{"id":18214,"date":"2020-04-07T11:11:08","date_gmt":"2020-04-07T09:11:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/?p=18214"},"modified":"2020-04-07T11:11:54","modified_gmt":"2020-04-07T09:11:54","slug":"fab-lab-der-uni-siegen-druckt-gesichtsvisiere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/fab-lab-der-uni-siegen-druckt-gesichtsvisiere\/","title":{"rendered":"Fab Lab der Uni Siegen druckt Gesichtsvisiere"},"content":{"rendered":"<p>Die Uni Siegen befindet sich im Minimalbetrieb \u2013 doch im zugeh\u00f6rigen Fab Lab am Siegener Herrengarten laufen die 3D-Drucker seit der vergangenen Woche ununterbrochen. In der Kreativwerkstatt f\u00fcr digitale Fabrikationsmethoden druckt, lasert und organisiert das 7-k\u00f6pfige Team um Peter Kubior Gesichtsvisiere. Diese sollen die Tr\u00e4ger und andere vor einer Tr\u00f6pfcheninfektion mit dem Coronavirus sch\u00fctzen. Die so genannten \u201eCovid-Shields\u201c m\u00f6chte das Fab Lab kostenfrei an Krankenh\u00e4user in der Region ausgeben. Die Nachfrage ist gro\u00df: Drei Siegener Krankenh\u00e4user haben sich schon gemeldet und Interesse an insgesamt 1.300 Schildern bekundet.<\/p>\n<p>Bevor die Produktion im Fab Lab starten konnte, gaben Landrat Andreas M\u00fcller und weitere Gremien gr\u00fcnes Licht. Auch die Universit\u00e4tsleitung musste zustimmen, damit im Fab Lab in der aktuellen Situation \u00fcberhaupt gearbeitet werden darf. Dies geschieht unter strengen Sicherheitsvorkehrungen: Maximal zwei Personen d\u00fcrfen vor Ort sein, sie m\u00fcssen ausreichend Abstand zueinander halten und bei der Arbeit Mundschutz und Handschuhe tragen. \u201eDiese Ma\u00dfnahmen sind auch wichtig, um die Sauberkeit der Einzelteile der Gesichtsvisiere zu garantieren\u201c, erkl\u00e4rt Peter Kubior. Um ganz sicher zu gehen, lagern die Visierteile einige Tage im Fab Lab, bevor sie an die Krankenh\u00e4user ausgegeben werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_18217\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Gesichtsvisiere_2_WEB.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18217\" class=\"size-medium wp-image-18217\" src=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Gesichtsvisiere_2_WEB-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Gesichtsvisiere_2_WEB-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Gesichtsvisiere_2_WEB-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.vdsm.net\/wronline\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Gesichtsvisiere_2_WEB.jpg 777w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-18217\" class=\"wp-caption-text\">Ein Visier zur Probe und weitere Rohteile frisch aus den Druckern.<\/p><\/div>\n<p>Der verwendete Entwurf zur Produktion der Gesichtsvisiere stammt urspr\u00fcnglich aus Tschechien. Zahlreiche Mitglieder der so genannten \u201eMaker Szene\u201c verwenden diesen oder \u00e4hnliche und f\u00fcttern ihre 3D-Drucker mit den digitalen Baupl\u00e4nen. In Deutschland hat sich das Netzwerk \u201eMakers versus Virus\u201c gebildet, um gemeinsam zu helfen. \u201eDa gibt es einen sehr guten Austausch und viele Tipps \u2013 zum Beispiel dazu, wo man Material herbekommt\u201c, berichtet Peter Kubior. Ben\u00f6tigt werden durchsichtige Kunststoffplatten f\u00fcr die Visiere, au\u00dferdem Kunststoff zu Herstellung der Stirn-Reife, an denen diese befestigt werden \u2013 und elastische Lochb\u00e4nder, mit denen der fertige Gesichtsschutz am Hinterkopf gehalten wird.<\/p>\n<p>\u201eAll diese Materialien sind aktuell Mangelware oder werden deutlich \u00fcberteuert angeboten\u201c, sagt Kubior. Das Fab Lab sei vor der Krise zum Gl\u00fcck gut mit Kunststoff ausgestattet gewesen. Doch mittlerweile ist dieses Material so gut, wie aufgebraucht \u2013 Nachschub wird dringend ben\u00f6tigt. \u201eWenn das Material da ist, k\u00f6nnen wir unsere elf Drucker Tag und Nacht laufen lassen. Dann sind wir in der Lage, innerhalb k\u00fcrzester Zeit sehr viele Teile der Shields zu produzieren\u201c, versichert Peter Kubior. Wichtig ist ihm noch zu betonen, dass die Gesichtsvisiere selbstverst\u00e4ndlich keinen 100-prozentigen Schutz vor einer Ansteckung bieten. \u201eAber in Zeiten fehlender Schutzausr\u00fcstung helfen sie, das zeigt ja auch die gro\u00dfe Nachfrage aus dem medizinischen Bereich.\u201c<\/p>\n<p>Das Fab Lab-Team pr\u00fcft zurzeit auch, ob in den kommenden Wochen und Tagen noch weitere Teile gedruckt werden k\u00f6nnten, die in der aktuellen Krise helfen \u2013 beispielsweise Ventilst\u00fccke f\u00fcr medizinische Sauerstoff-Pumpen. \u201eDa testen wir gerade, ob das f\u00fcr uns hier vor Ort machbar ist. Sollte es funktionieren und das n\u00f6tige Material verf\u00fcgbar sein, setzten wir das auf jeden Fall um\u201c, sagt Peter Kubior.<\/p>\n<p><strong>Interesse und Spenden:<\/strong><\/p>\n<p>Medizinische Einrichtungen, die Interesse an den Gesichtsvisieren haben und Betriebe oder Privatpersonen, die die Produktion mit (Material-)Spenden unterst\u00fctzen m\u00f6chten, k\u00f6nnen sich per E-Mail bei Peter Kubior melden: <a href=\"mailto:peter.kubior@uni-siegen.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">peter.kubior@uni-siegen.de<\/a><\/p>\n<p>Bei dem ben\u00f6tigten Material handelt es sich um PETG-Platten (transparent und klar) der St\u00e4rke 0,5 mm, PETG-Filament der St\u00e4rke 1,75 mm sowie elastische Lochgummib\u00e4nder.<\/p>\n<p>Text und Fotos: <a href=\"https:\/\/www.uni-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4t Siegen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Uni Siegen befindet sich im Minimalbetrieb \u2013 doch im zugeh\u00f6rigen Fab Lab am Siegener Herrengarten laufen die 3D-Drucker seit der vergangenen Woche ununterbrochen. 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