{"id":20636,"date":"2020-10-07T11:16:00","date_gmt":"2020-10-07T09:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=20636"},"modified":"2020-10-07T11:16:00","modified_gmt":"2020-10-07T09:16:00","slug":"corona-forciert-nachfrage-nach-elektronischen-ursprungszeugnissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/corona-forciert-nachfrage-nach-elektronischen-ursprungszeugnissen\/","title":{"rendered":"Corona forciert Nachfrage nach elektronischen Ursprungszeugnissen"},"content":{"rendered":"<p>Eine Digitalisierungsma\u00dfnahme der IHK Siegen hat sich in der Corona-Krise als besonders wirkungsvoll erwiesen. Sie betrifft die so genannten Ursprungszeugnisse, mit denen Unternehmen den Ursprung ihrer Ware nachweisen k\u00f6nnen. Diese \u201eGeburtsurkunden\u201c f\u00fcr Waren sind seit Beginn des Jahres anhand einer neu geschaffenen Web-Anwendung elektronisch bei der IHK beantragbar. Ohne zeit- und kostenaufwendige Fahrt- und Postwege k\u00f6nnen Exportunternehmen dar\u00fcber Ursprungzeugnisse beantragen und nach Freigabe durch die IHK auf den hierf\u00fcr erforderlichen Formularen ausdrucken.<\/p>\n<p>Gerade w\u00e4hrend des weitreichenden Lockdowns stieg seit M\u00e4rz bei vielen Unternehmen der Bedarf deutlich an, Ursprungszeugnisse online zu beantragen. Jens Brill, Leiter Au\u00dfenwirtschaft der IHK Siegen: \u201eIn unserem Kammerbezirk liegt die Quote der elektronisch beantragten Ursprungszeugnisse seit Beginn der Pandemie mit 54 % erstmals h\u00f6her als die Anzahl der herk\u00f6mmlich manuell ausgestellten Ursprungszeugnisse. Alleine im September wurden 873 elektronische Ursprungszeugnisse beglaubigt. Wir z\u00e4hlen in diesem Jahr bereits bis jetzt so viele wie in 2019 insgesamt.\u201c Die Digitalisierung eigener Prozesse und Arbeitsabl\u00e4ufe bedeute in einer Zeit physischer Einschr\u00e4nkungen, wie beispielsweise Grenzschlie\u00dfungen, nicht selten die einzige Chance, handlungsf\u00e4hig zu bleiben. \u201eVermeintlich kleine digitale Erleichterungen k\u00f6nnten gerade in Krisen, aber auch im insgesamt schwierigen Fahrwasser der Weltwirtschaft wirkungsvolle Hilfen f\u00fcr die Unternehmen sein und durch Handelskonflikte entstehenden Mehraufwand zumindest teilweise abfedern\u201c, erg\u00e4nzt IHK-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Hans-Peter Langer. Das Verarbeitende Gewerbe in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe habe im vergangenen Jahr einen Auslandsumsatz von mehr als 7,2 Mrd. \u20ac erwirtschaftet. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres seien die Auslandsums\u00e4tze der regionalen Industrieums\u00e4tze hingegen um 19 % eingebrochen. \u201eEs ist offenkundig, wie wichtig f\u00fcr diese Betriebe mit ihren internationalen Lieferketten ein freier Welthandel und m\u00f6glichst reibungslose Verwaltungsabl\u00e4ufe sind.\u201c<\/p>\n<p><strong>Handelshemmnisse steigern b\u00fcrokratische Belastung <\/strong><br \/>\nDie Handelshemmnisse f\u00fcr Unternehmen mit Auslandsgesch\u00e4ft hatten dabei zun\u00e4chst unabh\u00e4ngig von der Corona-Krise bereits in den letzten Jahren sp\u00fcrbar zugenommen. Handelskonflikte, wie die zwischen den USA und China oder den USA und der EU, f\u00fchrten 2019 bei vielen Waren zu Zollsteigerungen. Sanktionen haben mancherorts Handelsgesch\u00e4fte sogar g\u00e4nzlich unterbunden. Beklagt werden allgemein mehr B\u00fcrokratie, h\u00f6here Kosten, Produktionsengp\u00e4sse und l\u00e4ngere Lieferzeiten. Die Corona-Pandemie hat diese negativen wirtschaftlichen Erscheinungen zus\u00e4tzlich verst\u00e4rkt. \u201eAlleine in der Herstellung von Metallerzeugnissen sank der Auslandsumsatz in der ersten Jahresh\u00e4lfte 2020 um 28 %. Das betrifft unter anderem den f\u00fcr uns wichtigen Teil der Automobilzulieferer\u201c, hebt Jens Brill hervor. \u201eDie Erschwerung des Auslandsgesch\u00e4fts durch COVID-19 k\u00f6nnen wir exemplarisch an den von uns ausgestellten Carnets ablesen.\u201c Carnets sind eine Art Reisepass f\u00fcr Waren, die nur tempor\u00e4r \u2013 insbesondere f\u00fcr Ausstellungszwecke \u2013 ins Ausland gebracht werden.<\/p>\n<p>Die Zahl der von den IHKs ausgestellten Carnets ging im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bundesweit von 6.240 um 73 Prozent auf 1.685 zur\u00fcck. \u201eIn den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe haben wir 2020 bislang weniger als die H\u00e4lfte der noch im Vorjahreszeitraum ben\u00f6tigten Carnets ausgegeben. Coronabedingt sind Messen, Sportevents, Kulturveranstaltungen und Auslandseins\u00e4tze von Fachpersonal als die wichtigsten Anwendungsbereiche f\u00fcr Carnets weggebrochen\u201c, erl\u00e4utert Brill.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Au\u00dfenwirtschaftsreferat der IHK gestalteten sich die Aktivit\u00e4ten mit dem Pandemieausbruch neu. Unternehmeranfragen zur innerbetrieblichen Pandemieplanung, zu Reiseeinschr\u00e4nkungen, Grenzschlie\u00dfungen, Quarant\u00e4nebestimmungen, zum Vorliegen \u201eH\u00f6herer Gewalt&#8220; (Force Majeure), zur Einfuhr und Ausfuhr von Corona-Schutzausr\u00fcstungen, zur eventuellen Systemrelevanz des eigenen Unternehmens, aber auch zu au\u00dfenwirtschaftsbezogenen Hilfspaketen von Bund und L\u00e4ndern r\u00fcckten seit dem Fr\u00fchjahr in den Vordergrund. Hans-Peter Langer: \u201eDie Entwicklungen in der Au\u00dfenwirtschaft zeigen, dass es hochgradig sinnvoll ist, digitale Technologien \u201awann immer und wo immer\u2018 einzusetzen. Dennoch k\u00f6nnen sie die pers\u00f6nliche Beratung bei individueller Betroffenheit nicht ersetzen.\u201c<\/p>\n<p>Text: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">IHK Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Digitalisierungsma\u00dfnahme der IHK Siegen hat sich in der Corona-Krise als besonders wirkungsvoll erwiesen. 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