{"id":18620,"date":"2020-05-13T09:49:37","date_gmt":"2020-05-13T07:49:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=18620"},"modified":"2020-05-13T09:49:37","modified_gmt":"2020-05-13T07:49:37","slug":"kurzarbeit-nimmt-weiter-zu-dramatische-umsatzeinbrueche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/kurzarbeit-nimmt-weiter-zu-dramatische-umsatzeinbrueche\/","title":{"rendered":"Kurzarbeit nimmt weiter zu \u2013 dramatische Umsatzeinbr\u00fcche"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>Die wirtschaftliche Situation der Unternehmen in der nordrhein-westf\u00e4lischen Metall- und Elektroindustrie hat sich zwei Monate nach Beginn der erheblichen Einschr\u00e4nkungen zur Eind\u00e4mmung der Pandemie noch einmal deutlich versch\u00e4rft. Dies ist das Ergebnis einer am Mittwoch vorgelegten und in der ersten Maiwoche durchgef\u00fchrten Umfrage des<a href=\"https:\/\/www.metall.nrw\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW)<\/a>, an der sich rund 400 verbandsgebundene Betriebe mit mehr als 120.000 Besch\u00e4ftigten beteiligt hatten. Danach befinden sich fast zwei Drittel der Unternehmen in Kurzarbeit. Im April waren es noch 48 Prozent der befragten Betriebe. Betroffen sind 71 Prozent der Besch\u00e4ftigten, deren Arbeitszeit im Schnitt um 42 Prozent abgesenkt wurde. Der Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer von METALL NRW, Dr. Luitwin Mallmann, erkl\u00e4rte, immer mehr Unternehmen dieses Industriezweigs erreichten bald die Grenzen ihrer finanziellen Leistungsf\u00e4higkeit. Es sei zwar erfreulich, dass K\u00fcndigungen weitestgehend noch kein Thema seien. \u201eSorge bereitet mir allerdings die Ank\u00fcndigung, dass inzwischen mehr als jedes vierte Unternehmen betriebsbedingte K\u00fcndigungen in den kommenden Monaten nicht mehr ausschlie\u00dfen will\u201c, sagte Mallmann.<\/p>\n<p>In fast der H\u00e4lfte der Unternehmen (47 Prozent) ist der Umfrage zufolge die Produktion inzwischen \u201estark\u201c oder sogar \u201esehr stark\u201c eingeschr\u00e4nkt. Hauptgrund daf\u00fcr ist vor allem die ausbleibende Nachfrage, von der 84 Prozent der Unternehmen betroffen sind, besonders stark die Automobilindustrie. F\u00fcr 2020 erwarten fast neun von zehn Unternehmen Umsatzr\u00fcckg\u00e4nge von durchschnittlich 25 Prozent. \u201eDie Politik muss jetzt vier Aufgaben angehen: Den Konsum ankurbeln, die internationalen Lieferketten st\u00e4rken, die Liquidit\u00e4t der Betriebe erhalten und Spielr\u00e4ume f\u00fcr Zukunftsinvestitionen er\u00f6ffnen\u201c, betonte Mallmann. Ein solches Paket w\u00e4re ein wichtiger Impuls daf\u00fcr, dass Unternehmen, Besch\u00e4ftigte und Konsumenten wieder neues Vertrauen in eine stabilere wirtschaftliche Entwicklung fassen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die Verbandsumfrage im Mai ist die zweite Umfrage von METALL NRW und seiner 26 Mitgliedsverb\u00e4nde binnen eines Monats. Gegen\u00fcber der ersten Befragung Anfang April hat sich der Anteil der Unternehmen, die sich \u201estark\u201c oder \u201esehr stark\u201c von der Corona-Krise betroffen zeigen, erheblich von 36 auf 47 Prozent erh\u00f6ht. \u201eDer Hauptgrund, die fehlende Nachfrage, hat sich gegen\u00fcber April von 77 Prozent noch einmal auf 84 Prozent verst\u00e4rkt\u201c, so Mallmann. Die Kapazit\u00e4tsauslastung erreiche gegenw\u00e4rtig gerade einmal 64 Prozent, w\u00e4hrend die Normalauslastung der Industrie etwa zwischen 80 und 84 Prozent liege.<\/p>\n<p>Trotz der schweren Rezession seien betriebsbedingte K\u00fcndigungen erfreulicherweise bislang die absolute Ausnahme. \u201eBisher haben erst drei Prozent unserer Unternehmen Mitarbeiter entlassen m\u00fcssen\u201c, sagte Mallmann. Dies sei Ausdruck des gro\u00dfen Bem\u00fchens der Betriebe, ihre Stammbelegschaften so lange wie eben m\u00f6glich an Bord zu halten. Dies zeuge von hohem Verantwortungsbewusstsein und der gro\u00dfen Bereitschaft, die Krise gemeinsam mit den Mitarbeitern bew\u00e4ltigen zu wollen. Die Anstrengungen der Unternehmen gingen h\u00e4ufig auch zulasten der unternehmerischen Substanz. Dieses Vorgehen sei auch in der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt erfolgreich gewesen, als Deutschland und insbesondere die M+E-Industrie besser aus der Rezession herausgekommen seien als andere. Derzeit nutzten die Unternehmen vor allem flexible Arbeitszeitregelungen (66 Prozent) und tarifliche Instrumente (36 Prozent), um die Krise zu \u00fcberstehen. Zunehmend an Gewicht gew\u00f6nnen jedoch inzwischen staatliche Hilfen wie Stundungen von Steuern und Sozialabgaben, finanziellen Soforthilfen sowie Kredite. Ob indes die Kriseninstrumente mittelfristig ausreichten, sei zunehmend fraglich. \u201eInsofern ist die Ank\u00fcndigung zahlreicher Firmen, in den n\u00e4chsten Monaten betriebsbedingte K\u00fcndigungen in Betracht ziehen zu m\u00fcssen, ein Alarmsignal\u201c, betonte Mallmann.<\/p><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die wirtschaftliche Situation der Unternehmen in der nordrhein-westf\u00e4lischen Metall- und Elektroindustrie hat sich zwei Monate nach Beginn der erheblichen Einschr\u00e4nkungen zur Eind\u00e4mmung der Pandemie noch&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9049,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[32,4,11],"tags":[],"class_list":["post-18620","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-infos","category-meinung","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Mallmann-1024x683.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18620","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18620"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18620\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18621,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18620\/revisions\/18621"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9049"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18620"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18620"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18620"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}