{"id":20671,"date":"2020-10-09T15:12:11","date_gmt":"2020-10-09T13:12:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=20671"},"modified":"2020-10-12T09:30:54","modified_gmt":"2020-10-12T07:30:54","slug":"wie-ein-tsunami-olper-stammtisch-der-ihk-diskutiert-corona-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wie-ein-tsunami-olper-stammtisch-der-ihk-diskutiert-corona-folgen\/","title":{"rendered":"\u201eWie ein Tsunami\u201c: \u201eOlper Stammtisch\u201c der IHK diskutiert Corona-Folgen"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>\u201eCorona hat uns mit der Dynamik eines Tsunami \u00fcberrollt. Mit der Pandemie schnellten die Arbeitslosenzahlen in die H\u00f6he. Von einem Moment auf den anderen sah unsere Arbeit anders aus!\u201c Eindrucksvoll schilderte Daniela Tomczak beim \u201eOlper Stammtisch\u201c, wie die von ihr geleitete Agentur f\u00fcr Arbeit Siegen mit der Krise seit M\u00e4rz umgegangen ist. Knapp 40 Unternehmensvertreter waren der Einladung der IHK Siegen in das Landhotel Sangermann in Oberveischede gefolgt, um sich unter anderem \u00fcber die Besch\u00e4ftigungssituation im Kreis Olpe zu informieren und auszutauschen.<\/p>\n<p>Die statistischen Auswertungen zeigten zum einen, dass es schon im vergangenen Herbst, also vor Einsetzen der Corona-Krise, zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen sei. \u201eDas deutet auf strukturelle Probleme hin, deren Auswirkungen durch Corona zwar massiv verst\u00e4rkt, aber nicht verursacht wurden\u201c, erl\u00e4uterte Tomczak. Zum anderen machten die aktuellen Zahlen Hoffnung, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt wieder entspanne. Dabei sei der R\u00fcckgang der Arbeitslosigkeit von August auf September im Kreis Olpe mit 6,8 % mehr als doppelt so deutlich ausgefallen wie im Landesdurchschnitt (3,3 %).<\/p>\n<p>IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel gab zu bedenken, dass die Kosten der aktiven Arbeitsmarktpolitik erheblich gestiegen seien. \u201eAlle Wohltaten von heute m\u00fcssen von den Generationen von morgen geschultert werden. Eine Neuverschuldung von 219 Mrd. \u20ac in diesem und noch einmal fast 100 Mrd. \u20ac im kommenden Jahr sind beileibe kein Pappenstiel.\u201c Es sei daher kaum vorstellbar, dass k\u00fcnftig neue Belastungen f\u00fcr die Wirtschaft ausblieben. Hinzu k\u00e4men die Unw\u00e4gbarkeiten in der Au\u00dfenwirtschaft und neue Gesetzesvorhaben, wie das Unternehmensstrafrecht, die wirtschaftliches Handeln auszubremsen drohten, anstatt es gerade jetzt zu befeuern.<\/p>\n<p><b>\u201eOhne Kurzarbeit g\u00e4be es deutlich mehr Arbeitslosigkeit\u201c <\/b><br \/>\nBew\u00e4hrt habe sich hingegen das Kurzarbeitergeld, unterstrich Daniela Tomczak. 19 Mrd. \u20ac l\u00e4sst sich der Bund den Einsatz dieses arbeitsmarktpolitischen Instrumentes kosten. \u201eDas ist gut angelegtes Geld. Ansonsten l\u00e4ge die Arbeitslosigkeit deutlich h\u00f6her\u201c, so die Leiterin der Agentur f\u00fcr Arbeit. Allerdings teilte sie die Auffassung, dass es besser gewesen w\u00e4re, das Kurzarbeitergeld schon fr\u00fchzeitig verbindlich an Qualifizierungsma\u00dfnahmen zu koppeln. \u201eWir stehen inmitten eines demografischen Wandels, eines Strukturwandels und einer zunehmenden Digitalisierung. Hier muss es Aufgabe der Agentur sein, die Betriebe zu begleiten und auch finanziell zu unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>Leichte Entspannung zeichnet sich auf dem Stellenmarkt ab. Die Arbeitgeber im Kreis Olpe melden trotz der Krise wieder mehr Stellen. Allerdings: Auch die Zahl der Ausbildungsbewerber sinkt. Dies h\u00e4nge mit der demografischen Entwicklung zusammen, aber auch mit dem