{"id":18512,"date":"2020-05-05T13:49:07","date_gmt":"2020-05-05T11:49:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=18512"},"modified":"2020-05-05T13:51:26","modified_gmt":"2020-05-05T11:51:26","slug":"heimische-wirtschaft-rechnet-mit-langer-durststrecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/heimische-wirtschaft-rechnet-mit-langer-durststrecke\/","title":{"rendered":"Heimische Wirtschaft rechnet mit langer Durststrecke"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>\u201eDie meisten heimischen Unternehmen gehen davon aus, dass die Corona-Krise die regionale Wirtschaft noch lange begleiten wird. 42 % rechnen erst im Verlauf des Jahres 2021 mit einer R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t. Nur 26 % der Firmen erwarten bessere Gesch\u00e4fte bereits im zweiten Halbjahr 2020.\u201c Mit diesen Worten fasst IHK-Pr\u00e4sident Felix G. Hensel ein wesentliches Ergebnis einer neuerlichen IHK-Blitzumfrage zusammen, an der sich in den beiden letzten Tagen 703 Unternehmen beteiligten. COVID-19 habe \u201eganze Arbeit\u201c verrichtet. Die Auswirkungen blieben noch lange Zeit ein allt\u00e4glicher Begleiter der heimischen Unternehmen. Felix G. Hensel: \u201eAuch wenn 21 % der heimischen Unternehmen bereits die Vorkrisenauslastung erreicht haben: F\u00fcr die allermeisten Firmen gilt, dass man in einer solchen Ausnahmesituation nicht \u00fcber eine ,Reset-Taste\u2018 verf\u00fcgt. Etliche k\u00e4mpfen ums \u00dcberleben. F\u00fcr 7 % sind die Auswirkungen so gravierend, dass \u00fcberhaupt nicht mit einer R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t gerechnet wird.\u201c Lediglich jedes 28. Unternehmen erwarte \u201enormale Verh\u00e4ltnisse\u201c bereits im 1. Halbjahr 2020.<\/p>\n<p><b>Vertrauen in politische Entscheider gestiegen<\/b><br \/>\nMit welcher Wucht das Corona-Virus die heimische Wirtschaft traf, verdeutlicht ein weiteres Umfrageergebnis: 54 % der befragten Unternehmen gaben an, staatliche Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen bereits in Anspruch genommen zu haben. IHK-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus Gr\u00e4bener: \u201eDie Krise trifft die meisten Firmen. Und das in nahezu allen Branchen fast gleichzeitig. Es gibt nur ganz wenige Unternehmen, die bislang ohne Blessuren davonkamen. Da ist es immerhin beruhigend, dass das staatliche Krisenmanagement nach wie vor gute Noten bekommt.\u201c Jedenfalls habe sich das rasche und zupackende Handeln der Regierungen in Bund und Land in der Corona-Krise sehr positiv auf das Vertrauen der Wirtschaft in die politischen Entscheidungstr\u00e4ger ausgewirkt. Klaus Gr\u00e4bener: \u201eSicherlich sind den Regierungen in D\u00fcsseldorf und Berlin auch Fehler unterlaufen. Wo es keine Blaupausen gibt, ist das nicht zu \u00e4ndern. Dennoch geben 39 % der befragten Firmen an, die Politik habe in der Krise bei ihnen gepunktet. Das zeigt, dass die die heimische Wirtschaft die schnelle Reaktion und die aufgespannten Corona-Rettungsschirme sehr positiv aufnahm.\u201c Die Befragung zeige allerdings auch, dass die Ma\u00dfnahmen l\u00e4ngst nicht alle Unternehmen gleicherma\u00dfen erreichten und zugleich der Unmut in der Wirtschaft wachse. Bei etwa 25 % sei das Vertrauen gesunken und f\u00fcr 36 % h\u00e4tten die politischen Entscheidungen keine Auswirkungen auf ihr Vertrauen in die Politik gehabt. In diesen Ergebnissen trete sicherlich ebenfalls zutage, dass vielen Unternehmen der mittlerweile gegebene Flickenteppich unterschiedlichster Regelungen nur noch schwer vermittelbar sei. Etliche verst\u00fcnden zudem nicht, dass man \u201egro\u00dfe Einkaufstempel\u201c \u00f6ffne, w\u00e4hrend man \u201ekleinen Gastwirten\u201c das Gesch\u00e4ft nach wie vor untersage.<\/p>\n<p>Interessant erscheint auch, dass das Corona-Krisenmanagement von Bund und Land durch die Unternehmen leicht unterschiedlich bewertet wird. Mehr als die H\u00e4lfte (56 %) der heimischen Unternehmen attestiert der Bundesregierung ein sehr gutes bzw. gutes Krisenmanagement, nur 12 % geben ihr ein \u201emangelhaft\u201c bzw. ein \u201eungen\u00fcgend\u201c. Die Durchschnittsnote f\u00fcr die Bundesregierung betr\u00e4gt 2,7. Die Landesregierung erreicht dieses insgesamt gute Zeugnis nicht ganz. Ihr bescheinigen etwa 32 % eine gute bzw. sehr gute Krisenarbeit, jedoch auch 16 % eine mangelhafte bzw. ungen\u00fcgende. Die von der NRW-Landesregierung erreichte Durchschnittsnote bel\u00e4uft sich auf 3,1.