{"id":20396,"date":"2020-09-21T13:56:50","date_gmt":"2020-09-21T11:56:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=20396"},"modified":"2020-09-21T13:56:50","modified_gmt":"2020-09-21T11:56:50","slug":"krise-bewaeltigen-transformation-vorantreiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/krise-bewaeltigen-transformation-vorantreiben\/","title":{"rendered":"Krise bew\u00e4ltigen, Transformation vorantreiben"},"content":{"rendered":"<p>Die Corona-Krise, eine nie dagewesene Transformation und die angek\u00fcndigte Versch\u00e4rfung der CO<sub>2<\/sub>-Ziele der Europ\u00e4ischen Kommission (EU) \u2013 die deutsche Automobilindustrie steht aktuell vor der gr\u00f6\u00dften Herausforderung ihres Bestehens, schreibt Hildegard M\u00fcller, Pr\u00e4sidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), im NRW-Wirtschaftsblog &#8222;Klartext im Westen&#8220;. Insbesondere die Corona-Pandemie hat unsere Unternehmen aktuell schwer getroffen. Die Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung von Corona waren richtig, aber sie haben auch dazu gef\u00fchrt, dass die Pkw- und Nutzfahrzeugm\u00e4rkte in den vergangenen Monaten massiv eingebrochen sind. Die Folgen sp\u00fcren wir weiterhin. So sind Pkw-M\u00e4rkte in Europa im August nach ersten Erholungsanzeichen im Vormonat wieder im zweistelligen Bereich geschrumpft, auf das Jahr bezogen erwarten wir derzeit f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt ein Minus von rund 24 Prozent. Die europ\u00e4ischen M\u00e4rkte f\u00fcr schwere Nutzfahrzeuge verzeichneten in den ersten sieben Monaten des Jahres sogar ein Minus von 37 Prozent. Nun gilt es trotzdem, die Krise zu bew\u00e4ltigen und die gleichzeitige Transformation entschlossen voranzutreiben. Daf\u00fcr ist eine gemeinsame Kraftanstrengung von Industrie und Politik n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Der Markteinbruch trifft dabei nicht nur die gro\u00dfen Hersteller und Zulieferer, sondern vor allem die vielen kleinen und mittleren Unternehmen in unserer Branche. Diese Unternehmen bilden das R\u00fcckgrat der mittelst\u00e4ndischen, regional verteilten Industrie und sind verantwortungsvolle Arbeitgeber. Ein wichtiges Instrument zur Stabilisierung der Branche in dieser angespannten Situation ist aktuell sicher die Kurzarbeit. Das Beispiel Nordrhein-Westfalen zeigt, wie wichtig es ist: Insgesamt waren im August 940.000 Besch\u00e4ftigte in NRW in Kurzarbeit. Die Automobilindustrie war dabei \u00fcberdurchschnittlich betroffen. Kurzarbeit ist ein sinnvoller Hebel, um Unternehmen zu helfen, in schwierigem Fahrwasser Kurs halten zu k\u00f6nnen. Es sollte aber befristet sein und kann nicht zur Dauerl\u00f6sung werden.<\/p>\n<p>Eine aktuelle VDA-Umfrage zeigt, dass die Krisenbew\u00e4ltigung noch viel Zeit kosten wird. Jeder zweite Zulieferer in der Automobilindustrie rechnet damit, erst im Jahr 2022 das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Jeder zehnte sogar erst im Jahr 2023. Sechs von zehn Zulieferunternehmen planen als Folge der Corona-Krise verst\u00e4rkten Personalabbau. Dar\u00fcber hinaus gibt jedes f\u00fcnfte Unternehmen an, unter den gegenw\u00e4rtigen Bedingungen die Liquidit\u00e4t ohne gr\u00f6\u00dfere Anpassungen nur noch f\u00fcr maximal zwei bis drei Monate sichern zu k\u00f6nnen. Die F\u00f6rderma\u00dfnahmen und das Konjunkturpaket der Bundesregierung wirken zwar, doch die Lage bleibt angespannt.<\/p>\n<p>N\u00f6tig sind nun effizientes Krisenmanagement und gleichzeitig der Blick nach vorne. In der letzten Sitzung der \u201eKonzertierten Aktion Mobilit\u00e4t\u201c (KAM) wurde neben wichtigen Weichenstellungen zum autonomen Fahren zwischen Politik und Wirtschaft beschlossen, sich mit Szenarien auseinanderzusetzen, wie gerade Zulieferern in dieser heiklen Situation noch besser geholfen werden kann. Zuallererst m\u00fcssen aber bereits beschlossene Ma\u00dfnahmen aus dem Konjunkturpaket nun zielgerichtet umgesetzt werden. Zu nennen sind hier insbesondere das beabsichtigte EU-Programm f\u00fcr Nutzfahrzeuge und die gezielten Programme zur Stabilisierung und Transformation der Zulieferer. Dies ist genauso wichtig, wie die Beschleunigung des Infrastrukturausbaus f\u00fcr die Ladeinfrastruktur, ohne die der engagierte Hochlauf im Bereich Elektromobilit\u00e4t nicht zu schaffen ist. Es ist ein positives Zeichen, dass Politik und Industrie weiter gemeinsam an L\u00f6sungen arbeiten.