{"id":20209,"date":"2020-09-03T11:18:10","date_gmt":"2020-09-03T09:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=20209"},"modified":"2020-09-03T11:18:10","modified_gmt":"2020-09-03T09:18:10","slug":"durchs-schluesselloch-und-ums-eck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/durchs-schluesselloch-und-ums-eck\/","title":{"rendered":"&#8222;Durchs Schl\u00fcsselloch und ums Eck&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>In der Chirurgischen Klinik des St. Marien-Krankenhaus Siegen hat Chefarzt Prof. Dr. med. Frank Willeke bei einem mehrst\u00fcndigen komplizierten Eingriff, die weltweit zweite derartige Mastdarm-Entfernung, erstmals in Europa ein Instrument eingesetzt, das nat\u00fcrliche Bewegungen des Operateurs aufgreift und die Schl\u00fcssellochchirurgie in Bereiche vordringen l\u00e4sst, bei denen zuvor offen und mit gro\u00dfen Schnitten operiert werden musste. F\u00fcr Patienten bringt der Einsatz solcher Instrumente eine echte Verbesserung, da mehr Erreichbarkeit pr\u00e4ziseres und gewebsschonendes Arbeiten bedeutet.<\/p>\n<p>In der Schl\u00fcssellochchirurgie werden chirurgische Instrumente zum Greifen, N\u00e4hen oder Schneiden eingesetzt. Bei diesen Instrumenten ist die Bewegungsfreiheit regelm\u00e4\u00dfig eingeschr\u00e4nkt. Als Spitze eines etwa 50 Zentimeter langen Operationsbestecks kann beispielsweise das Schneidwerkzeug nur mit dem Besteck als Ganzes bewegt werden. Das verursacht mehr oder weniger raumgreifende Bewegungen des Operateurs, wenngleich die Stelle sich nur wenige Millimeter weit \u201eum die Ecke\u201c entfernt befindet. Manche Stellen lassen sich so \u00fcberhaupt nicht erreichen. \u201eMan kann das mit einem ausgestreckten Zeigefinger vergleichen. Erst wenn man ihn abwinkeln kann, entfaltet er seine volle Funktion\u201c, beschreibt leitender Oberarzt Dr. med. Ibrahim Darwich, der die erste Operation durchf\u00fchrte. Das Instrument k\u00f6nne dar\u00fcber hinaus am Gelenk in alle Richtungen abgewinkelt werden, was es noch flexibler als den besagten Finger mache.<\/p>\n<p>Das im St. Marien-Krankenhaus Siegen eingesetzte tragbare laparoskopische Instrument, \u00fcberwindet den Makel der klassischen Schl\u00fcssellochchirurgie durch eine Gelenkstruktur, die horizontale und vertikale Bewegungen des sog. Endeffektors erm\u00f6glicht. Damit wird eine neue Dimension der Laparoskopie erschlossen. Die Bewegungen der Endeffektor-Gelenke passen sich den Finger- und Handgelenkbewegungen des Benutzers an, was intuitive Bewegungsmuster erm\u00f6glicht und eine hohe Kontrollleistung \u00fcber das Instrument gew\u00e4hrleistet. Dies erm\u00f6glicht auch technisch komplizierte Operationen, die nicht mit starren Instrumenten durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Solche hochgradige Bewegungsfreiheit an der Spitze des laparoskopischen Instrumentes kannte man bisher nur aus der robotischen Chirurgie. Nun ist eine nahezu identische und hochgradige Bewegungsfreiheit mit einem Endinstrument, ohne Elektronik, m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Bild und Info: <a href=\"https:\/\/www.marien-kliniken.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">St. Marien-Krankenhaus<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Chirurgischen Klinik des St. Marien-Krankenhaus Siegen hat Chefarzt Prof. Dr. med. 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