{"id":2000,"date":"2014-06-13T14:20:41","date_gmt":"2014-06-13T12:20:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=2000"},"modified":"2015-07-02T12:34:43","modified_gmt":"2015-07-02T10:34:43","slug":"wolken-am-konjunkturhimmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wolken-am-konjunkturhimmel\/","title":{"rendered":"Wolken am Konjunkturhimmel"},"content":{"rendered":"<p>Dreimal in Folge war seit eineinhalb Jahren der IHK-Gesch\u00e4ftsklimaindex von 100 auf 122 Punkte angestiegen. Er signalisierte damit fast schon einen stabilen Aufw\u00e4rtstrend. Der wurde jetzt unterbrochen. Etwas \u00fcberraschend ging das Konjunkturbarometer im Fr\u00fchsommer wieder auf 118 Punkte zur\u00fcck. Grund daf\u00fcr ist die zur\u00fcckhaltende Beurteilung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Deutlich weniger Unternehmen als im Januar erwarten in den n\u00e4chsten Monaten bessere Gesch\u00e4fte und mehr Unternehmen als zum Jahresbeginn gehen davon aus, dass sich ihre Gesch\u00e4ftslage verschlechtert. Unterm Strich ist nur dieser skeptischere Blick in die Zukunft f\u00fcr die Wende des Index verantwortlich, denn die aktuelle wirtschaftliche Lage beurteilen die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) befragen Unternehmen genauso gut wie im Januar.<\/p>\n<p>\u201eMit Ausnahme der Bauwirtschaft blicken die Unternehmen in allen Branchen kritischer auf die n\u00e4chsten Monate. Wir hatten dies eigentlich nur f\u00fcr einen Teilbereich der Industrie erwartet. Im Maschinen- und Anlagenbau l\u00e4uft es schon seit einigen Monaten nicht mehr so gut. Andere Industriebereiche, wie zum Beispiel die Autozulieferer, setzen dagegen auf eine positive Entwicklung\u201c, so Franz J. Mockenhaupt, IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p>Im Gro\u00dfanlagenbau ist die weltweit schwache Investitionst\u00e4tigkeit der Stahlhersteller und \u2013verarbeiter Grund f\u00fcr den zur\u00fcckgehenden Auftragseingang bei den betroffenen heimischen Unternehmen. Das gilt f\u00fcr Auftr\u00e4ge aus dem Ausland wie aus dem Inland. Neben diesen branchenbedingten Einfl\u00fcssen spielt beim verhaltenen Blick in die Zukunft aber auch die Unzufriedenheit vieler Unternehmen mit den aktuellen Entscheidungen der Politik eine Rolle. Rente mit 63, Mindestlohn und nicht endende Diskussionen um Einzelheiten der EEG-Reform verunsichern die Unternehmenslandschaft.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse im Einzelnen:<\/p>\n<p>Industrie: Lage gut, Erwartungen reduziert. 36 Prozent der Industriebetriebe berichten zum Fr\u00fchsommer \u00fcber eine gute Lage. Nur 15 Prozent beklagen dagegen, dass ihre aktuelle Lage schlecht sei. Die Produktionsauslastung wird deutlich besser eingestuft als im Januar. Mehr als die H\u00e4lfte der Firmen verzeichnen Spitzenauslastungen von \u00fcber 85 Prozent. Im ersten Quartal ist der Industrieumsatz in der Region um 8 Prozent gestiegen. Sowohl das Inlands- als auch das Exportgesch\u00e4ft konnten ordentliche Zuw\u00e4chse erzielen. Die Auftragseing\u00e4nge stellen die Unternehmen aber alles andere als zufrieden. Aus dem Inland meldet knapp ein Viertel eine Steigerung bei den Auftragseing\u00e4ngen. 21 Prozent berichten allerdings auch \u00fcber R\u00fcckg\u00e4nge. Das waren zu Jahresbeginn nur 17 Prozent. Aus dem Ausland registrieren \u00fcber ein Viertel der Betriebe weniger Auftr\u00e4ge. Nur jeder F\u00fcnfte meldet dagegen, dass die Auftragseing\u00e4nge aus dem Ausland zugenommen haben. Die Erwartungen fallen dementsprechend aus. 23 Prozent der Industriebetriebe erwarten in den n\u00e4chsten Monaten eine bessere Gesch\u00e4ftslage. Das sind deutlich weniger als noch am Jahresbeginn (31 Prozent). 13 Prozent der Betriebe dagegen sind im Hinblick auf die weitere Entwicklung skeptisch (Januar: 11 Prozent).<\/p>\n<p>Beim Bau l\u00e4uft es dagegen weiter rund. Mehr als jeder zweite Betrieb meldet eine gute Lage. Nur 6 Prozent sind mit ihrer aktuellen Gesch\u00e4ftslage nicht zufrieden. Mehr als ein Drittel setzen auch k\u00fcnftig auf Steigerungen. Nur 17 Prozent bef\u00fcrchten gesch\u00e4ftliche Einbu\u00dfen.<\/p>\n<p>Auch die Lage im Einzelhandel ist offenbar f\u00fcr die H\u00e4ndler kein Grund zur Klage. Jeder Dritte beurteilt seine aktuelle Gesch\u00e4ftslage gut. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als noch zum Jahresanfang. Allerdings stufen mit 23 Prozent auch deutlich mehr Unternehmen als im Januar ihre aktuelle Lage schlecht ein. Nur jeder achte Einzelh\u00e4ndler berichtet \u00fcber kauffreudige Kunden. F\u00fcr die n\u00e4chsten Monate rechnen 27 Prozent der befragten Einzelh\u00e4ndler mit ung\u00fcnstigeren Gesch\u00e4ften. Nur 12 Prozent gehen davon aus, dass sie ihre Gesch\u00e4ftslage verbessern wird.<\/p>\n<p>Im Gro\u00dfhandel und im Dienstleistungsgewerbe melden 38 Prozent der Unternehmen eine gute Lage. Nur die Wenigsten beurteilen ihre Gesch\u00e4ftslage schlecht. Der Blick nach vorne ist in diesen Branchen zwar nicht mehr ganz so zuversichtlich wie zu Jahresbeginn. Gleichwohl erwarten ein Viertel der Dienstleister und mehr als ein Drittel der Gro\u00dfh\u00e4ndler Zuw\u00e4chse. Einbu\u00dfen bef\u00fcrchten 3 beziehungsweise 9 Prozent der Betriebe.<\/p>\n<p>Der regionale Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter freundlich. Die Arbeitslosenquote fiel im Mai mit 5,3 Prozent so gering aus wie im Vorjahr. Im Saldo bleibt die Besch\u00e4ftigungsneigung der regionalen Unternehmen weiter positiv. \u00dcber ein F\u00fcnftel der Betriebe m\u00f6chte mehr Mitarbeiter einstellen. Nur 12 Prozent rechnen mit weniger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dreimal in Folge war seit eineinhalb Jahren der IHK-Gesch\u00e4ftsklimaindex von 100 auf 122 Punkte angestiegen. Er signalisierte damit fast schon einen stabilen Aufw\u00e4rtstrend. 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