<\/p>\n<p>Angesichts der angespannten Lage gibt es zudem auch \u00dcberlegungen f\u00fcr ein marktwirtschaftliches Konzept zur St\u00e4rkung des Eigenkapitals bei Zulieferern. Diese Ideen begr\u00fc\u00dfen wir grunds\u00e4tzlich. Eine Beteiligung des Staates bei Unternehmen ist dabei aber nicht das Ziel. Gefragt ist privatwirtschaftliches Potenzial. Der Staat k\u00f6nnte unterst\u00fctzend zur Risikoabsicherung beitragen.<\/p>\n<p>Damit sich die Automobilindustrie rasch erholen und schnell wieder zur St\u00e4rkung der jeweiligen Volkswirtschaft der Staaten beitragen kann, d\u00fcrfen den Unternehmen nicht st\u00e4ndig zus\u00e4tzliche Belastungen aufgeb\u00fcrdet werden. Ein Negativbeispiel daf\u00fcr ist die Ank\u00fcndigung der EU-Kommission aus der vergangenen Woche, die CO<sub>2<\/sub>-Ziele f\u00fcr 2030 zu versch\u00e4rfen, inklusive der Flottengrenzwerte f\u00fcr Pkw. Das bedeutet eine massive Beschleunigung des bereits laufenden Transformationsprozesses, der auf viele Unternehmen einwirkt. Gerade unter den kleineren Zulieferern handelt es sich oft um hoch spezialisierte Unternehmen, die ihre Produktion nicht so rasch umstellen k\u00f6nnen. Auf ihnen lastet bereits besonders hoher Druck.<\/p>\n<p>Die Automobilindustrie bekennt sich ausdr\u00fccklich zu den Klimaschutzzielen von Paris und zum Ziel der Klimaneutralit\u00e4t in 2050. Unsere Industrie treibt die Transformation daf\u00fcr selbst entschieden voran. So werden die deutschen Automobilhersteller ihr Modellangebot an E-Fahrzeugen innerhalb der n\u00e4chsten drei Jahre von 70 auf knapp 150 mehr als verdoppeln, dies bedeutet Investitionen von rund 50 Milliarden Euro in alternative Antriebe, neben der Elektromobilit\u00e4t auch in Wasserstoff und E-Fuels. Dar\u00fcber hinaus investieren Hersteller und Zulieferer in diesem Zeitraum rund 25 Milliarden Euro in die Digitalisierung. All das darf in der Diskussion nicht \u00fcbersehen werden. Zus\u00e4tzliche Belastungen in der weltweiten Konjunkturkrise in Folge der Corona-Pandemie belasten die Unternehmen weiter und gef\u00e4hrden Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p>\u201eGermany at its best.\u201c \u2013 das ist nicht nur der Slogan von Nordrhein-Westfalen, das gilt auch besonders f\u00fcr uns in der Automobilindustrie. Wir sind eine Schl\u00fcsselindustrie, die in ganz Deutschland f\u00fcr Besch\u00e4ftigung, Wohlstand und Wachstum sorgt. Wir brauchen nun rasch die richtigen L\u00f6sungen, um die Krise zu bew\u00e4ltigen und die Transformation erfolgreich zu gestalten. Das gilt gerade auch f\u00fcr unseren Mittelstand.<\/p>\n<p>Bild und Info: <a href=\"https:\/\/www.wirtschaftsblog.nrw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NRW-Wirtschaftsblog &#8222;Klartext im Westen&#8220;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona-Krise, eine nie dagewesene Transformation und die angek\u00fcndigte Versch\u00e4rfung der CO2-Ziele der Europ\u00e4ischen Kommission (EU) \u2013 die deutsche Automobilindustrie steht aktuell vor der gr\u00f6\u00dften&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":20399,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[32,4,11],"tags":[],"class_list":["post-20396","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infos","category-meinung","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/hildegard-mueller.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20396","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20396"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20396\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20398,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20396\/revisions\/20398"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20399"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20396"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}