{"id":20504,"date":"2020-09-28T12:35:26","date_gmt":"2020-09-28T10:35:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=20504"},"modified":"2020-09-28T12:35:26","modified_gmt":"2020-09-28T10:35:26","slug":"kein-weg-aus-der-krise-oder-doch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/kein-weg-aus-der-krise-oder-doch\/","title":{"rendered":"Kein Weg aus der Krise \u2013 oder doch?"},"content":{"rendered":"<p>Seit mehr als sechs Monaten dominiert das Thema Corona fast alle Bereiche des \u00f6ffentlichen Lebens. Wirtschaft und Politik sind hier keine Ausnahme. Zwar hat sich das Land von einem Krisenmodus in einem Zustand einer zerbrechlichen Normalit\u00e4t zur\u00fcckgek\u00e4mpft, dennoch gehe ich davon aus, dass uns das Virus noch eine Zeit lang begleiten wird, meint Karl-Josef Lauman, Minister f\u00fcr Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, im aktuellem NRW-Wirtschaftsblog &#8222;Klartext im Westen&#8220;.<\/p>\n<p>Fest steht f\u00fcr mich, so der Minister weiter: Ein Leben, wie jenes, das vor der Pandemie f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndlich war, setzt einen funktionierenden Impfstoff voraus. Dieser muss zudem f\u00fcr alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in ausreichender Menge verf\u00fcgbar sein. Ich pers\u00f6nlich glaube aber nicht, dass wir einfach den \u201eResetknopf\u201c dr\u00fccken k\u00f6nnen und alles ist wie fr\u00fcher \u2013 hierf\u00fcr sind die Verwerfungen durch die Pandemie zu gro\u00df.<\/p>\n<p>Die Ironie der Geschichte ist: Das kann bisweilen sogar positive Folgen haben. Um ein f\u00fcr Arbeitnehmer erfreuliches Beispiel zu nennen: Es hat sich gezeigt, dass die Welt nicht zusammenbricht, wenn die Belegschaften Teile ihrer Arbeit aus dem Home-Office heraus erledigen. Auch werden nun wie selbstverst\u00e4ndlich Besprechungen, Verhandlungen ja sogar ganze Tagungen in den virtuellen Raum verlagert. Und auch hier setzt sich die Erkenntnis durch: Ja, es geht.<\/p>\n<p>Dennoch verstehe ich den Wunsch der Menschen nach Normalit\u00e4t. Ich gehe allerdings davon aus, dass Mund-Nase-Bedeckungen sowie Abstands- und Hygieneregeln lange Teil unseres Alltags bleiben. Ich betrachte diese Ma\u00dfnahmen als ganz wichtige Voraussetzungen zur Bew\u00e4ltigung der Pandemie. Zur Wahrheit geh\u00f6rt n\u00e4mlich auch: Mit der Pandemie \u201eumzugehen\u201c ist notwendig, um k\u00fcnftige Lockdowns zu verhindern ein einen Weg zur\u00fcck in die Normalit\u00e4t zu finden.<\/p>\n<p>Mit dem Wissen von heute, w\u00fcrde ein Lockdown voraussichtlich anders aussehen und nicht das \u00f6ffentliche und wirtschaftliche Leben im Land fast vollst\u00e4ndig zum Erliegen bringen. Ich bin sehr gl\u00fccklich, dass wir zwischenzeitlich gute Erfahrungen mit weniger drastischen Einschr\u00e4nkungen zur Eind\u00e4mmung von Corona gemacht haben. Hierzu z\u00e4hlen lokale Lockdowns oder unsere \u201eGelbe Ampel\u201c. Sie erlaubt uns durch gezielte, auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmte Ma\u00dfnahmen, fr\u00fch auf dynamische Infektionsgeschehen zu reagieren.<\/p>\n<p>Diese Fortschritte erm\u00f6glichen uns, die Strategie der \u201etastenden \u00d6ffnung\u201c weiter zu verfolgen. Sie sieht vor, Einschr\u00e4nkungen stufenweise zu reduzieren, sobald es die Infektionslage erlaubt. Diese Vorgehensweise soll ein erneutes Aufflammen des Infektionsgeschehens vermeiden. Welche Bereiche ge\u00f6ffnet werden k\u00f6nnen, wird aufgrund verschiedenen Abw\u00e4gungen entschieden. Zu diesen geh\u00f6ren das Infektionsgeschehen, spezifische Infektionsgefahren, aber auch volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte. Die bisherigen Lockerungen gegen\u00fcber dem anf\u00e4nglichen \u201eLockdown\u201c sind Ergebnis eben solcher Abw\u00e4gungen.<\/p>\n<p>Eine besondere Bedeutung f\u00e4llt hierbei dem Berichtswesen zu, dass sich seit Beginn der Krise stark verbessert hat. Ich habe t\u00e4glich einen Report auf dem Schreibtisch liegen, in dem die Eckdaten der Pandemieentwicklung aufgeschl\u00fcsselt sind. Neben Infektionszahlen sind dort zum Beispiel auch die Beatmungskapazit\u00e4ten in nordrhein-westf\u00e4lischen Krankenh\u00e4usern aufgef\u00fchrt. \u00dcber diese Zahlen verf\u00fcgten wir zu Beginn der Krise nicht. Heute dagegen werden die Daten tagesaktuell auf dem Dashboard der Landesregierung f\u00fcr alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger transparent dargestellt.<\/p>\n<p>Eben diese Datentransparenz hilft dabei, Infektionsherde schneller zu identifizieren, und l\u00e4sst zu, gr\u00f6\u00dfere Risiken einzugehen. Im M\u00e4rz undenkbare \u00d6ffnungen werden so wieder m\u00f6glich. Hierzu z\u00e4hlen zum Beispiel die \u00d6ffnung der Bundesliga f\u00fcr Zuschauer \u2013 wenn auch im geringeren Ausma\u00df als fr\u00fcher. Die Landesregierung steht aber auch in Kontakt mit den Schaustellerverb\u00e4nden, um \u00fcber L\u00f6sungen f\u00fcr Weihnachtsm\u00e4rkte zu diskutieren.<\/p>\n<p>Solche Planungen sind freilich immer abh\u00e4ngig vom Infektionsgeschehen und davon, dass sich geeignete Schutz- und Hygienekonzepte umsetzen lassen. Die Botschaft sollte allerdings klar sein: Die R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t darf nicht allein an die Entdeckung eines Impfstoffes gekoppelt sein. Wir als Politik sind vielmehr dazu verpflichtet, gemeinsam mit der Wirtschaft Wege zu finden, Normalit\u00e4t auch in Corona-Zeiten m\u00f6glich zu machen.<\/p>\n<p>Info: <a href=\"https:\/\/www.wirtschaftsblog.nrw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NRW-Wirtschaftsblog &#8222;Klartext im Westen&#8220;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehr als sechs Monaten dominiert das Thema Corona fast alle Bereiche des \u00f6ffentlichen Lebens. Wirtschaft und Politik sind hier keine Ausnahme. 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