschaft, Fernverkehr, Flugverkehr), andererseits kann auf Basis derselben Technologie auch gr\u00fcnes Gas f\u00fcr das Erdgasnetz und gr\u00fcner Wasserstoff f\u00fcr zuk\u00fcnftige Mobilit\u00e4tsl\u00f6sungen oder industrielle Anwendungen erzeugt werden. Bei der Erzeugung von FT-Kraftstoff, der im \u00dcbrigen bei der Verbrennung deutlich geringere Partikelemissionen hat als fossiler Diesel, fallen parallel zudem auch wertvolle Chemikalien an, die in der chemischen Industrie ben\u00f6tigt werden. Eine weitere M\u00f6glichkeit ist die Synthese des erzeugten Gases zu nachhaltig produzierten Alkoholen, die ebenfalls von der chemischen Industrie verarbeitet werden. Setzt man als Ausgangsstoff Kl\u00e4rschlamm ein, ergibt sich in Zukunft auch eine aussichts-reiche M\u00f6glichkeit, den darin enthaltenen Phosphor zur\u00fcckzugewinnen. Zur Herstellung von D\u00fcngemitteln f\u00fcr die Landwirtschaft ist Phosphor essentiell. Weltweit gibt es nur zwei Abbaugebiete und es gibt Sch\u00e4tzungen, dass der Abbau nur noch f\u00fcr wenige Jahrzehnte m\u00f6glich sein wird.<\/p>\n<p>Insgesamt ist mit der Technologie der thermochemischen Synthesegaserzeugung eine sehr interessante Technologie vorhanden, die gro\u00dfes Potential hat, ein zentraler Bestandteil f\u00fcr die zuk\u00fcnftige \u201eGreen Economy\u201c zu werden.<\/p>\n<p><strong>Statements:<\/strong><br \/>\n<strong>Statement Wien Energie<\/strong><br \/>\n\u201eWien Energie erzeugt seit Jahrzehnten aus Abfall umweltfreundlichen Strom und W\u00e4rme f\u00fcr tausende Haushalte \u2013 und k\u00fcnftig vielleicht auch gr\u00fcnen Treibstoff! Wir freuen uns, den Standort Simmeringer Haide f\u00fcr diese wichtige Forschung zur Verf\u00fcgung stellen zu k\u00f6nnen und uns mit unserer Expertise im Bereich der Abfallverwertung einzubringen. Gemeinsam mit den Partnern erforschen wir hier die Herstellung von Synthesegas sowie in einem weiteren Schritt die Produktion von gr\u00fcnem Diesel, gr\u00fcnem Erdgas oder auch gr\u00fcnem Wasserstoff. Diese Erzeugnisse sind wesentliche Bausteine f\u00fcr ein klimaneutrales Energiesystem der Zukunft. Die Industrie-Pilotanlage bereitet den Weg f\u00fcr einen Einsatz dieser Technologie in der Praxis.\u201c so Karl Gruber, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, Wien Energie GmbH.<\/p>\n<p><strong>Statement SMS<\/strong><br \/>\n\u201eF\u00fcr die SMS group stellt die geplante Demonstration der effizienten Gewinnung hochwertiger synthetischer Treibstoffe und Reduktionsmittel aus einem breiten Band an Reststoffen mittels Wirbelschicht-Synthesegaserzeugung einen weiteren wichtigen Meilenstein bei der Anpassung unserer Technologiepalette an die zuk\u00fcnftigen, vielfach durch Dekarbonisierungserfordernisse getriebenen Bed\u00fcrfnisse der Kunden in unseren Kernm\u00e4rkten dar. Im Bereich der Wasserstofferzeugung sehen wir vor allem auf der Umsetzungskostenseite unter den passenden Rahmenbedingungen eine potentiell sehr gute Wettbewerbsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber anderen, von uns parallel verfolgten Technologiepfaden,\u201c sagt Herbert Weissenbaeck, Leiter Strategische Projektentwicklung, SMS group GmbH.<\/p>\n<p><strong>Statement BEST<\/strong><br \/>\n\u201eAn unserem neuen Standort Wien-Simmering entsteht in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern ein Syngas-Forschungs- und Demonstrationshub von Weltformat. Wir investieren heute in jene Infrastruktur, die mittel- und langfristig f\u00fcr die angewandte Forschung zur Dekarbonisierung der Energiebereitstellung, zur Kopplung der Verwertung von Biomasse und Reststoffen mit dem erneuerbaren Stromsektor und zur Herstellung gr\u00fcner Grundstoffe f\u00fcr die chemische Industrie von zentraler Bedeutung ist. Kurzfristig stellt der Syngas-Hub das verfahrenstechnische Reality Lab f\u00fcr die Um-setzung der Dekarbonisierungsstrategie der Gemeinde Wien dar,\u201c sagt Walter Haslinger, CEO \/ CSO, BEST \u2013 Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH.<\/p>\n<p>Text und Foto:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.sms-group.com\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">SMS group GmbH<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 17. 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