<\/p>\n<p><b>Rechtsanspruch auf Arbeit im Home Office wird abgelehnt<\/b><br \/>\nDie Corona-Krise wird sich nach Auffassung der regionalen Wirtschaft auch auf mittlere Sicht nachhaltig auf die Arbeitswelt auswirken. Etwa 82 % der Unternehmen aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe rechnen mit einer Zunahme des Home-Office in den kommenden f\u00fcnf Jahren. Kritisch werden jedoch Bestrebungen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gesehen, das Recht auf Arbeit im Home-Office gesetzlich zu verankern. Nur 15 % bef\u00fcrworten dies. Eine erdr\u00fcckende Mehrheit von 74 % lehnt dieses Ansinnen ab. Mehr als die H\u00e4lfte der Unternehmen (51 %) steht einer gesetzlichen Verankerung wegen des Eingriffes in die unternehmerische Freiheit ablehnend gegen\u00fcber. 30 % bereitet das Gemeinschaftsgef\u00fchl im Unternehmen Sorge und 25 % sind der Meinung, dass das Personal besser im Unternehmen arbeitet. Klaus Gr\u00e4bener. \u201eDigitale Anwendungen haben durch die Corona-Krise erheblich an Fahrt aufgenommen. Dasselbe gilt f\u00fcr unorthodoxe Formen der betrieblichen Zusammenarbeit. Das alles l\u00e4uft in die richtige Richtung und zeigt, wie vertrauensvoll in weiten Teilen der Wirtschaft zusammengearbeitet wird. Einige in der Politik meinen nun offenbar, dass man dann schnell gesetzlich regeln m\u00fcsse, was ungeregelt doch bestens funktioniert. Das verstehe wer will.\u201c<\/p>\n<p><b>K\u00fcnftige politische Handlungsfelder k\u00f6nnten vernachl\u00e4ssigt werden<\/b><br \/>\nDer Staat plant im Bundeshaushalt Mehrkosten von 156 Milliarden Euro. Hinzu kommen hunderte Milliarden f\u00fcr Kreditabsicherungen und weitere Schutzma\u00dfnahmen. Die H\u00f6he des staatlichen Corona-Rettungsschirms wird in der regionalen Wirtschaft unterschiedlich bewertet: Fast die H\u00e4lfte der befragten Firmen (45 %) sch\u00e4tzt die H\u00f6he des staatlichen Ausgabevolumens als richtig ein. 36 % sind der Auffassung, Bund und L\u00e4nder h\u00e4tten noch mehr aufwenden m\u00fcssen. F\u00fcr 19 % der Firmen ist die Schmerzgrenze der \u00f6ffentlichen Verschuldung bereits \u00fcberschritten. Mehr als Dreiviertel der Betriebe (77 %) sehen hohe oder sehr hohe Risiken, dass durch den umfangreichen Einsatz von Corona-Hilfsgeldern in Zukunft weniger Geld f\u00fcr andere wichtige staatliche Aufgaben zur Verf\u00fcgung steht. Felix G. Hensel: \u201eViele Unternehmen bef\u00fcrchten, dass Investitionen im Bildungsbereich oder in der Verkehrsinfrastruktur hierunter leiden werden. Wie hoch der Preis f\u00fcr den Corona-Schutzschirm am Ende wirklich ist, h\u00e4ngt jedoch nicht allein von den tats\u00e4chlich aufgewandten Finanzmitteln ab. Entscheidend ist vielmehr, ob der am Ende aufget\u00fcrmte \u00f6ffentliche Schuldenberg dazu f\u00fchrt, Strukturreformen wie etwa die l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige steuerliche Entlastung von Unternehmen und Arbeitnehmern weiter auf die lange Bank zu schieben. Hier werden wir weiter gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Druck machen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div>Infos: <a href=\"https:\/\/www.ihk-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">IHK Siegen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie meisten heimischen Unternehmen gehen davon aus, dass die Corona-Krise die regionale Wirtschaft noch lange begleiten wird. 42 % rechnen erst im Verlauf des Jahres&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4018,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1,32,30,11],"tags":[],"class_list":["post-18512","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-infos","category-vermischtes","category-regionale-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/wronline-ihk.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18512","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18512"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18512\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18514,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18512\/revisions\/18514"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4018"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}