{"id":1949,"date":"2014-05-20T10:13:45","date_gmt":"2014-05-20T08:13:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=1949"},"modified":"2014-05-20T10:13:45","modified_gmt":"2014-05-20T08:13:45","slug":"informationen-aus-erster-hand-ueber-das-reich-der-mitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/informationen-aus-erster-hand-ueber-das-reich-der-mitte\/","title":{"rendered":"Informationen aus erster Hand \u00fcber das Reich der Mitte"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1950\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Vortrag-China_7830.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1950\" class=\"size-medium wp-image-1950\" src=\"http:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Vortrag-China_7830-300x200.jpg\" alt=\"Michael Maeder (rechts) referierte in Drolshagen zum Thema \u201eChina aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen: Menschen, Talente, Unternehmer\u201c.\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Vortrag-China_7830-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Vortrag-China_7830-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Vortrag-China_7830.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1950\" class=\"wp-caption-text\">Michael Maeder (rechts) referierte in Drolshagen zum Thema \u201eChina aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen: Menschen, Talente, Unternehmer\u201c.<\/p><\/div>\n<p>Das kommt nicht alle Tage vor, dass auf einer Veranstaltung in S\u00fcdwestfalen ein Insider intime Eindr\u00fccke und Kenntnisse \u00fcber das Reich der Mitte vermittelt. Michael Maeder, der am 14. Mai auf Einladung der Wirtschaftsjunioren S\u00fcdwestfalen im Ausbildungszentrum des Drolshagener Automobilzulieferer Heinrich Huhn zum Thema\u00a0 \u201eChina aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen: Menschen, Talente, Unternehmer\u201c vor 30 Besuchern referierte, geh\u00f6rt zu dieser Spezies: Deutsche Eltern, in Macao geboren, mehrsprachig (Deutsch, Englisch, Kantonesisch und Mandarin), Betriebswirtschaftsstudium in den Niederlanden, seit sechs Jahren in Shanghai und anderen chinesischen Gro\u00dfst\u00e4dten mit einer Personalberatung (55 Mitarbeiter) selbstst\u00e4ndig und 2012 Gr\u00fcnder des Wirtschaftsjuniorenkreises (Young Leaders) Shanghai, welcher sich andockt an der dortigen deutschen Au\u00dfenhandelskammer als Treffpunkt f\u00fcr junge Unternehmer und F\u00fchrungskr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Michael M\u00e4der pr\u00e4sentierte seinem Publikum zun\u00e4chst Superlative im Positivem wie im Negativem aus dem Riesenreich: Dazu geh\u00f6ren stichpunktartig immense investitionsgetriebene Wachstumssch\u00fcbe in den letzten Jahren mit durchschnittlich 7,5 % Wirtschaftswachstum (Produktionsschwerpunkte gr\u00f6\u00dftenteils\u00a0 f\u00fcr den Binnenmarkt), ansteigende Preise und ein stark anziehendes Lohnniveau. In der Automobilindustrie, die sich in den letzten sechs Jahren stark entwickelt hat, ist die Dynamik am st\u00e4rksten. Hier h\u00e4lt Automatisierungstechnik Einzug.<\/p>\n<p>Hinzu kommen gro\u00dfe soziale Spannungen mit einer rasant steigenden Zahl an Superreichen (Hauptquelle Immobiliengesch\u00e4fte) und 130 Mio. Wanderarbeitern, die auf engstem Raum leben. \u00dcber das chinesische Neujahrsfest gibt es rund 3 Mrd. Reisebewegungen von Standort zu Standort innerhalb Chinas. Von den 6 Mio. Absolventen, die jedes Jahr die Hochschulen verlassen, sind laut M\u00e4ders Aussage nur 5-10 % f\u00fcr internationale Firmen geeignet.