verbreiteten Trend zu h\u00f6heren Bildungsabschl\u00fcssen. Eine Entwicklung, die auch die IHK mit Sorge beobachtet. Hier bef\u00e4nden sich die Wirtschaftsorganisationen in einem gewissen Dilemma, erl\u00e4uterte Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener. In der \u00f6ffentlichen Diskussion entstehe der Eindruck, die Wirtschaft ziehe nach dem Lockdown wieder kolossal an. \u201eDas k\u00f6nnen wir nach unseren Erhebungen nicht in G\u00e4nze best\u00e4tigen, schon gar nicht in der Industrie. F\u00fcr die Wirtschaftsorganisationen ist es ein Spagat, hier die richtige Tonlage zu treffen. Formulieren wir zu euphorisch, geben wir nicht das wieder, was die heimischen Unternehmen uns sagen. Gie\u00dfen wir allerdings zu sehr Wasser in den Wein, leisten wir einen aktiven Beitrag dazu, dass junge Menschen sich von Industrieberufen abwenden. Und dies, obwohl gerade hier alle Perspektiven offenstehen.\u201c<\/p>\n<p><b>Fachkr\u00e4fte und \u00d6PNV Zukunftsthemen f\u00fcr den Kreis Olpe<\/b><br \/>\nOptimistisch zeigte sich mit Blick auf den Kreis Olpe Theo Melcher. Der frische gew\u00e4hlte Landrat stellte einige seiner politischen Ziele f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre vor. Dass der Landkreis seit \u00fcber 200 Jahren \u201eerfolgreich\u201c sei, habe einen wesentlichen Grund in der traditionell tiefen Verbundenheit zwischen Unternehmen und Mitarbeitern in Kombination mit dem sehr guten Ausbildungs- und Qualifizierungsangebot. Corona habe die Arbeit der letzten Monate bestimmt. Trotz fehlender Ressourcen sei es der Verwaltung dank engagierter Mitarbeiter gelungen, die Herausforderungen gut zu meistern. Mit Blick auf die kommenden Monate zeigte sich Theo Melcher besorgt: \u201eWir m\u00fcssen uns darauf vorbereiten, dass die Pandemie uns noch richtig viele Probleme bereitet!\u201c<\/p>\n<p>Dabei st\u00fcnde der Kreis auch vor anderen wichtigen Aufgaben. Es gelte, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Gesellschaft in das digitale Zeitalter finde. Dazu geh\u00f6re auch, diese Prozesse in den \u00f6ffentlichen Beh\u00f6rden zu beschleunigen. \u201eWenn Genehmigungen f\u00fcr Industriegebiete 10 Jahre oder mehr brauchen und Jahre vergehen, bis \u00fcber Windenergieanlagen rechtskr\u00e4ftig entschieden ist, dann ist das nicht zukunftsf\u00e4hig. Dann m\u00fcssen wir das \u00e4ndern.\u201c Beim gef\u00f6rderten Ausbau des schnellen Internets liege der Kreis Olpe jetzt weit vorne. Es w\u00fcrden erhebliche Summen investiert, um m\u00f6glichst viele Glasfaserhausanschl\u00fcsse in Gewerbegebieten und auch in Wohnlagen zu schaffen.<\/p>\n<p>Zu den weiteren dr\u00e4ngenden Aufgaben geh\u00f6re, die Fachkr\u00e4fteversorgung f\u00fcr die heimische Wirtschaft sicherzustellen. Hier werde der Kreis das Augenmerk insbesondere darauf richten, die weichen Standortfaktoren zu verbessern. Die Willkommenskultur m\u00fcsse ausgebaut und etabliert werden. Auch bei der k\u00fcnftigen Ausgestaltung des \u00d6PNV warteten viele Aufgaben. Das bisherige Angebot entspreche nicht mehr den Erwartungen der heutigen Zeit. Theo Melcher: \u201eHier m\u00fcssen wir mit den St\u00e4dten und Gemeinden ins Gespr\u00e4ch kommen, um Handlungsm\u00f6glichkeiten auszuloten. Klar ist: Wenn der \u00d6PNV attraktiver werden soll, wird er Geld kosten!\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div>Bild und Info: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">IHK Siegen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eCorona hat uns mit der Dynamik eines Tsunami \u00fcberrollt. Mit der Pandemie schnellten die Arbeitslosenzahlen in die H\u00f6he. 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