{"id":18727,"date":"2020-05-22T15:11:54","date_gmt":"2020-05-22T13:11:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=18727"},"modified":"2020-05-22T15:11:54","modified_gmt":"2020-05-22T13:11:54","slug":"erfolgreiche-ersthilfe-aus-dem-fab-lab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/erfolgreiche-ersthilfe-aus-dem-fab-lab\/","title":{"rendered":"Erfolgreiche Ersthilfe aus dem Fab Lab"},"content":{"rendered":"<p>Die 3D-Drucker und Laser-Schneidemaschine im Fab Lab am Siegener Herrengarten waren seit Anfang April beinahe t\u00e4glich im Dauereinsatz. Die Kreativwerkstatt f\u00fcr digitale Fabrikationsmethoden der Uni Siegen hat in der Corona-Krise eine besondere Aufgabe \u00fcbernommen: Das 7-k\u00f6pfige Team hat Teile f\u00fcr Gesichtsvisiere gelasert, gedruckt und anschlie\u00dfend zusammengesetzt. Die Visiere sollen das Risiko f\u00fcr eine Tr\u00f6pfcheninfektion mit dem Coronavirus beim Tr\u00e4ger und anderen minimieren. Knapp 550 St\u00fcck konnten bisher schon an medizinische Einrichtungen und Hilfsorganisationen aus ganz S\u00fcdwestfalen gespendet werden. Noch einmal so viele lagern derzeit noch in den Fab Lab-R\u00e4umen und sollen in der kommenden Woche herausgegeben werden.<\/p>\n<p>\u201eDamit haben wir einen Gro\u00dfteil des vorhandenen Materials verbraucht und werden die Produktion nun allm\u00e4hlich herunterfahren\u201c, sagt Lab-Manager Marios Mouratidis. Der Grund: Inzwischen haben auch gro\u00dfe Firmen ihre Produktion umgestellt und k\u00f6nnen mit ihren Spritzgussmaschinen bis zu 10.000 Gesichtsvisiere pro Tag herstellen. \u201eDas ist nat\u00fcrlich viel effizienter und kosteng\u00fcnstiger, als unser 3D-Druck. Unser Ziel war es, agil und schnell erste Hilfe zu leisten, bis die gro\u00dfen Unternehmen ihre Maschinen umger\u00fcstet und Material beschafft hatten, um mit der Fertigung zu beginnen. Es ging uns darum, den ersten Bedarf zu decken\u201c, erkl\u00e4rt Mouratidis.<\/p>\n<p>Eine Ersthilfe, die erfolgreich war: Mehr als 20 Einrichtungen und Institutionen in der Region konnten und k\u00f6nnen durch das Fab Lab kostenlos mit Gesichtsvisieren beliefert werden \u2013 darunter unter anderem die vier Siegener Krankenh\u00e4user, das Psychosoziale Zentrum Siegen, die Caritas in Olpe, die Beratungsstelle f\u00fcr M\u00e4dchen in Not und die Feuerwehr H\u00fcnsborn. \u201eUns haben auch Anfragen weit \u00fcber die Grenzen S\u00fcdwestfalens hinaus erreicht. Die entfernteste kam von einem Altenheim im ostwestf\u00e4lischen Vlotho\u201c, erz\u00e4hlt Peter Kubior vom Fab Lab-Koordinationsteam. In solchen F\u00e4llen habe man sich darum bem\u00fcht, an Fab Labs oder andere Mitglieder der 3D-Druck-Szene in der N\u00e4he zu vermitteln.<\/p>\n<p>Neben der Produktion der Gesichtsvisiere war auch solche Netzwerkarbeit ein wichtiger Teil der Corona-Hilfe des Fab Lab. Die Kreativwerkstatt versteht sich als \u201eHub\u201c, also \u00fcberregionalen Knotenpunkt, der verschiedene Akteure und Hilfesuchende miteinander verbindet. In Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten das Netzwerk \u201eMakers versus Virus\u201c gebildet, um gemeinsam technische L\u00f6sungen beispielsweise f\u00fcr den Druck der Gesichtsvisiere zu entwickeln und in der aktuellen Krise zu helfen. \u201eWir produzieren mit unseren 3D-Druckern nicht nur buntes Spielzeug, wie manche denken. Wenn es darauf ankommt, sind wir bereit und da, um zu unterst\u00fctzen \u2013 schnell und unkompliziert\u201c, betonen Kubior und Mouratidis.<\/p>\n<p>Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Fab Lab haben dazu in den vergangenen Wochen viel Zeit investiert. Neben der Produktion der Gesichtsvisiere galt es auch, die Anfragen zu koordinieren, die Auslieferung zu organisieren und \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu betreiben. \u201eDas war wirklich eine Leistung des gesamten Teams\u201c, sagt Peter Kubior. Zus\u00e4tzlich habe es sehr viel Unterst\u00fctzung aus der Universit\u00e4t und der Region gegeben. Zu den zahlreichen Spendern z\u00e4hlten unter anderem die Siegener B\u00fcrgerstiftung und regionale Vereine wie die \u201eArbeitsgemeinschaft Siegerl\u00e4nder K\u00fcnstler\u201c.<\/p>\n<p>In den kommenden Wochen m\u00f6chte das Fab Lab-Team allm\u00e4hlich wieder zu seiner \u201enormalen\u201c Arbeit zur\u00fcckkehren, die unter anderem in der Forschung und Entwicklung innovativer Technologien sowie der Unterst\u00fctzung verschiedener universit\u00e4rer Forschungsprojekte besteht. Ein paar Maschinen sollen dennoch weiterlaufen, um Teile von Gesichtsvisieren zu produzieren. \u201eWir steigen zwar aus der gro\u00dfen Produktion aus. Aber wenn es darum geht, kleinere Einrichtungen und Initiativen mit geringeren St\u00fcckzahlen zu versorgen, m\u00f6chten wir nach wie vor unsere Unterst\u00fctzung anbieten\u201c, sagt Peter Kubior.<\/p>\n<p>Bild und Infos: <a href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/start\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4t Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 3D-Drucker und Laser-Schneidemaschine im Fab Lab am Siegener Herrengarten waren seit Anfang April beinahe t\u00e4glich im Dauereinsatz. 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