<\/p>\n<p>China verzeichnet dar\u00fcber hinaus einen massiven Urbanisierungstrend vor allem in die K\u00fcstenregionen. W\u00e4hrend heute 54 % der Bev\u00f6lkerung in St\u00e4dten lebt, werden es 2030 nach verl\u00e4sslichen Prognosen schon 70 % der Gesamtbev\u00f6lkerung oder eine Mrd. Menschen sein. Die gr\u00f6\u00dfte Stadt, Chongqing, z\u00e4hlt \u00fcbrigens \u00fcber 35 Mio. Einwohner. Chinas enorme Umweltprobleme beeinflussen, so der Referent, inzwischen massiv Leben und Arbeiten. Die wachsende Mittelschicht (sie stellt rund 30 % der Bev\u00f6lkerung) versuche, so der Referent, ihre \u00a0Kinder davor zu sch\u00fctzen und aus stark belasteten Regionen wie etwa Peking wegzuziehen. Das komplexe Thema Umweltbelastung beeinflusse enorm die Personalrekrutierung und f\u00fchre dar\u00fcber hinaus vor allem in den Sommermonaten zu vor\u00fcbergehenden Firmenstilllegungen.<\/p>\n<p>Alles in allem stehe China inzwischen politisch, wirtschaftlich und sozial am Wendepunkt, betonte Maeder. Das Management der Unternehmen verzeichne dadurch gro\u00dfe Herausforderungen. So m\u00fcssten etwa hohe Erwartungen der j\u00fcngeren Besch\u00e4ftigten zu Aufstiegsm\u00f6glichkeiten erf\u00fcllt werden, es gebe Unterschiede zwischen den Generationen mit Konfliktpotentialen sowie einen hohen Zeitaufwand beim Untergang mit den Mitarbeitern. Hinzu komme \u00a0aber auch eine geringe geographische Mobilit\u00e4t des Personals auf Grund der famili\u00e4ren Situation, au\u00dferdem w\u00e4ren ein hoher Personaldurchlauf bei geringer Verweildauer sowie ein \u201eschnelles Wachstum der Realeinkommen bei noch schneller wachsenden Erwartungen\u201c zu konstatieren.<\/p>\n<p>Wo liegen die Herausforderungen und Trends in China? Reformbedarf gebe es neben dem Umweltschutz, wo Vorschriften und Kontrollen angezogen h\u00e4tten, beim \u00fcberholten Bildungssystem. Dieses setze \u00a0in der Schule schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf das Auswendiglernen und auch in der Hochschule w\u00fcrde die praktische Anwendung weder betont noch habe sie gro\u00dfe Bez\u00fcge zur tats\u00e4chlichen Nachfrage am Arbeitsmarkt. Mit der Folge, \u201e\u2026 dass die Mittelschicht rebelliert und ihre Kinder zum Studium ins Ausland schickt\u201c. Da sich die demographische Kurve verj\u00fcngt, \u201e\u2026m\u00fcsste bei zunehmendem Fachkr\u00e4ftemangel in eine praxisorientierte Ausbildung investiert werden. Diese Thematik wird aber viel zu wenig befolgt\u201c, so Maeder.\u00a0 Die \u201eGeneration Y\u201c, die zwischen 1980 und 1990 geboren wurde und mehr als 50 % der arbeitenden Bev\u00f6lkerung ausmache, setze voraus,\u00a0 beruflich etwas erreichen zu k\u00f6nnen. Sie erwarte ferner Work-Life-Balance, F\u00fchrung und Mentoring durch Manager, weise aber zugleich eine mangelnde Belastbarkeit bei der Arbeit auf. Die Generation X, zwischen 1970 und 1980 geboren, strebten nach Work-Life-Balance, seien anpassungs- und ver\u00e4nderungsf\u00e4hig, suchten den Rat bei Gleichrangingen und s\u00e4hen Arbeit als Job. Die Ein-Kind-Politik (seit 1979) f\u00fchre einerseits zur Verh\u00e4tschelung, dem \u201eKleinen-Kaiser-Syndrom\u201c und andererseits zu einer fehlgeleiteten Erwartungshaltung und hohem Druck von der Familie auf die Kinder hinsichtlich ihres Aufstiegs.<\/p>\n<p>An Hand des chinesischen Familienunternehmens seines Vaters, \u00a0wo heute s\u00fcdlich von Shanghai mit 400 Mitarbeitern vor allem Jacken und M\u00e4ntel f\u00fcr deutsche Kunden gefertigt werden und seinem eigenen Unternehmen arbeitete der Referent anschlie\u00dfend die Unterschiede im Vergleich zu seinem eigenen Unternehmen bei Kommunikation (einseitig-hierarchisch versus \u00a0teamorientiert), Talentgewinnung (Stabilit\u00e4t vor Potential gegen\u00fcber Potenzialschwerpunkt), Mitarbeiterbindung und Leistungsanreize heraus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das kommt nicht alle Tage vor, dass auf einer Veranstaltung in S\u00fcdwestfalen ein Insider intime Eindr\u00fccke und Kenntnisse \u00fcber das Reich der Mitte vermittelt. 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